VisionQuest: Marvel schickt Vision zurück in den metaphysischen Maschinenraum

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Androiden mit Seelenproblemen

📰 Was ist los?
VisionQuest startet am 14. Oktober 2026 auf Disney+. Die Marvel-Serie führt die Geschichte von Vision fort und soll die Trilogie abschließen, die mit WandaVision begann und mit Agatha All Along weitergeführt wurde. Neben Paul Bettany kehrt auch James Spader als Ultron zurück.

🐛 Was denken wir?
Für Fantasykosmos ist das kein Kernthema, aber als Randnotiz durchaus brauchbar. Marvel rührt hier wieder in jener Ecke, in der Magie, künstliches Leben, Trauer, Identität und sehr teure Kontinuitätsverwaltung ineinanderlaufen. Also: keine Drachen, aber genug metaphysischer Nebel, um kurz die Laterne hochzuhalten.

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🧠 VisionQuest: Marvel schickt Vision zurück in den metaphysischen Maschinenraum

Marvel hat einen Starttermin für VisionQuest: Die Serie soll am 14. Oktober 2026 bei Disney+ erscheinen. Damit kehrt Paul Bettany als Vision zurück. Genauer gesagt als jene weiße, emotional beschädigte Version der Figur, die nach WandaVision mit Erinnerungen, aber ohne richtiges Innenleben durch das MCU geistert.

Eine bleiche synthetische Gestalt steht in einer leuchtenden digitalen Kathedrale, während hinter ihr ein roter robotischer Schatten aus zerbrochenen Erinnerungen auftaucht.

Das klingt weniger nach klassischer Superhelden-Action als nach einer sehr teuren Selbstfindungsgruppe für synthetische Wesen mit Vaterkomplex. Denn ebenfalls zurück ist James Spader als Ultron. Und wenn ausgerechnet Ultron wieder auftaucht, weiß man: Irgendwo im digitalen Keller hat jemand eine Tür offen gelassen, die besser zugemauert worden wäre.

🧙‍♀️ Marvel-Fantasy, aber durch die Steckdose

VisionQuest ist natürlich keine Fantasy im klassischen Sinn. Niemand reitet auf einem Greifen, niemand zieht ein sprechendes Schwert aus einem Baum, und vermutlich wird kein alter Wald beleidigt zurückflüstern. Aber seit WandaVision lebt diese Ecke des MCU ohnehin von magischem Realitätsbruch, Trauerzauber, künstlichem Bewusstsein und der Frage, ob eine Erinnerung schon eine Seele ergibt. Das ist Superheldenstoff, ja – aber mit einem deutlichen Fuß im Bereich moderner Bildschirm-Mystik.

Vision ist dabei die perfekte Figur für diese seltsame Grenzzone. Er ist Maschine, Mythos, Liebender, Waffe und philosophisches Problem auf zwei Beinen. Oder anders gesagt: ein Mann, der gleichzeitig ein Computer, ein Geist und ein Beziehungsdrama ist. Dass Marvel die Serie als Abschluss der WandaVision-Trilogie positioniert, macht die Sache interessanter. Denn damit wird VisionQuest nicht nur irgendein Spin-off, sondern der letzte Nachhall einer der wenigen MCU-Geschichten, die wirklich einmal eigenartig, traurig und formal verspielt waren.

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🦾 Ultron ist zurück – und niemand schaut überrascht

Der eigentliche kleine Haken für die Meldung ist aber Ultron. James Spader kehrt in die Rolle zurück, und allein das reicht schon, um aus einer netten Streaming-Notiz einen brauchbaren Artikel zu machen. Ultron war im MCU immer mehr Idee als bloßer Bösewicht: ein technischer Alptraum mit Erlöserfantasie, ein Weltvernichter mit Vaterproblemen und der unangenehmen Angewohnheit, Menschheit als Softwarefehler zu betrachten.

Wenn so eine Figur in einer Serie über Vision auftaucht, geht es zwangsläufig um Herkunft, Kontrolle und die Frage, ob man sich von seinen Schöpfern lösen kann – oder ob man nur deren kaputteste Gedanken sauberer formuliert. Kurz: Ultron ist wieder da. Der Familienbesuch im Androidenhaushalt dürfte schwierig werden.

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🪞 Nicht riesig, aber merkwürdig genug

Man muss VisionQuest jetzt natürlich nicht größer machen, als es ist. Marvel hat in den letzten Jahren genug Stoff produziert, der eher nach Pflichttermin als nach Ereignis aussah und ennsprechend abgestraft wurde. Trotzdem hat diese Serie einen Vorteil: Sie hängt an einer der besseren, schrägeren MCU-Ecken. Wenn VisionQuest wirklich die emotionale und metaphysische Linie von WandaVision aufgreift, könnte daraus mehr werden als nur ein weiterer Baustein für die nächste Kinogroßschlacht. Wenn nicht, bleibt immerhin James Spader als Ultron, und das ist im Zweifel immer noch besser als zwölf neue Multiversumsregeln, die niemand freiwillig auswendig lernen möchte.

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