
Bewitched – Diabolical Death Mass
🧿 Kurzfazit
Diabolical Death Mass ist ein kompromissloses Old-School-Black/Thrash-Album mit schwedischer Kante, okkulter Lederjacken-Energie und genau der richtigen Menge Riff-Gift. Bewitched klingen nicht wie eine Band, die nach zwanzig Jahren Studiofunkstille neu anfangen muss. Es hört sich eher so an, als hätte da jemand nur kurz die Kerzen gewechselt.
🎯 Für wen?
Traditionalisten, die bei altem Black/Thrash, frühem Bathory-Geruch, Motörhead-Dreck, Venom-Theatralik, Deströyer-666-Wut, Aura-Noir-Kante und klassischem Osmose-Kellerfeuer sofort nicken. Wer Satanismus im Metal nicht als Social-Media-Ästhetik, sondern als Riff-Beschleuniger versteht, bekommt hier sehr direkt was auf die Hörner.
🎧 Wie klingt das?
Wie eine schwarze Messe, die nach dem ersten Kelch zu schnell runtergebetet wird. Die Songs sind kurz, bissig und ohne Umwege gebaut. Die Gitarren schneiden, das Schlagzeug treibt, der Gesang bellt und faucht durch den Ritualnebel, während die Refrains genug old-schoolige Eingängigkeit besitzen, um nicht im reinen Geprügel zu verschwinden. Bewitched setzen nicht auf neue Tricks. Sie setzen auf alte Mittel, die immer noch funktionieren, wenn man sie mit genügend Feuer, Haltung und schlechtem Benehmen spielt.
🎼 Highlights
Diabolical Death Mass, Black Spells & Unclean Spirits, Vicious and Wild, Enforcer of Evil
⛔ Nichts für dich, wenn…
für dich Black/Thrash nur dann taugt, wenn er modern aufgepumpt, klinisch produziert und mit progressiver Komfortzone ausgestattet ist. Diabolical Death Mass hält keine Kissen bereit. Diese Platte schiebt dich in den Ritualkreis und fragt erst danach, ob du überhaupt eingeladen warst.
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🩸 Bewitched – Diabolical Death Mass: Die Rückkehr der schwarzen Riff-Messe
Wenn mal einen näherern Blick auf das Cover von Diabolical Death Mass wirft, sieht hier niemand so aus, als habe er spontan einen netten Abend geplant. Kapuzen, Kelche, Messer, Kerzen, Dämonenfratze, Blutrot, Goldlogo, Ritualraum – alles wirkt, als hätte jemand dreißig Jahre lang in einem Keller darauf gewartet, endlich wieder die schwarze Messe mit Stromgitarren eröffnen zu dürfen. Und exakt so so klingen Bewitched im Jahr 2026. Das hören wir uns doch gerne mal an.
Nach zwanzig Jahren ohne neues Studioalbum kehren die schwedischen Black/Thrash-Veteranen nicht zurück, um sich vorsichtig an moderne Hörgewohnheiten heranzutasten. Sie treten die Tür ein, schieben den mobilen Altar in die Mitte, zünden alles an, was nicht bei drei im Weihwasserbecken liegt, und liefern mit Diabolical Death Mass ein Album ab, das seinen Titel nicht als Metapher versteht, sondern als strikte Arbeitsanweisung. Also kein Comeback mit polierter Altersmilde.
Das hier wird eine Riff-Messe: Kurz, böse, traditionsbewusst und angenehm uneinsichtig.
🎧 Was erwartet dich?
Genre(s): Black/Thrash Metal, Old-School Thrash Metal, Speed Metal, Black Metal, Heavy Metal.
Vergleichbar mit: einer schwedischen Kellerkirche, in der Venom den Gottesdienst leiten, Bathory die Kerzen anzünden und Motörhead draußen sicherheitshalber den Fluchtwagen laufen lassen.
Klangfarbe: Diabolical Death Mass klingt rau, direkt und angenehm knochentrocken. Die Produktion hat genug Druck, um die Songs nach vorn zu prügeln, aber nicht so viel Glanz, dass der alte Dreck unter Lack verschwindet. Der Sound ist kein Museum, aber auch kein modernes Fitnessstudio für Extrem-Metal. Eher ein enger, verräucherter Raum mit brennenden Kerzen, kaltem Stein und einer Gitarrenwand, die genau weiß, wo das Messer liegt.
🔥 Highlights
Diabolical Death Mass ist nach dem kurzen Intro die eigentliche Eröffnung der Zeremonie, und Bewitched verschwenden keinen Atem auf langes Heranführen. Das Titelstück kommt mit der Art von Riff daher, die sofort klarmacht: Hier wird nicht erklärt, hier wird vollstreckt. Der Song besitzt genau diese Mischung aus altem Thrash-Drive und schwarzer Kante, die das ganze Album trägt. Nichts daran ist überkompliziert, aber alles sitzt passgenau. Der Refrain hat Haken, die Gitarren haben Biss, und die ganze Nummer wirkt wie eine Kultprozession, die plötzlich merkt, dass sie auch sehr gut rennen kann.
Black Spells & Unclean Spirits ist allein vom Titel her schon eine Bewerbung für die Fantasykosmos-Ehrenvitrine. Musikalisch gehört das Stück zu den stärksten Momenten, weil es den okkulten Charakter der Platte besonders sauber einfängt. Das ist kein diffuser Dunkelnebel, sondern handfester Schwarzmagie-Thrash mit schmutziger Faust. Hier zeigen Bewitched, dass sie ihre Theatralik genau dosieren können. Der Song ist böse, aber nicht albern. Eingängig, aber nicht freundlich. Und vor allem besitzt er diese herrliche Old-School-Geste, bei der man nicht weiß, ob gleich ein Solo, ein Fluch oder ein sehr schlechter Lebensentschluss folgt.
Vicious and Wild macht seinem Namen keine Schande. Das Stück ist einer der direkteren Abräumer des Albums, kurz genug, um nicht zu diskutieren, und energisch genug, um sofort Wirkung zu zeigen. Hier wird der Riff-Kult weniger zeremoniell, dafür körperlicher. Gerade solche Songs halten Diabolical Death Mass lebendig. Die Platte kann Ritual, ja. Aber sie kann auch einfach zutreten. Vicious and Wild ist der Moment, in dem der Kapuzenorden die Kutten ablegt und sich herausstellt, dass darunter alte Lederjacken getragen werden.
Enforcer of Evil funktioniert als Abschluss stark, weil der Song die Energie des Albums noch einmal bündelt. Kein ausuferndes Finale, kein dramatischer Epilog, keine altersweise Verbeugung. Bewitched machen den Deckel zu, indem sie noch einmal den Hammer auf den Altar legen. Das Stück klingt wie ein letzter Befehl aus der Opferkammer: Riff an, Licht aus, Ende. Genau so darf eine Platte schließen, die nie behauptet hat, mehr sein zu wollen als ein sauber ausgeführter Angriff aus schwarzem Thrash, altem Feuer und okkulter Sturheit.
🎨 Artwork
Das Cover von Diabolical Death Mass ist so subtil wie ein brennender Altar im Wohnzimmer. Also: überhaupt nicht. Und genau deshalb funktioniert es. Im Zentrum lauert eine dämonische Fratze mit Hörnern und leuchtenden Augen, umgeben von vermummten Gestalten, Kelchen, Dolchen, Kerzen, Schädeln, Blutspuren und okkulten Symbolen. Über allem thront das goldene Bewitched-Logo wie ein Siegel für schlechte Entscheidungen in Sachen Abendgestaltung. Unten steht der Albumtitel in jener Art Schrift, die garantiert nicht auf Glückwunschkarten verwendet wird.
Das Bild hat diese bewusst überladene, alte Extrem-Metal-Wucht, bei der jedes Detail ruft: mehr Kerzen, mehr Messer, mehr Ritual, mehr Hölle. Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so konsequent wäre. Aber genau diese Konsequenz rettet das Cover vor der bloßen Karikatur. Bewitched meinen das nicht ironisch. Sie meinen es ernst genug, damit es Spaß macht. Besonders passend ist die Verbindung aus Dämonenraum und Bandlogo. Das Artwork wirkt nicht wie eine modernisierte Rückkehr, sondern wie eine Akte, die 2006 zugeschlagen und 2026 einfach wieder geöffnet wurde. Staub runter. Kerzen an. Kelch hoch.
🪦 Besondere Momente
Die Messe beginnt ohne Sicherheitsabstand
Sanguinis Altare dauert nicht einmal eine Minute, aber es reicht, um die Tür zur Opferkammer aufzustoßen. Kein langes Ambient-Geschiebe, kein künstlich aufgeblasener Filmtrailer. Ein kurzer Schnitt, dann steht man im Raum. Danach beginnt Diabolical Death Mass mit der nötigen Frechheit.
Die Songs wissen, wann Schluss ist
Die meisten Stücke bleiben zwischen zweieinhalb und knapp vier Minuten. Das ist eine enorme Stärke. Bewitched dehnen keine Idee, nur weil Rückkehralben gerne gewichtig wirken wollen. Die Songs kommen, brennen, gehen. Sehr gesund für eine Platte, die von Angriff lebt.
Der alte Geist wirkt keine Spur museal
Viele Old-School-Alben klingen wie sorgfältig präparierte Leichen aussehen müssen. Diabolical Death Mass nicht. Natürlich ist hier nichts revolutionär, aber es wirkt lebendig. Die Riffs haben Dreck unter den Nägeln, die Refrains grölen aus der Gruft, und der Rhythmus schiebt nach vorn, statt historische Korrektheit vorzuführen.
Satan hat offenbar noch immer den Proberaumschlüssel
Titel wie By Satan Enslaved, Those of the Devil Born oder Enforcer of Evil könnten bei weniger überzeugenden Bands schnell nach Pflichtprogramm klingen. Bei Bewitched passen sie, weil die Musik dieselbe Sprache spricht: direkt, schwarz, böse, altmodisch und ohne akademische Zusatzprüfung.
Osmose und Bewitched gehören zusammen
Die Rückkehr zu Osmose fühlt sich nicht wie ein Marketingdetail an, sondern wie ein Kreis, der sich bewusst schließt. Diese Platte trägt den Geruch alter europäischer Extrem-Metal-Kataloge in sich: nicht nostalgisch weichgezeichnet, sondern roh, kantig und etwas gefährlich beleuchtet.
📜 Hintergrund
Bewitched wurden 1995 in Schweden gegründet und gehören zu jener Black/Thrash-Schule, die satanische Theatralik, Heavy-Metal-Instinkt, Speed-Metal-Druck und schwarze Kante nicht sauber trennt, sondern miteinander anzündet. Nach langen Jahren ohne neues Studioalbum erscheint mit Diabolical Death Mass nun der erste vollwertige Langspieler seit Spiritual Warfare von 2006. Das Album erschien am 24. April 2026 über Osmose Productions auf CD, Vinyl, Kassette und natürlich digital. Damit kehren Bewitched zugleich zu jenem Label zurück, das ihre frühe Geschichte mitgeprägt hat.
Inhaltlich und musikalisch ist Diabolical Death Mass keine Neuerfindung, sondern eine bewusste Rückkehr zur Kernsprache der Band: Savage Riffs, schwarzer Thrash, hymnische Ansätze, okkulter Druck und ein altes Feuer, das offenbar nie ganz ausgegangen war.
🪓 Fazit: Schön, dass die schwedischen Kerzen wieder brennen
Diabolical Death Mass ist genau die Art Rückkehr, die man sich von Bewitched wünschen durfte: keine Anbiederung, kein Update auf Teufel komm raus, kein Versuch, aus Black/Thrash plötzlich ein modernes Prestigeprojekt zu machen. Die Band bleibt bei dem, was sie kann und macht daraus ein kurzes, kräftiges, wunderbar ehrliches Album.
Die Platte lebt von ihrer Direktheit. Elf Tracks, kaum Leerlauf, keine großen Umwege. Der Titeltrack setzt früh den Ton, Black Spells & Unclean Spirits liefert die schönste okkulte Breitseite, Vicious and Wild tritt die Tür aus den Angeln, und Enforcer of Evil macht hinten noch einmal sauber die Lichter aus. Natürlich wird hier kein neues Genre gegründet. Niemand wird nach Diabolical Death Mass behaupten, Bewitched hätten die Landkarte des Extrem-Metal neu gezeichnet. Aber das ist auch nicht der Auftrag dieser Platte. Ihr Auftrag lautet: alte Flammen hochziehen, Messer wetzen, Riffs ausspucken, Messe lesen.
Auftrag erfüllt, Bewitched. Klingt ganz so, als wären sie nie weggewesen. Sie standen vielleicht nur sehr lange im Schatten. Natürlich mit brennender Kerze.

| Künstler: | Bewitched |
| Albumtitel: | Diabolical Death Mass |
| Erscheinungsdatum: | 24. April 2026 |
| Genre: | Black/Thrash Metal / Old-School Thrash Metal / Speed Metal |
| Label: | Osmose Productions |
| Spielzeit: | ca. 34 Minuten |
📺 Offizieller Full-Album-Stream
Offizieller Full-Album-Stream zu Diabolical Death Mass – Bewitched zelebrieren ihre schwarze Riff-Messe zwischen Old-School-Black/Thrash, Kerzenrauch, Opferkammer und schwedischer Höllenfreude.
🎼 Trackliste:
Sanguinis Altare
Diabolical Death Mass
Into the Fire
Crossing the Styx
Black Spells & Unclean Spirits
(Fear the) Revenge of the Ripper
By Satan Enslaved
Vicious and Wild
The Witch Spell
Those of the Devil Born
Enforcer of Evil
👥 Besetzung & Credits
Vargher: Guitars, Vocals
Wrathyr: Bass
Hellfire: Guitars
Rober „Zoid“ Sundelin: Drums
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