The Green Goblins – The Green Goblins (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

The Green Goblins – The Green Goblins

🧿 Kurzfazit
Folk, Rock, Pub-Schub und Koboldcharme: The Green Goblins liefern auf ihrem Debüt eine sehr eingängige, spielfreudige Runde Celtic Folk’n’Roll ab. Die elektrische Geige gibt Profil, die Songs kommen schnell auf den Punkt und knapp 40 Minuten lang bleibt das Fass fast immer in Bewegung.

🧭 Für wen & vergleichbar mit
Für Hörer, die Fiddler’s Green, The O’Reillys and the Paddyhats, Dropkick Murphys in zahmerer Folk-Laune oder allgemein rockig aufgeladenen Irish Folk mögen. Wer Geige, Mitsingrefrains, Taverne-Energie und eine gewisse Straßenfesttauglichkeit schätzt, ist hier ziemlich guter Gesellschaft.

🎼 Highlights
Whiskey, Tequila, Vodka & Beer, Spinning Goblin, The Courier, Goblins March

⛔ Für wen eher weniger geeignet?
Wer bei Folkrock grundsätzlich nur gröhlende Saufnummern wahrnimmt und schon nach zwei Takten das Weite sucht, wird hier kaum bekehrt. Auch wer maximale Wildheit oder echte Metal-Schwere erwartet, sitzt am falschen Tresen. The Green Goblins wollen antreiben, nicht niederwalzen.

Albumcover von The Green Goblins – The Green Goblins: Vier grüne Goblinfiguren stehen dicht beieinander vor dunklem Waldhintergrund. Im Vordergrund trägt eine Figur Wandergepäck und eine rote karierte Jacke, links hält eine andere einen knorrigen Stab. Im Hintergrund blicken große orangefarbene Augen aus dem Dickicht. Unten steht der Bandname in großer weiß-grüner Schrift.

🍺 The Green Goblins – The Green Goblins: Vier Goblins, drei Spirituosen und eine Geige

Es gibt Bandnamen, die verlangen förmlich nach einer schnellen Pointe. The Green Goblins gehören sehr eindeutig dazu. Man denkt an Taverne, Schabernack, Dudelsack, fragwürdige Trinkgewohnheiten und mindestens einen Musiker, der im Backstage versehentlich mit einem Waldgeist verwechselt wird. Die gute Nachricht: Genau dieser erste Reflex führt hier nicht völlig in die Irre. Die bessere Nachricht: Das Debüt von The Green Goblins ist mehr als bloß eine lustige Koboldverkleidung mit ordentlich Biermief.

Denn hinter The Green Goblins steckt eine Band, die 2017 tatsächlich als Straßenmusikprojekt im Dreiländereck begann, traditionelle irische Songs zunächst akustisch spielte, sich nach und nach elektrifizierte und inzwischen ihren eigenen Begriff dafür gefunden hat: Celtic Folk’n’Roll. Das klingt zunächst wie eine jener Genreformeln, bei denen man vorsichtshalber schon einmal die Augenbraue anhebt. Im vorliegenden Fall passt es allerdings erstaunlich gut.

Diese Platte will feiern, marschieren, mitsingen, schunkeln, angallopieren und zwischendurch so tun, als säße man mit hochgeklapptem Kragen in einer Spelunke, in der gleich entweder ein Trinkspiel oder eine kleine Bier-Revolution beginnt. Das alles passiert mit Geige, Gitarren, Rhythmus und einer sympathischen Portion Zug zum direkten Song.

Kurz gesagt: Diese Goblins sind nicht bloß grün. Sie sind auch ziemlich ausgeschlafen.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Celtic Folk’n’Roll, Folk Rock, Celtic Rock, Irish Folk Rock

Musikalische Einordnung: The Green Goblins bewegt sich in jenem sympathischen Grenzbereich, in dem traditionelle Folkfarben und moderner Rock sich die Hand geben, ohne lange über Zuständigkeiten zu streiten. Geige und Folk-Melodien liefern die Signatur, Gitarre, Bass und Schlagzeug sorgen dafür, dass die Sache nicht als hübsche Mittelaltermarkt-Berieselung endet, sondern als richtige Bandplatte funktioniert.

Genau darin liegt auch die Stärke des Albums. Diese Songs wollen nicht bloß Folklore ausstellen. Sie wollen vorwärts. What’s Wrong, What’s Right macht schon zu Beginn klar, dass hier keine lange Nebelmaschine angeworfen wird. Tally Ho setzt noch einen drauf und drückt direkt Richtung Pub, während Roll On kompakt und melodisch auf sofortige Wirkung setzt.

Interessant wird es vor allem dann, wenn die Band ihre eigene Formel etwas weiter aufzieht. Spinning Goblin lässt die elektrische Geige förmlich von der Leine, Take A Stand gibt dem Album inhaltlich etwas mehr Gewicht, und The Courier nimmt sich als einer der längsten Songs mehr Zeit für Atmosphäre und Entwicklung. Wirklich hübsch ist dabei, dass die Platte nicht zwölfmal denselben Pub-Galopp abliefert. Ganz vermeiden kann sie ähnliche Grundmuster zwar nicht, aber genug Stücke besitzen eigene Akzente, um das Ganze lebendig zu halten.

Klangbild: Der Sound verfolgt keine überkomplizierte Strategie und tut gut daran. Die Geige steht als charakterprägendes Element deutlich im Zentrum, ohne dass die Rhythmusgruppe zum dekorativen Hintergrund degradiert wird. Gitarren und Bass halten die Stücke stabil im Rockkontext, das Schlagzeug gibt genug Druck, damit die Songs nicht bloß folkloristisch tänzeln, sondern ordentlich schieben.

Besonders gelungen ist die Balance zwischen Rauheit und Klarheit. Das Album wirkt lebendig und bühnennah, ohne wie ein besseres Demo zu klingen. Die elektrische Geige setzt sich sauber durch, Gitarren, Bass und Drums behalten trotzdem genügend Gewicht.
Gerade diese Mischung passt zur Herkunft der Band. Man hört, dass diese Musik aus Straße, Club, Pub und Bühne kommt. Weniger Studioakademie, mehr Bewegung. Passt!

🎬 Offizielles Musikvideo

Offizielles Musikvideo zu Turn It Around von The Green Goblins aus dem Album The Green Goblins. Der Song zeigt sehr schön, dass die Band mehr kann als bloß auf Trinklaune zu setzen: Folk-Melodie, Rockanschub und ein Refrain, der direkt nach vorne will.

🧌 Vier grüne Momente, die hängenbleiben

Whiskey, Tequila, Vodka & Beer

Der Titel bemüht sich keineswegs um Subtilität, und das muss er auch nicht. Dieser Song weiß ganz genau, was er tut. Er grinst, hebt vier Gläser gleichzeitig und schaut einen an, als wolle er wissen, ob man aus gesundheitlichen Gründen kneift.
Musikalisch funktioniert das Stück genau deshalb, weil es den Offensichtlichkeitsvorteil nicht verspielt. Das Ding hat Zug, Tempo, Mitsingpotenzial und genug Selbstironie, um nicht als peinlicher Saufliedautomat zu enden. Es ist eine Single mit breitem Publikumsköder, aber ein ziemlich effizienter.

Spinning Goblin

Hier darf die elektrische Geige endgültig das Kommando übernehmen. Spinning Goblin wirbelt, zieht an und besitzt genau jene rastlose Energie, bei der man sich gut vorstellen kann, wie der Song live eine komplette Reihe vor der Bühne in Bewegung setzt.
Das Stück ist deshalb so wichtig, weil es das eigentliche Alleinstellungsmerkmal der Band besonders deutlich macht. Die Geige begleitet hier nicht. Sie führt. Genau in solchen Momenten entwickeln The Green Goblins ein eigenes Gesicht.

The Courier

Mit etwas mehr als vier Minuten ist The Courier einer der ausgedehnteren Songs des Albums und nutzt diesen zusätzlichen Raum sinnvoll. Hier geht es weniger um den sofortigen Refrain und stärker um Atmosphäre, Aufbau und Entwicklung. Gerade dadurch wirkt der Song wie eine kleine Verschnaufpause vom permanenten Pub-Druck. The Green Goblins zeigen hier, dass sie ihre Musik auch wachsen lassen können, wenn sie ihr ein paar Sekunden mehr Zeit geben.

Goblins March

Mit 4:14 Minuten ist Goblins March sogar der längste Track der Platte und genau deshalb ein passender Abschluss. Statt leise die Stühle hochzustellen, marschiert die Band noch einmal geschlossen nach vorne. Geige, Rhythmusgruppe und Gitarren bündeln die Energie des Albums zu einem Finale, das weniger nach Schlussakkord als nach Aufbruch zur nächsten Bühne klingt. Und ja: Wenn eine Band The Green Goblins heißt, darf am Ende selbstverständlich auch ein Goblinmarsch stehen. Das wäre sonst fast Vertragsbruch.

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🎨 Artwork

Das Cover erledigt seine Arbeit mit bemerkenswerter Direktheit. Vier grüne Goblins blicken uns entgegen: ein Goblin-Mädel mit Stab links, ein hochgewachsener Kollege im Hintergrund, ein spitz grinsender Grünling mit Rucksack und Kücheneinrichtung rechts und zentral ein kleineres Exemplar mit Iro und ziemlich verwegener Mine. Über allem wacht ein Paar großer orangefarbener Augen aus dem Dickicht. Das Bild macht keinerlei Hehl daraus, dass hier Fantasy, Witz und Folkabenteuer zusammengehören sollen. Es wirkt wie eine Mischung aus Taverngeschichte, Comicillustration und Kneipenmythos. Und das passt wirklich allerbestens zu dieser Band. The Green Goblins wollen nicht poliert und seriös erscheinen. Sie setzen ganz offensichtlich auf Wiedererkennungswert. Und der ist hier eindeutig vorhanden.

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✨ Besondere Momente

🎻 Die Geige ist hier kein Dekoartikel

Der wichtigste Unterschied zwischen dieser Band und vielen halbherzigen Folkrock-Projekten liegt darin, dass die Geige hier tatsächlich prägt. Besonders Spinning Goblin zeigt, wie viel Dynamik dadurch entsteht. Sie färbt die Songs nicht nur hübsch an, sondern trägt Melodien, setzt Akzente und sorgt dafür, dass The Green Goblins nicht im generischen Pub-Rock versacken.

🚶 Vom Straßenrand auf die Clubbühne

Die Herkunft als Straßenmusikband hört man diesem Album positiv an. Diese Songs sind auf unmittelbare Wirkung gebaut. Sie kommen nicht über verkopfte Konstruktion, sondern über Direktheit, Melodie und Spieltrieb. Das ist kein Makel, sondern gewissermaßen ihr Betriebssystem.

✊ Mehr als Bierkrüge und Pubromantik

Take A Stand zeigt, dass die Band nicht ausschließlich über Alkohol, Bewegung und ausgelassene Nächte erzählen will. Hier geht es um Haltung, Selbstbehauptung und Widerstand. Solche Momente geben der Platte Gewicht und verhindern, dass sie ausschließlich als Partybegleitung durchläuft.

🏕️ Rau, aber nicht roh

Die Produktion findet eine gute Mitte. Genug Kante, um die Band glaubwürdig wirken zu lassen, genug Klarheit, damit Geige, Gitarren und Rhythmussektion nicht zu einem einzigen Folkklumpen verschmelzen. Gerade für ein Debüt ist diese Balance ziemlich gelungen.

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📜 Hintergrund: Wie aus Straßenmusik Goblin-Rock wurde

The Green Goblins starteten 2017 mit Gitarre, Geige und Dudelsack als Straßenmusikband im Dreiländereck zwischen Schweiz, Deutschland und Frankreich. Zunächst stand die akustische Neuerzählung traditioneller irischer Songs im Mittelpunkt. Später kamen Percussion, danach elektrische Gitarre, Schlagzeug und Bass hinzu. Der Klang wurde größer, druckvoller und bandhafter.

In dieser Entwicklung liegt auch der Schlüssel zum Debüt. The Green Goblins ist kein spontaner Schnellschuss, sondern der erste Langspieler einer Gruppe, die sich ihren Stil über Jahre erspielt hat. Nach der EP Arandore folgt nun der Schritt zu Metalville und damit in einen deutlich größeren Rahmen.

Parallel zur Veröffentlichung geht die Band mit Kärbholz auf Tour. Das passt ziemlich gut. Diese Songs wirken ohnehin so, als hätten sie nie ernsthaft vorgehabt, lange im Studio sitzen zu bleiben.

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🍺 Fazit: Goblins, Geige, gute Laune

The Green Goblins ist ein Debüt, das genau weiß, was es sein will. Diese Band möchte den Celtic Folk Rock nicht neu erfinden. Sie möchte ihn antreiben, elektrifizieren und mit genug Spielfreude versehen, dass nach wenigen Minuten Bewegung in die Bude kommt.
Die größte Stärke liegt in der unmittelbaren Wirkung. Die Geige gibt Charakter, die Rockbasis sorgt für Schub, die Refrains sitzen schnell, und die Platte leistet sich auf knapp 40 Minuten kaum echten Leerlauf.

Ganz ohne Schwäche bleibt das nicht. Mehrere Songs arbeiten mit ähnlichen Abläufen, und genau dadurch schleicht sich mit der Zeit etwas Vorhersehbarkeit ein. Ein paar zusätzliche Brüche, längere Spannungsbögen oder überraschendere Arrangements hätten dem Debüt gutgetan.

Dafür stehen Stücke wie Spinning Goblin, The Courier und Goblins March exemplarisch dafür, wie viel Potenzial hier steckt, sobald die Band ihre Formel etwas weiter öffnet. Unterm Strich bekommt man eine sympathische, direkte, lebendige Platte, die Pub und Festivalbühne bereits im Blut hat.

Jawoll, ja! Diese Goblins darf man guten Gewissens durchwinken.

Albumcover von The Green Goblins – The Green Goblins: Vier grüne Goblinfiguren stehen dicht beieinander vor dunklem Waldhintergrund. Im Vordergrund trägt eine Figur Wandergepäck und eine rote karierte Jacke, links hält eine andere einen knorrigen Stab. Im Hintergrund blicken große orangefarbene Augen aus dem Dickicht. Unten steht der Bandname in großer weiß-grüner Schrift.

Künstler:

The Green Goblins

Albumtitel:

The Green Goblins

Erscheinungsdatum:

2. Oktober 2026

Genre:

Celtic Folk’n’Roll / Folk Rock / Celtic Rock

Label:

Metalville Records

Spielzeit:

ca. 46 Minuten

🎼 Trackliste:

What’s Wrong, What’s Right – 3:06
Tally Ho – 2:53
Whiskey, Tequila, Vodka & Beer – 3:19
Roll On – 2:51
Spinning Goblin – 3:34
Turn It Around – 2:48
Take A Stand – 3:48
The Battle Of Sturning Bridge – 3:00
The Courier – 4:01
Free Soul – 2:58
Johnny Jump Up – 3:24
Goblins March – 4:14

👥 Besetzung:

Jam Hakimi – Gitarre, Gesang
Anja Cieslar – Violine
Tom Erni – Bass
Mario Steinacher – Schlagzeug

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