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Der Würfel bekommt ein Display
📰 Was ist los?
Fighting Fantasy soll als Reihe interaktiver AR-Smart-Books neu gedacht werden. Den Anfang macht Freeway Fighter, ein Spielbuch von Sir Ian Livingstone, das ursprünglich 1985 erschien und sich durch sein postapokalyptisches Straßenszenario deutlich vom üblichen Fantasy-Mix aus Orks, Goblins und Höhlentrollen abhob. Die offizielle Fighting-Fantasy-Seite beschreibt Freeway Fighter genau als diese Abweichung vom klassischen Reihenmuster.
🐛 Was denken wir?
Das ist ein hübscher Retro-Technik-Moment. Spielbücher waren im Kern schon kleine Solo-Rollenspiele auf Papier. Wenn AR hier nicht nur als blinkender Effekt über die Seiten gelegt wird, sondern Karten, Kämpfe, Fahrzeuge und Entscheidungen sinnvoll erweitert, könnte daraus mehr werden als Nostalgie mit Smartphone-Halterung.
📖 Fighting Fantasy wird zum AR-Smart-Book: Freeway Fighter fährt 2027 wieder los
Sir Ian Livingstones Spielbuchklassiker bekommt interaktive Augmented-Reality-Adaptionen
Die legendäre Spielbuchreihe Fighting Fantasy soll als interaktives Augmented-Reality-Smart-Book neu aufgelegt werden. Den Auftakt macht ausgerechnet Freeway Fighter – jener Band, der schon 1985 aus der klassischen Dungeon- und Ork-Fantasy ausbrach und stattdessen postapokalyptischen Straßenkampf, Fahrzeugregeln und Mad-Max-Laune ins Spielbuchregal brachte. Die neue Fassung ist für 2027 geplant.

Damit bekommt ein Format ein technisches Update, das schon interaktiv war, bevor jedes zweite Produkt „immersiv“ genannt werden musste. Fighting Fantasy funktionierte schließlich immer über Entscheidungen, Würfel, Risiko und den berühmten Moment, in dem man mit dem Finger heimlich auf der alten Seite blieb, weil die nächste Entscheidung verdächtig nach Tod roch.
🧭 Fighting Fantasy war immer schon interaktiv
Die Fighting Fantasy-Reihe wurde Anfang der 1980er von Steve Jackson und Ian Livingstone geprägt und gehört zu den wichtigsten Spielbuchmarken überhaupt. Das Prinzip war simpel und genial: lesen, entscheiden, würfeln, sterben, fluchen, neu anfangen.
Das war kein normales Buch. Es war ein Abenteuer mit Seitenzahlen als Labyrinth. Man wurde nicht nur durch eine Geschichte geführt, man musste sich durch sie hindurcharbeiten. Türen öffnen, Monster bekämpfen, Gegenstände notieren, Werte verwalten und hoffen, dass die Entscheidung auf Seite 247 nicht wieder in eine Sackgasse mit Zähnen führt.
Dass dieses Format jetzt ausgerechnet über AR zurückkommt, ist deshalb gar nicht so abwegig. Die Technik setzt im besten Fall nur dort an, wo das Spielbuch ohnehin immer hinwollte: mitten in die Vorstellungskraft des Lesers.
🔥 Freeway Fighter ist der richtige erste Testfahrer
Freeway Fighter ist als Auftakt interessant, weil der Band nicht die naheliegendste Fantasy-Wahl ist. Kein klassischer Kerker. Kein Zauberwald. Kein Hexenmeister auf dem Berg. Stattdessen: Endzeit, Straße, Fahrzeuge, Gewalt, Ressourcen und Überleben. Das Buch war ursprünglich Band 13 der klassischen Reihe und brachte neben normalem Kampf auch Fahrzeugwerte und Fahrzeugkampf ins Spiel.
Gerade das könnte für eine AR-Adaption gut funktionieren. Ein Auto, das über eine aufgeschlagene Seite rast. Schadensanzeigen. Straßenkarten. Gegnerfahrzeuge. Ressourcen. Abzweigungen. Vielleicht sogar kleine animierte Kampfsituationen über den Illustrationen. Natürlich liegt darin auch die Gefahr. Wenn AR nur bedeutet, dass irgendwo ein digitales Auto über Papier hüpft, ist der Zauber schnell verbraucht. Aber wenn die Technik Entscheidungen, Risiko und Spielgefühl unterstützt, passt sie überraschend gut zu diesem Stoff.
🧪 Vom Spielbuch zur Smart-Book-Schlacht
Die große Frage ist, wie viel Buch am Ende im Smart Book bleibt. Fighting Fantasy lebt nicht nur von Mechanik, sondern von der besonderen Spannung zwischen Text und Vorstellung. Der Leser sieht nicht alles. Er ergänzt. Er fürchtet. Er übertreibt im Kopf.
Eine gute AR-Version müsste deshalb nicht alles zeigen. Sie müsste gezielt verstärken: eine Karte hier, ein Gegner dort, ein Fahrzeugstatus, ein animierter Würfelwurf, vielleicht ein Monster, das kurz aus der Seite tritt und dann wieder im Text verschwindet. Das Spielbuch darf nicht zur Demo-App werden. Es muss einfach das seltsame Buch bleiben, das gefährlich tut.
🪓 Alte Seiten, neue Projektion
Die Rückkehr von Fighting Fantasy als AR-Smart-Book ist ein kleiner, aber schöner Hinweis darauf, wie lebendig alte Spielformen bleiben können. Bevor Videospiele jeden Winkel berechneten, reichten ein Taschenbuch, zwei Würfel und ein Abenteuerbogen, um ganze Welten zu öffnen. Jetzt kommt die Technik zurück und sagt: Wir können das auch mit Display.
Vielleicht stimmt das sogar. Aber natürlich nur dann, wenn sie versteht, was Fighting Fantasy immer ausgemacht hat: nicht der Effekt, sondern die Entscheidung. Nicht das Blinken, sondern der Zweifel. Nicht die Animation, sondern dieser eine Moment, in dem man die Seite umblättert und sofort weiß: Das war wohl gerade komplett behämmert.






