Malebeste – Monestherou (Review)

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Malebeste – Monestherou

🧿 Kurzfazit
Monestherou ist ein starkes Debüt zwischen französischem und schwedischem Melodic Black Metal, regionaler Sagenwelt und mittelalterlicher Atmosphäre. Malebeste klingen noch nicht vollkommen eigenständig, aber bereits auffallend geschlossen: scharfe Riffs, galoppierende Drums, französische Vocals und ein Konzept, das mehr ist als bloße Kulisse.

🎯 Für wen?
Für Fans, die Black Metal mit regionaler Mythologie, französischer Sprache, melodischer Kälte und historischer Schwärze mögen. Wer Antiq-Veröffentlichungen schätzt, bei alten Dorflegenden die Ohren spitzt und Black Metal nicht nur als Klang, sondern als erzählerischen Raum versteht, sollte hier sehr genau hinhören.

🎧 Wie klingt das?
Wie eine westfranzösische Chronik, die nachts vom Regal fällt und plötzlich anfängt, in Tremolo-Riffs zu sprechen. Malebeste verbinden schnelle, melodische Black-Metal-Passagen mit getragenen Momenten, akustischen Einschüben und einem deutlich erzählerischen Aufbau.

Die Produktion wirkt nicht roh um der Rohheit willen, sondern ausreichend klar, damit die Melodien, Rhythmen und Stimmungen greifen können. Das Album hat Härte, aber auch Licht. Und gerade diese Wechsel zwischen düsterem Druck und fast altertümlicher Melancholie machen Monestherou interessant.

🎼 Highlights
Hautefaye 1870, Palefroi du Diable, Flamme Noir de l’Espoir

⛔ Nichts für dich, wenn…
du Black Metal nur in komplett frostiger, roher oder skandinavisch entrückter Form akzeptierst. Monestherou ist melodischer, regionaler, erzählerischer und stellenweise fast historisch-theatralisch. Wer französische Vocals, Sagenstoff und mittelalterliche Atmosphäre für zu speziell hält, wird hier vermutlich nicht heimisch.

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🐺 Malebeste – Monestherou: Wenn die Charente nachts die Fangzähne zeigt

Manche Black-Metal-Alben steigen aus norwegischen Wäldern. Andere aus schwedischem Frost. Malebeste kommen aus Westfrankreich und klingen auf Monestherou, als hätte ein Dorfarchivar nach zu viel schlechtem Wein beschlossen, die lokalen Legenden endlich mit Blastbeats zu versehen.

Das ist für unser Empfinden erst einmal ein ziemlich guter Plan.

Denn dieses Debüt lebt genau von dieser eigentümlichen Reibung: regionale Sagen, französische Sprache, mittelalterliche Schatten, melodischer Black Metal, dazu eine Band, die erst seit 2024 existiert, aber bereits ziemlich klar weiß, wo ihre Kapelle steht. Nicht im internationalen Black-Metal-Nebel, wo alle dieselben Berge, dieselben Runen und dieselben toten Wälder besingen. Sondern in der Charente, in der Vendée und in jenen Gegenden, in denen alte Geschichten offenbar noch lange genug im Boden lagen, um ordentlich bissig zu werden.

Monestherou ist kein revolutionäres Album. Aber es ist ein erstaunlich stimmiges Debüt. Eines, das nicht einfach Folklore an Black Metal tackert, sondern seinen Stoff ernst nimmt: Dörfer, Feuer, Teufelspferde, Brunnen, alte Gewalt, nächtliche Jagden und diese typisch französische Mischung aus Historie, Mythos und sehr dunkler Dorfchronik.

Kurz gesagt: Hier sieht rein gar nichts nach Fjord aus. Wir treffen auf altes Mauerwerk, schweren Wein, nasse Erde und einen Wolf, der viel zu intelligent aus dem Cover schaut.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Black Metal, Melodic Black Metal, Medieval Black Metal, Atmospheric Black Metal.

Vergleichbar mit: einer alten französischen Dorflegende, die erst höflich anklopft, dann den Brunnen verflucht und schließlich auf einem Werwolf durch brennende Felder reitet.

Klangfarbe: Monestherou klingt melodisch, gallig, historisch gefärbt und angenehm lebendig. Die Gitarren ziehen helle, giftige Linien durch das Material, das Schlagzeug treibt oft galoppierend nach vorn, und die französischen Vocals geben dem Album eine eigene Färbung, die sofort stärker wirkt als ein weiterer austauschbarer Englisch-Black-Metal-Vortrag.

🔥 Highlights

Hautefaye 1870 ist der erste große Anker des Albums. Schon der Titel verweist auf eine reale historische Gewaltgeschichte aus der französischen Provinz, und genau diese Mischung aus Dorf, Mob, Hitze und dunkler Erinnerung passt hervorragend zu Malebeste. Der Song trägt eine Nervosität in sich, die nicht nur metallisch wirkt, sondern erzählerisch. Hier zeigt die Band früh, dass sie mehr kann als atmosphärische Dekoration. Die Riffs haben Zug, das Schlagzeug jagt nach vorn, und die französische Stimme gibt dem Ganzen eine schmutzige, beinahe chronikalische Wucht. Man hört nicht einfach einen Song. Man hört eine Geschichte, die aus dem Archiv heraus noch einmal die Fäuste ballt.

Palefroi du Diable ist schon vom Titel her pures Fantasykosmos-Futter: das Reitpferd des Teufels, sechs Minuten Laufzeit, genug Platz für Galopp, Schatten und schwarze Folklore. Musikalisch gehört das Stück zu den stärksten Momenten, weil es die melodische Seite von Malebeste mit treibender Härte verbindet. Der Song wirkt nicht überladen, sondern schön geführt. Die Band lässt das Thema arbeiten, ohne es totzutrampeln. Gerade hier zeigt sich, wie gut diese Mischung aus französischer Sagenwelt und schwedisch geprägtem Melodic Black Metal funktionieren kann. Der Teufel reitet hier nicht im Kitschkostüm. Er kommt ziemlich zügig den Hügel herunter.

Flamme Noir de l’Espoir ist ein starker später Höhepunkt, weil der Song mit seinen gut sechs Minuten noch einmal Größe zulässt. Der Titel ist herrlich widersprüchlich: schwarze Flamme der Hoffnung. Genau in dieser Spannung arbeitet auch das Album insgesamt. Es ist finster, aber nicht lichtlos. Hart, aber nicht stumpf. Historisch und sagenhaft, aber nicht museal. Der Song bündelt diese Qualitäten noch einmal: Melodie, Druck, Atmosphäre, französische Eigenart. Nicht alles daran ist schon vollkommen zwingend, aber vieles zeigt, welches Potenzial in Malebeste steckt.

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🎨 Artwork

Das Cover von Monestherou sieht aus wie eine französische Dorflegende, die sich nachts zu lange im Wald herumgetrieben hat. Im Zentrum reitet eine dunkle Gestalt mit Sense auf einem gewaltigen schwarzen Wolf oder Wolfstier durch eine gezeichnete Szenerie aus Burg, Mond, Rauch und brennendem Dorf. Links lodern Häuser, unten laufen Menschen mit Werkzeugen oder Waffen, rechts erhebt sich eine Burganlage, und über allem liegt dieser bläulich-graue Nachtton, der das Bild wie eine alte Illustration aus einem sehr unfreundlichen Sagenbuch wirken lässt.

Der goldene Rahmen verstärkt den Eindruck eines historischen Bildes, fast wie eine finstere Buchminiatur. Gleichzeitig bringt das zackige Malebeste-Logo oben die Black-Metal-Kante hinein. Das Cover steht damit genau zwischen Volksmärchen, Mittelalterbild und Untergrund-Metal. Besonders stark ist der rote Blick des Tieres. Ein kleiner Farbakzent, aber effektiv: Während das ganze Bild wie eine alte, kalte Erzählung wirkt, glimmt dort plötzlich etwas Lebendiges und Böses.

Für dieses Album ist das nahezu ideal. Monestherou will keine abstrakte Finsternis. Es will Geschichten. Orte. Gestalten. Feuer. Tiere. Gerüchte. Und das Cover erzählt uns genau das, bevor der erste Ton erklingt.

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🪦 Besondere Momente

Französische Vocals als Charakterkern

Dass Malebeste vollständig auf Französisch arbeiten, ist ein großer Vorteil. Die Sprache gibt dem Album sofort regionales Profil und verhindert, dass die Sagenstoffe wie beliebige Fantasy-Requisiten wirken. Gerade bei einem Debüt ist das Gold wert.

Antiq bleibt Antiq

Man merkt sofort, warum dieses Album perfekt zu Antiq passt. Hier geht es nicht nur um Songs, sondern um ein geschlossenes Konzept aus Klang, Bild und regionaler Erzählung. Das wirkt nicht zufällig zusammengeworfen, sondern bewusst gestaltet.

Die Region als eigenes Schattenreich

Charente, Vendée und Umgebung sind hier nicht bloße Herkunftsangaben. Sie werden zum Erzählraum. Malebeste machen aus lokaler Folklore keine Fußnote, sondern den Kern des Albums. Genau das hebt Monestherou aus der Masse hervor.

Ein Debüt mit Wachstumsspielraum

Noch ist nicht jeder Moment vollkommen ausgeformt. Manchmal hört man die Einflüsse deutlicher als die eigene Handschrift. Aber für ein Debüt ist das erstaunlich geschlossen, atmosphärisch stark und konzeptionell klar.

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📜 Hintergrund

Malebeste wurden 2024 in einer kleinen Stadt im Westen Frankreichs gegründet und sind eine fünfköpfige Black-Metal-Band mit stark regionalem Fokus. Statt allgemeiner Dunkelromantik widmet sich die Band vor allem Legenden, Geschichten und Überlieferungen aus der Charente, der Vendée und den umliegenden Regionen. Genau daraus entsteht ihr besonderer Reiz: französischer Black Metal, der nicht in austauschbaren Standardbildern schwelgt, sondern seine eigene Landschaft sprechen lässt.

Monestherou ist das Debütalbum von Malebeste und erscheint am 25. Mai 2026 über Antiq. Das Album umfasst neun Stücke und kommt auf eine Spielzeit von rund 42 Minuten.

Musikalisch bewegt sich die Band an der Schnittstelle von französischem und schwedischem melodischem Black Metal. Scharfe Riffs, percussives Schlagzeug, galoppierende Rhythmen und französische Vocals treffen auf dunkle und lichte Atmosphären, mittelalterliche Farben und moderne Härte. Die Texte sind vollständig auf Französisch gehalten und erzählen von Sagen, Orten und historischen Schatten der Charente und benachbarter Regionen.

Mit Antiq hat Malebeste ein Label im Rücken, das für konzeptionell geschlossene Veröffentlichungen bekannt ist: Klang, Bildsprache und thematische Haltung sollen hier zusammenwirken. Genau das hört und sieht man Monestherou an.

🪓 Fazit: Wenn der Wolf durchs Dorfarchiv bricht

Monestherou ist keinesfalls ein makelloses Album. Aber es ist fraglos ein Debüt, bei dem man aufhorcht. Malebeste haben verstanden, dass Black Metal dann besonders stark wird, wenn er nicht bloß „dunkel“ sein will, sondern einen Ort besitzt. Einen Boden. Einen Geruch. Eine Geschichte. Dieses Album steht nicht irgendwo im globalen Nebel, sondern in Westfrankreich, zwischen alten Dörfern, Legenden, brennenden Erinnerungen und einem Höllenbrunnen, in den man besser keine Münze wirft.

Musikalisch ist das noch nicht in jedem Moment vollkommen eigen. Man hört die französische Schule, man erkennt schwedische Melodik, man entdeckt bekannte Formen. Aber die Band setzt diese Bausteine mit genug Ernst, Energie und Atmosphäre zusammen, um daraus mehr zu machen als ein solides Stilalbum.

Die stärksten Songs zeigen den Weg: Hautefaye 1870 hat historische Wucht, Palefroi du Diable reitet mit finsterem Schwung, Le Puits d’Enfer öffnet den lokalen Abgrund, und Flamme Noir de l’Espoir bündelt die melodische Dunkelheit des Albums besonders gut. Am Ende bleibt der Eindruck einer Band, die gerade erst begonnen hat, ihre eigene Provinz in Brand zu setzen.

Das klingt vielleicht gefährlich, aber für Black Metal ist das ja ein schönes Kompliment.

Albumcover von Malebeste – Monestherou: Gezeichnetes Black-Metal-Cover mit dunkelblauer Nachtstimmung und goldenem Rahmen. Eine dunkle Gestalt mit Sense reitet auf einem großen schwarzen Wolf oder wolfartigen Tier mit rotem Auge. Im Hintergrund brennt ein Dorf, Menschen laufen mit Werkzeugen oder Waffen, rechts steht eine Burg unter Wolken und Mond. Oben befindet sich das goldene Malebeste-Logo, unten der Albumtitel Monestherou.
Künstler:Malebeste
Albumtitel:Monestherou
Erscheinungsdatum:25. Mai 2026
Genre:Black Metal / Melodic Black Metal / Medieval Black Metal
Label:Antiq
Spielzeit:ca. 42 Minuten

📺 Full Album Premiere

📺 Full Album Premiere

Full Album Premiere zu MonestherouMalebeste verwandeln westfranzösische Sagen, Dorfbrände, Teufelspferde und Höllenbrunnen in melodischen Black Metal mit gallischem Biss.

🎼 Trackliste:

Aigre Vinasse et Chaude Populace
Hautefaye 1870
Chasse Gallery
Palefroi du Diable
Milouziena
Le Puits d’Enfer
Monestherou
Flamme Noir de l’Espoir
Nocturne (Medley Acoustique)

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