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Daemonium Regni – Daemonium Regni
🧿 Kurzfazit
Ein stimmiges, finsteres Debüt zwischen Old-School-Black-Metal, Doom-Schwere und ritueller Dunkelheit. Nicht spektakulär neu, aber atmosphärisch stark und mit einer sehr klaren Handschrift.
🎯 Für wen?
Für Hörer, die Bathory, Root, Ancient Wisdom, frühe Celtic Frost oder auch Daemonarch mögen und lieber in langsamem Unheil baden als in Dauergeprügel.
🎧 Wie klingt das?
Schlichte, zähe Riffs, viel düstere Wiederholung, tiefe Growls, harsche Schreie, beschwörende Chöre und immer wieder dieses Gefühl, dass die Songs eher heraufziehen als anfangen. Mehr Liturgie als Attacke.
💿 Highlights
Mater Daemonium, Spiritus In Flammo, Damnationem
⛔ Nichts für dich, wenn…
du Black Metal nur dann spannend findest, wenn er permanent rast oder jede zweite Minute einen neuen Haken schlägt.
😈 Daemonium Regni – Daemonium Regni: Latein, Lava, Liturgie
Daemonium Regni ist das neue Soloprojekt des Schweden Micke Jansson, den viele vor allem als Stimme von Unanimated kennen. Das selbstbetitelte Debüt erscheint am 17. April 2026 über Darkness Shall Rise Productions, umfasst acht Songs mit ca. 45 Minuten Laufzeit und wird vom Label als dunkler, epischer Black Metal für Hörer von Root, Bathory und Ancient Wisdom positioniert. Offiziell trägt Jansson das Album als Einmannprojekt, die Texte sind komplett auf Latein gehalten, gemastert wurde das Ganze von Dan Swanö bei Unisound Studios.
Das Entscheidende ist aber etwas völlig anderes: Diese Platte versucht gar nicht erst, modern zu wirken oder sich mit überflüssigem Zierrat aufzupumpen. Sie will schwarz, schwer und rituell sein. Und genau darin liegt ihre Qualität. Daemonium Regni ist kein Album für Leute, die im Black Metal vor allem Geschwindigkeit, Technik oder jugendlichen Überschwang suchen. Das hier ist Musik für Kellergewölbe, Grabkammern und für diese Momente mit sehr alten, sehr schlechten Ideen.
🎧 Was erwartet dich?
Genre(s): Black/Doom Metal, Old-School-Black-Metal, Dark Metal
Vergleichbar mit: Bathory im Ritualmodus, Root ohne Theaterlicht, frühe Celtic-Frost-Schwere mit lateinischer Grabluft.
Klangfarbe: Das hier klingt wie ein schwarzer Lavastrom, der sich viel Zeit lässt, bis er am Ende alles unter sich begraben hat. Die Riffs sind bewusst einfach gebaut, aber genau dadurch wirksam. Sie arbeiten nicht auf virtuose Pointe hin, sondern auf Verdichtung. Dazu kommt ein Gesang, der zwischen harten Ausbrüchen und düsterem Beschwören pendelt und dem Album seine eigentliche Autorität verleiht. Das Ergebnis ist keine frostige Raserei, sondern eine schwere, unheilvolle Klangmasse mit starkem Hang zu Doom und uralter, tonnenschwerer Grabeswürde.
✨ Highlights
Mater Daemonium
Der Opener ist die perfekte Ansage. Das Stück kriecht los, statt einfach zu starten, und macht sofort klar, dass Daemonium Regni nicht von Nervosität lebt, sondern von Gewicht. Die Gitarrenlinien sind simpel, aber effektiv, die Atmosphäre verdichtet sich langsam und sehr gezielt, und Mickes Stimme setzt genau dort an, wo die Musik ihre größte Stärke hat: bei Bedrohung statt Blendwerk. So eröffnet man ein Album, das auf Wirkung und nicht auf Hektik baut.
Spiritus In Flammo
Hier funktioniert die Mischung aus epischer Schwärze und ritualhafter Strenge am besten. Der Song hat genug Bewegung, um nicht bloß als finsteres Stimmungsstück durchzugehen, bleibt aber tief im düsteren Kern der Platte verankert. Gerade dieser Track zeigt gut, wie sehr das Album von Wiederholung lebt, ohne daran zu verarmen. Was sich zunächst schlicht anhört, bekommt über Dauer und Betonung eine fast zeremonielle Wucht.
Damnationem
Der Schlusspunkt ist genau richtig gesetzt: groß, dunkel, entschlossen, mit dem Gefühl eines endgültigen Sogs nach unten. Kein bombastisches Finale, das sich künstlich überhöht, sondern ein Stück, das die gesamte Platte noch einmal bündelt und ihre ritualhafte Seite am stärksten hervorhebt. So endet kein Album, das gefallen will, sondern eines, das in Ruhe Besitz vom Raum ergreift.
🎨 Artwork
Visuell wird sofort klar, worum es auf Daemonium Regni geht: nicht um moderne Reduktion, sondern um klassische Unterwelt-Malerei mit voller schwarzer Romantik. Das Cover zeigt eine düstere, grau schimmernde Höllenlandschaft aus Felswänden, Wasser, Nebel und finsterer Architektur. Im Vordergrund liegt ein drachenartiges Dämonenwesen wie ein gefallener Wächter der Unterwelt, dahinter öffnet sich ein Tor in eine kalte, unheilige Tiefe. Über allem hängt fahles Licht, Blitze zucken durch das Bild, und selbst die kleinen Figuren am Rand wirken nicht wie Staffage, sondern wie verlorene Seelen in einem verfluchten Reich.
Das funktioniert deshalb so gut, weil die Musik exakt dieselbe Welt beschwört: schwer, alt, ritualhaft, bedrohlich. Nichts daran will modern oder geschniegelt auftreten, alles setzt auf Atmosphäre, Gravitas und klassische Schwarzmetall-Ikonografie. Dass das Artwork von Chris Moyen stammt, passt perfekt. Der Mann weiß seit Jahrzehnten, wie man Bilder malt, die nicht bloß dekorativ finster aussehen, sondern nach echter Unterwelt riechen.
🪦 Besondere Momente
Der vielleicht stärkste Zug des Albums liegt in den lateinischen Texten, was dem Release einen außergewöhnlichen Toch gibt. In Verbindung mit dem Gesang – mal als harscher Ausbruch, mal als dunkler Sprech- und Chorgesang – entsteht dadurch eine rituelle, fast liturgische Wirkung, die dem Album sofort ein eigenes Zentrum gibt. Das ist kein dekorativer Gimmick, sondern ein echter Atmosphärenverstärker.
Ebenso wichtig ist die Produktionsentscheidung, den Gesang weit nach vorne zu stellen. Das macht aus dem Album kein Riff-Museum, sondern eine Beschwörung mit Instrumenten. Die Musik arbeitet oft mit Wiederholung und langsamer Verdichtung, die Stimme gibt dem Ganzen die dämonische Kontur. Dass Dan Swanö das Material gemastert hat, hört man vor allem daran, wie ordentlich die Schwere zusammengehalten wird: klar genug, damit nichts verwaschen wirkt, aber nie so geschniegelt, dass der Dreck verloren ginge.
📜 Hintergrund
Für Micke Jansson ist dieses Projekt keine Anfängerübung, sondern eher eine weitere dunkle Seitenkammer in einer langen Extrem-Metal-Diskografie. Neben Unanimated taucht er in der aktuellen Übersicht auch bei Born for Burning und Contempt of the Light auf. Daemonium Regni ist laut Label zwar das erste vollständige Album und überhaupt das erste Lebenszeichen dieses Projekts, aber natürlich nicht das Werk eines Neulings. Gerade deshalb wirkt die Platte so geschlossen: Hier probiert niemand erst aus, wie Finsternis ungefähr funktionieren könnte.
🪓 Fazit: Mehr Würgegriff als Offenbarung
Daemonium Regni ist kein majestätisches Jahrhundertwerk. Das muss es auch nicht sein. Was dieses Debüt leistet, ist in gewisser Weise sogar sympathischer: Es kennt seine Mittel, kennt seine Grenzen und macht daraus eine in sich geschlossene, düstere, glaubwürdige Platte. Die Songs sind nicht überladen, die Dramaturgie bleibt überschaubar, und gerade diese entwaffnende Schlichtheit gibt dem Album seine elementare Kraft.
Natürlich kann man sagen, dass hier nicht jede Idee völlig neu ist. Stimmt auch. Aber das ist bei einer Platte wie dieser fast nebensächlich. Entscheidend ist, ob sie ihre Welt glaubhaft errichtet. Und das tut Daemonium Regni ohne Zweifel. Der Sound ist schwer, die Stimmung dicht, die Stimme markant, die Aura konsequent. Wer in diesem Feld nicht nach Innovation um jeden Preis sucht, sondern nach Substanz, Schwärze und Charakter, bekommt hier ein sehr ordentliches Debüt, das lange fasziniert.

| Künstler: | Daemonium Regni |
| Albumtitel: | Daemonium Regni |
| Erscheinungsdatum: | 17. April 2026 |
| Genre: | Black/Doom Metal, Old-School-Black-Metal, Dark Metal |
| Label: | Darkness Shall Rise Productions |
| Spielzeit: | ca. 45 Minuten |
Trackliste:
Mater Daemonium
Ascendens Tenebrae
Silentium (Mors Itinerarum)
Luna Sanguinea
Spiritus In Flammo
Sacrificium
Magica Cultus
Damnationem
🎬 Offizieller Track
Offizieller Stream zu „Spiritus In Flammo“ – dunkler, ritueller Black/Doom mit lateinischer Beschwörung und schwerer Grabkammer-Aura. Bereitgestellt vom offiziellen Darkness Shall Rise Productions-Channel auf YouTube:
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