Nach Kastuuls Untergang blieb Lodoss 35 Jahre stumm. Jetzt erzählt Ryo Mizuno den unbekannten Krieg
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Lodoss schlägt ein sehr altes Kapitel auf
📰 Was ist los?
Ryo Mizuno hat erstmals ausführlich erklärt, wie Record of Lodoss War: Queen of Death in die Historie von Lodoss gehört. Der seit 31. Juli laufende Webtoon spielt unmittelbar nach dem Untergang Kastuuls und verarbeitet eine Epoche, für die Mizuno schon lange Ideen besaß, die bislang aber nie ausführlich erzählt wurde.
🐛 Was denken wir?
Genau so darf man einen alten.. ähm … Fantasykosmos erweitern: nicht irgendeine Lücke erfinden, sondern eine öffnen, die tatsächlich seit Jahrzehnten existiert. Wenn Mizuno damit wirklich mehrere historische Verbindungslinien schließt, könnte dieser Webtoon für Lodoss-Fans erheblich spannender werden, als sein Format zunächst vermuten lässt.
💀 Nach Kastuuls Untergang blieb Lodoss 35 Jahre stumm. Jetzt erzählt Ryo Mizuno den unbekannten Krieg
Klar, eine Fantasywelt lebt auch von den Stellen, an denen ihre Geschichtsbücher verdächtig dünn werden. Record of Lodoss War besitzt einen solchen weißen Fleck seit mehr als 35 Jahren: jene Zeit unmittelbar nach dem Untergang des alten Magierkönigreichs Kastuul, lange bevor Parn und seine Gefährten über die verfluchte Insel zogen.

Genau dort spielt Record of Lodoss War: Queen of Death. Der neue Webtoon läuft zwar bereits seit dem 31. Juli, doch Schöpfer Ryo Mizuno hat nun erstmals ausführlich erklärt, warum ausgerechnet diese bislang kaum erzählte Epoche ausgewählt wurde – und wie eng die neue Geschichte tatsächlich mit der alten Historie von Lodoss verbunden ist.
Das Spannende daran: Mizuno füllt hier keinen nachträglich erfundenen Platzhalter. Ideen für diese Phase der Weltgeschichte existierten bereits lange, waren bislang aber nie zu einer eigenen Geschichte geworden.
🏰 Nach Kastuul beginnt die Geschichte, die bisher fehlte
Der neue Webtoon setzt unmittelbar nach dem Zusammenbruch des alten Magierkönigreichs Kastuul ein. Eigentlich scheint für Lodoss eine friedlichere Epoche begonnen zu haben. Genau an dieser Stelle öffnet sich jedoch jener Abschnitt, den ORICON als den bislang „unbekannten Krieg“ der Insel beschreibt.
Mizuno erklärt, dass für diese Zeit bereits ältere Vorstellungen zur Geschichte von Lodoss existierten. Als feststand, dass der Webtoon eine vollständig neue Handlung erzählen sollte, bot sich deshalb genau diese bislang ungenutzte Epoche an. Gleichzeitig brachte das Produktionsteam eigene Vorstellungen ein, die Mizuno mit seinen älteren Entwürfen verband.
Das Ergebnis soll ausdrücklich kein loses Alternativabenteuer werden. Mizuno hält die Handlung für so konstruiert, dass sie sich ohne Bruch in die reguläre Geschichte von Lodoss einfügen kann. Gerade für Leser, die seit Jahrzehnten über Chronologien, Königreiche und alte Konflikte der Insel diskutieren, steckt darin der eigentliche Reiz.
Lodoss bekommt damit keinen Seiteneingang. Es wird ein Zimmer aufgeschlossen, dessen Tür seit den frühen Tagen der Reihe im Flur stand.
💀 Eine Nekromantin klaut gleich die denkbar ungünstigste Person
Im Zentrum steht der junge Tein, der mit seiner Geliebten Seraphin in der Siedlung Marny lebt. Die vermeintliche Ruhe endet, als zahlreiche Ghule den Ort überfallen. Hinter dem Angriff steckt Nectrella, eine Nekromantin, die ihre Magie von Salvan, dem letzten Statthalter Kastuuls, geerbt hat.
Nectrella existiert inzwischen als Geist und verfolgt ein ausgesprochen klassisches Fantasyziel: Lodoss wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Dafür übernimmt sie ausgerechnet Seraphins Körper.
Tein wird bei dem Angriff beinahe getötet. Eine geheimnisvolle Stimme verspricht ihm jedoch Macht und aus dem jungen Mann wird ein Berserker. Damit beginnt eine Geschichte, die auf den ersten Blick wie persönlicher Rachefeldzug und Dark-Fantasy-Abenteuer funktioniert, darunter aber tief in die Vorgeschichte der bekannten Lodoss-Welt greift.
Die internationale englische WEBTOON-Fassung lokalisiert die Namen übrigens als Thane und Seraphine. Inhaltlich bleibt die Ausgangslage dieselbe: Ghule, Nekromantie, geraubter Körper und ein Mann, dessen Karriereplanung sehr kurzfristig Richtung Berserker abbiegt.
🧩 Mizuno will alte Verbindungslinien endlich schließen
Genau hier wird das heutige Interview wesentlich interessanter als eine gewöhnliche Meldung über einen neuen Webtoon. Mizuno spricht ausdrücklich davon, dass Queen of Death mehrere bislang fehlende Verbindungen innerhalb der Geschichte von Lodoss sichtbar machen soll. Gerade diese historischen Zusammenhänge seien ihm als Autor besonders wichtig.
Dabei hält er sich als ursprünglicher Schöpfer bewusst etwas zurück. Mizuno liefert die Grundidee und stimmt sich eng mit dem Team ab, überlässt dem Webtoon aber genügend Raum für eine eigene visuelle Identität. Southern Camel übernimmt die Adaption, Blanton die Zeichnungen; produziert wird das Projekt bei STUDIO WHITE, dem gemeinsam von LINE Digital Frontier, REDICE STUDIO und KADOKAWA aufgebauten Webtoon-Studio.
Mizuno sieht darin auch einen Unterschied zu seinen Romanen. Dort könne er stärker über Gedanken und Innenleben erzählen, während das vertikale Farbformat des Webtoons seine Stärken bei Bildern und Action ausspiele. Gleichzeitig sollen bekannte Figuren auftauchen und dafür sorgen, dass die neue Geschichte trotz veränderter Darstellung weiterhin eindeutig nach Lodoss aussieht.
📜 Die neue Geschichte läuft längst – aber jetzt wissen wir, warum sie zählt
In Japan startete Record of Lodoss War: Queen of Death am 31. Juli 2026 bei LINE Manga und ebookjapan. Gleichzeitig begann die internationale Veröffentlichung über WEBTOON in mehr als 150 Ländern. Laut ORICON erreichte die Serie am ersten Tag sogar Platz eins der Gesamtwertung bei LINE Manga.
Die Veröffentlichung selbst ist deshalb heute keine neue Nachricht mehr. Erst Mizunos Interview gibt dem Projekt seine größere Bedeutung: Hier wird nicht einfach noch irgendein Abenteuer zwischen bekannte Ereignisse geschoben. Ein Teil der Weltgeschichte, für den seit den Anfängen der Reihe lediglich Grundideen existierten, bekommt nach mehr als drei Jahrzehnten erstmals eine konkrete Erzählung.
Für einen Fantasyklassiker, dessen Reiz immer auch darin lag, dass Lodoss wie eine Welt mit echter Vergangenheit wirkte, ist das beinahe die passendste Form einer Fortsetzung.
Man könnte sagen: Die Karte von Lodoss war längst vollständig. Nur das dazugehörende Geschichtsbuch hat seit 35 Jahren ein paar Seiten vergessen.






