Evoken – Mendacium (Review)

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🕯 Evoken – Mendacium: Wenn das Pendel nur noch in Super-Slow-Mo schwingt

Da sitzt man, lauscht den ersten Tönen und denkt: Ja gut, okay, heute wird nicht gerannt, heute wird eben mal gewartet. Etwa so fühlt es sich an, wenn Evoken mit Mendacium nach 7 Jahren Pause wieder starten. Funeral Doom in Reinstform: langsam, düster, episch. Aber auch: sperrig, zäh und durchaus anspruchsvoll. Kann das fesseln oder schläft man ein, während sich der Zorn sehr subtil aufbaut? Wir haben den Selbstversuch gewagt.

🎧 Was erwartet dich?

Genres: Funeral Doom, Death Doom, Ambient-Metal mit Grabesstimme
Vergleichbar mit: Thergothon, Esoteric, My Dying Bride, nur alles noch langsamer, schwerer und tiefer
Klangfarbe: Monumentale Riffs, Orgeln, Kathedralen-Ambiente, tiefe Growls, Atmosphäre über Tempo

Highlights:

  • None – Hier haben Evoken einen ihrer Momente: atmosphärisch dicht, Vocals & Growls arbeiten zusammen, Spannung steigt, eines der stärkeren Stücke.
  • Matins – Der Opener, neun Minuten wie ein Pendel zwischen Ritual und Dekadenz. Setzt sofort die Stimmung, kathedralisch, bedrückend.
  • Compline – Finale mit Gewicht: Orgeln, Acryl-Schleier, tiefe Riffs, hier zeigt die Band sogar mal ein bisschen Drive.

🏰 Besondere Momente

  • Atmosphärischer Tiefgang, den man in der Form nicht alle Tage bekommt. Wenn man sich drauf einlässt, erlebt man Doom mit Psycho-Spiritualität.
  • Produktion von Ron “Bumblefoot” Thal bringt alte Elemente zurück („Quietus“, „Antithesis of Light“) und verspricht: schwerer, düsterer und noch monumentaler. Spoiler: Funktioniert!
  • Das dicke Aber: Der Fluss stockt oft. Tempo zu deutlich gedrosselt, 60 + Minuten können auch zur Belastung werden. Man wartet auf die Steigerung, die kommt hier und da, ist aber selten stark genug.

🪓 Fazit

Wer sie nicht kennt: Evoken aus New Jersey gelten als eine führende Größe im Funeral Doom. Mit Mendacium liefern sie ihr siebtes Album, kündigen es als Rückkehr zu jener drängenden Dunkelheit an, die ihre frühen Werke prägte. Mendacium ist kein Crash-Metal, kein Schnellzug ins Chaos. Es ist ein Schlurfen in die Tiefe, mit Blut & Bass statt Speed-Metal. Wer sich darauf einlässt, bekommt etwas Besonderes: Sehr finster, sehr entschleunigt, sehr bedacht. Klar: Kein Meisterwerk, aber eine lohnende Reise. Allerdings gilt: Wenn die Geduld fehlt, wird’s schnell zur Last und dann fragt man sich, ob man den „langen“ Weg gehen will. Versuch wieder abgebaut: Wir mögen es. Aber, was wissen wir schon? Wir sind eh Fans.

Albumcover Evoken – Mendacium: dunkle Kammer mit blutüberströmter Gestalt am Boden, dämonischem Schatten im Hintergrund und einem aufgeschlagenen Buch mit lateinischem Text im Lichtschein
Künstler:Evoken
Albumtitel:Mendacium
Erscheinungsdatum:17. Oktober 2025
Genre:Funeral Doom / Death Doom
Label:Profound Lore
Spielzeit:ca. 62 Minuten

Matins
Lauds
Prime
Terce
Sext
None
Vesper
Compline

🎬 Vollalbum-Stream (Official)

Komplettstream des Albums „Mendacium“ – Funeral Doom in seiner monumentalen Form. Bereitgestellt vom offiziellen Profound Lore Records-YouTube-Channel:

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