Bardcore am Runden Tisch: Sovereign Tower-Demo

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Demo, Dämon, Bardcore

📰 Was ist los?
Sovereign Tower hat eine erweiterte Demo auf Steam veröffentlicht. Die Demo bietet laut Meldung rund zwei bis drei Stunden Spielzeit, neue Figuren, neue Geschichten und ein Dämonen-Feature, mit dem frühere Entscheidungen zurückgedreht werden können.

🐛 Was denken wir?
Das ist wunderbar krumm im besten Sinne. Endlich wieder ein Fantasy-Spiel, das nicht nur mit Weltrettung droht, sondern mit Hofstaat, Egos, Fehlurteilen und einem kleinen Zeitpfusch-Dämon.

🎻 Bardcore am Runden Tisch: Sovereign Tower-Demo

Ein magischer Turm, exzentrische Ritter, ein Dämon als Rückgängig-Knopf und dazu Hildegard von Blingin’ als Bardcore-Hofmusik: Sovereign Tower klingt auf dem Papier wie ein Strategiespiel, das nach drei Metbechern einen Managementkurs in Camelot besucht hat. Jetzt ist die erweiterte Steam-Demo verfügbar, während der PC-Release weiterhin für August 2026 geplant ist. Entwickelt wird das narrative Round-Table-RPG von Wild Wits, veröffentlicht wird es von Curve Games.

🏰 Herrschen heißt hier: Entscheidungen treffen und dann bereuen

Sovereign Tower verkauft sich nicht als klassisches Heldenspiel, sondern als Round-Table-Management-RPG. Man sitzt auf dem Thron eines magischen Turms, rekrutiert eigenwillige Ritter, schickt sie auf Quests und versucht, zwischen Ruhm, Chaos, öffentlicher Meinung und Schatzkammer nicht komplett unterzugehen. Steam beschreibt das Ganze als storyreiches Management-RPG, in dem Ritter mit großen Egos zu Aufgaben geschickt werden und das Schicksal des Königreichs direkt an den eigenen Entscheidungen hängt.

Das ist als Ansatz angenehm anders. Nicht schon wieder der einsame Auserwählte mit Schwert und Stirnfalten, sondern ein Herrscher, der vermutlich nach drei Audienzen versteht, warum Könige in Fantasywelten so häufig aussehen, als hätten sie nie richtig geschlafen. Sovereign Tower interessiert sich offenbar weniger für heroische Selbstverklärung und mehr für die Frage, wie viel Unsinn ein Reich aushält, bevor der Runde Tisch endgültig zur Beschwerdestelle wird.

🕰️ Der Dämon macht aus Reue eine Spielmechanik

Der hübscheste Kniff der Demo ist der Demon. In den Krypten des Turms liegt ein kleines Wesen, das frühere Entscheidungen rückgängig machen kann. Wer also eine Quest vergeigt, den falschen Ritter losgeschickt oder irgendein diplomatisches Fegefeuer entzündet hat, darf an der Vergangenheit herumschrauben. Allerdings nicht kostenlos: Wer an der Zeit dreht, öffnet neue Omniscience-Antworten und Pfade, bezahlt dafür aber offenbar mit Konsequenzen.

Sovereign Tower zeigt einen magischen Thronsaal mit Runden-Tisch-Rittern, einem Zeitdämon und einer Bardcore-Sängerin.

Das ist genau die Sorte Mechanik, die zu einem satirisch angehauchten Herrschaftsspiel passt. Denn gute Fantasy weiß: Macht ist selten die Kunst, alles richtig zu machen. Macht ist die Kunst, nach dem Fehler noch würdevoll genug auszusehen, damit niemand sofort den Kronleuchter nach einem wirft.

🎶 Hildegard von Blingin’ passt erschreckend gut

Der neue Trailer bringt außerdem Hildegard von Blingin’ ins Spiel. Die Bardcore-Künstlerin erscheint als The Bard im Cast und steuert mit „There Stands the Tower“ eine eigene Ballade bei. Das ist nicht nur ein netter Internet-Gag, sondern erstaunlich folgerichtig: Ein Spiel über Turmherrschaft, mittelalterliche Eitelkeit und königliche Fehlentscheidungen braucht natürlich jemanden, der das Ganze mit höfischer Ernsthaftigkeit besingt, während im Hintergrund vermutlich ein Ritter an einer Gans scheitert.

Gerade dieser Ton könnte Sovereign Tower helfen. Viele Indie-Fantasyspiele wollen eigenwillig sein und klingen dann doch nur wie ein Regelwerk mit hübschen Symbolen. Hier wirkt der Humor stärker im System verankert: exzentrische Ritter, schwierige Quests, ein Turm als Machtzentrum, Zeitkorrektur per Dämon und Bardcore als kultureller Überbau. Das ist nicht nur schräg. Das ist ein Konzept.

🧙 Der Ernst liegt im Unsinn

Man sollte sich von der komischen Oberfläche nicht täuschen lassen. Gute satirische Fantasy funktioniert nur, wenn sie ihre Welt ernst genug nimmt. Sovereign Tower scheint genau das zu versuchen: Die Entscheidungen sollen echte Folgen haben, Ritter bringen ihre eigenen Schwächen mit, und das Königreich reagiert auf das, was man ihm antut. Laut RPGamer reichen die Aufgaben in der Demo von eher absurden Problemen bis zu düsteren Angelegenheiten wie Exorzismen. Genau diese Spannweite ist vielversprechend.

Wenn das aufgeht, entsteht daraus kein reines Gag-Spiel, sondern eine kleine Herrschaftssimulation mit Biss. Ein Königreich ist schließlich nicht deshalb lustig, weil alle herumalbern. Es ist lustig, weil alle mit absoluter Würde Dinge tun, die objektiv betrachtet vollkommen wahnsinnig sind.

🎬 Offizieller Trailer

Der neue Trailer zu Sovereign Tower mit Hildegard von Blingin’ und der Ballade There Stands the Tower.

🪓 Unser Fazit: Krone auf, Schaden verwalten

Sovereign Tower ist eine dieser kleinen News, die sofort hängen bleiben, weil sie nicht nach Standardschablone riechen. Die Demo ist da, der Release ist für August 2026 geplant, und die Mischung aus Round-Table-Management, Zeitschleifen-Dämon und Bardcore-Auftritt hat genug Eigenart, um aus der Indie-Fantasy-Masse herauszuragen.

Ob daraus am Ende ein wirklich starkes Spiel wird, entscheidet sich an der Tiefe der Entscheidungen. Aber als erster Eindruck ist das hier sehr hübsch verdächtig. Ein Fantasy-RPG, in dem man nicht nur Monster, sondern auch höfische Eitelkeiten, Fehlurteile und die eigene Regentschaft überleben muss? Da schauen wir gern in den Turm.

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