Goddess – Ritual Of The Cloven Hoof (Review)

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Goddess – Ritual Of The Cloven Hoof

🧿 Kurzfazit
Ritual Of The Cloven Hoof ist ein starker Neustart unter neuem Namen: schwerer, riffgetriebener Stoner Doom mit viel schwedischem Selbstbewusstsein, warmer Produktion, okkulter Schlagseite und genug altem Goatess-Erbe im Rücken. Nicht jeder Song brennt gleich hell, aber wenn Goddess den Verstärkeraltar richtig anheizen, wird daraus genau jener dicke, majestätische Doom, den man bei diesem Namen erwartet.

🎯 Für wen?
Für Schwarzherzen, die Black Sabbath, Saint Vitus, Count Raven, Sleep und Electric Wizard nicht nur als Referenzen lesen, sondern als sehr langsame Lebensentscheidungen verstehen. Wer schwere Riffs, psychedelische Dunkelheit, rauen Doom-Groove und rituelle Albumstimmung sucht, findet hier reichlich Futter.

🎧 Wie klingt das?
Wie ein schwedischer Doom-Koloss, der bei Sonnenuntergang an einer schwarzen Küste steht und mit jedem Riff einen weiteren Felsen ins Meer wirft. Goddess spielen nicht hektisch, nicht nervös, nicht modern auf Krawall gebürstet. Diese Musik setzt auf Gewicht, Wiederholung, Atmosphäre und den Moment, in dem ein Riff so lange kreist, bis es nicht mehr gespielt, sondern beschworen wirkt. Der Sound ist warm, wuchtig und organisch. Keine sterile Digitalwand, sondern ein Verstärkerraum mit Holz, Staub, Rauch und sehr viel tiefer Frequenz.

🎼 Highlights
Godless, To Be King, Born Again Heathen

⛔ Nichts für dich, wenn…
du Doom nur dann magst, wenn ständig etwas Neues passiert. Ritual Of The Cloven Hoof lebt von Geduld, Schwere und tranceartigem Riffzug. Wer sofortige Hooks, flotte Refrains oder metallische Raserei sucht, wird hier vermutlich unruhig am Altar zappeln.

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🐐 Goddess – Ritual Of The Cloven Hoof: Was riecht nach Ziege und lässt den Riffaltar brennen?

Nein, nicht der Backstagebereich eines schlecht gelüfteten Doom-Festivals nach drei Tagen Starkbier, Räucherstäbchen und Verstärkerfeedback. Die Rede ist natürlich von Goddess, die neuesten Inkarnation der schwedischen Stoner-Doom-Band Goatess. Nach dem Ausstieg von Gründungsgitarrist Niklas wurde der alte Name abgelegt, der Verstärker aber nicht. Ritual Of The Cloven Hoof ist deshalb weniger kompletter Neustart als rituelle Häutung: Die Ziege verschwindet vom Schild, der Huf bleibt im Boden, und irgendwo zwischen Rauch, Riff und schwerem schwedischem Himmel beginnt der Altar zu glimmen.

Das klingt nach Marketing? Ja, ist es wohl.
Das klingt nach Doom? Ja, das ist es in jedem Fall.

Denn Goddess machen auf ihrem ersten Album unter neuem Banner genau das, was man bei dieser Herkunft erwarten darf: lange Riffs, langsame Schatten, schwere Grooves, psychedelischen Dunst und Gesang, der nicht über dem Material schwebt, sondern darin steht wie ein Priester in den Ausdünstungen einer defekten Nebelmaschine.

Ritual Of The Cloven Hoof ist kein Album, das Türen eintritt. Es stellt sich davor, brummt tief, wartet, bis das Holz morsch wird, und schiebt dann mit der Schulter nach.

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Stoner Doom, Heavy Doom, Psychedelic Doom, Traditional Doom.

Vergleichbar mit: einer metallenen Ziege, die in Stockholm eine Nebelmaschine findet, einen Black Sabbath-Schrein errichtet und anschließend sehr langsam eine komplette Küstenlandschaft in Brand brummt.

Klangfarbe: Ritual Of The Cloven Hoof klingt warm, dick, rauchig und massiv. Die Gitarren stehen breit im Raum, der Bass legt Beton unter die Dielen, das Schlagzeug schleppt mit trockenem Druck, und Karl-Martin Buhres Stimme bringt genug Melodie und rituelle Gravität mit, um die Songs nicht im reinen Riffmorast versinken zu lassen.

🔥 Highlights

Godless eröffnet das Album mit genau der richtigen Geste. Siebeneinhalb Minuten sind im Doom kein Übermut, sondern eine höfliche Begrüßung, und Goddess nutzen diese Zeit, um den neuen Namen mit altem Gewicht zu füllen. Das Riff kommt nicht hereingestolpert, es wird aufgestellt. Der Song zeigt sofort, worum es auf Ritual Of The Cloven Hoof geht: schwere Gitarren, dunkle Stimmung, viel Raum und eine Band, die ihr Material nicht mit Effekten übertüncht, sondern es langsam ausbrennen lässt. Als Auftakt funktioniert Godless hervorragend, weil er den Übergang von Goatess zu Goddess nicht erklärt, sondern fühlbar macht.

To Be King bringt eine stärkere klassische Doom-Schlagseite ins Spiel. Der Song steht fester, aufrechter, fast königlicher im eigenen Qualm. Hier greifen Riff, Gesang und Groove besonders gut ineinander, ohne dass die Band ihr Tempo künstlich anziehen müsste. Gerade diese Nummer zeigt, dass Goddess nicht nur schwere Wände bauen, sondern auch Dramaturgie können. Das Stück hat Haltung. Es schreitet, statt zu kriechen, und lässt dabei genug dunkle Luft zwischen den Akkorden.

Born Again Heathen ist mit über acht Minuten der große Ritualblock des Albums. Der Titel ist natürlich ein Geschenk: Wiedergeburt, Heidentum, schwere Hufe, brennende Verstärker. Alles drin. Entscheidend ist aber, dass der Song dieses Versprechen auch trägt. Hier spielen Goddess ihre Stärke für langsame Entwicklung aus. Das Stück walzt nicht einfach vor sich hin, sondern zieht seine Kreise, wird schwerer, dichter, beschwörender. Genau in solchen Momenten funktioniert der neue Bandname am besten: nicht als kosmetische Umbenennung, sondern als Zeichen für einen Sound, der größer, dunkler und spiritueller wirken will.

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🎨 Artwork

Das Cover von Ritual Of The Cloven Hoof wirkt wie der Blick auf eine Landschaft, auf die gerade ein sehr langsames Unheil zuschiebt. Oben steht das orangefarbene Goddess-Logo riesig und schwer im Himmel, fast wie ein rostiger Kultschriftzug, der aus den Wolken geschnitten wurde. Darunter liegt eine düstere Küsten- oder Moorlandschaft: dunkles Wasser, flacher Stein, ein einsamer schwarzer Turm, kleine Feuer am Boden und schwere Wolken, die den Horizont niederdrücken.

Das ist kein plakatives Okkultcover mit Kerzenkreis und Ziegenkopf im Vordergrund. Es ist eher ein Ort nach dem Ritual. Der Altar ist irgendwo außerhalb des Bildes, aber man riecht noch den Rauch. Der Hufabdruck ist nicht zu sehen, aber der Boden sieht aus, als hätte etwas Großes ihn gerade verlassen. Gerade dadurch passt das Artwork hervorragend zur Platte. Goddess klingen nicht wie eine Band, die Effekte nach vorne wirft. Sie bauen Landschaften aus Riff, Dunst und Gewicht. Das Cover macht genau das: Es zeigt keine Handlung, sondern Nachhall. Ein Turm, ein Sturm, ein paar kleine Flammen. Mehr braucht guter Doom überhaupt nicht.

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🪦 Besondere Momente

Die Ziege ist weg, der Huf bleibt

Der Namenswechsel von Goatess zu Goddess hätte wie ein reiner Verwaltungsakt wirken können. Auf Ritual Of The Cloven Hoof fühlt er sich aber schlüssig an. Die alte Band-DNA bleibt erhalten, doch der neue Name öffnet den Klang stärker ins Rituelle, Majestätische und leicht Entrückte.

Riffs mit schwerem Gang

Die Gitarren sind das Zentrum des Albums. Nicht verspielt, nicht überladen, sondern groß, breit und geduldig. Goddess wissen, dass ein Doom-Riff nicht schneller werden muss, wenn es schwer genug ist.

Der Gesang trägt die Zeremonie

Karl-Martin Buhre singt nicht gegen die Riffs an. Er steht in ihnen. Das ist wichtig, weil diese Art von Doom schnell zur reinen Klangwand werden kann, wenn die Stimme keine eigene Persönlichkeit mitbringt. Hier bleibt genug Ausdruck, Melodie und dunkle Autorität.

Sechs Songs, kein Ballastberg

Mit sechs Stücken wirkt Ritual Of The Cloven Hoof angenehm konzentriert. Die Platte nimmt sich Zeit, aber sie wirkt nicht künstlich aufgeblasen. Für Doom ist das eine gute Länge: genug Raum für Beschwörung, nicht genug Raum für Selbstversenkung mit Sitzkissenpflicht.

Die Produktion hat Körper

Aufgenommen im Studio Underjord und von Joona Hassinen gemischt und gemastert, klingt das Album warm und satt. Die Schwere hat Fleisch, die Psychedelik hat Luft, und die Riffs bekommen genug Platz, um wunderbar viel Druck zu erzeugen.

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📜 Hintergrund

Goddess stammen aus Stockholm und sind die neue Inkarnation der schwedischen Stoner-Doom-Band Goatess. Diese hatte sich mit drei Alben einen festen Namen im europäischen Doom-Untergrund erspielt: schwer, riffbetont, psychedelisch angehaucht und klar verwurzelt in der Tradition von Black Sabbath, Saint Vitus, Count Raven und späteren Stoner-Doom-Kolossen. Nach dem Ausstieg von Gründungsgitarrist Niklas machen die verbliebenen Musiker unter neuem Namen weiter.

Ritual Of The Cloven Hoof erscheint am 22. Mai 2026 über Majestic Mountain Records und ist das erste Album der Band als Goddess. Das Album umfasst sechs Songs und baut auf der alten Goatess-Grundlage auf, wirkt aber stärker als geschlossenes Ritual denn als bloße Fortsetzung unter neuer Beschriftung.

Aufgenommen wurde die Platte im Studio Underjord. Produziert wurde sie von Goddess und Joona Hassinen, der auch Mix und Master übernahm. Der Sound setzt auf Wärme, Volumen und organische Schwere statt auf künstlich polierte Moderne.

🪓 Fazit: Dieser Hufabdruck glüht lange nach

Ritual Of The Cloven Hoof ist kein radikaler Neubeginn und das ist auch gut so.

Goddess schneiden die Verbindung zu Goatess nicht durch, sie ziehen sie nur tiefer in den Rauch. Wer hier eine völlig andere Band erwartet, hört falsch. Wer aber wissen will, ob dieser neue Name mehr ist als ein frisch lackiertes Türschild am alten Proberaum, bekommt eine recht klare Antwort: Ja, das funktioniert.

Die Platte hat Gewicht, Stimmung und Identität. Godless eröffnet stark, To Be King zeigt klassische Doom-Größe, Born Again Heathen dehnt das Ritual überzeugend aus, und Devil’s Reef setzt am Ende noch einmal kompakter nach. Nicht jeder Moment ist zwingend, und stellenweise könnte man sich wünschen, dass die Band den Riffaltar etwas härter mit Blut statt nur mit Rauch füttert. Aber, und das ist für uns wichtiger, der Grundzug stimmt.

Goddess klingen wie eine Band, die ihre Vergangenheit nicht verleugnet und trotzdem einen neuen Schatten wirft. Der Name ist größer, der Klang bleibt schwer, und die besten Riffs auf Ritual Of The Cloven Hoof haben genau jene langsame, hypnotische Kraft, wegen der viele Fans beim Doom kleben geblieben sind.

Nein, am Ende brennt der Altar nicht lichterloh. Aber er glimmt in hübschem Finsterlicht.

Albumcover von Goddess – Ritual Of The Cloven Hoof: Düsteres Doom-Cover mit schwerem, orangefarbenem Goddess-Logo im oberen Bereich. Darunter eine dunkle, neblige Küsten- oder Moorlandschaft mit einem einsamen schwarzen Turm, kleinen Feuern am Boden, flachem Wasser, Felsen und schweren Wolken am Horizont.
Künstler:Goddess
Albumtitel:Ritual Of The Cloven Hoof
Erscheinungsdatum:22. Mai 2026
Genre:Stoner Doom / Heavy Doom / Psychedelic Doom
Label:Majestic Mountain Records
Spielzeit:ca. 37 Minuten

🎼 Trackliste:

Godless
Inquisition
To Be King
Blood Fever
Born Again Heathen
Devil’s Reef

👥 Besetzung

Karl-Martin Buhre: Gesang / Gitarre
Anders Martinsgård: Gitarre
John Jansson: Bass
Kenta Karlbom: Schlagzeug

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