
Confess – Metalmorphosis
🧿 Kurzfazit
Metalmorphosis ist ein starkes, hochmelodisches Sleaze-Metal-Album mit großen Refrains, kräftigen Gitarren, viel Achtziger-Glamour, modernem Druck und genug Biss, um nicht im Frontiers-Hochglanz zu ersticken. Confess klingen hier größer, schärfer und selbstbewusster als je zuvor.
🎯 Für wen?
Für Hörer, die Mötley Crüe, Crashdïet, Eclipse, Crazy Lixx, Skid Row, H.E.A.T., Europe und klassischen Stadion-Hard-Rock nicht als peinliches Erbe betrachten, sondern als legitime Kunstform zwischen Refrain, Pose, Riff und sehr guter schlechter Entscheidung.
🎧 Wie klingt das?
Glänzend, druckvoll, sehr eingängig und deutlich metallischer, als das Cover zunächst vermuten lässt. Die Gitarren stehen breit, die Refrains sind riesig, die Drums treiben mit sauberem Punch, und John Elliot singt mit jener Mischung aus Rotz, Kontrolle und melodischer Zielgenauigkeit, die dieser Musik erst die nötige Körpertemperatur gibt.
💿 Highlights
Wicked Temptations, Metalmorphosis, Running to My Death
⛔ Nichts für dich, wenn…
du bei jedem großen Hook sofort den Authentizitätsmesser zückst oder Hard Rock erst dann ernst nimmst, wenn er in einem Keller aufgenommen wurde und niemand mehr weiß, wo der Refrain geblieben ist. Metalmorphosis liebt große Gesten, meint sie dröhnend ernst, und genau darin liegt sein Vergnügen.
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🦋 Confess – Metalmorphosis: Wenn der Chrom-Schmetterling den Turbo einlegt
Manchmal braucht Rockmusik keine Erleuchtung, keine Selbstfindung, keine rührende Erklärung, warum man nach all den Jahren noch immer Gitarren durch die Gegend trägt. Manchmal reicht es, wenn jemand den Verstärker aufreißt, der Refrain die Tür eintritt und ein verchromter Schmetterling mit zu stark gesprayter Langhaarfrise durch die Wand donnert.
Confess wurden für genau für solche Momente gegründet.
Mit Metalmorphosis liefern die Schweden kein vorsichtiges neues Kapitel, sondern eine glänzende, laute und erfreulich breitbeinige Häutung. Die alte Sleaze-Metal-Schlange wirft die Haut ab, darunter kommt aber kein glattpolierter AOR-Lackaffe zum Vorschein, sondern ein kräftigeres, melodischeres, metallischeres Tier. Noch immer mit Rotz im Blick. Nur jetzt mit deutlich fetteren Bühnenscheinwerfern.
Das vierte Album von Confess ist Sleaze Metal mit Turbolader, Hard Rock mit Chromkante, Stadionrefrain mit Lederjacke und genug Metal-Schub, damit niemand versehentlich glaubt, hier würde nur nostalgisch am Schminkspiegel der Achtziger herumpoliert. Metalmorphosis will groß sein, klingt aber auch nie brav. Es will glänzen, aber nicht weich wirken. Und am Ende brettert in den Refrains ein hochpotenter Sportwagen direkt in eine Nebelwand.
Und ja: meistens macht das alles ziemlich viel Spaß.
🎧 Was erwartet dich?
Genre(s): Sleaze Metal, Hard Rock, Melodic Metal, Glam Metal, Heavy Rock.
Vergleichbar mit: einer nächtlichen Spritztour über eine neonbeleuchtete Stadtautobahn, bei der der Beifahrer aussieht wie 1987, das Armaturenbrett-Display aber eindeutig 2026 anzeigt.
Klangfarbe: Metalmorphosis klingt groß, hell, metallisch und sauber produziert, aber nicht steril. Die Gitarren haben genügend Biss, die Refrains genügend Zucker, die Drums genügend Druck. Der Sound trägt eindeutig Frontiers-Größe in sich, doch Confess wirken nicht in Watte gepackt. Sie behalten ihre Kante, nur eben bei stärkerer Beleuchtung.
Das Album lebt von dieser Spannung: Sleaze-Rock-Gefühl gegen moderne Melodic-Metal-Produktion, Rotz gegen Kontrolle, Lederjacke gegen Stadionlicht. In den besten Momenten gewinnt beides. Dann klingt Metalmorphosis nicht nach Rückschau, sondern nach einer Band, die ihre alte Sprache noch spricht, aber endlich gewichtigere Sätze daraus formt.
✨ Highlights
Wicked Temptations ist der naheliegende Hit, und manchmal darf das Naheliegende auch einfach recht haben. Der Song hat alles, was diese Platte ausmacht: treibende Gitarren, einen sofort haftenden Refrain, genau die richtige Menge Schmutz unter dem Hochglanz und eine Energie, die nicht lange fragt, ob man gerade in Stimmung ist. Das Stück funktioniert, weil Confess hier nicht versuchen, besonders raffiniert zu wirken. Sie schreiben einen klassischen Band-Hit, ziehen ihn straff, geben ihm Druck und lassen ihn laufen. Das ist keine Revolution. Aber es ist sehr gutes Handwerk mit geschärftem Instinkt. Man hört den Song einmal, und irgendwo im Kopf beginnt bereits jemand, die Faust für den nächsten Refrain zu heben.
Metalmorphosis ist als Titeltrack das eigentliche Programmstück. Der Song beginnt kontrollierter, fast erwartungsvoll, bevor er größer wird und die neue Selbstdefinition der Band auf die Motorhaube schreibt. Hier zeigt sich am deutlichsten, was Confess auf diesem Album wollen: nicht nur Sleaze-Rock-Verwaltung, sondern eine Erweiterung in Richtung melodischer Metal-Wucht. Besonders stark ist die Balance aus Refrainbreite und Gitarrendruck. Der Song glänzt, aber er hat Gewicht. Er möchte Arena, vergisst dabei aber nicht die Straße. Genau deshalb trägt er den Albumtitel zu Recht: Metalmorphosis beschreibt hier nicht bloß einen Soundwechsel, sondern eine Art Häutung mit laufendem Motor.
Running to My Death bringt später noch einmal die härtere, schnellere Seite der Platte nach vorn. Hier steckt mehr Priest-Schub im Tank, mehr klassischer Metal im Rückgrat, mehr Fahrtwind. Nach mehreren sehr melodischen und teilweise breiter angelegten Songs tut dieser direkte Vorwärtsdrang dem Album gut. Das Stück zeigt, dass Confess nicht nur an großen Refrains interessiert sind, sondern auch daran, die Gitarren wirklich rennen zu lassen. Running to My Death ist kein dekorativer Tempowechsel, sondern ein echter Energiepunkt im letzten Drittel. Genau dort braucht die Platte ihn auch.
🎨 Artwork
Das Cover von Metalmorphosis ist im besten Sinne absurd passend. Ein metallischer Schmetterling schwebt vor schwarzem, leicht kosmischem Hintergrund; seine Flügel wirken wie aus Chrom, Klingen, Maschinenteilen und futuristischem Bühnenrequisit zusammengesetzt. Darüber prangt das eisige, zackige Confess-Logo, darunter der Albumtitel in kühler Sci-Fi-Typografie. Natürlich ist das sehr viel. Aber Confess sind nicht hier, um mit einem grauen Pressefoto vor einer Backsteinwand Bescheidenheit zu simulieren. Dieses Cover sagt: Wir wollen glänzen, wir wollen größer werden, wir wollen uns verwandeln, und wenn dabei ein Cyborg-Schmetterling aus der Hard-Rock-Garage flattert, dann bitte mit ordentlich Gegenlicht.
Gerade deshalb funktioniert es. Der Schmetterling ist nicht zart. Er ist eine Maschine mit Flügeln. Ein Glam-Metal-Insekt aus Edelstahl. Eine kleine fliegende Selbstüberschätzung, die genau deshalb zur Platte passt. Metalmorphosis handelt nicht davon, leiser, reifer oder geschmackssicherer zu werden. Es handelt davon, den eigenen Sound aufzurüsten, ohne den alten Dreck komplett aus den Ritzen zu kratzen.
🪦 Besondere Momente
Der Refrain wird wieder als Waffe benutzt
Confess wissen auf Metalmorphosis, dass ein großer Refrain nicht peinlich ist, wenn er genug Druck hat. Die besten Hooks wirken nicht süßlich, sondern offensiv. Sie kommen nicht, um zu gefallen. Sie kommen, um zu bleiben.
Der Hochglanz bekommt Kratzer
Die Produktion ist groß und sauber, aber die Band verliert nicht ihr Gesicht. Gerade die Gitarren und John Elliots Stimme verhindern, dass das Album in reiner Melodic-Rock-Politur landet. Unter dem Chrom liegt noch Asphalt.
Die Achtziger werden nicht nachgestellt, sondern kreativ genutzt
Natürlich steht dieses Album tief in klassischer Hard-Rock- und Sleaze-Metal-Tradition. Aber Confess klingen nicht wie eine Kostümparty. Sie nehmen die alten Formen, ziehen sie in ein modernes Klangbild und geben ihnen mehr metallischen Schub.
Die zweite Hälfte hält besser, als man erwartet
Bei solchen Alben besteht immer die Gefahr, dass nach den ersten Singles die Luft dünner wird. Metalmorphosis hält dagegen erstaunlich gut durch. Spätere Songs wie Running to My Death und Plague of Steel sorgen dafür, dass die Platte nicht nur vorn mit Feuerwerk winkt und hinten die Wunderkerze sucht.
Die Pose hat wieder einen Zweck
Sleaze Metal ohne Pose ist wie ein Drache ohne rauchende Nüstern. Entscheidend ist immer, ob dahinter Songs stehen. Bei Confess stehen sie. Deshalb darf hier auch mal breit gegrinst, groß gesungen und mit metallischen Flügeln durch die Nacht geflogen werden.
📜 Hintergrund
Confess stammen aus Schweden und gehören zu den Bands, die Sleaze Metal nicht als reine Nostalgienummer behandeln. Nach mehreren Veröffentlichungen und Besetzungsbewegungen tritt die Band auf Metalmorphosis mit John Elliot am Gesang, Samuel Samael am Schlagzeug, Ludwig Nordlander und Asser Hakala an den Gitarren sowie Lucky am Bass an.
Das Album erscheint über Frontiers Music Srl und wurde von Erik Mårtensson von Eclipse gemischt und gemastert. Genau das hört man: Metalmorphosis hat mehr Breite, mehr Glanz, mehr Refrainmacht als der klassische Dreck-und-Leder-Sleaze vieler älterer Genreplatten. Gleichzeitig bleibt genug Härte erhalten, damit das Ganze nicht zur bloßen Melodic-Rock-Auslage wird.
Inhaltlich und musikalisch wirkt Metalmorphosis wie ein Statement: Confess wollen nicht nur die schwedische Sleaze-Schule fortsetzen, sondern größer denken. Mehr Metal, mehr Bühne, mehr Dynamik, mehr Refrain, mehr Risiko im Arrangement. Nicht jeder Moment ist gleich zwingend, aber die Richtung stimmt. Die Band klingt hier nicht wie ein Act, der seine alten Stärken verwaltet. Sie klingt wie eine Band, die ihre eigene Karosserie neu lackiert und dabei den Motor endlich mitwechselt.
🪓 Fazit: Der Vorhang fällt nach innen
Metalmorphosis ist kein perfektes Album. Dafür ist es stellenweise zu sehr in seine eigene Größe verliebt, zu sehr auf den großen Refrain geeicht, zu deutlich dem Gedanken verpflichtet, dass jede Nummer bitte nach Hauptbühne riechen soll. Aber das ist zugleich Teil seines Charmes. Diese Platte will nicht klein, schräg und geheim bleiben. Sie will raus, hoch, hell, laut. Und genau dort funktioniert sie am besten.
Confess liefern ein Album, das Sleaze Metal nicht museal abstaubt, sondern in eine modernere, kräftigere Form zieht. Der alte Rotz ist noch da, aber er trägt jetzt bessere Stiefel. Die Refrains sitzen, die Gitarren haben Druck, die Produktion öffnet Räume, und John Elliot klingt wie ein Frontmann, der verstanden hat, dass Charisma nicht darin besteht, ständig zu schreien, sondern die richtige Stelle zum Brennen zu bringen.
Wer hier eine völlig neue Sprache erwartet, wird enttäuscht. Wer aber Lust auf melodischen Metal mit Sleaze-Blut, Hard-Rock-Instinkt und ordentlich Chrom im Flügelwerk hat, bekommt ein Album, das mehr kann als nur gut aussehen.
Der Chrom-Schmetterling fliegt.
Und er hat sich einen echt fetten Motor druntergeschraubt.

| Künstler: | Confess |
| Albumtitel: | Metalmorphosis |
| Erscheinungsdatum: | 15. Mai 2026 |
| Genre: | Sleaze Metal / Hard Rock / Melodic Metal |
| Label: | Frontiers Music Srl |
| Spielzeit: | ca. 59 Minuten |
🎼 Trackliste:
Colorvision
The Warriors
Wicked Temptations
Metalmorphosis
Beat Of My Heart
Pursuit Of The Jenny Haniver
The Other Side
Running To My Death
Plague Of Steel
Silvermalen
👥 Besetzung
John Elliot: Gesang
Samuel Samael: Schlagzeug
Ludwig Nordlander: Gitarre
Asser Hakala: Gitarre
Lucky: Bass
📺 Offizielles Musikvideo
Offizielles Musikvideo zu „Wicked Temptations“ – Confess zeigen hier die direkte Seite von Metalmorphosis: Sleaze Metal mit großem Refrain, scharfen Gitarren und genau jener Chromkante, die dieses Album so wirkungsvoll antreibt.
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