Timeless Rage – My Kingdom Come (Review)

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Timeless Rage – My Kingdom Come

🧿 Kurzfazit
My Kingdom Come ist Dark Symphonic Power Metal als brennender Thronsaal: groß, melodisch, theatralisch, gelegentlich herrlich überladen und deutlich stärker, wenn die Band ihre dunkle Seite nicht nur dekorativ einsetzt, sondern wirklich in den Songs verankert.

🎯 Für wen?
Für Fans, die Power Metal nicht nur als Drachenritt mit Hochglanzrefrain mögen, sondern als dramatisches Konzepttheater mit Chor, Donnerdrums, Gothic-Schatten und apokalyptischem Bühnenlicht. Wer bei Kamelot, Powerwolf, Orden Ogan, Rhapsody of Fire, Epica oder dunkleren Symphonic-Metal-Farben nicht sofort über den Burggraben springt, sollte hier unbedingt reinhören.

🎧 Wie klingt das?
Melodischer, wuchtiger Symphonic Power Metal mit dunkler Grundierung, orchestralen Akzenten, kräftigen Gitarren, gelegentlichen Thrash- und Melodic-Death-Kanten, viel Pathos und einem Hang zur großen Szene. Weniger fröhliche Taverne, mehr brennender Palast mit Chorprobe im einstürzenden Keller.

💿 Highlights
My Kingdom Come, The Seed Of Fear, The Enemy Is You

⛔ Nichts für dich, wenn…
bei dir Power Metal nur schlank, schnell, hell und ohne großes Konzeptdrama in Frage kommt. My Kingdom Come zieht den Mantel nicht hoch, weil es kalt ist. Es schließt ihn enger, weil gleich jemand ein Königreich verlieren könnte.

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‪‪👑 Timeless Rage – My Kingdom Come: Wenn das Königreich brennt, bestellt Power Metal ein Orchester

Timeless Rage klingen auf My Kingdom Come nicht wie eine Band, die nur ein paar hübsche Chöre über klassischen Power Metal legt und danach zufrieden den Samtmantel faltet. Dieses Album will mehr. Es verlangt nach Thronraum, Schlachtfeld, Kathedrale, Schuldgericht, Vampirromantik, inneren Dämonen und am besten noch sieben Trompeten, die irgendwo zwischen Höllentor und Festivalbühne zum Dienst blasen.

Das kann sehr schnell nach zu viel klingen.

Hier ist genau das der Punkt.

My Kingdom Come ist ein Konzeptalbum, das sich nicht für die kleinen Gesten interessiert. Die Band aus Villingen-Schwenningen nimmt Symphonic Power Metal, zerrt ihn in dunklere Hallen, gibt ihm schwere Gitarren, dramatische Chöre, melodische Refrains und gelegentlich eine schwarze Kante, die mehr nach nächtlicher Messe als nach blank poliertem Heldenroman klingt.

Und ja, natürlich ist das pathetisch. Hier stehen nicht drei Musiker im Proberaum und diskutieren über ihre letzten Tankquittungen. Hier geht es um Fall, Macht, Angst, Vermächtnis, Maske, Tod und Königreich. Wer bei solchen Begriffen nervös nach Indie-Folk sucht, ist komplett falsch abgebogen.

Aber wer Power Metal genau dann liebt, wenn er überdimensionial denkt, düster schaut und mit beiden Händen in den Werkzeugkasten des ganz großen Dramas greift, bekommt hier erstaunlich viel Futter.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Dark Symphonic Power Metal, Symphonic Metal, Melodic Power Metal, mit Ausläufern in Thrash Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal und neoklassische Dramatik.
Vergleichbar mit: einem dunkleren Power-Metal-Musical, das in einer Kathedrale probt, während draußen die Stadt brennt. Man hört Anklänge an die große europäische Power-Metal-Schule, aber auch den Willen, nicht nur freundlich zu glänzen, sondern Schatten in die Fanfaren zu legen.
Klangfarbe: My Kingdom Come klingt wie ein Thron aus schwarzem Metall vor einem brennenden Himmel. Die Gitarren drücken kräftig, die Keyboards öffnen breite Räume, die Chöre setzen dramatische Ausrufezeichen, und über allem liegt diese leicht überlebensgroße Metal-Opernluft, bei der man nie ganz sicher ist, ob gleich ein Refrain kommt oder ein Gerichtstag.

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Highlights

My Kingdom Come
Der Titeltrack ist genau der richtige Eingang in dieses Album. My Kingdom Come macht sofort klar, dass Timeless Rage nicht auf halbe Symbolik setzen. Das Stück steht groß im Raum, arbeitet mit majestätischer Melodik, kräftigem Rhythmusfundament und jener apokalyptischen Schwere, die dem Album seinen Charakter gibt. Die Stärke des Songs liegt darin, dass er seinen Bombast ernst nimmt, ohne daran zu ersticken. Der Refrain hat genug Zug, die Gitarren bleiben präsent, und die symphonischen Elemente wirken nicht wie nachträglich aufgeklebte Krönchen, sondern wie Teil der Architektur. Das ist verdammt gut gemacht.

The Seed Of Fear
The Seed Of Fear ist einer der atmosphärisch stärksten Songs des Albums. Hier schieben sich orientalische Farben, schwere Trommeln und dunklere Melodiebögen in den Sound. Das wirkt nicht wie billige Exotik aus dem Resteregal, sondern als bewusste Erweiterung des Klangraums. Der Song nimmt Tempo heraus, gewinnt aber an Wucht. Statt geradeaus in den Refrain zu galoppieren, baut er eine schwerere, rituellere Atmosphäre auf. Genau solche Momente geben My Kingdom Come Tiefe.

The Enemy Is You
The Enemy Is You ist einer der härteren, finstereren Momente des Albums. Die die Blackened-Schlagseite macht sich bemerkbar, ohne dass der Song plötzlich in ein anderes Genre fällt. Vielmehr bekommt der Symphonic-Power-Metal-Kern eine schärfere, giftigere Kontur. Das tut der Platte gut. Gerade weil My Kingdom Come oft groß und melodisch denkt, braucht es solche dunkleren Gegenbewegungen. Hier kratzt etwas spürbar am Goldrand.


🎨 Artwork

Das Cover von My Kingdom Come ist im besten Sinne komplett maßlos. Ein gewaltiger Thron steht vor einer brennenden Stadt, darüber erhebt sich eine helle, fast himmlische Palastkulisse, während im Vordergrund Nebel, Rauch, Feuer und Untergang ineinanderlaufen. Auf dem Thron liegt oder hängt eine dunkle Gestalt, daneben glüht ein ringförmiges Licht wie ein Heiligenschein, Portal, Schwurkreis oder sehr schlechter Vertrag mit metaphysischer Restlaufzeit.

Das Bild sagt sofort: Hier kommt kein kleines Album über Alltagssorgen. Hier geht es um Reich, Fall, Macht und Verdammnis. Der Thron ist nicht leer, aber er wirkt trotzdem verlassen. Die Krone des Bildes ist nicht Herrschaft, sondern Verlust. Besonders stark ist die Mischung aus goldener Erhabenheit und verbrannter Erde. Im Hintergrund strahlt das Königreich fast überirdisch, doch darunter lodert die Katastrophe. Genau diesen Gegensatz trägt auch die Musik: hymnische Melodien gegen dunkle Unterströmung, Power-Metal-Glanz gegen apokalyptische Schwere.

Natürlich ist das Cover nicht subtil. Es kommt nicht auf Zehenspitzen herein und fragt, ob gerade jemand Zeit für Symbolik hat. Es tritt die Tür ein, stellt den Thron in die Mitte und zündet die Landschaft an. Aber bei einem Album namens My Kingdom Come ist das keine Schwäche. Das ist konsequent. Das Artwork verspricht großes Drama. Die Platte liefert es.


🪦 Besondere Momente

Die dunkle Grundierung macht den Unterschied:
Timeless Rage gewinnen immer dann, wenn sie ihren Power Metal nicht nur symphonisch aufblasen, sondern wirklich verdunkeln. Die besten Songs haben nicht nur Glanz, sondern einige Schatten. genau da sitzt die Stärke des Albums.

Das Konzept trägt mehr als reine Dekoration:
Viele Metal-Alben nennen sich Konzeptwerk, weil drei Songs denselben Dämon besingen. My Kingdom Come wirkt da geschlossener. Die Themen Macht, Schuld, Angst, Maske und Fall kehren spürbar wieder und geben der Platte eine klare dramatische Linie.

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Die Produktion hält das Spektakel zusammen:
Bei dieser Art Musik kann schnell alles ineinanderfallen: Chor auf Gitarre, Keyboard auf Drums, Pathos auf Pathos. Hier bleibt der Sound weitgehend aufgeräumt genug, damit die Songs nicht im eigenen Bühnennebel verschwinden.

Die Band hat den Mut zur großen Geste:
Das ist nicht immer elegant, aber oft wirkungsvoll. My Kingdom Come ist kein Album, das bescheiden anklopft. Es hebt den Kelch, ruft den Abgrund und schaut dann, wer noch mitsingt.

Nicht jeder Moment ist gleich zwingend:
Manchmal ist der Wille zum großen Effekt stärker als die eigentliche Songidee. Einige Passagen wirken dichter gebaut als wirklich notwendig. Doch selbst dort bleibt die Platte sympathisch, weil sie lieber zu viel will als nichts zu wagen.

📜 Hintergrund

Timeless Rage kommen aus Villingen-Schwenningen und bewegen sich seit Jahren im Feld zwischen Power Metal, Symphonic Metal und dunklerer Melodik. Nach Untold legt die Band mit My Kingdom Come ihr zweites vollständiges Album vor und wirkt darauf hörbar ambitionierter, größer und entschlossener. Das Album kommt über Metalapolis Records, was gut passt. Das Label hat ein Ohr für melodischen Metal mit klassischer Substanz, und Timeless Rage liefern genau diese Mischung: eingängige Refrains, starke Gitarrenbasis, orchestrale Farben und genügend theatralisches Gewicht, um nicht wie bloße Genrepflicht zu wirken.

Zur aktuellen Besetzung gehören Nicolaj Ruhnow (Gesang), Christian Pirch und Michael Benk an den Gitarren, Anna Keil (Keyboards), Daniel Wengle am Bass und Klaus Buchfink auf dem Schlagzeugpodest. Gerade Ruhnow schenkt dem Album eine markante, erfahrene Stimme, während die Gitarren-Keyboard-Achse zwischen Pirch, Benk und Keil das eigentliche Fundament dieser Platte bildet: Riff, Orchesterfarbe und Drama greifen hier hörbar ineinander.

Auch die Besetzung hinter dem Klang ist bemerkenswert. Mix und Mastering kommen von Markus Teske aus dem Bazement Studio, einem Namen, der im deutschen und europäischen Melodic-Metal-Bereich Gewicht hat. Das hört man. My Kingdom Come klingt nicht nach Proberaum mit Vorhang, sondern nach einer Band, die den Ansprüchen der große Bühne gerecht wird. Die öffentlich sichtbare Resonanz spricht ebenfalls dafür, dass hier nicht nur eine Band im eigenen Freundeskreis Applaus einheimst. Das Album hat bereits starke Reviews kassiert, die Band kommuniziert beachtliche Streaming- und Videozahlen, und der Einstieg beziehungsweise Verbleib in den deutschen Metal-Rock-Charts gibt dem Ganzen zusätzlich Rückenwind.

Für uns beim Fantasykosmos ist das ohnehin ein dankbarer Fall. Dieses Album bringt alles mit, was unsere dunkle Musik-Ecke liebt: Pathos, Königreich, Untergang, Vampirspuren, Teufelsmasken, Angst, Fall und genug Bombast, um daraus keinen trockenen Waschzettel, sondern eine echte Metal-Review mit brennender Kulisse zu machen.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🪓 Fazit: Wenn der Thron brennt, sollte man nicht mehr flüstern

My Kingdom Come ist kein perfektes Album. Dafür ist es stellenweise zu voll, zu dramatisch, zu verliebt in die eigene große Geste. Manche Übergänge könnten schärfer sein, manche Ideen etwas strenger sortiert. Hier und da hängt der Bühnenvorhang so schwer im Raum, dass man kurz prüfen möchte, ob dahinter tatsächlich noch das ein oder andere Riff atmet.

Aber genau diese Überfülle ist eben auch Teil seines Charmes.

Timeless Rage liefern kein vorsichtiges Melodic-Metal-Album für Leute, die beim Wort Orchester sofort den Notausgang suchen. Sie bauen ein dunkles, melodisches, symphonisches Power-Metal-Reich und lassen es vor unseren Ohren niederbrennen. Nicht alles lodert gleich hell, aber vieles hat Kraft, Charakter und eine erfreulich klare Vorstellung davon, wie groß diese Musik wirklich klingen sollte.

Die stärksten Momente entstehen dort, wo die Band Härte, Melodie und Atmosphäre zusammenbringt: im majestätischen Titeltrack, im rituell gefärbten The Seed Of Fear, im nächtlichen Moonbite Serenade, im finsteren The Enemy Is You und im wuchtigen We All Shall Fall. Da zeigt sich, dass Timeless Rage viel mehr können als Genrebausteine ordentlich stapeln.

My Kingdom Come ist Power Metal mit Ruß im Gesicht.

Ein brennender Thron. Ein Chor vor der Katastrophe. Und ein Album, das lieber zu groß träumt, als klein korrekt zu sein.

Das ist verdammt nicht wenig.

Und das ist ziemlich genau der Grund, warum die Szene solche Platten braucht.

Albumcover von Timeless Rage – My Kingdom Come: Vor einer brennenden, nebelverhangenen Fantasy-Stadt steht ein dunkler, prunkvoller Thron mit hornartiger Verzierung. Im Hintergrund erhebt sich ein hell leuchtender Palast über Rauch, Feuer und Schlachtchaos. Oben steht der große Schriftzug Timeless Rage, unten der Albumtitel My Kingdom Come.
Künstler:Timeless Rage
Albumtitel:My Kingdom Come
Erscheinungsdatum:27. März 2026
Genre:Dark Symphonic Power Metal / Symphonic Power Metal
Label:Metalapolis Records
Spielzeit:ca. 46 Minuten

Trackliste:

My Kingdom Come
The Seed Of Fear
The Devil’s Masquerade
Conquistadores
Moonbite Serenade
A Vampire’s Legacy
Regrets
The Enemy Is You
We All Shall Fall
The Pale Death

📺 Offizielles Video

Offizielles Video zu „My Kingdom Come“ – Timeless Rage eröffnen ihr dunkles Symphonic-Power-Metal-Konzeptalbum mit brennendem Thron, apokalyptischer Wucht und sieben Trompeten am Rand des Untergangs.

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