Svartsot – Peregrinus (Review)

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🛡️ Svartsot – Peregrinus: Von Kreuzrittern, Klerus & Krachleder

Bärte bis zum Bauch, Flöten im Anschlag und Growls, die selbst Walther von der Vogelweide aus dem Grab holen würden: Svartsot sind zurück. Peregrinus erzählt die Geschichte eines Kreuzfahrers wider Willen, ein Narrativ, das zwischen Schlachtbank und Skepsis pendelt. Statt Schunkel-Folk fürs Metbier gibt es diesmal Folk Metal mit historischem Rückgrat, in dem Melodien aus dem 13. Jahrhundert ebenso ihren Platz haben wie krachende Melo-Death-Riffs.

🎧 Was erwartet dich?

  • Genre: Folk Metal / Melodic Death Metal mit historischen Motiven
  • Vergleichbar mit: Ensiferum ohne Power-Kitsch, Tyr auf Pilgerfahrt, Eluveitie ohne Dudelsack-Overkill
  • Klangfarbe: Fette Gitarrenriffs, Mandolinen und Flöten, zweistimmige Leads, dazu Thor Bagers vielseitiger Grunzgesang

Highlights:

  • Communitas – melancholisch und doch eingängig, ein Song wie ein keltischer Trinkspruch am Grabstein.
  • Neglentia – breitbeinige Riffs, Gangshouts und Groove: der Festival-Hammer.
  • Spiritualitas – baut aus einem traditionellen libanesischen Lied einen Ohrwurm-Chor, der episch und exotisch zugleich wirkt.

🏰 Besondere Momente

  • Walther von der Vogelweide taucht in Libertas auf, Mittelalter trifft Melo-Death.
  • Historische Fundstücke: Das Intro Como póden per sas culpas stammt von einem spanischen Pilgerlied (13. Jh.), und plötzlich fühlt man sich wie auf dem Camino de Santiago mit Doublebass.
  • Thor Bager growlt nicht nur, er variiert, von tiefem Grollen bis verständlichem Brüllen und das mit ganz eigenem Charakter.
  • Albumdramaturgie: Silentium beendet das Album mit melancholischer Größe, kein Fade-out, sondern ein perfekter Abgesang.

🪓 Fazit:

Svartsot, 2005 in Randers/Dänemark gegründet, standen lange für folkigen Party-Metal mit Trinkhörnern und Humpa-Vibes. Spätestens seit Kumbl (2022) hat sich die Band von der Klamauk-Ecke verabschiedet und sich ernster, historischer und musikalisch vielseitiger präsentiert. Peregrinus setzt diesen Weg konsequent fort: kein Saufgelage, sondern die Reise eines Mannes, der den Glauben verliert und dabei selbst untergeht. Die Platte wird von der Band selbst als „wahrscheinlich letztes traditionelles Album“ angekündigt, was immer folgen mag, hier schließt sich wohl ein Kapitel.

Peregrinus ist das reifste Werk von Svartsot: historisch fundiert, melodisch stark, hart beim Riffing und frei von der Humpa-Last der Frühwerke. Wer Folk Metal mit Anspruch sucht, bekommt hier das volle Paket. Keine Revolution, aber die bisher beste Synthese aus Folk, Death und Erzählkunst.

Albencover von Svartsot – Peregrinus (2025, Mighty Music): Ein Kreuzritter mit rotem Mantel und erhobener Lanze erhebt sich über einen Haufen gefallener Körper; einer hält ein Pergament empor. Düsteres, historisch anmutendes Artwork im Ölmalstil.
Künstler:Svartsot
Albumtitel:Peregrinus
Erscheinungsdatum:5. September 2025
Genre:Folk Metal / Melodic Death Metal
Label:Mighty Music
Spielzeit:ca. 44 Minuten

Como po’den per sas culpas
Tarditas
Communitas
Simplicitas
Libertas
Neglentia
Spiritualitas
Via Dolorosa
Silentium

🎧 Full Album Stream

Offizieller Full-Album-Stream zu „Peregrinus“ – Svartsot verbinden wuchtigen Melo-Death mit packendem Folk. Bereitgestellt vom offiziellen Mighty Music-Channel auf YouTube:

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