HEALTH – CONFLICT DLC (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

HEALTH – CONFLICT DLC (Kurzcheck)

🧿 Kurzfazit
Conflict DLC ist ein brutal kompakter Industrial-Run: kalte Elektronik, harte Gitarren, fragile Vocals, maximaler Vorwärtsdrang.

🎯 Für wen?
Für Hörer, die Nine Inch Nails, Ministry und moderne Heavy-Produktion wollen, aber mit HEALTHs bitter-süßem Popkern klarkommen, statt nur Stahlspäne zu fressen.

🎧 Wie klingt das?
Wie ein Körper, der gleichzeitig tanzen und zusammenbrechen will: EBM-Pulse, riffende Betonplatten, Synth-Flächen wie kalter Atem, dazu Jake Duzsiks Stimme als dünner Faden, der alles zusammenhält.

💿 Highlights
Vibe Cop, Trash Decade, Antidote, Wasted Years

⚠️ Nichts für dich, wenn…
du Industrial nur als dreckiges Lo-Fi-Rumpeln willst oder bei Hochglanz-Härte sofort “zu designed” rufst.


HEALTH machen auf CONFLICT DLC genau das, was ihr Titel verspricht: kein neues Spiel, aber ein Update, das dir freundlich lächelnd die Speicherdatei zerschießt. Wer RAT WARS als Industriewalze mit Clubherz abgespeichert hat, bekommt hier die gleiche Maschine, nur härter getaktet, schärfer abgemischt, noch konsequenter auf Wirkung gebaut. Das ist nicht die Platte, die dir Hoffnung gibt. Das ist die Platte, die Hoffnung als Menüpunkt ausblendet, damit du dich endlich aufs Wesentliche konzentrierst: Druck, Sog, Überreizung.

Conflict DLC ist zudem eines der besseren Beispiele dafür, wie man 2025 Industrial-Metal macht, ohne sich auf Nostalgie-Schrottplatz zu verirren. Aber es ist auch ein Album, das so effizient auf Punch konstruiert ist, dass du entweder begeistert nickst oder irgendwann merkst, dass du gerade zum vierten Mal dieselbe Endzeitstraße entlangläufst, nur mit anderer Neonreklame.

🎧 Was erwartet dich?

Genre: Industrial-Rock, Industrial-Metal, EBM mit Metal-Zähnen

Vergleichbar mit: Nine Inch Nails als Fitness-App, Ministry im LED-Club, Depeche Mode in einer finsteren Seitengasse

Klangfarbe: Schwarz glänzend, rissig, elektrisch. Wie Neon auf nassem Asphalt, während hinter dir etwas sehr Großes losläuft.

Was diese Band so giftig gut beherrscht, ist die Kunst des Kontrasts. Die Musik stampft, knallt und flackert, aber der Gesang bleibt oft erstaunlich zart, beinahe menschlich im Sinne von: verletzlich, überfordert, trotzdem noch da. Das ist kein “wir brüllen euch nieder”, das ist “wir fallen, aber bitte im stampfenden Takt”.

Highlights

Vibe Cop
Hier wird der “mehr Gitarren” Ansatz nicht als Deko benutzt, sondern als Waffe. Der Song ist kurz, bissig, und wirkt wie ein Polizeiknüppel aus Chrom, der im Club verteilt wird, weil irgendwer Bock drauf hatte. Das Feature-Gitarrenspiel bringt eine zusätzliche Schärfe rein, die HEALTH sonst eher über Sounddesign lösen. Ergebnis: weniger Nebel, mehr Schneide.

Trash Decade
Das ist die reinste Verdichtung des Albumkerns: Zynismus, Tempo, Druck, dazu diese Hook-Struktur, die so tut, als wäre sie Pop, während im Hintergrund alles brennt. Der Track ist wie Doomscrolling als Moshpit, du weißt, dass es dir nicht guttut, aber du bleibst trotzdem drin, weil der Puls stimmt.

Wasted Years
Der Closer zeigt, warum HEALTH mehr sind als “harte Beats plus harte Gitarren”. Hier wird das Tempo nicht einfach runtergeregelt, sondern emotional umgepolt. Der Song fühlt sich an wie Abspannmusik, aber nicht als Trost, eher als Erkenntnis: Du bist noch da, und das ist schon das ganze Wunder. Der Track funktioniert, weil er Raum zulässt, ohne dabei weich zu werden.

🎨 Artwork

Eigentlich wollten wir kein Cover: Das Cover von Conflict DLC ist so schlicht, dass es schon wieder gemein wirkt. Schwarzer Raum, weiße Schrift, keine Pose, kein Mensch, keine Mythologie, nur eine Trackliste wie eine nüchterne Inventarliste nach der Katastrophe. Rechts sitzt dieses quadratische Schwarzweiß-Geflecht, als hätte jemand Korallen, Nerven und verbrannte Wurzeln durch einen kaputten Scanner gejagt und dann die Kontraste bis zum Anschlag hochgezogen.

Das ist kein Artwork, das dich einlädt. Es ist ein Interface. Du klickst nicht auf Play, du akzeptierst Bedingungen.


🪦 Besondere Momente

  • Die Produktion ist ein Hochkontrast-Foto, das trotzdem Details hat. Viele moderne Heavy-Releases knallen alles auf eine Wand. Hier bleiben Sprünge, Luft, Schlagwirkung. Wenn etwas explodiert, dann explodiert es wirklich, nicht nur “laut im Sinne von konstant”.
  • Das Album denkt in “Waffentypen”, nicht in Songideen. Du hörst förmlich, wie die Band ihren Werkzeugkasten sortiert: hier die EBM-Peitsche, dort die Gitarrenramme, dazwischen Synth-Smog und ein paar Tracks, die eher wie fremdartige Zwischenszenen wirken.
  • Die Fanbase als “Koalition” ist nicht nur ein Spruch, es ist das Konzept. Dieses Album ist gleichzeitig für Metal-Leute, Club-Leute, Meme-Hirne und Popkultur-Sammler gebaut. Und erstaunlicherweise wirkt das nicht wie Anbiederung, sondern wie HEALTHs Normalzustand.
  • DLC als Metapher sitzt. Es ist nicht nur Gamer-Wortwitz. Es ist dieser fiese Gedanke, dass die Gegenwart ständig neue Updates ausspuckt, die keiner bestellt hat, und du installierst sie trotzdem, weil das System sonst nicht mehr läuft.

📜 Hintergrund

HEALTH kommen aus L.A. und sind seit Jahren eine Band, die sich aus der Noise-Ecke in eine eigenständige Industrial-Hybridform geschoben hat, ohne dabei ihre ursprüngliche Hässlichkeit und Kantigkeit zu verlieren. RAT WARS war der große “wir können Arena-Pressure” Schritt, Conflict DLC ist nun die konsequente Nachlieferung. Nicht als “wir machen jetzt alles anders”, sondern als “wir machen es zielgenauer”.

Auch das Konzept passt: Die Platte spielt bewusst mit dem Gedanken, dass sie eher Erweiterung als Neubeginn ist. In der Bildsprache wird das sogar ausgespielt, als würde man an ein vorheriges Kapitel andocken, statt eine neue Akte aufzumachen. Und musikalisch hörst du genau das: gleicher Kosmos, dichter gepackt, aggressiver im Antritt, poppiger in den Hooks, aber nie nett.

🪓 Fazit

Conflict DLC ist ein verdammt gutes Album, wenn du HEALTH genau dafür willst: Endzeit-Tanzmusik mit Metallzähnen, glänzend, brutal, gleichzeitig eingängig und unerquicklich. Es ist ein Album, das nicht diskutiert, es drückt. Und es gewinnt fast immer, weil es weiß, wie man Kontrast baut, ohne auseinanderzufallen.

Aber: Wer bei HEALTH auf die nächste große Häutung wartet, wird hier eher eine Perfektionierung bekommen. Für uns ist das trotzdem ein Plus, weil die Band ihren Stil gerade in dieser konzentrierten Form am gefährlichsten wirken lässt. Das ist nicht “mehr vom Gleichen”. Das ist “gleich, aber besser geschärft”.

Albumcover HEALTH Conflict DLC: schwarzer Hintergrund mit großer weißer Überschrift, links eine weiße Tracklist, rechts ein quadratisches, schwarzweißes Hochkontrastbild wie verzweigte Adern oder Korallenstruktur.
Künstler:HEALTH
Albumtitel:Conflict DLC
Erscheinungsdatum:11. Dezember 2025
Genre:Industrial-Rock, Industrial-Metal, EBM
Label:Loma Vista Recordings
Spielzeit:ca. 39 Minuten

Ordinary Loss
Burn The Candles
Vibe Cop
Trash Decade
Torture II
Antidote
Darkage
Shredenvy
You Died
Thought Leader
Don’t Kill Yourself
Wasted Years

🎬 Offizielles Video

Offizielles Musikvideo zu „Vibe Cop“ – ein kurzer, bösartiger Industrial-Schlag mit Extra-Gitarrenbiss und maximalem Vorwärtsdrang. Bereitgestellt vom offiziellen HEALTH-Channel auf YouTube:

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