Alessia Gold – In the Shadows we wait (Rezension)

🔍 Suche im Fantasykosmos

Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

🦇 In the Shadows we wait – Vampire, Kitsch-Klischees und Farbschnitt-Fetisch

Eine Dark-Romantasy, die mehr auf Äußerlichkeiten als auf Substanz setzt.

Alessia Gold liefert mit In the Shadows we wait den Auftakt zur Dilogie Redveil. Optisch ist das Buch ein Statement: limitierte Erstauflage, Farbschnitt, Instagram-taugliches Design. Inhaltlich bekommt man eine stark tropengetriebene Dark-Romantasy: adoptiertes Mädchen mit dunkler Herkunft, zwei Vampire, ein Love-Triangle, viel Slow Burn und familiäre Geheimnisse. Das liest sich flüssig, bleibt aber oft in bekannten Mustern hängen. Wie es eben so ist: Ein guter Klappentext macht noch keinen Klassiker.


🧭 Worum geht’s eigentlich?

Xara (oder Xara-Stand-in) reist in ihr Geburtsdorf in Rumänien, weil Albträume sie quälen. Dort trifft sie auf Dorian, einen mächtigen Vampirfürsten, und dessen Diener Juraj. Beide glauben, Xara sei die Reinkarnation einer verfluchten Fürstin und kämpfen — natürlich — um ihr Herz. Das ist der Motor: alte Legenden, verbotene Liebe, Geheimnisse, und die Frage, wie weit man geht, um zu behalten, was man liebt. Äh… hallo Twilight?

🔍 Stärken & Schwächen

🖋 Stil:
Lesbar, flüssig, auf S.-Romantasy getrimmt. Gold beherrscht den Klischee-Takt: die Sätze sitzen, die Tropes auch. Das macht es zugänglich, aber auf Dauer ermüdet die Wiederholung vertrauter Beats, besonders wenn man schon 50 ähnliche Romantasy-Texte kennt. Dazu kommt ein eher mühsamer Einstieg ins Geschehen.

🧍‍♀️ Figuren:
Xara: tapfer, emotional verwundbar, aber leider oft Steckfigur für Plotmechaniken.
Dorian: charismatisch, dunkles Geheimnis, archetypischer vampirischer Love Interest.
Juraj: loyales Schattenwesen, sorgt für romantische Konkurrenz.
Chemie? Ja. Tiefe? Begrenzt. Viele Nebenfiguren blieben in Leserstimmen blass. Eben alles extrem genretypisch.

🕒 Tempo:
Langsamer Aufbau, dann Zündstoff. Wer Slow Burn liebt, wird bedient; wer Handlungstempo und originelle Wendungen erwartet, fühlt sich phasenweise regelrecht hingehalten.

✨ Atmosphäre:
Rumänisches Dorf, Vampire, Folklore, das Setting passt ja durchaus. Soundtrack: moody Goth-Romantasy. Problem: Atmosphäre überdeckt oft Charakterentwicklung; viel Show, nicht immer Substanz.


📜 Fazit:

In the Shadows we wait ist eine saubere, mit Liebe zum TikTok/BookTok-Auge produzierte Dark-Romantasy. Wer genau das sucht, also Vampirfürst, slow burn, Hot-But-Troubled-Love Interest, ein bisschen Gothic-Ästhetik und Farbschnitt, wird zufrieden sein. Wer literarische Tiefe, originelle Mythologie oder überraschende Figurenbögen erwartet, dürfte das schnell genervt zuklappen. Insgesamt: Ganz solides Genre-Futter, optisch ein Volltreffer, inhaltlich aber unteres Mittelmaß.

🌟 Bewertung

Varanthis-Skala: ★★☆☆☆ – „Dunkle Romantik, hübsch verpackt, aber viel zu wenig Biss.“

Cover von In the Shadows we wait von Alessia Gold: roter Hintergrund mit goldener Schrift, schwarzer Flügel eines Raben oder Vampirs breitet sich nach rechts aus, unten eine angedeutete Schloss-Silhouette im Funkenregen; markanter „SPIEGEL-Bestseller“-Sticker oben links.

Autor: Alessia Gold
Titel: In the Shadows we wait
Reihe: Redveil, Band 1
Verlag: Knaur
Übersetzung: Deutsche Originalausgabe
Seitenanzahl: 400 (Paperback)
Erstveröffentlichung (deutsch): 2025
ISBN: 978-3-426-56571-1

Fantasy-Metal-Band auf der Bühne: Ein wild schreiender Sänger mit wehenden Haaren greift ins Publikum, flankiert von Gitarristen, während hinter ihnen Flammen lodern. Darüber der Slogan ‚No Sleep ’Til… Mordor?‘, unten der Zusatz ‚Die besten Alben & Playlists aller Welten.

Mehr Buchempfehlungen für dich?