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Elysior erreicht sein Finale
📰 Was ist los?
Tales of a Treacherous Fate erscheint heute bei Gollancz und beendet Jennifer Delaneys Gothic-Fantasy-Trilogie. Kat und Emrys geraten in einen offenen Krieg mit Dämonen, während die Fey nach Norden fliehen und schließlich sogar die alten Götter Elysiors ins Spiel kommen.
🐛 Was denken wir?
Ein Trilogieabschluss ist für den Literaturbereich ein sauberer Anlass, besonders wenn die Reihe ihren Maßstab derart erweitert hat. Entscheidend wird sein, ob Delaney den großen Krieg und die Mythologie mit jener persönlichen Gothic-Spannung verbinden kann, die Tales of a Monstrous Heart ursprünglich ausgezeichnet hat.
🔥 Elysior brennt, die alten Götter erwachen: Jennifer Delaneys Gothic-Fantasy-Trilogie endet heute
Ein verfluchtes Herrenhaus und eine verbotene Verbindung reichten Jennifer Delaney zum Auftakt noch, um ihre Gothic-Fantasy-Welt ins Rollen zu bringen. Zwei Bücher später ist daraus ein Krieg geworden, in dem Dämonen über Elysior herfallen, die Fey nach Norden fliehen und selbst die alten Götter wieder eine Rolle spielen müssen.

Mit Tales of a Treacherous Fate erscheint heute, am 27. August 2026, der dritte und abschließende Band von Delaneys Trilogie bei Gollancz. Die englische Hardcover-Ausgabe umfasst 576 Seiten und führt die Geschichte von Kat und Emrys dort weiter, wo Tales of a Deadly Devotion sie mit erheblich größeren Problemen zurückgelassen hat.
Die Reihe, die mit Tales of a Monstrous Heart begann, hat sich damit sichtbar von ihrer zunächst stark auf Gothic Romance und düstere Akademieelemente konzentrierten Ausgangslage entfernt. Im Finale steht nicht mehr nur das Geheimnis eines Mannes, eines Hauses oder einer verbotenen Magie im Zentrum. Elysior selbst beginnt auseinanderzubrechen.
🌑 Aus Gothic Romance wird Krieg um Elysior
Das Ende von Tales of a Deadly Devotion hat Vertrauen zerstört und die zentralen Figuren voneinander getrennt. Nun breitet sich der Konflikt über weite Teile Elysiors aus. Ein offener Krieg droht, während die verbliebenen Fey nach Norden fliehen und dort eine Macht zu wecken versuchen, die jenseits der Berge verborgen liegt.
Gleichzeitig werden Dämonen in immer größerer Zahl auf die Welt losgelassen. Damit erreicht eine Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt, die schon im ersten Band angelegt war: Dunkle Magie ist in Delaneys Welt nie bloß ein praktisches Werkzeug, sondern besitzt einen Preis und häufig einen eigenen Willen.
Gerade darin lag von Anfang an der Gothic-Kern der Reihe. Bedrohlich ist nicht nur, was draußen im Wald oder hinter verschlossenen Türen wartet. Gefährlich sind ebenso jene Kräfte, die Menschen freiwillig benutzen, weil sie glauben, sie kontrollieren zu können. Im dritten Band scheint genau diese Rechnung nun fällig zu werden.
🧙 Kat und Emrys müssen noch tiefer in die Dunkelheit
Im Zentrum bleiben Katherine „Kat“ Woodrow und Emrys Blackthorn. Kat begann die Reihe als Fey, die eigentlich nur ihre Ausbildung am Institute of Magic abschließen wollte. Ausgerechnet der gesellschaftliche Druck auf sie führte jedoch zu einer magischen Partnerschaft mit Lord Blackthorn – einem verfluchten Kriegsveteranen, der selbst tief mit jener dunklen Magie verbunden ist, vor der andere warnen.
Aus diesem zunächst persönlichen Konflikt wuchs nach und nach etwas sehr viel Größeres. Bereits der zweite Band ließ immer mehr Dämonen aus verfluchten Texten entkommen und bereitete die Rückkehr einer alten Bedrohung vor. Das Finale zieht diese Linie nun bis zu ihrem logischen Ende.
Kat und Emrys müssen auf eine Macht zurückgreifen, die eigentlich ihre letzte Option sein sollte: die alten Götter von Elysior. Das klingt weniger nach einem kleinen zusätzlichen Mythologiebaustein als nach einer Verschiebung der Größenordnung. Die Probleme der Figuren werden nicht einfach persönlicher oder gefährlicher; sie berühren zunehmend die Fundamente der Welt selbst.
🕯️ Nicht jede Dunkelheit ist der Feind
Besonders interessant ist dabei eine Idee, die Gollancz bereits in der offiziellen Beschreibung ins Zentrum stellt: Nicht jede Form von Dunkelheit steht automatisch auf der falschen Seite.
Das passt zur Reihe. Delaney hat ihre Magie nie sauber in freundliches Licht und böse Schatten getrennt. Figuren benutzen verbotene Kräfte aus guten Gründen, vermeintlich schützende Institutionen können grausam handeln und die Zugehörigkeit zu Fey oder Menschen entscheidet keineswegs darüber, wer moralisch auf der richtigen Seite steht.
Im Finale bekommt dieses Motiv offenbar noch größere Bedeutung. Eine Macht namens Darkness Beneath will nicht länger benutzt werden, sondern frei sein. Wie genau sie in den Krieg und die alten Götter hineinspielt, sollte man vor der Lektüre vermutlich nicht weiter zerlegen.
Allein die Konstellation deutet aber darauf hin, dass Tales of a Treacherous Fate nicht einfach mit einem möglichst großen Endkampf abschließen möchte. Die Frage dürfte ebenso lauten, ob Kat und Emrys überhaupt noch wissen können, welche Kräfte tatsächlich ihre Feinde sind.
📖 Von Jane Eyre bis zu alten Göttern
Gollancz beschreibt Delaneys Reihe weiterhin als von Jane Eyre inspirierte Gothic Fantasy beziehungsweise Romantasy. Das war besonders beim ersten Band unmittelbar zu erkennen: eine junge Frau, ein rätselhafter Mann, ein düsteres Anwesen, soziale Grenzen und Geheimnisse, die eine Beziehung zunehmend gefährlicher machen.
Drei Bände später hat Delaney diese Ausgangslage erheblich erweitert. Aus dem Gothic-Herrenhaus ist eine ganze Fantasywelt geworden, in der Fey, Dämonen, Magier und alte Gottheiten miteinander kollidieren.
Gerade deshalb ist der Abschluss interessant. Eine Trilogie kann ihre eigene Ausgangsidee immer weiter aufblasen, bis vom ursprünglichen Charakter kaum etwas übrig bleibt. Tales of a Treacherous Fate muss nun zeigen, ob es die große Fantasyeskalation wieder mit jener persönlichen Dunkelheit verbinden kann, auf der Kat und Emrys’ Geschichte ursprünglich aufgebaut wurde.
Der Umfang lässt dafür zumindest Platz: Mit 576 Seiten ist der Abschluss ein ziemlich kräftiger letzter Band.
🔥 Heute fällt die letzte Entscheidung
Tales of a Treacherous Fate erscheint heute auf Englisch bei Gollancz und schließt damit die Trilogie nach Tales of a Monstrous Heart und Tales of a Deadly Devotion ab.
Für Leser der ersten beiden Romane ist der Anlass deshalb größer als ein gewöhnlicher Neuerscheinungstag. Hier beginnt kein neues Abenteuer, das später noch in beliebig viele Fortsetzungen wachsen kann. Delaney führt Kat, Emrys und Elysior ausdrücklich zu ihrem Ende.
Und wenn im dritten Band bereits Dämonenheere, fliehende Fey und erwachende alte Götter auf dem Tisch liegen, dürfte eines ziemlich sicher sein:
Leise wird dieses Ende nicht.







