Bell Witch & Aerial Ruin – Stygian Bough: Vol. II (Review)

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⚰️ Bell Witch & Aerial Ruin – Stygian Bough: Vol. II – Wenn Musik so schwer wie die Erde selbst atmet

Es beginnt, wie Bell Witch immer beginnen: still, schwer und unbeirrbar. Seit Jahren meißeln Dylan Desmond und Jesse Shreibman an ihrem eigenen Tempel aus Zeitlupe und kosmischer Tragweite. Gemeinsam mit Erik Moggridge (Aerial Ruin) vollenden sie das, was der Vorgänger (Stygian Bough: Vol. I) nur andeutete: Einen Funeral-Folk-Kosmos, in dem jede Note wie ein Gebet klingt, das nie zu enden scheint.

🎧 Was erwartet dich?

  • Genre(s): Doom Metal / Funeral Doom / Dark Folk
  • Vergleichbar mit: Ahab auf Valium, Neurosis im Kloster, Nick Cave in Zeitlupe
  • Klangfarbe: feuchte Erde, Orgelstaub, Stimmen aus der Tiefe, langsam, aber von erschreckender Schönheit

    Highlights (hier natürlich alle vier überlangen Songs des Albums):

    • Waves Became The Sky – Zwölf Minuten, die eigentlich nie richtig beginnen, sondern eher geschehen. Der Bass zieht wie Grundwasser, Moggridges Gesang ist mehr Schemen als Stimme. Keine Dramaturgie, nur Gravitation.
    • King Of The Wood – So leise, dass man das Atmen der Räume hört. Glocken, Becken, Wind. Dann ein Nachglühen aus Bass und Verzerrung, das sich anfühlt wie Erlösung in Moll.
    • From Dominion – Akustikgitarre, Orgel, Stimme. Kein Pathos, keine Pose. Es ist das ehrlichste Stück des Albums, eine Beichte ohne Priester. Wenn die Verstärker wieder anspringen, klingt das fast schon wie Gnade.
    • The Told And The Leadened – Neunzehn Minuten Abschied. Erst Nähe, dann Leere, dann ein Gitarrensolo, das mehr sagt als jede Predigt. Ein letzter Atemzug, der noch sehr lange bleibt.

    🪦 Besondere Momente

    • Diese Musik verlangt nicht Aufmerksamkeit, sie erzwingt Hingabe.
    • Der Klang ist kein Raum, sondern ein Ritual – jeder Schlag, jede Stille ein Teil davon.
    • Stygian Bough II löst das Paradox des Funeral Doom: Es ist schwer und tröstlich zugleich.
    • Die Kooperation wirkt hier endgültig symbiotisch – kein Feature, sondern Verschmelzung.

    🪓 Fazit

    Bell Witch aus Seattle sind längst Mythos. Zwei Männer, ein Bass, ein Drumset, keine Gitarren, und dennoch die Dichte und Schwere ganzer Kathedralen. Mit Erik Moggridge alias Aerial Ruin (bekannt für sein dunkles Folk-Werk) schufen sie 2020 Vol. I als Übergang zwischen Doom und Folk. Vol. II treibt das Konzept nun tiefer: längere Bögen, klarere Gesänge, organischere Produktion. Der Bass bleibt die Hauptfigur, aber Moggridge ist nicht mehr Gast, sondern Priester im selben Tempel.

    Stygian Bough: Vol. II ist kein Album, das man hört, um es zu mögen. Es ist eins, das man erlebt, um Stille zu finden. Kein Trostpflaster, sondern ein Stein, der warm wird, wenn man ihn hält. Wer Doom Metal nur als Klang der Verzweiflung kennt, findet hier den Beweis, dass Dunkelheit auch sehr heilsam sein kann.

    Albumcover Bell Witch & Aerial Ruin – Stygian Bough Vol. II: Düstere sakrale Szene mit Skelettgestalt vor einem steinernen Sarkophag, Chor verhüllter Figuren im Hintergrund, rotschwarze Farbgebung, Anmutung mittelalterlicher Totenmesse.
    Künstler:Bell Witch & Aerial Ruin
    Albumtitel:Stygian Bough: Vol. II
    Erscheinungsdatum:14. November 2025
    Genre:Doom Metal / Funeral Doom / Dark Folk
    Label:Profound Lore Records
    Spielzeit:ca. 58 Minuten

    Waves Became The Sky
    King Of The Wood
    From Dominion
    The Told And The Leadened

    🎬 Offizielles Video

    Offizielles Audio zu „Waves Became The Sky“ – Ein zwölfminütiger Strom aus Bass, Stimme und Stille, der das neue Bell-Witch-&-Aerial-Ruin-Album Stygian Bough: Vol. II eröffnet. Bereitgestellt vom offiziellen Profound Lore Records-Channel auf YouTube:

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