Dungeons & Dragons-Spiel von God-of-War-Director eingestellt

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Der Dungeon macht vor dem Start schon zu

📰 Was ist los?
Wizards of the Coast hat das geplante Dungeons-&-Dragons-Action-Adventure von Giant Skull eingestellt. Das Spiel sollte für PC und Konsolen entstehen, war als Singleplayer-Projekt gedacht und sollte neue Bereiche des D&D-Universums erkunden. Laut Statement verfolgt Wizards das frühe Konzept nicht weiter, betont aber den Respekt vor Stig Asmussen und seinem Team.

🐛 Was denken wir?
Das ist bitter, weil D&D nach Baldur’s Gate 3 eigentlich genau den Moment gehabt hätte, auch jenseits klassischer Party-RPGs mutiger zu werden. Ein cineastisches Action-Adventure von einem ehemaligen God of War– und Star Wars Jedi-Director klang zumindest nach mehr als der nächsten Lizenzverwaltung mit Drachenlogo.

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🧨 Dungeons & Dragons-Spiel von God-of-War-Director eingestellt

Wizards of the Coast zieht bei Giant Skulls Singleplayer-Action-Adventure den Stecker

Das nächste große Dungeons-&-Dragons-Videospiel von Giant Skull wird nicht erscheinen. Wizards of the Coast hat den Publishing-Deal mit dem Studio beendet; damit ist auch das geplante Singleplayer-Action-Adventure im D&D-Universum gestoppt. Das Projekt war erst 2025 angekündigt worden und stand unter der Leitung von Stig Asmussen, bekannt durch God of War 3 sowie Star Wars Jedi: Fallen Order und Star Wars Jedi: Survivor.

Rote Magier stehen in einer düsteren Ratskammer um eine leuchtende Kriegskarte, während über Thay magische Stürme und finstere Festungen aufragen.

Das ist kein kleiner Name auf irgendeinem Nebengleis. Asmussen hatte mit Giant Skull ein neues Studio aufgebaut, Wizards sprach bei der Ankündigung noch von einem ambitionierten D&D-Projekt, das eine neue Singleplayer-Erfahrung im legendären Fantasy-Universum liefern sollte. Nun bleibt davon vorerst vor allem ein sehr teurer Konjunktiv.

🎮 Kein Baldur’s Gate 3, sondern Action-Abenteuer

Das eingestellte Projekt sollte ausdrücklich kein zweites Baldur’s Gate 3 werden. Giant Skull arbeitete an einem Singleplayer-Action-Adventure, bei dem laut früheren Angaben Story, heldenhafte Kämpfe und dynamische Fortbewegung im Mittelpunkt stehen sollten. Genau darin lag der Reiz: D&D einmal nicht als isometrische Party-Taktik, sondern als großes, körperliches Abenteuer.

Das hätte funktionieren können. Dungeons & Dragons ist schließlich mehr als Würfel, Charakterbögen und taktische Gruppenpositionierung. Das Universum bietet Monster, Städte, Reiche, Unterwelten, Götter, Flüche und genug Ruinen, um eine ganze Konsolengeneration zu beschäftigen. Natürlich ist genau das auch die Schwierigkeit. D&D ist riesig. Wer daraus ein Action-Adventure baut, muss entscheiden, was übrig bleibt, wenn man den Spieltisch, die Gruppe und die Improvisation wegnimmt. Vielleicht war genau diese Übersetzung am Ende nicht überzeugend genug.

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🧙 Wizards prüft härter – und sortiert aus

Ein Sprecher von Wizards of the Coast erklärte sinngemäß, man bewerte Konzepte in jeder Entwicklungsphase. Das ist die höfliche Unternehmensfassung für: Dieses Konzept geht so nicht weiter. Gleichzeitig betont Wizards, man habe großen Respekt vor Asmussen und Giant Skull und schätze die fortlaufende Beziehung.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Das Projekt wurde vor weniger als einem Jahr als wichtiger Schritt für Wizards’ digitale Ambitionen vorgestellt. Dass der Stecker nun so früh gezogen wird, zeigt, wie vorsichtig Hasbro und Wizards offenbar mit großen D&D-Games umgehen. Nach dem Triumph von Baldur’s Gate 3 ist die Erwartung nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Jedes neue D&D-Spiel steht automatisch unter der Frage, ob es der Marke gerecht wird oder nur vom Logo lebt.

🧱 Giant Skull bleibt offenbar bestehen

Für Giant Skull ist das ein Rückschlag, aber offenbar kein Todesurteil. Asmussen deutete an, dass es dem Studio weiterhin gut gehe. Von einer Schließung oder Entlassungswelle ist derzeit nicht die Rede.

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Das ist immerhin der bessere Teil der Meldung. Denn die Kombination aus Asmussen, erfahrenen Entwicklern und einem neuen Studio bleibt interessant, auch wenn dieses konkrete D&D-Projekt nun in der Gruft der nie erschienenen Spiele landet.

🩸 D&D braucht mehr als große Namen

Die Einstellung ist trotzdem schade. Nicht, weil jeder angekündigte Lizenz-Titel automatisch ein Verlust für die Games-Kulturgeschichte ist. Sondern weil dieses Projekt tatsächlich eine spannende Lücke hätte füllen können: ein großes, storygetriebenes D&D-Actionspiel mit cineastischem Anspruch.

Gerade nach Baldur’s Gate 3 liegt die Versuchung nahe, D&D nur noch an Party-RPGs zu messen. Aber die Marke könnte deutlich mehr tragen: Horror in Ravenloft, Intrigen in Waterdeep, Magierkriege in Thay, Monsterjagd in vergessenen Reichen, planeswalking Wahnsinn zwischen Göttern und Dämonen. Ein gutes Action-Adventure hätte zeigen können, dass D&D auch außerhalb des taktischen Gruppentischs funktioniert.

Jetzt bleibt erst einmal nur ein weiteres gestrichenes Projekt.

Der Dungeon ist nicht leer.

Aber diese Tür bleibt leider geschlossen.

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