Stryper – Throne of Thorns (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Stryper – Throne of Thorns

🧿 Kurzfazit
Throne of Thorns ist klassischer melodischer Heavy Metal mit großen Refrains, satten Gitarren und einer fast unverschämt vitalen Gesangsleistung von Michael Sweet. Stryper kennen ihre Formel inzwischen bis zur letzten gelb-schwarzen Naht und überraschen deshalb selten grundlegend. Dafür sitzen viele Songs, die Produktion besitzt ordentlich Fleisch, und besonders dort, wo das Tempo steigt, entwickelt die Platte richtig Biss. Die Bibelbienen haben das Rad nicht neu erfunden. Sie haben ihm allerdings frische Reifen aufgezogen und fahren damit bemerkenswert flott.

🧭 Für wen & vergleichbar mit
Für Hörer, die klassischen US Heavy Metal, melodischen Hard Rock und große Achtziger-Refrains mögen, aber heute etwas mehr Druck im Maschinenraum vertragen können. Wer Dokken, Queensrÿche, Judas Priest, Dio oder melodischere Accept schätzt und bei hohen Stimmen nicht sofort das Weihwasser holt, findet hier reichlich Material. Auch ehemalige Stryper-Skeptiker dürfen vorsichtig anklopfen. Es passiert nichts. Vermutlich zumindest.

🎼 Highlights
Throne of Thorns, I’m Alright (I’m Okay), Falling, Shadowbreaker

⛔ Für wen eher weniger geeignet?
Wer mit hochmelodischen Refrains, pathetischer Glaubensgewissheit und sehr klassisch gedachten Songstrukturen grundsätzlich fremdelt, wird auch 2026 nicht plötzlich zum Mitglied der Gemeinde. Stryper machen keinerlei Anstalten, ihre Identität zu verschleiern. Hier wird geglaubt, gerifft und gesungen, bis die Kirchenfenster vibrieren.

Albumcover von Stryper – Throne of Thorns: Monumentale goldene Himmelsszene mit strahlendem Bandlogo, Wolken, Säulen, Engeln und einer mächtigen schwarzen Dornenkrone, aus der gelbe Rosen wachsen. Eine Treppe führt durch die Wolken ins Licht.

🐝 Stryper – Throne of Thorns: Die Bibelbienchen stechen immer noch

Ja klar, es gab in den Achtzigern durchaus so einiges, mit dem man einen jungen Metalhörer nachhaltig verstören konnte. Dauerwellen-Turmfrisuren von der Größe eines Einfamilienhauses. Schlagzeuger, deren Drumkits aussahen wie die Kommandozentrale eines sowjetischen Atom-U-Boots. Oder gezuckerte Balladen, die nach drei Minuten plötzlich alle einen Kinderchor im Schlepptau hatten.

Hm ja, those were the days. Und dann waren da ja auch noch Stryper.

Vier Herren in Gelb und Schwarz, deren Bühnenoutfits den Eindruck erweckten, der BVB und Biene Maja hätten nach einem gemeinsamen Erweckungserlebnis eine Heavy-Metal-Kapelle gegründet. Dazu Kreuze, 777, christliche Botschaften mit der Zurückhaltung eines frömmelnden Presslufthammers und Bibeln, die tatsächlich ins Publikum flogen. Andere Bands warfen Plektren. Stryper schmissen mit vermeintlich heiligen Schriften.

Man konnte das schon damals für vollkommen irre halten. Ja, das taten die meisten dann auch. Vierzig Jahre später aber wäre es ausgesprochen wohlfeil, einfach aus bloßer Gewohnheit weiterzukichern. Dann könnte einem tatsächlich entgehen, dass Throne of Thorns bereits nach wenigen Minuten anfängt, ziemlich überzeugende Argumente für die Qualitäten dieser Christen-Kapelle vorzubringen.

Denn die moderne Ausgabe von Stryper klingt längst weniger nach frommem Hair-Metal-Schaumbad und deutlich stärker nach einer Heavy-Metal-Band, die hörbar beschlossen hat, dem Alter mit ordentlich Gain ins Gesicht zu schlagen. Michael Sweet singt Höhen, bei denen die meistens Jahrgangsgenossen prüfen würden, ob die Krankenkasse Stimmbandoperationen übernimmt. Robert Sweet hämmert hinten dermaßen auf die neutestamentarische Schießbude, als müsse die Offenbarung diesmal zwingend bis Mitternacht fertig werden. Und ausgerechnet diese notorisch leicht verspottbare Streifentruppe liefert 2026 ein Album, das sich seiner eigenen Vergangenheit sehr bewusst ist und trotzdem erstaunlich kräftig zubeißt. Ob ein gütiger Gott da nach ein paar brauchbare Verzerrer im Kirchenkeller entdeckt hat?

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Heavy Metal, Melodic Metal, Hard Rock, US Metal

Musikalische Einordnung: Throne of Thorns steht mit beiden Pelzstiefelchen im klassischen Heavy Metal, trägt aber genügend moderne Muskelmasse, um nicht wie eine frisch entstaubte Achtziger-Konserve zu wirken. Die Gitarren sind schwerer, die Rhythmussektion drückt kräftiger, und immer wieder schiebt sich ein fast schon Power-Metal-artiger Zug durch die Songs.

Das Entscheidende bleiben natürlich die Refrains. Stryper schreiben sie noch immer so, als würden irgendwo draußen bereits 5.000 Leute mit erhobenen Armen darauf warten. Here In Your Heart besitzt diese sofort greifbare Melodik, Carry The Flame baut ähnlich großzügig, während I’m Alright (I’m Okay) plötzlich die Handbremse löst und mit beinahe Speed-Metal-artigem Elan durch die Sakristei rauscht.

Diese Platte lebt genau von diesem Wechsel. Mal wird breit marschiert, danach feierlich geschunkelt und dann ordentlich Gas gegeben. Und wenn es ganz schlimm kommt, steht irgendwo eine Ballade herum und hält betroffen Ausschau nach dem fehlenden Kinderchor.

Klangbild: Michael Sweet produziert das Album selbst, und entsprechend steht seine musikalische Vorstellung sehr deutlich im Kreuzgang. Die Gitarren besitzen Biss und genügend Gewicht, ohne den melodischen Charakter unter einer Betonplatte zu begraben. Bass und Schlagzeug drücken trocken von hinten, die Stimmen sitzen weit vorne, und alles ist darauf ausgelegt, die großen Melodien möglichst klar durchzulassen.

Der Sound wirkt modern, ohne die Vergangenheit der Band zu verleugnen. Man hört keine künstliche Retrostaubschicht, kein demonstratives Achtzigerknistern. Stryper bauen auf ihre alte Sprache und setzen dabei auf heutige Verstärkungstechnik. Und das tut dem Material wirklich gut.

🎬 Offizielles Musikvideo

Offizielles Musikvideo zu Here In Your Heart von Stryper aus dem Album Throne of Thorns. Große Melodie, klassischer Heavy-Metal-Glanz und genug Gitarrengewicht, damit die Gemeinde nicht einschläft:

⚔️ Vier Stationen auf dem Dornenweg

👑 Throne of Thorns

Der Titelsong macht keinerlei Anstalten, zunächst höflich anzuklopfen. Gitarren rein, Stimme hoch, Refrain raus. Fertig ist die Visitenkarte.

Und verdammt, das funktioniert.

Michael Sweet besitzt noch immer diese charakteristische Mischung aus klarer Höhe, metallischem Druck und leichtem Bühnenprediger-Timbre. Der Song nutzt das hervorragend. Dazu kommen mächtige Gitarren, ein ordentlich schiebender Rhythmus und eine Melodie, die sich schneller einnistet, als einem als erklärtem Achtziger-Stryper-Skeptiker lieb sein kann.

Unverschämtheit.

I’m Alright (I’m Okay)

Hier wird plötzlich richtig beschleunigt. I’m Alright (I’m Okay) ist genau der Moment, an dem sich die fromme Reisegruppe entschließt, die Autobahnauffahrt im zweiten Gang mit Vollgas zu nehmen. Robert Sweet treibt den Track mit erstaunlicher Energie an, die Gitarren schießen hinterher, und Michael Sweet klingt, als hätte ihm jemand mitgeteilt, der Himmel schließe heute eine halbe Stunde früher. Dadurch bekommt das Album einen willkommenen Adrenalinstoß. Das ist genau die Sorte Song, bei der man kurz vergisst, über die gestreiften Bühnenklamotten zu grinsen.

Falling

Falling arbeitet schwerer. Das Tempo sinkt, die Gitarren drücken breiter, und der Song bekommt einen ausgesprochen angenehmen Stampf. Hier zeigt sich, dass Stryper ihre Wirkung längst nicht ausschließlich aus hohen Tönen und großen Refrains ziehen. Das Ding geht ran wie eine kleine gelb-schwarze Planierraupe. Gerade diese Midtempo-Stücke tun Throne of Thorns gut, weil sie der Platte Gewicht geben. Ohne sie würde die Kombination aus schnellen Nummern und melodischen Hymnen irgendwann zu gleichförmig glänzen.

Shadowbreaker

Und dann kommt Shadowbreaker. Der Abschluss zieht das Tempo noch einmal an, Robert Sweet hämmert hinten einen erfreulich ruppigen Rhythmus durch die Lautsprecher, und die Platte beendet ihre Predigt mit deutlich mehr Faust als Weihrauch. Das gefällt. Ein Album dieser Art hätte auch mit einer großen Ballade enden können, bei der sämtliche Feuerzeuge der rockorientierten Christenheit kollektiv gezückt werden. Stryper wählen den Angriff. Gute Entscheidung.

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🎨 Artwork

Dieses Cover. Ach, dieses entsetzlich kitschig, niemandem fehlende Cover. Goldene Himmelstore. Dornen. Rosen. Engelswesen. Strahlendes Licht. Eine Treppe in die Wolken. Und darüber das Stryper-Logo, als habe der Erzengel Gabriel persönlich gerade einen Achtziger-Metal-Schriftzug durch die himmlische Grafikabteilung genehmigen lassen.

Das sichtbar KI-geprägte Bild kennt keinerlei Zurückhaltung. Es möchte gleichzeitig Bibelillustration, Power-Metal-Cover, spirituelle Grußkarte und Endgegnerbildschirm eines christlichen Fantasy-Rollenspiels sein. Und irgendwie passt genau das perfekt.

Ein dezentes Artwork für Stryper wäre ungefähr so sinnvoll wie ein Tarnanzug für einen Kanarienvogel. Diese Band hat ihre gesamte Karriere darauf aufgebaut, schon aus der letzten Hallenreihe erkannt zu werden. Throne of Thorns setzt diese Tradition lediglich mit neuen technischen Mitteln fort. Subtilität wurde offenbar auch diesmal nicht mitbestellt.

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🪦 Besondere Momente

🐝 Die Biene hat Muskeln bekommen

Wer Stryper hauptsächlich mit To Hell with the Devil und dem poppigeren Achtziger-Material verbindet, könnte vom heutigen Gewicht der Band überrascht sein. Die Gitarren drücken, die Drums haben Schub, und an mehreren Stellen kratzt die Musik deutlich stärker am klassischen Heavy Metal als am alten Glam- und Hard-Rock-Image. Die Streifen sind geblieben. Das Tier darunter ist kräftiger geworden.

📖 Bibelwerfen mit Durchhaltevermögen

Dass Stryper 2026 ihr 18. Studioalbum veröffentlichen, ist zunächst einmal eine ziemlich bemerkenswerte Karriereleistung. Frontiers führt Throne of Thorns ausdrücklich als 18. Studioalbum der Band. Man muss ihre Botschaft nicht teilen, um anzuerkennen, mit welcher Konsequenz diese Band ihren Weg verfolgt. Vier Jahrzehnte Spott, Stilwechsel, Trennungen und Comebacks haben die Sache offenbar eher gehärtet als aufgeweicht.

🎤 Michael Sweet weigert sich offenbar zu altern

Die größte Überraschung bleibt die Stimme. Michael Sweet besitzt noch immer Reichweite, Kraft und Wiedererkennungswert. Natürlich hört man inzwischen Erfahrung und Reife. Aber diese hohen Linien sitzen erstaunlich stabil. Andere Männer in diesem Alter kaufen orthopädische Sitzkissen. Michael Sweet singt Heavy-Metal-Refrains über Wolkenformationen. Man muss eben immer noch Prioritäten setzen.

⚔️ Die schnellen Songs gewinnen

Immer wenn Throne of Thorns Geschwindigkeit aufnimmt, wird die Platte besonders interessant. I’m Alright (I’m Okay) und Shadowbreaker besitzen eine Dringlichkeit, die den melodischen Grundcharakter wunderbar aufraut. Davon hätte ruhig noch etwas mehr auf dem Album sein dürfen.

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📜 Hintergrund: Vierzig Jahre Streifen, Bibeln und erstaunliche Zähigkeit

Stryper entstanden Anfang der Achtziger in Kalifornien und gehörten zu den wenigen Bands jener Zeit, deren Erscheinungsbild noch auffälliger war als ihre Frisuren. Gelb-schwarze Kleidung, offen christliche Texte und die berühmten Bibeln, die bei Konzerten ins Publikum geworfen wurden, machten die Gruppe schnell unverwechselbar.

Musikalisch wurden sie häufig dem Glam und Hair Metal zugerechnet, obwohl gerade Michael Sweets Gitarrenarbeit schon früh deutlich mehr metallischen Biss besaß, als das Image vermuten ließ. Mit Alben wie To Hell with the Devil erreichte die Band ihren kommerziellen Höhepunkt, bevor Anfang der Neunziger Schluss war.

Die Rückkehr führte später zu einer erstaunlich stabilen zweiten Karriere. Insbesondere die Veröffentlichungen seit den frühen 2010ern zeigen eine Band, die ihren Sound stärker in Richtung klassischen Heavy Metal verschoben hat und regelmäßig neue Alben herausbringt. Throne of Thorns erscheint am 25. September 2026 über Frontiers Music Srl und ist das 18. Studioalbum der Band.

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☠️ Fazit: Verdammt, diese Frömmel-Bienchen können immer noch zustechen

Es hätte doch alles so schön gepasst. Man hätte Throne of Thorns auflegen, fünf Minuten über die gelb-schwarzen Klamotten lachen, eine alte Anekdote über fliegende Bibeln ausgraben und danach zufrieden feststellen können, dass manche Dinge besser in den Achtzigern geblieben wären. Leider spielt das Album da nicht mit.

Stryper liefern 2026 eine erstaunlich vitale Heavy-Metal-Platte ab. Michael Sweet singt stark, die Gitarren haben Gewicht, Robert Sweet sorgt für ordentlich Bewegung und vor allem die schnelleren Songs besitzen eine Frische, die man einer Band mit dieser Laufbahn nicht automatisch zugetraut hätte.

Natürlich gibt es auch hier klare Grenzen. Throne of Thorns ist kein Abenteuerurlaub. Die Band kennt ihre Formel sehr genau und verlässt sie kaum. Einige melodische Midtempo-Stücke ähneln sich stärker, als ihnen guttut, und gelegentlich könnte man sich wünschen, dass die Herren noch öfter jene kleine metallische Sau von der Leine lassen, die bei I’m Alright (I’m Okay) und Shadowbreaker durchs Kirchenschiff rast.

Aber das sind Beschwerden über ein Album, das seinen eigentlichen Auftrag erstaunlich souverän erfüllt.

Große Melodien. Gute Riffs. Starke Stimme. Ordentlicher Druck.

Und irgendwo fliegt bestimmt wieder eine dieser verfluchten Bibeln.

Darauf ein dreifaches Halleluja.

Albumcover von Stryper – Throne of Thorns: Monumentale goldene Himmelsszene mit strahlendem Bandlogo, Wolken, Säulen, Engeln und einer mächtigen schwarzen Dornenkrone, aus der gelbe Rosen wachsen. Eine Treppe führt durch die Wolken ins Licht.

Künstler:

Stryper

Albumtitel:

Throne of Thorns

Erscheinungsdatum:

25. September 2026

Genre:

Heavy Metal / Melodic Metal / Hard Rock

Label:

Unique Leader Records

Spielzeit:

ca. 41 Minuten

🎼 Trackliste:

Throne of Thorns
Here In Your Heart
Falling
I’m Alright (I’m Okay)
Waiting For You
Carry The Flame
Hollywood
Beautifully Broken
Ashes To Roses
Alone Again
Shadowbreaker

👥 Besetzung:

Michael Sweet – Gesang, Gitarre
Oz Fox – Gesang, Gitarre
Perry Richardson – Bass, Gesang
Robert Sweet – Schlagzeug, Percussion

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