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🏛️ The Daily Meme #118 – Mobilia Mortalia 2026 – DOMO Alligator


Boneys Automesse-Logbuch-Eintrag
Position: Messezentrum Schlickfurt, Halle 4, direkt zwischen Hochglanzlack und Beißreflex.
Wetter: Klimatisierte Messehalle mit leichter Sumpfnote. Über dem Stand hängt ein Duft aus Leder, Nebelmaschine, feuchtem Moos und sehr teurer Fehlentscheidung.
Lagebericht
Auf der Mobilia Mortalia 2026 wurde heute der DOMO Alligator vorgestellt. Ein Fahrzeug für alle, denen ein normaler Sportwagen zu wenig Zähne hat.
Schon beim ersten Blick wurde klar: Dieses Ding fährt nicht einfach los. Es lauert drauf.
Die Karosserie liegt flach auf dem glänzenden Hallenboden, als hätte ein Supersportwagen heimlich im Moor überwintert und dabei schlechte Charaktereigenschaften entwickelt. Die Front zieht sich lang nach vorn, die Scheinwerfer schielen schmal in die Menge, und irgendwo zwischen Kühlergrill und Schnauzenlinie entsteht dieser Ausdruck, den man sonst nur von Tieren kennt, die gerade überlegen, ob der Fotograf essbar ist.
Das Messepublikum reagierte entsprechend respektvoll. Ein Ork im Business-Anzug nickte fachkundig, als habe er schon immer gewusst, dass die Zukunft des Individualverkehrs Schuppen braucht. Ein Zwerg prüfte den Radstand mit der Ernsthaftigkeit eines Mannes, der einen Familienbetrieb an ein Reptil verlieren könnte. Ein Goblin las den Prospekt falsch herum und war trotzdem beeindruckt.
Die Elbin rechts vom Wagen wirkte dagegen, als frage sie sich, ob man so etwas überhaupt parken darf. Oder ob es nachts wieder zurück in den Fluss kriecht.
Automobiler Fach-Befund
Der DOMO Alligator sagt nicht: „Ich fahre schnell.“
Er sagt: „Ich warte im Wasser, bis dein Leasingvertrag völlig erschöpft ist.“
Das Design ist erstaunlich konsequent. Niedrig, breit, aggressiv, aber nicht plump. Die Linienführung wirkt, als hätten italienische Sportwagenbauer, ein Sumpfschamane und ein Versicherungsvertreter nach drei Stunden Streit beschlossen, einfach alle schlechten Ideen gleichzeitig umzusetzen.
Besonders stark ist die Frontpartie. Sie sieht aus wie ein Kühlergrill, der juristisch noch als Maul durchgehen könnte. Die schuppenartigen Flächen auf der Haube geben dem Wagen diese feine Note von Luxus, Gefahr und Amphibienadel.
Innen soll der Wagen laut Messegerücht mit handgenähtem Sumpfleder, beheizbaren Fangzahnleisten und einem Navigationssystem ausgestattet sein, das grundsätzlich nur Wege durch Feuchtgebiete empfiehlt.
Der Kofferraum ist angeblich unterdimensioniert.
Aber dafür verschwindet darin alles endgültig.
Boneys Raser-Urteil
Ein Sportwagen für Leute, die an der Ampel nicht angeben wollen, sondern richtig fies drohen.
Der DOMO Alligator ist kein Auto für den Alltag. Er ist kein Auto für die Familie. Er ist wahrscheinlich nicht einmal ein Auto für Menschen, die gern wieder aussteigen.
Aber er hat Präsenz. Diese Karre steht nicht einfach auf dem Parkstreifen. Sie beansprucht ein Revier.
Wer damit vorfährt, muss nichts mehr erklären. Die Nachbarn wissen sofort: Da ist jemand entweder reich, gefährlich oder im Vorstand eines sehr schlecht beaufsichtigten Sumpfkonsortiums.
Und genau deshalb passt er perfekt in die Zwischenreiche.
Denn dort gilt seit jeher:
Was nicht beißt, verkauft sich schlechter.
Abschließende Notiz an euch chromglänzende Moorbarone
Sollte euch auf der nächsten Automesse ein Verkäufer den DOMO Alligator als „emotionales Fahrerlebnis“ beschreiben, fragt lieber nach, wessen Emotionen gemeint sind.
Eure?
Oder die des Fahrzeugs?
Und falls ihr wirklich eine Probefahrt macht, nehmt Gummistiefel, Testament und einen sehr ruhigen Beifahrer mit.
Man weiß nie, ob der Wagen anspringt.
Oder ob er nur kurz die Augen öffnet.




