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Der Werwolf hat fertig
📰 Was ist los?
Volkolak: The Will of Gods hat heute seinen rund einjährigen Early Access beendet. Version 1.0 bringt die abgeschlossene Geschichte, drei spielbare Wege, mehr als 50 Gegner, zehn mythische Bosse, mehrere Enden und eine vollständig erkundbare Welt voller Figuren aus slawischer Mythologie.
🐛 Was denken wir?
Genau so sieht ein Fantasykosmos-Indietreffer aus: kein Soulslike, das lediglich seine Ruinen etwas dunkler anmalt, sondern Koschei, Leshy, Baba Yaga und eine echte Werwolfmechanik als Fundament. Das klingt zumindest nicht nach einer Story von der Stange.
🌑 Koschei, Werwölfe und heidnische Götter: Volkolak entfesselt seine komplette slawische Fantasywelt
Man kann ein Soulslike natürlich mit zerfallenen Kathedralen, namenlosen Rittern und einer absurd hohen Zahl schlecht gelaunter Leichen füllen. Volk Team hat sich stattdessen entschieden, das Monsterbuch der slawischen Mythologie aufzuschlagen.

Volkolak: The Will of Gods hat heute nach ziemlich genau einem Jahr den Steam Early Access verlassen und ist in Version 1.0 erschienen. Damit stehen nun die komplette Geschichte, die vollständige erkundbare Welt und alle drei vorgesehenen Charakterwege zur Verfügung. Wer den düsteren 2D-Mix aus Soulslike und Metroidvania bislang beobachtet hat, kann jetzt also ohne Early-Access-Vorbehalt hinein.
☠️ Koschei hat das Reich gründlich verdorben
Die Geschichte spielt in einem mittelalterlichen Reich, dessen Bewohner durch einen Fluch des Nekromanten Koschei des Unsterblichen wahnsinnig werden und sich in böse Geister und andere Kreaturen verwandeln. Der Spieler zieht durch diese verwüstete Welt, sucht nach neuen Fähigkeiten und versucht, sich durch Koscheis Gefolge bis zum Ursprung des Fluchs vorzuarbeiten.
Die Entwickler greifen dabei bewusst auf slawische Märchen- und Sagengestalten zurück. Leshy, Baba Yaga, der Feuervogel, Koschei und andere Wesen tauchen neben mehr als 50 Gegnern und zehn mythischen Bossen auf. Schauplätze tragen Namen wie Tsargrad, Dark Forest und Stinking Swamp und sollen weniger nach generischer europäischer Mittelalterkulisse als nach einer finsteren Interpretation alter Volksmärchen aussehen.
Das ist vermutlich der wichtigste Grund, weshalb Volkolak zwischen zahllosen Soulslikes überhaupt auffällt. Die Grundmechanik kennt man. Die folkloristische Grundlage deutlich weniger. Koschei dürfte damit immerhin nicht das Problem haben, schon wieder gegen denselben Ritter mit Zweihänder kämpfen zu müssen.
🐺 Koschei lässt den Werwolf endgültig los
Der offizielle Launch-Trailer zu Volkolak: The Will of Gods zeigt die fertige slawische Dark-Fantasy-Welt, ihre Kreaturen und den Kampf zwischen Mensch, Werwolf und Fluch. Baba Yaga gehört hier offenbar noch zu den übersichtlicheren Problemen.
🐺 Mensch bleiben ist ausdrücklich optional
Auch die namensgebende Volkolak-Verwandlung ist kein Gimmick. Der Spieler kann tatsächlich zum Werwolf werden und dessen Fähigkeiten weiterentwickeln. Zusätzliche Kräfte lassen sich an Altären heidnischer Götter freischalten; manche mythischen Kreaturen sind nicht automatisch Gegner, sondern können angesprochen werden und hilfreiche Informationen liefern.
Version 1.0 bietet nun drei vollständige Ausrichtungen. Veteran setzt stärker auf den menschlichen Kämpfer und seine Waffen. Volkolak versucht, den eigenen tierischen Instinkt mithilfe von Magie zu kontrollieren. Wer es noch etwas problematischer mag, kann den Cursed-Pfad wählen und sich stärker der dunklen Seite des Fluchs hingeben.
Das sind laut Entwickler nicht bloß drei Skilltrees für dieselbe Kampagne. Bestimmte Orte, NPCs und Storyereignisse unterscheiden sich je nach gewähltem Weg, und Entscheidungen führen zu verschiedenen Enden. Bereits die Early-Access-Planung sah drei reguläre Finale und ein geheimes Ende vor.
Für einen zweiten oder dritten Durchlauf steht nun außerdem New Game+ bereit. Wer nach Koschei also noch immer nicht genug von finsteren Sümpfen, heidnischen Altären und Werwolfproblemen besitzt, muss nicht wieder völlig mittellos anfangen.
⚔️ Das Metroidvania unter den Mythologie-Zocks
Spielerisch bleibt Volkolak ein klassischer seitlich gescrollter 2D-Metroidvania-Soulslike. Neue Fähigkeiten öffnen zuvor unzugängliche Bereiche, Gegner verlangen Ausweichen und präzise Angriffe, Bosskämpfe bilden größere Hürden und die zusammenhängende Welt versteckt Nebenwege und Geheimnisse. Sämtliche Figuren und Bewegungen werden laut Entwickler traditionell Frame für Frame von Hand animiert.
Gerade die unterschiedlichen Charakterwege sollen der bekannten Struktur etwas Eigenes geben. In menschlicher Gestalt bestimmen verschiedene Waffen den Kampfstil, während die Verwandlung zusätzliche Bewegungen und Fähigkeiten eröffnet. Dazu kommen Amulette, Verbrauchsgegenstände, Handel und die über das Spiel verteilten Upgrades.
Mit Version 1.0 ist außerdem jener Teil hinzugekommen, der bei einem Early-Access-Rollenspiel vermutlich am schwierigsten zu ersetzen wäre: das Ende der Geschichte.
🎙️ Der Werwolf spricht Englisch und Russisch
Eine Besonderheit besitzt Volkolak bei der Vertonung. GamesVoice und RavenCat haben sowohl eine vollständige russische als auch eine englische Sprachausgabe produziert. Steam führt beide Sprachen inzwischen für Oberfläche, Ton und Untertitel.
Eine deutsche Lokalisierung gibt es derzeit leider nicht. Das ist für den Fantasykosmos durchaus erwähnenswert, weil gerade die stark folkloristische Geschichte von verständlichen Texten profitieren würde. Wer mit Englisch zurechtkommt, bekommt dafür immerhin nicht nur vertonte Hauptszenen, sondern eine vollständige Sprachfassung.
Die Resonanz der bisherigen Spieler fällt ausgesprochen ordentlich aus. Am heutigen Abend stehen bei Steam 91 Prozent positive Wertungen aus inzwischen 226 Nutzerreviews. Zum Release gibt es das Spiel zudem bis zum 7. September mit 30 Prozent Rabatt für aktuell 11,54 Euro.
Das ist kein riesiger AAA-Release und vermutlich auch kein Spiel, das morgen sämtliche Verkaufscharts verschiebt. Für unsere Fantasy-Game-Ecke ist es aber fast ein Musterbeispiel dafür, warum kleine Veröffentlichungen nicht zwischen den großen Namen verschwinden dürfen: Koschei, Baba Yaga, Werwölfe, heidnische Götter und eine heute tatsächlich fertiggestellte Dark-Fantasy-Welt.
Wer danach noch meint, slawische Märchen seien nur etwas für Kinder, darf das gern Koschei persönlich erklären.





