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🔥 Omnium Gatherum – May The Bridges We Burn Light The Way: Wenn Death Metal das Cocktailjacket anzieht
Vier Jahre nach „Origin“ zünden die Finnen ihre nächste Straßenlaterne im melodischen Dämmerlicht. „May The Bridges We Burn Light The Way“ ist Konzept, Kurskorrektur und Kosmosreise zugleich, eine Fahrt durch Melancholie, AOR-Schimmer und nordische Selbstreflexion. Doch nicht jede Biegung führt zurück in die Glorie. Wir haben da mal eine Motordiagnose durchgeführt.
🎧 Was erwartet dich?
- Genre: Melodic Death Metal / Progressive Metal
- Vergleichbar mit: Insomnium mit Retro-Filter, Dark Tranquillity auf der AOR Autobahn
- Klangfarbe: Chromglanz auf Frost, Keyboards wie Straßenlaternen im Regen, Gitarren zwischen Berserker und Balearen-Bar
✨ Highlights:
- The Last Hero – Melancholie mit Motivationstraining. Ein Riff wie eine aufgehende Sonne über verbrannten Brücken, Chorflächen mit echt hübschem Pathos und ohne billige Retro-Spielereien.
- Walking Ghost Phase – Synth-Leuchtfeuer und Riff-Gewitter in Einheit. So klingt es, wenn die Achtziger einen Gothenburg-Kater haben und trotzdem tanzen gehen.
- Streets Of Rage – Aggression mit Melodie, Trefferquote hoch, Text kurz vor der Verzweiflung. Hier lebt die alte Omnium-Kante auf, und man ahnt, dass diese Band immer noch relevant ist.
- Barricades – Endspurt mit Sinn für Dramatik. Ein Song wie ein Finalrennen durch brennende Straßen. Klar, überproduziert, aber verdammt cool.
🪦 Besondere Momente
- Die Produktion glänzt dermaßen sauber, dass man sich darin rasieren könnte. Klingt edel, nimmt aber den Songs manchmal den Biss.
- Das Cover: eine graue Wand mit Graffiti. Konzeptuell okay, optisch der Charme einer Haltestelle im November. Kunst?
- Die AOR-Einschübe funktionieren besser als gedacht, bis sie bei „The Darkest City“ etwas überziehen und nach Softrock-Saturn riechen.
- Textlich bleibt man auf dem Highway des Existenzialismus: Schmerz, Hoffnung, Weiterfahren.
🪓 Fazit
Omnium Gatherum stehen seit Mitte der 2000er für eine eigenständige Variante des melodischen Death Metal, mit deutlich mehr Melodie als Morbidität und mehr Licht als Leichenhalle. Nach „Origin“ und dem Ausbau der progressiven Komponente scheint „May The Bridges…“ bewusst das Fenster zur Vergangenheit zu öffnen: Synth-Schimmer statt Grimmgesang, Retro-Drive statt reiner Wut. Man merkt, dass die Band mit Line-up und Sound experimentiert, vernimmt aber deutlich ihren typischen Herzschlag.
Das Album ist eine Art nächtlicher Roadtrip durch Finnlands Nebel: mal glitzernd, mal verloren, aber immer mit einer gewissen Erhabenheit. Nicht so kompakt wie „Origin“, doch mutiger im Experiment. Wer den klassischen Gothenburg-Biss sucht, wird ihn nur stellenweise finden, dafür aber eine ästhetisch saubere, melancholisch-leuchtende Neudefinition der Band. Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Roadtrip.

| Künstler: | Omnium Gatherum |
| Albumtitel: | May The Bridges We Burn Light The Way |
| Erscheinungsdatum: | 7. November 2025 |
| Genre: | Melodic Death Metal / Progressive Metal |
| Label: | Century Media |
| Spielzeit: | ca. 40 Minuten |
May The Bridges We Burn Light The Way
My Pain
The Last Hero
The Darkest City
Walking Ghost Phase
Ignite The Flame
Streets Of Rage
Barricades
Road Closed Ahead
🎬 Offizielles Video
Offizielles Musikvideo zu „The Darkest City“ – Eine neonverhangene Reise durch Schmerz und Selbstfindung aus dem neuen Omnium-Gatherum-Album May The Bridges We Burn Light The Way. Bereitgestellt vom offiziellen Century Media-Channel auf YouTube:
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