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Wenn der Dungeon plötzlich nicht mehr im Laden steht
📰 Was ist los?
Die beiden 90er-Fantasy-Shooter Witchaven und Witchaven 2 werden am 15. Juni 2026 von Steam entfernt. Bestehende Besitzer behalten ihre Kopien in der Bibliothek. Beide Titel sind bis dahin stark reduziert. Ob auch GOG endgültig betroffen ist, bleibt nicht vollständig offiziell bestätigt, wirkt durch parallele Rabattaktionen aber naheliegend.
🐛 Was denken wir?
Das ist kein Verlust vom Format „Kultur brennt, Orchester spielt weiter“. Aber es ist ein feines kleines Mahnmal dafür, dass digitale Verfügbarkeit kein verlässliches Archiv ist. Sie ist eher ein Schloss mit wechselnden Besitzern, schlecht beschrifteten Schlüsseln und einem Hausmeister, der nie ans Telefon geht.
🧙 Witchaven verschwindet von Steam: Zwei alte Fantasy-Dungeons werden wieder zugemauert
Zwei klassische Fantasy-Shooter aus den 90ern verschwinden am 15. Juni 2026 von Steam. Witchaven und Witchaven 2: Blood Vengeance bleiben für bestehende Besitzer spielbar, neue Käufer stehen danach aber wieder vor einer verschlossenen Kerkertür.

Zwei alte Fantasy-Spiele tauchen kurz aus dem Archivnebel auf, winken mit rostigem Schwert, 89-Prozent-Rabatt und pixeliger Dungeonwürde und verschwinden dann wieder. Witchaven und Witchaven 2: Blood Vengeance sollen am 15. Juni 2026 von Steam entfernt werden. Wer sie vorher kauft, behält Zugriff. Wer später neugierig wird, darf sich vermutlich wieder durch Foren, alte Erinnerungen und düstere Besitzrechtsnebel graben.
Das ist keine riesige Branchenerschütterung. Aber es ist genau die Sorte kleiner Retro-Fantasy-Meldung, an der man sehr schön sieht, wie wackelig digitale Spiele-Geschichte manchmal aussehen kann.
⚔️ Fantasy, bevor alles nach Lore-Bibel roch
Witchaven erschien 1995, der Nachfolger 1996. Beide Spiele gehören zu jener herrlich knarzigen Ära, in der Fantasy am PC noch roch wie kalter Stein, feuchter Keller, grobe Polygonkanten und ein Handbuch, das man wirklich lesen musste.
Statt edler Open-World-Weite gab es enge Gänge, Monster, Schwerter, Magie und sehr viel First-Person-Gekloppe. Man könnte sagen: Heretic hatte die Kutte, Hexen hatte den okkulten Irrgarten, und Witchaven hatte den festen Willen, Fantasy mit der Geduld eines Vorschlaghammers zu erklären.
War das elegant? Hm, nee, wohl nicht immer.
War das historisch interessant? Das auf jeden Fall!
Denn genau solche Spiele zeigen, wie Fantasy im Gaming erprobt und umgesetzt wurde, bevor jeder Zauberbaum eine eigene Nebenquest bekam und jedes Schwert erst einmal einen emotionalen Herkunftsmonolog verlangte.
🧱 Ein kantiger Stein im Fundament
Natürlich muss man Witchaven heute nicht künstlich zum vergessenen Meisterwerk verklären. Die Spiele waren schon damals eher grob geschnitzt. Nahkampf aus der Ego-Perspektive, frühe 3D-Illusionen, Fantasy-Schmutz, Build-Engine-Atmosphäre, ein bisschen Rollenspiel-Flair und viel gute alte „Was passiert, wenn ich diese Tür öffne?“-Paranoia. Gerade darin liegt aber der Charme.
Witchaven ist kein makelloser Klassiker. Es ist eher ein modriger Nebenraum in der großen Kathedrale der Fantasy-Spiele. Dort steht kein goldener Thron. Dort liegt ein altes Schwert auf einem Tisch, daneben ein Zauberbuch mit Kaffeeflecken, und aus der Ecke schaut etwas, das man besser nicht weckt. Solche Spiele gehören dennoch zur Geschichte. Vielleicht sogar gerade deshalb.
🧟 Digitale Spiele-Geschichte ist kein sicherer Ort
Der eigentliche Punkt ist nicht, ob Witchaven und Witchaven 2 heute noch jeder spielen muss. Der Punkt ist, dass sie 2021 über moderne Plattformen wieder leichter verfügbar wurden – und nun schon wieder aus mindestens einem großen Store verschwinden.
Das ist das absurde Drama digitaler Kulturpflege: Ein Spiel kann wiederentdeckt, neu veröffentlicht, gekauft, diskutiert und konserviert wirken. Und trotzdem hängt seine Verfügbarkeit am Ende an Rechten, Verträgen, Plattformen und Entscheidungen, die der normale Spieler nie sieht.
Ein physisches Spiel kann verstauben. Ein digitales Spiel kann einfach verschwinden.
Und manchmal ist Staub eben die deutlich verlässlichere Archivstrategie.
🪓 Zwei Dungeons verschwinden im Nebel
Für den Fantasykosmos ist diese Meldung deshalb ein schöner kleiner Aufhänger: Witchaven und Witchaven 2 sind keine heiligen Grale, aber sie sind Teil jener wilden, schiefen, spannenden Frühgeschichte, in der Fantasy-Gaming noch sehr viel ausprobierte und nicht immer vorher fragte, ob das auch bequem steuerbar sei.
Am 15. Juni 2026 schließen sich diese beiden Dungeon-Türen auf Steam. Wer die Spiele vorher kauft, darf weiter hinein. Wer später kommt, steht vor Stein, Nebel und dem vertrauten Satz:
Leider nicht mehr verfügbar.
Das klingt hier fast schon wie ein Zauberspruch. Nur leider nach einem sehr modernen, den nicht jeder gerne hört.







