🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.
🌌 Amorphis – Borderland: Wenn der Melodeath tanzen lernt
35 Jahre Bandgeschichte, 15 Studioalben, unzählige Diskussionen über die richtige Balance zwischen Growls, Melodie und Pathos. Und trotzdem schaffen es Amorphis mit Borderland, sich neu zu erfinden: weniger symphonischer Bombast, mehr romantische Klarheit, und ja, ein Hauch Disco hat’s tatsächlich auch ins Repertoire geschafft.
🎧 Was erwartet dich?
- Genre: Melodic Death Metal mit Progressive- und Gothic-Schlieren
- Vergleichbar mit: Katatonia auf der Tanzfläche, Opeth ohne die Jazz-Exkursionen, Evergrey mit finnischer Melancholie
- Klangfarbe: Gitarren wie Nordlichter, Keyboards wie Blade-Runner-Nebel, dazu ein Tomi Joutsen, der zwischen Schwanengesang und Vulkaneruption pendelt
✨ Highlights:
- The Circle – klassischer Amorphis-Opener, mit Delay-Gitarren und klaren Vocals. Weniger „Death“, mehr „Silent Waters“-Romantik.
- Dancing Shadow – die Finnen packen plötzlich Disco-Vibes in ihr Melodeath-Rezept. Klingt verrückt, funktioniert aber, weil der Groove in bester Amorphis-Manier von Gitarren getragen wird.
- Tempest – akustisches Intro, Klavier, bittersüße Melodie – und dann das Finale mit Growls und Chorwucht. Ein Song wie ein Sturm über der Ostsee.
- Despair – das große Finale, finster, fast Black-Metal-getrieben. Ein Rausschmeißer mit Schwere und Gravitas, der den Finger zum Replay-Button zucken lässt.
🏰 Besondere Momente
- Blade-Runner-Sounds im Hintergrund von The Lantern – Synthesizer, die mehr Science-Fiction als Folklore sind.
- Ein Disco-Einschlag in „Dancing Shadow“. Die Puristen heulen, die Tanzfläche nickt zustimmend.
- Produzentenwechsel: Von Jens Bogren zu Jacob Hansen – das Ergebnis klingt luftiger, weniger „overproduced“, mehr Band-als-Orchester.
🪓 Fazit:
Seit Queen of Time und Halo waren Amorphis im Symphonic-Overdrive. Mit Borderland schlagen sie deutlich leichtere Töne an: weniger Schichten, mehr Direktheit. 35 Jahre nach The Karelian Isthmus klingt die Band weder ausgelaugt noch nach Routine, eher so, als hätte sie beschlossen, sich selbst wieder besser zuzuhören. Gruppentherapie?
Borderland ist kein neues Silent Waters, aber es schließt genau daran an: melodisch, emotional, weniger verkopft als die Vorgänger. Amorphis haben den Mut zur Reduktion, und das zahlt sich aus. Für Fans, die melancholische Melodien lieben, ein Muss. Für Death-Metal-Puristen vermutlich ein echter Affront. Für alle anderen: ein spätes Meisterstück einer Band, die nie stagniert. Sehr, sehr zu empfehlen.

| Künstler: | Amorphis |
| Albumtitel: | Borderland |
| Erscheinungsdatum: | 26. September 2025 |
| Genre: | Melodic Death Metal |
| Label: | The Circle Music |
| Spielzeit: | ca. 38 Minuten |
The Circle
Bones
Dancing Shadow
Fog to Fog
The Strange
Tempest
Light and Shadow
The Lantern
Borderland
Despair
🎬 Offizielles Video
Offizielles Musikvideo zu „Dancing Shadow“ – Amorphis verbinden auf Borderland melancholischen Melodeath mit epischer Klarheit. Bereitgestellt vom offiziellen Reigning Phoenix Music-Channel auf YouTube:
Mehr Album-Reviews für dich?
Dieses Review war für dich cool und würdest gerne mehr lesen? Reviews aus sämtlichen Spielarten der Fantasy Musik findest du auf unserer Fantasy Alben Seite.


