Wenn Karma zur Waffe wird: TARAE: The Unbound baut Dark Fantasy aus Yin, Yang und alten Mythen
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Der Kreislauf der Wiedergeburt ist zerbrochen
📰 Was ist los?
KRAFTON und Boundary haben TARAE: The Unbound auf der Gamescom erstmals umfassend vorgestellt und PS5, Xbox Series X|S sowie PC bestätigt. Das Top-down-Action-RPG spielt auf Taegwido, einer aus den zerbrochenen Grenzen von sechs Reichen entstandenen Insel, auf der sechs Seekers den gestörten Kreislauf der Reinkarnation wiederherstellen sollen.
🐛 Was denken wir?
Interessant ist vor allem, wie tief die mythologischen Ideen ins Spielsystem reichen sollen. Wenn fünf Elemente, Yin und Yang, Karma und Reinkarnation tatsächlich Builds und Kämpfe prägen und nicht nur Begriffe im Weltlexikon bleiben, könnte TARAE innerhalb der Dark-Fantasy-Action deutlich eigenes Profil entwickeln.
🕸️ Wenn Karma zur Waffe wird: TARAE: The Unbound baut Dark Fantasy aus Yin, Yang und alten Mythen
Der Name war schon bekannt, die Welt dahinter bislang kaum. Jetzt hat KRAFTON den Vorhang für TARAE: The Unbound tatsächlich geöffnet – und dahinter wartet keine weitere Fantasylandschaft aus Burgen, Trollen und europäischem Mittelalter, sondern eine Dark-Fantasy-Welt, deren Regeln aus Karma, Reinkarnation, Yin und Yang sowie den fünf Elementen entstehen.

Das von Boundary entwickelte Action-RPG wurde auf der Gamescom erstmals umfassend präsentiert. TARAE: The Unbound erscheint für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC, ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest. Gespielt wird aus einer erhöhten Top-down-Perspektive, während schnelle Kämpfe gegen große Gegnergruppen und deutlich stärker inszenierte Bossbegegnungen das spielerische Fundament bilden.
Interessanter als die Perspektive ist allerdings, warum diese Welt überhaupt so aussieht. Taegwido ist keine gewöhnliche Insel. Sie entstand aus dem Zusammenbruch einer kosmischen Ordnung, die eigentlich dafür sorgen sollte, dass Leben, Tod und Wiedergeburt weiter ihren vorgesehenen Weg nehmen.
🌑 Taegwido liegt auf den Trümmern von sechs Reichen
Im Zentrum der Vorgeschichte steht Agasa, ein Außenseiter, der keinem der sechs Reiche angehörte. Um den Kreislauf der Wiedergeburt zu brechen, zerstörte er die Grenzen zwischen ihnen. Aus den auseinandergerissenen Ländern entstand schließlich Taegwido, eine Insel an den Bruchstellen dieser sechs Welten.
Der Schaden reicht entsprechend weiter als bis zu ein paar verschobenen Gebirgen. Die Reinkarnation selbst funktioniert nicht mehr richtig, karmische Ordnung und Schicksal sind aus dem Takt geraten. Über Taegwido verstreut liegen sogenannte Sources, deren Macht den Kreislauf wiederherstellen könnte.
🎬 Taegwido zeigt erstmals seine ganze Dunkelheit
Der offizielle Reveal-Trailer zeigt TARAE: The Unbounds sechs Seekers, schnelle Kämpfe und die mythologischen Kreaturen der zerbrochenen Welt Taegwido.
Nach diesen Fragmenten suchen die sechs Seekers. Jeder von ihnen kommt mit einer eigenen Vergangenheit, eigenen Verletzungen und einem eigenen Grund nach Taegwido. Im Verlauf der Geschichte sollen sich ihre Wege immer stärker miteinander verbinden, bis aus sechs unterschiedlichen Schicksalen eine gemeinsame Geschichte entsteht.
Das ist eine ziemlich passende Grundlage für ein Spiel, das schon im Titel mit Fäden und Verbindungen arbeitet. TARAE interessiert sich offenbar weniger dafür, wer der eine prophezeite Retter der Welt ist, als dafür, was passiert, wenn mehrere beschädigte Lebenswege im selben zerbrochenen Kreislauf landen.
⚔️ Vom Schwert bis zur Geistermacht
Auch spielerisch unterscheiden sich die Seekers deutlich voneinander. Boundary verbindet traditionelle und fantastische Kampfstile: Schwerter und Feuerwaffen stehen neben Kampfkunst, mystischen Techniken und der Möglichkeit, spirituelle Kräfte einzusetzen.
Jede Klasse besitzt dabei eigene Ressourcen und ein eigenes Skillsystem. Der grundlegende Build wird zunächst über Eigenschaften definiert und anschließend mit Support-Skills sowie besonderer Ausrüstung weiter verzweigt. Dadurch sollen selbst innerhalb derselben Klasse deutlich unterschiedliche Spielweisen entstehen können.
Im Kampf geht es einerseits darum, große Gruppen von Gegnern mit Fähigkeiten und Angriffsketten möglichst flüssig auseinanderzunehmen. Bei Bossen verändert sich die Aufgabe: Hier sollen Angriffsmuster und Besonderheiten des jeweiligen Schlachtfelds gelesen werden, bevor im richtigen Moment ausgewichen, gekontert und eine Schwachstelle ausgenutzt wird.
Damit setzt TARAE auf zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten. Normale Gegner liefern Masse und Vorwärtsdrang, die mächtigen mythologischen Wesen verlangen Beobachtung und Timing. Ob dieser Wechsel sauber funktioniert, dürfte ziemlich entscheidend dafür sein, ob sich das Kampfsystem dauerhaft trägt.
☯️ Yin und Yang sind hier keine Dekoration
Besonders spannend wird die Charakterentwicklung dort, wo TARAE seine mythologischen Grundlagen mit Zahlen und Builds verbindet. Die Wechselwirkungen der fünf Elemente, die Harmonie von Yin und Yang, Karma und der gestörte Reinkarnationskreislauf sollen unmittelbar bestimmen, wie Ausrüstung, Fortschritt und Kampfstile aufgebaut werden.
Damit werden Begriffe, die in vielen Fantasyspielen lediglich in Namen von Tempeln, Zaubern oder Fraktionen auftauchen, zu tatsächlichen Regeln. Welche Elemente sich gegenseitig fördern oder behindern und wie stark sich karmische Entscheidungen auf einzelne Systeme auswirken, muss Boundary noch genauer erklären. Das Grundgerüst verspricht aber wesentlich mehr als eine asiatisch eingefärbte Skilltree-Oberfläche.
Auch visuell verfolgt das Spiel diesen Ansatz konsequent. Ruhige Tempelanlagen und traditionelle Architektur stehen neben zerstörten Städten, kriegsverwüsteten Regionen und Straßen, die von geisterhaften Erscheinungen durchzogen werden. Schönheit und Brutalität sollen ausdrücklich nebeneinander existieren.
👹 Alte Legenden werden zu Bossgegnern
Die größten Gegner stammen aus östlicher Mythologie und Folklore. Boundary möchte diese Kreaturen nicht einfach als bekannte Sagengestalten auf die Karte setzen, sondern ihre Überlieferungen in die jeweiligen Begegnungen und sogar in die Schlachtfelder einarbeiten.
Dadurch soll jeder große Gegner eine andere Lösung verlangen. Angriffe, Umgebung und Bewegungsmuster verändern sich, während der Spieler herausfinden muss, wann er Druck machen und wann er zurückweichen sollte. Das passt gut zum Grundgedanken einer Welt, in der Mythologie nicht nur erzählt, sondern mechanisch umgesetzt werden soll.
Die ersten Bilder zeigen entsprechend wenig Zurückhaltung. Zwischen Tempeln, überwucherten Ruinen und dunklen Städten tauchen gewaltige Wesen auf, während magische Effekte und traditionelle Motive mit einer überraschend düsteren, stellenweise fast grotesken Bildsprache verbunden werden.
Gerade diese Mischung gibt TARAE momentan sein stärkstes Profil. Das Spiel sieht nicht aus, als hätte jemand lediglich ein gewöhnliches Action-RPG mit ein paar fernöstlichen Ornamenten versehen. Taegwido soll eine Welt sein, deren Kosmologie bis in die Kämpfe hineinreicht.
🧭 Viel ist enthüllt – entscheidende Fragen bleiben offen
Trotz der großen Präsentation hält sich Boundary bei einigen wichtigen Punkten noch bedeckt. Einen Veröffentlichungstermin gibt es nicht, und auch über den genauen Umfang der Kampagne oder die Struktur der Welt wissen wir noch wenig. Steam bestätigt zwar bereits Online-Koop und PvP neben dem Einzelspielermodus, wie diese Bestandteile konkret funktionieren, wurde bislang aber nicht ausführlich erklärt.
Gerade deshalb war die Gamescom-Präsentation trotzdem der eigentliche Startschuss für TARAE: The Unbound. Vorher kannten wir einen Namen, eine grobe Genrebezeichnung und das Versprechen einer Weltpremiere. Jetzt lässt sich erstmals erkennen, was Boundary damit meint.
Und das ist bislang erfreulich eigenständig: sechs beschädigte Schicksale, eine Insel aus den Trümmern von sechs Reichen und ein Kampfsystem, in dem selbst Karma offenbar irgendwann eine Rechnung stellt.
Bei einem Spiel über Wiedergeburt wäre schließlich alles andere als ein zweiter Versuch ziemlich inkonsequent.







