Geister, Lügen und irische Mythen: The Séance of Blake Manor öffnet im Oktober seine Konsolentüren

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Blake Manor bekommt neue Gäste

📰 Was ist los?
The Séance of Blake Manor erscheint am 27. Oktober für PS5, Xbox Series X|S und Switch 2. Die PC-Version existiert bereits seit 2025; neu sind die Konsolenfassungen des übernatürlichen Detektivspiels.

🐛 Was denken wir?
Der Port ist vor allem deshalb interessant, weil das Spiel einen ungewöhnlich klaren eigenen Ton besitzt. Irische Mythologie, viktorianischer Spiritismus und echte Ermittlungsmechaniken ergeben deutlich mehr Profil als der nächste gewöhnliche Horrortrip durch ein dunkles Herrenhaus.

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🕯️ Geister, Lügen und irische Mythen: The Séance of Blake Manor öffnet im Oktober seine Konsolentüren

48 Stunden vor einer geplanten Séance verschwindet eine Frau aus einem abgelegenen irischen Hotel. Das wäre bereits genug Arbeit für einen gewöhnlichen Ermittler. Ungünstig wird es, wenn gleichzeitig eine internationale Gruppe von Mystikern im Haus sitzt, die unbedingt den Schleier zwischen Lebenden und Toten öffnen möchte.

Ein düsterer Raum des viktorianischen Blake Manor mit Gästen und übernatürlicher Atmosphäre im handgezeichneten Comicstil des Spiels.
In The Séance of Blake Manor beginnt alles mit einer verschwundenen Frau und endet schnell bei irischer Mythologie, Spiritismus und Dingen, die besser tot geblieben wären. © Spooky Doorway / Raw Fury

The Séance of Blake Manor bringt dieses Szenario nun auf die Konsolen. Am 27. Oktober 2026 erscheint das übernatürliche Detektivspiel für PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2. Die PC-Fassung von Spooky Doorway und Raw Fury existiert bereits seit Oktober 2025; die neue Veröffentlichung ist also kein Remaster und keine Fortsetzung, sondern der Schritt des bereits etablierten Mystery-Abenteuers auf weitere Plattformen.

Der Zeitpunkt könnte kaum passender liegen. Die Handlung beginnt an Halloween 1897, und Blake Manor gehört genau zu jener Sorte Hotel, bei der ein zusätzliches freies Zimmer vermutlich kein gutes Zeichen ist.

🕵️ Erst kommt der Vermisstenfall, dann das Übernatürliche

Gespielt wird Detective Declan Ward, der nach Blake Manor gerufen wird, um das Verschwinden von Evelyn Deane aufzuklären. Im Hotel trifft er auf eine ungewöhnliche Gesellschaft aus Mystikern, Spiritisten und Gästen, die alle ihre eigenen Gründe haben, ausgerechnet dort zu sein.

Ward muss Gespräche führen, Aussagen miteinander vergleichen und Widersprüche erkennen. Hinweise landen im eigenen Journal und können miteinander verknüpft werden, bis sich aus einzelnen Beobachtungen eine belastbare Theorie entwickelt.

Damit behandelt The Séance of Blake Manor Ermittlungsarbeit tatsächlich als zentrales Spielsystem. Es reicht nicht, jedes Zimmer einmal abzusuchen und anschließend den einzigen verdächtigen Gegenstand anzuklicken. Menschen besitzen Tagesabläufe, Ereignisse finden zu bestimmten Zeiten statt und manche Informationen können verpasst werden, wenn Ward zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Zeit ist deshalb selbst eine Ressource.

🎬 Ein erster Rundgang durch Blake Manor

Der offizielle Trailer zeigt, wie The Séance of Blake Manor Detektivarbeit, irische Mythologie und viktorianischen Geisterglauben verbindet.

⏳ Das Hotel wartet nicht auf den Detektiv

Jede Aktion lässt die Uhr weiterlaufen. Wer zu lange an einer Spur hängt, riskiert, an anderer Stelle eine Begegnung oder ein Gespräch zu verpassen.

Das verändert die klassische Adventure-Struktur erheblich. In vielen Detektivspielen kann man einen Tatort in völliger Ruhe untersuchen, bis auch der letzte Aschenbecher dreimal angeklickt wurde. Blake Manor interessiert sich dagegen nicht dafür, ob der Spieler schon fertig ist.

Die Bewohner verfolgen ihre eigenen Pläne. Gespräche können nur in bestimmten Situationen möglich sein, Türen öffnen sich nicht zwangsläufig dauerhaft und entscheidende Ereignisse finden unabhängig davon statt, ob Ward gerade danebensteht.

Dadurch entsteht ein angenehmer Druck, ohne das Spiel in einen gewöhnlichen Actiontitel zu verwandeln. Man muss nicht schneller schießen. Man muss besser überlegen, wo man seine Zeit investiert.

🔮 Eine Séance ist hier keine harmlose Abendunterhaltung

Über dem gesamten Fall hängt die geplante Zusammenkunft der Mystiker. Sie wollen mit den Toten kommunizieren und dabei bewusst jene Grenze öffnen, die gewöhnlich besser geschlossen bleibt.

Schon bald wird deutlich, dass Blake Manor nicht nur ein Haus voller verdächtiger Gäste ist. Übernatürliche Erscheinungen ziehen sich durch seine Geschichte, und manche Geheimnisse reichen erheblich weiter zurück als das aktuelle Verschwinden.

Das Spiel verbindet dabei den viktorianischen Spiritismus mit irischer Mythologie. Genau diese Mischung gibt ihm eine eigene Identität. Séancen, Geisterglaube und die Faszination des späten 19. Jahrhunderts für das Jenseits treffen auf wesentlich ältere Vorstellungen aus irischen Geschichten und Legenden.

Das Hotel steht dadurch zwischen zwei Arten des Übernatürlichen: Menschen versuchen mit Ritualen kontrolliert Kontakt zum Jenseits aufzunehmen, während eine wesentlich ältere Welt möglicherweise nie um Erlaubnis gefragt hat.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🍀 Irische Folklore statt generischem Spukhaus

Das ist für Spooky Doorway kein zufälliges Dekor. Das irische Studio beschäftigt sich ausdrücklich mit der eigenen Mythologie, Geschichte und Geisterkultur und hatte bereits mit The Darkside Detective einen deutlich humorvolleren Zugang zum Übernatürlichen gewählt.

The Séance of Blake Manor geht ernster vor.

Religion, soziale Klassen und spiritistische Bewegungen gehören ebenso zum historischen Hintergrund wie Geschichten über Wesen und Vorstellungen, die wesentlich älter sind als das viktorianische Hotel. Der Horror entsteht dadurch nicht nur aus sichtbaren Geistern oder dunklen Korridoren, sondern aus der Unsicherheit, welche der vielen Erklärungen überhaupt stimmt.

Ist jemand abergläubisch? Lügt er? Hat er tatsächlich etwas gesehen? Oder verwendet ein rational wirkender Mensch nur die falschen Regeln für eine Welt, in der das Übernatürliche real sein könnte? Für ein Detektivspiel ist genau diese Unsicherheit Gold wert.

🎨 Ein Comicbuch, durch das man selbst läuft

Optisch verfolgt das Spiel ebenfalls einen ungewöhnlichen Weg. Figuren und Umgebungen wirken wie handgezeichnete Panels eines düsteren Comics, obwohl Ward sich aus der Ego-Perspektive frei durch das Hotel bewegt.

Gegenstände werden teilweise wie einzelne Comicpanels untersucht, Zwischensequenzen greifen die grafische Ästhetik auf und die kräftigen Schatten geben dem gesamten Hotel einen fast illustrierten Noir-Charakter.

Das passt erstaunlich gut zur Ermittlungsstruktur. Blake Manor wirkt dadurch nicht wie eine realistisch rekonstruierte historische Unterkunft, sondern wie ein Mystery-Comic, dessen Seiten plötzlich dreidimensional geworden sind.

Gerade auf Konsolen könnte das dem Spiel helfen. Das starke visuelle Profil erklärt innerhalb weniger Sekunden, warum The Séance of Blake Manor zwischen all den fotorealistischen Horrorhäusern auffällt.

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👁️ Der eigentliche Gegner ist vielleicht eine falsche Schlussfolgerung

Interessant bleibt vor allem, dass das Spiel seinen Horror nicht auf Verfolgungsjagden reduziert. Die entscheidende Fähigkeit des Protagonisten besteht nicht darin, besonders gut mit einer Schrotflinte umgehen zu können, sondern darin, Menschen zu beobachten und Informationen richtig zusammenzuführen.

Damit bekommt auch das Übernatürliche eine andere Funktion. Ein Geist ist nicht zwangsläufig bloß ein Monster. Eine Erscheinung kann Hinweis sein, Erinnerung, Täuschung oder Teil einer wesentlich älteren Geschichte.

Genau daraus entsteht die reizvolle Grundspannung: Ein Detektiv versucht, mit Logik einen Fall zu lösen, während seine Umgebung zunehmend infrage stellt, welche Logik überhaupt noch gültig ist.

🕯️ Am 27. Oktober öffnet Blake Manor wieder

Für PC-Spieler ist das Geheimnis von Blake Manor längst zugänglich. Am 27. Oktober kommen nun PS5, Xbox Series X|S und Switch 2 hinzu. Damit bekommt ein vergleichsweise ungewöhnliches Mysteryspiel ein zweites Veröffentlichungsfenster – und möglicherweise genau das Publikum, das im vergangenen Jahr an der reinen PC-Fassung vorbeigegangen ist.

Gerade für die Wochen vor Halloween passt der Titel fast verdächtig gut: ein altes irisches Hotel, eine verschwundene Frau, Spiritisten mit zweifelhaften Absichten und eine Séance, die offenbar niemand vernünftigerweise durchführen sollte.

Aber selbstverständlich wird sie durchgeführt. Sonst hätten wir schließlich nur einen Vermisstenfall und deutlich weniger Geister.

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