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Der MMO-Traum sammelt wieder Münzen
📰 Was ist los?
Hollowed Oath läuft aktuell auf Kickstarter und nähert sich seinem Finanzierungsziel. Das Spiel setzt auf ein Fantasy-MMORPG mit Multiklassen-System, dynamischen Herausforderungen, persönlichem Loot und einer Welt, die durch The Hollow bedroht wird. BackerTracker zeigt aktuell rund 90 Prozent Finanzierung.
🐛 Was denken wir?
Das ist spannend, aber auch ein klassischer Fall für vorsichtige Vorfreude. MMORPGs auf Kickstarter sind wie Drachenbabys im Wohnzimmer: niedlich, verheißungsvoll aber eben auch oft eine sehr schlechte Idee für Teppiche, Nerven und Geldbeutel.
🧙 Hollowed Oath nähert sich dem Kickstarter-Ziel: Neuer MMO-Traum mit alten Risiken
Das Fantasy-MMORPG sammelt weiter Geld und erinnert daran, warum Crowdfunding-MMOs zugleich Hoffnung und Warnschild sein können
Das Fantasy-MMORPG Hollowed Oath kommt seinem Kickstarter-Ziel näher. Laut BackerTracker steht die Kampagne aktuell bei rund 90.000 Dollar von 100.000 Dollar und damit bei etwa 90 Prozent des Finanzierungsziels. Die Kampagne läuft noch bis zum 3. Juni 2026.

Entwickelt wird Hollowed Oath von God Mode Games. Das Spiel beschreibt sich als heroisches Fantasy-MMORPG in der Welt Orrathis, einer zerrissenen Welt, in der eine geheimnisvolle Macht namens The Hollow die Realität verzerrt. Auf Steam ist der Titel bereits gelistet und wird dort als Fantasy-MMORPG mit Online-Koop und Cross-Platform-Multiplayer geführt.
⚔️ 560 Klassenkombinationen und sehr große Versprechen
Der stärkste Haken von Hollowed Oath ist das Klassensystem. Die Entwickler sprechen von 16 Klassen, aus denen Spieler jeweils drei kombinieren können. Daraus ergeben sich theoretisch 560 Klassenkombinationen. Das klingt nach genau jener Art Freiheit, bei der MMO-Spieler sofort anfangen, Builds zu planen, bevor überhaupt klar ist, ob der Server später stabil atmet.
Dazu kommen dynamische Begegnungen, persönlicher Loot, Fraktionen, Echoes als instanzierte Inhalte und eine Welt, deren Realität durch The Hollow brüchig wird. In einem Reddit-Vorstellungspost beschreibt Entwickler Kris Takahashi das Spiel als MMO, in dem Spieler solo vorankommen können, aber über ein Journey System anderen helfen oder selbst Hilfe rufen können.
Das ist ein sympathischer Ansatz: nicht schon wieder „suche 39 Leute und bring Zeit bis Renteneintritt mit“, sondern ein MMO, das stärker auf flexible Teilnahme und spielbare Rollen setzt.
🧨 Crowdfunding-MMOs bleiben ein Minenfeld
Der Haken ist natürlich das Genre selbst. MeinMMO zeichnet in seinem Überblick ein ziemlich düsteres Bild der Crowdfunding-MMO-Geschichte: Viele Projekte haben viel Geld eingesammelt, aber nur wenige sind am Ende wirklich erschienen und dauerhaft spielbar geblieben. Der Artikel nennt unter anderem Star Citizen, Camelot Unchained, Crowfall, Chronicles of Elyria, Shroud of the Avatar und Ashes of Creation als Beispiele für den großen MMO-Crowdfunding-Traum mit sehr wechselhafter Bilanz.
Genau deshalb sollte man bei Hollowed Oath nicht nur auf hübsche Versprechen schauen. Ein MMORPG ist kein kleines Indie-Roguelite, das man mit gutem Willen und Kaffee über die Ziellinie trägt. Es braucht Server, Technik, Content, Balancing, Community, Moderation, Updates, Sicherheit, Support und sehr viel Geduld.
Oder anders gesagt: Ein MMO frisst nicht nur Gold. Es frisst Kalender.
🪓 Hoffnung ja, Heiligsprechung nein
Hollowed Oath wirkt sympathisch, gerade weil es nicht wie der nächste sterile Blockbuster-Klon auftritt. Die Idee eines spielerfreundlicheren Fantasy-MMORPGs mit Multiklassen-System, persönlichem Loot und Solo-Tauglichkeit hat Charme. Auch der aktuelle Kickstarter-Stand zeigt, dass da offenbar eine Zielgruppe zuhört.
Aber aus Fantasykosmos-Sicht bleibt die richtige Haltung klar: neugierig schauen, nicht blind knien.
Wenn Hollowed Oath sein Ziel erreicht, beginnt nicht das Happy End. Dann beginnt erst der Teil, an dem viele Kickstarter-MMOs in der Vergangenheit gescheitert sind: aus Versprechen ein dauerhaft spielbares Online-Rollenspiel bauen. Der Schwur ist also noch nicht erfüllt. Er wurde nur laut genug ausgesprochen, dass jetzt viele hinhören.





