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Magic: The Gathering – Zauberspruch auf Film gestellt
📰 Was ist los?
Legendary und Hasbro bauen seit 2025 an einem Live-Action-Universum zu Magic: The Gathering, startend mit einem Kinofilm. Regie führt Matt Johnson, das Drehbuch stammt von Noah Gardner und Aidan Fitzgerald. Konkreter Drehbeginn und Starttermin existieren noch nicht, Johnson spricht jedoch von seinem größten Projekt und einem Status „full speed ahead“.
🐛 Was denken wir?
Auf dem Papier stimmt alles: fähiger Regisseur, klares Universums-Konzept, genug Lore für zehn Filme. Die Gefahr: dass der erste Film nur wie ein überlanger Prolog wirkt, der ständig mit der To-do-Liste künftiger Serien flirtet, statt eine eigene Geschichte sauber auszuspielen.
🎴 Magic: The Gathering-Film – Mit Vollgas ins Multiversum
Hollywood hat ein neues Manaproblem: Magic: The Gathering soll als Live-Action-Film ins Kino, als Serienuniversum ins Streaming, und laut Regisseur Matt Johnson fährt das Projekt „mit voller Geschwindigkeit“. Die Frage ist nur, ob da ein echter Film entsteht oder ein sehr teurer Lore-Sampler.
🔮 Matt Johnsons größter Zaubertrick: Ein Film ohne Sammelkarten-Plot?
Regisseur Matt Johnson (BlackBerry) hat in einem Interview mit MovieWeb klargemacht, dass der Magic-Film alles andere als ein PR-Gespenst ist. Er arbeite „mittendrin“, es sei das größte Projekt seiner Karriere und werde aktuell „mit voller Geschwindigkeit“ vorangetrieben. Legendary und Hasbro hätten den Fuß fest auf dem Gaspedal.
Was man zwischen den Zeilen hört:
Das Ding ist noch in der Entwicklungszone. Kein Drehstart, kein Release-Fenster, aber ein Regisseur, der offenbar nicht nur für ein hübsches Namensschild engagiert wurde. Johnson kommt aus der Ecke der cleveren Mid-Budget-Filme und hat bewiesen, dass er aus trockenen Themen (Kanadische Handygeschichte, irgendwer?) sehr unterhaltsame Filme ziehen kann. Genau der Typ, den man auf ein Regelwerk loslassen sollte, das sonst aussieht wie eine Steuerschulung für Nachwuchszauberer.
🧱 Legendary baut sich sein eigenes Karton-Multiversum
Die Grundlage liegt eine Stufe höher im Mana-Stapel:
Im Februar 2025 kündigten Legendary Entertainment und Hasbro Entertainment an, aus Magic: The Gathering ein Live-Action-Universum zu bauen, mit Kinofilm, Serien und weiterem Material, grob nach dem Modell Dune plus Ableger.
Geplant ist ein klassischer Fahrplan:
- Zuerst ein Kinofilm, der die Marke auf die Leinwand hievt.
- Danach Serien und weitere Projekte, die das Multiversum ausrollen dürfen.
Damit das nicht klingt wie eine generische Spielzeug-Verfilmung, wurden im Juni 2025 die Autoren Noah Gardner und Aidan Fitzgerald verpflichtet, ein Duo, das schon an einem nie realisierten Power Rangers-Film für Hasbro gearbeitet hat und jetzt die Magic-Bibel in Drehbuchform pressen darf.
Kurz: Hasbro will nicht „mal einen Magic-Film probieren“, sondern sein eigenes, kartenbasiertes Cinematic Universe anzapfen. Ob das nach Dune aussieht oder nach einem überlangen Booster-Opening, ist noch offen.
🌍 Welche Geschichte erzählt dieser Mana-Klumpen?
Inhaltlich ist noch alles im Nebel, aber die Optionen liegen offen auf dem Tisch.
Magic hat seit 1993 eine fortlaufende Storyline, die in Sets und Bücher ausgelagert wurde:
- Frühere Arcs: Urza und der lange Krieg gegen die biomechanischen Phyrexianer.
- Spätere Phasen: das Planeswalker-Team Gatewatch, der Multiversum-Krisendienst rund um Jace, Chandra & Co.
- Dazu Großbösewichte wie Nicol Bolas, multiverseweite Invasionen und mindestens drei Zivilisationen, die wir schon wieder vergessen haben.
Legendary hat drei Möglichkeiten, und jede ist gleichermaßen gefährlich:
- Urza-Saga / Phyrexia: episch, tragisch, altmodisch, aber schwer in zwei Stunden zu pressen, ohne dass der Film wie eine Wikipedia-Zusammenfassung mit Schlachtszenen wirkt.
- Gatewatch-Block: modernes Avengers-Format im Multiversum, mit klaren Gesichtern fürs Merchandise, dafür die größte Gefahr, generisch auszusehen.
- Komplett neue Figuren: erzählerisch am sinnvollsten, markentechnisch am mutigsten. Genau das, was Studios ungern tun, wenn schon Karten mit fertigen Gesichtern im Umlauf sind.
Der Ton wird entscheidend: Magic war immer dann spannend, wenn Fantasy, Horror und leicht kranke Ideen zusammenkamen und nicht dann, wenn man krampfhaft versucht hat, die Lore in glattpolierte Promo-Texte zu verwandeln.
📺 Netflix zaubert parallel – aber in anderer Farbe
Während Legendary am Live-Action-Berg meißelt, arbeitet Netflix an einer eigenen Animationsserie zu Magic. Die wurde zuerst 2019 angekündigt, komplett umgebaut und 2024 offiziell neu vorgestellt: Showrunner ist jetzt Terry Matalas (Star Trek: Picard), Regie führt Patrick Osborne, animiert wird das Ganze vom ungarischen Studio Digic Pictures.
Laut Netflix dreht sich die Serie um drei Planeswalker, die durch verschiedene Welten reisen; andere Berichte nennen insbesondere Nahiri und Ajani als zentrale Figuren. Die Show wird als eine der ambitioniertesten Fantasy-Produktionen im Animationsbereich verkauft und ist frühestens 2026 zu erwarten.
Ob das Anime-Multiversum direkt mit dem Legendary-Universum verknüpft ist, sagt niemand. Und genau da liegt der nächste Stolperstein: Zwei große Adaptionen gleichzeitig, unterschiedliche Tonlagen, unterschiedliche Canon-Entscheidungen, für Fans kann das spannend sein, für Gelegenheitspublikum schnell wie ein schlecht sortierter Ordner mit Rules Updates.
🧪 Zwischen Regelwerk und Regiekunst: Was auf dem Spiel steht
Die größte Gefahr des Magic-Films ist nicht, dass er „schlecht aussieht“. Legendary kann große Welten, Hasbro kann Budget aus Würfeln machen. Die eigentliche Frage:
Wird das ein Film über Figuren oder ein 120-minütiger Überblicksvortrag über Kartensets?
Magic hat alles, um zu funktionieren: tragische Antihelden, apokalyptische Kriege, seltsame Gottheiten, Horrorwelten wie Innistrad, bunte Exotik à la Zendikar. Es hat aber auch einen riesigen Überbau aus Nerd-Fachbegriffen, Planar-Reisen und zehn Jahren Metaplot, den niemand außerhalb des Fandoms freiwillig nachliest.
Matt Johnson wird entscheiden müssen, was nicht ins Drehbuch gehört. Wenn der Film bei jeder Szene innerlich murmelt: „Das erklären wir dann in Serie Nummer drei“, kippt das Projekt exakt in die Falle, in der so viele „Cinematic Universes“ bereits liegen.
🏁 Fantasykosmos-Fazit: Noch ist das nur ein aufgedecktes Land
Unterm Strich ist der Stand:
- Legendary und Hasbro meinen es ernst mit ihrem Magic-Universum.
- Die Netflix-Serie nimmt parallel Gestalt an und könnte das Worldbuilding sogar retten, falls der Realfilm stolpert.
- Matt Johnson klingt nicht wie ein Söldner auf Durchreise, sondern wie jemand, der begreift, was er sich da ans Bein bindet.
Ob das am Ende ein Film wird, der für sich steht, oder ein zwei Stunden langer Prolog für ein crossmediales Endlosprojekt, ist noch vollkommen offen.
Im Idealfall wird der Magic-Film das, was das Kartenspiel im besten Moment ist: ein Duell mit Einsatz, klarer Dramaturgie, überraschenden Zügen und nicht nur ein mühsam sortierter Stapel bunter Effekte.
Wenn hingegen jede Szene wirkt wie ein geheimer Hinweis auf das nächste Spin-off, bleibt am Ende nur ein Gedanke:
Magic is broken – wieder einmal nicht auf dem Tisch, sondern auf der Kinoleinwand.



