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Mistborn: Nebel, Nieten & eine neue Hoffnung
📰 Was ist los?
Brandon Sanderson hat sich die Mistborn-Rechte zurückgeholt und bestätigt in seinem aktuellen State of the Sanderson, dass er mit mehreren AAA-Studios über ein Videospiel zur Reihe spricht. Die jahrelange Lizenzblockade durch ein gescheitertes Filmdeal-Paket ist vorbei; das uralte Projekt Mistborn: Birthright bleibt im Grab, dafür sollen jetzt ernstzunehmende Entwickler ran.
🐛 Was denken wir?
Metallmagie + Parkour-Städte + ein Fantasy-Autor, der wirklich spielt; das ist fast schon verdächtig ideal. Die Gefahr liegt weniger im Stoff als im üblichen AAA-Reflex, aus allem ein Live-Service-Golem zu schnitzen. Wenn aber ein Studio Sanderson wirklich machen lässt, könnte Mistborn das werden, was viele sich vom nächsten großen Fantasy-RPG wünschen: kein weiteres generisches Drachen-Lootfest, sondern ein System, das sich so frisch anfühlt wie damals Baldur’s Gate 3 – nur mit Münzen statt Feuerbällen.
⚔️ Mistborn als Game? Brandon Sanderson verhandelt mit AAA-Studios
Brandon Sandersons Mistborn-Saga („Kinder des Nebels“) steht offenbar vor dem nächsten großen Sprung: vom Bücherregal hinein ins AAA-Videospiel.
Im aktuellen State of the Sanderson-Blog legt der Autor offen, dass die Lizenzknoten endlich geplatzt sind und er konkret mit mehreren großen Studios über eine Spieleadaption spricht. Die Mistborn-Rechte lagen jahrelang in einem Kombi-Paket für Film & Games bei DMG Entertainment, wo eine geplante Verfilmung versandete und damit auch Game-Pläne blockierte.
Jetzt sind die Rechte zurück beim Autor. Sanderson schreibt, er spüre zum ersten Mal seit langem „echtes Interesse“ aus der Spielebranche und will die Kontrolle dieses Mal behalten, statt alles an einen Partner zu verscherbeln.
🧪 Warum Mistborn gerade jetzt Game-Futter ist
Die Ausgangslage ist fast schon unverschämt gut:
- Metallmagie als Game-System: Allomantie, also Metalle schlucken, anzünden, sich an Münzen und Geländern durch die Stadt ziehen, schreit geradezu nach einem Action-RPG mit akrobatischen Kämpfen.
- Düstere Städte & Nebel-Parkour: Luthadel & Co. bieten genau diese Mischung aus Grimdark-Kulisse und vertikalem Leveldesign, auf die moderne Actionspiele stehen.
- Ein Autor, der wirklich zockt: Sanderson ist bekennender Gamer, hat an Moonbreaker mitgearbeitet und gleich ein eigenes Sci-Fi-Universum für das Strategiespiel geschrieben.
Kurz gesagt: Das hier wäre kein „Autor schaut einmal über das Drehbuch“, sondern jemand, der verstanden hat, wie Spiele ticken und seine Welt gezielt dafür baut.
💸 Von DMG-Sackgasse zu AAA-Verhandlungen
Der Grund, warum Mistborn bisher nicht schon längst ein Spiel ist, liegt in einem klassischen Lizenz-Horror:
- 2016 wanderten Film- und Game-Rechte gemeinsam zu DMG Entertainment, wo eine Verfilmung angekündigt, aber nie realisiert wurde.
- Weil alles gekoppelt war, hing auch jede mögliche Spiele-Umsetzung am Tropf dieses toten Filmprojekts.
- Ein früher Versuch namens Mistborn: Birthright blieb ein Low-Budget-Geisterprojekt und verschwand wieder in der Versenkung.
Im aktuellen Blog macht Sanderson ziemlich klar, dass er aus dieser Episode gelernt hat: Kein Komplettpaket mehr, keine Abhängigkeit von einem Studio, das am Ende weder Film noch Spiel stemmt. Stattdessen: mehrere Gespräche mit unterschiedlichen AAA-Partnern und der Anspruch, Mistborn nicht „verwässern“ zu lassen.
🎮 Was für ein Spiel könnte uns erwarten?
Konkrete Details gibt es noch nicht, kein Studio, kein Genre-Label, kein Releasefenster. Aber die Zutaten deuten sehr deutlich in eine Richtung:
- Action-RPG mit Souls- oder Arkham-DNA: Metall als Ressource, Ziehen & Stoßen an Metallobjekten, Luftsprünge über Dächer, das schreit nach einem schnellen, physikbasierten Kampfsystem.
- Story-Schwerpunkt statt Lizenz-Abklatsch: Sanderson hat mehrfach betont, dass er für Games eigene Stoffe oder eng an den Vorlagen bleibende Umsetzungen bevorzugt, statt „irgendwas im Cosmere-Look“ zu produzieren.
- Weltweit bekannte Marke: Mistborn ist neben Stormlight Archive eine der Säulen des Cosmere, die Romane verkaufen sich millionenfach. Das ist die Art IP, bei der Publisher normalerweise nicht lange fackeln.
Kurz: Wenn ein AAA-Studio hier nicht nur Lootboxen, sondern wirklich System-Fantasy bauen will, könnte Mistborn tatsächlich das werden, was so viele Lizenzspiele versprochen, aber nie eingelöst haben.
🧨 Chancen, Risiken und die Sache mit der „Autor-Kontrolle“
Klingt alles traumhaft, aber: Wir sind noch im Frühstadium der Verhandlungen. Aus „Wir reden mit mehreren Studios“ wird gerne auch mal „Wir reden in fünf Jahren immer noch“, gerade, wenn ein Autor auf kreativer Hoheit besteht.
Die gute Nachricht: Sanderson sitzt dieses Mal auf allen Rechten und muss nicht erst irgendwelche Altverträge aufbrechen. Die schlechte: Je größer das Studio, desto höher der Druck auf Monetarisierung, Franchise-Roadmaps und „Marktforschung“.
Im Idealfall treffen sich hier zwei seltene Dinge:
- Ein Lizenzgeber, der seine Welt in- und auswendig kennt
- Ein Studio, das begriffen hat, dass Metallmagie & Nebelstädte besser sind als Battle Pass Nr. 27
Ob das klappt, ist völlig offen, aber für das erste Mal seit über einem Jahrzehnt steht Mistborn als Videospiel nicht mehr vor verschlossenen Lizenz-Türen.



