🧛♀️ Soul of Shadow: Vampire Diaries ohne Vampire – aber mit Gnom und Prom-Night
Autorin Emma Noyes wollte mit Soul of Shadow offenbar ihre ganz persönliche Hommage an The Vampire Diaries schreiben. Herausgekommen ist ein Buch, in dem es zwar keine Vampire gibt, aber immerhin: nordische Mythen, Schattenwesen und einen Gnom, der The Witcher schaut.
Willkommen in Silver Shores – dem Ort, wo sich das Übernatürliche heimlich in der Schulturnhalle versteckt.
🏈 Homecoming, Hugin & Munin – der Plot im Kurzschluss
Die Heldin Charlie leidet – klassisch YA – unter dem Tod ihrer Zwillingsschwester. Als plötzlich ein Junge verschwindet und seine Schuhe im Wald auftauchen (ja, nur die Schuhe), geht’s bergab in Richtung nordischer Mythentornado.
Statt bissiger Vampire gibt’s einen brooding Boy namens Elias Everhart, der – Surprise! – eine Mare ist.
Nein, kein Pferd. Eine albtraumhafte Schattenfigur aus dem skandinavischen Volksglauben. Und ja, das Wort „nightmare“ kommt tatsächlich daher.
Bildung passiert – leider nicht, was die Handlung betrifft.
❄️ Loki, Netflix und der Gnom ohne Meinung
In Charlies Umgebung tummeln sich:
- ein Wolf namens Fenrir,
- ein Loki mit zwingender Marvel-Vergleichspflicht,
- eine Valkyrie (offenbar direkt vom Prom-Wachdienst entlassen)
- und ein Vätte, also ein gnomartiges Etwas, das Netflix liebt und keine einzige Dialogzeile bekommt.
Achtung: Wir haben nichts gegen nordische Folklore – aber hier wirkt sie wie ein schlecht sortierter Götter-Wühltisch aus der Restposten-Fantasy.
💘 Romantasy mit Liebesmangel
Das Buch wird als Romantasy vermarktet – doch der Romantikanteil liegt irgendwo zwischen Schüchternheitslevel 3 und „Ich hab ihn einmal angesehen, jetzt sterbe ich für ihn“.
Charlie und Elias flirten, als hätte jemand Cassandra Clare auf 0,75-fache Geschwindigkeit gestellt.
Der emotionale Tiefgang entspricht etwa dem eines falsch gesetzten Herz-Emojis – man merkt’s, aber es bleibt einem dann doch egal.
Und trotzdem: Drama gibt’s satt. Denn – klaro: Highschool.
🔚 Ende mit Cliffhanger – aber ohne Biss
Nach dem Showdown (sofern man das so nennen will) endet Soul of Shadow… nun ja, einfach irgendwann.
Offene Fragen bleiben liegen wie Elias’ aufsehenerregender Mantel.
Aber keine Sorge: Die Fortsetzung Heart of Mischief erscheint im März 2026 – und wird vielleicht alles erklären. Oder auch nicht.
🧙 Fantasykosmos-Fazit:
Soul of Shadow ist wie ein Buffy-Ersatzprodukt aus dem skandinavischen Bioladen: gut gemeint, hübsch etikettiert – aber leider ohne echten Nachgeschmack.
Wer sich nordische Mythen als Netflix-Teenagerdrama wünscht, wird hier glücklich.
Wer aber auf Vampire, Tiefe oder gar Spannung gehofft hat, wird von einem Gnom enttäuscht, der schweigt und The Witcher schaut. Hätte die Autorin vielleicht lieber auch so halten sollen.

