Tintenherz als BBC-Serie? Cornelia Funkes Fantasy-Klassiker könnte eine neue Chance bekommen

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Wenn Worte wieder Türen öffnen

📰 Was ist los?
Die BBC arbeitet laut aktueller Meldung offenbar an einer Optionierung von Cornelia Funkes Tintenherz beziehungsweise der Tintenwelt-Romane. Noch ist keine fertige Produktion angekündigt. Es geht also nicht um „Serie kommt sicher“, sondern um einen möglichen ersten Schritt in Richtung neuer Adaption.

🐛 Was denken wir?
Das Serienformat passt auffällig gut zu diesem Stoff. Tintenherz lebt von Büchern, Stimmen, Figuren, die aus Geschichten treten, Familiengeheimnissen, Verrat, Sehnsucht und einer Welt, die nicht in zwei Filmstunden abgehandelt werden möchte.

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📚 Tintenherz als BBC-Serie? Cornelia Funkes Fantasy-Klassiker könnte eine neue Chance bekommen

Nach dem Kinofilm von 2008 wäre eine Serie womöglich das passendere Format für die Tintenwelt

Tintenherz könnte auf den Bildschirm zurückkehren – diesmal nicht als Kinofilm, sondern als Serie. Laut aktueller Meldung arbeitet die BBC offenbar daran, Cornelia Funkes Tintenwelt-Romane zu optionieren. Eine offizielle Serienbestellung, ein Cast oder ein Starttermin sind bisher nicht bekannt.

Damit bleibt die Sache vorerst im frühen Entwicklungsnebel. Aber allein die Richtung ist interessant: Die Tintenwelt gehört zu den großen deutschen Fantasy-Erfolgen der letzten Jahrzehnte, wurde 2008 mit Brendan Fraser, Eliza Bennett, Paul Bettany und Helen Mirren verfilmt – und bekam damals nicht unbedingt die Leinwandform, die dieser Stoff verdient hätte.

Vielleicht darf diesmal nicht nur ein Buch aufgeschlagen werden und die Geschichte bekommt endlich echte Kapitel.

Ein Mädchen und ihr Vater stehen in einer Kerzenbibliothek vor einem leuchtenden Buch, aus dessen Seiten magische Figuren und Schatten in die Wirklichkeit treten.

📖 Warum die Tintenwelt mehr Raum braucht

Die Grundidee von Tintenherz ist immer noch stark: Mo, ein Buchbinder mit gefährlicher Gabe, kann Figuren aus Büchern herauslesen. Doch für jedes Wesen, das aus einer Geschichte in die Wirklichkeit tritt, verschwindet jemand anderes in den Seiten.

Das ist keine kleine Zauberidee. Das ist ein ganzer poetischer Mechanismus. Denn bei Funke sind Bücher keine Kulisse. Sie sind Türen, Fallen, Erinnerungsräume und manchmal auch Gefängnisse. Wer liest, verändert die Welt. Wer falsch liest, erst recht.

Genau deshalb war der Film von 2008 für viele eher ein halber Treffer. Er hatte starke Besetzung, schöne Einzelbilder und genug Fantasy-Material, aber die Tintenwelt wirkt auf der Leinwand schnell zusammengedrückt. Die Bücher brauchen Atmosphäre. Sie brauchen Elinors Bibliothek. Staubfingers Heimweh. Meggies Blick auf Geschichten. Fenoglios gefährliche Eitelkeit. Capricorns Schatten. Das sind keine reinen Plotpunkte, hier handelt es sich um komplette Räume.

🎬 Zweite Chance nach der Kinoverfilmung

Die Filmversion von Tintenherz war damals prominent besetzt, blieb aber hinter dem zurück, was viele Leser in den Büchern gesehen hatten. Das ist bei großen Fantasy-Adaptionen kein seltenes Problem: Aus einer vielschichtigen Buchwelt wird ein Abenteuerfilm, der vieles zeigen muss, aber wenig atmen lassen kann. Eine Serie könnte das anders lösen.

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Sie könnte den Beginn mit Mo und Meggie ruhiger erzählen. Sie könnte Staubfinger mehr Gewicht geben. Sie könnte die Regeln des Herauslesens klarer entwickeln, ohne sie in Erklärsätze zu pressen. Und sie könnte der Tintenwelt selbst jene Langsamkeit geben, die gute Fantasy oft braucht, bevor sie zuschlägt. Gerade weil inzwischen mit Die Farbe der Rache ein vierter Band der Reihe vorliegt, ist der Stoff nicht nur nostalgisch, sondern wieder lebendig. Die Tintenwelt ist kein abgeschlossenes Regalstück, das man nur entstaubt. Sie hat weitergeschrieben.

🕯️ Die BBC wäre kein schlechter Ort für Buchmagie

Sollte die BBC tatsächlich weitergehen, wäre das zumindest ein interessanter Partner. Britisches Fernsehen hat traditionell ein gutes Händchen für Kinder- und Jugendfantasy, literarische Adaptionen und Stoffe, die nicht sofort nach amerikanischem Franchise-Hochglanz aussehen müssen.

Tintenherz braucht genau das: keine überdrehte Effektschlacht, sondern eine Serie, die Bücher ernst nimmt. Eine Serie, in der Pergament rascheln darf. In der ein vorgelesener Satz gefährlicher sein kann als ein Schwert. In der Magie nicht blau aus der Hand leuchtet, sondern aus Sprache kommt.

Das Pantheon der Fantasy zeigt riesige steinerne Fantayfiguren wie Zauberer und Drachen. Im Pantheon stehen viel unterschiedliche Besucher, die die Figuren betrachten. Text: Meilensteine der Fantasy. Jetzt entdecken.

Natürlich ist noch nichts entschieden. Optionierungen verschwinden oft wieder in Schubladen, aus Entwicklungsständen werden nicht automatisch Dreharbeiten. Aber als Signal ist diese Meldung bemerkenswert: Einer der wichtigsten deutschen Fantasy-Stoffe könnte noch einmal eine internationale Bühne bekommen.

🪓 Das Buch ist noch nicht zugeschlagen

Noch steht Tintenherz nicht als BBC-Serie im Kalender. Dafür ist die Nachricht zu früh. Aber der Gedanke ist stark genug, um hängen zu bleiben.

Eine neue Adaption hätte die Chance, den Fehler vieler Fantasy-Verfilmungen zu vermeiden: zu schnell zur großen Szene zu springen und dabei das eigentliche Wunder zu verlieren.

Bei Tintenherz liegt dieses Wunder nicht im Monster, nicht im Bösewicht, nicht einmal in der fremden Welt; es liegt in der Stimme. In dem Moment, in dem jemand liest, und die Wirklichkeit damit beginnt, endlich zuzuhören.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.
Fantasy-Satire-Banner: Ein Moosling mit glühenden Augen liest wütend in einem grünen Blattbuch. Darüber der Schriftzug ‚Nichts als die Wahrheit‘, unten der Titel ‚Der Arkane Moosverhetzer‘ und ein Button mit ‚Jetzt lesen!‘

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