Puma bei München: Was man uns über das Tier im Notzingermoos verschweigt

🧐 Im Fantasykosmos suchen

Im Notzingermoos bei Oberding, nur wenige Kilometer vom Münchner Flughafen entfernt, läuft seit Dienstagabend eine ungewöhnliche Suche. Ein Jäger hatte mit einem Nachtsichtgerät ein verdächtiges Tier beobachtet und gefilmt. Ein hinzugezogener Experte hält es für möglich, dass auf den Aufnahmen tatsächlich ein Puma zu sehen ist. Sicher bestätigt ist die Tierart bislang allerdings nicht.

Inzwischen wurde mit Polizeikräften am Boden, Hubschraubern, Drohnen und sogar Wärmebildtechnik gesucht – ohne konkrete Spur. Ein weiterer Alarm durch ein Kamerabild führte offenbar lediglich zu einer Hauskatze. Nun kommen zusätzlich Hunde zum Einsatz, die nach möglichen Spuren, Beute oder Beuteresten suchen sollen. Die Behörden mahnen weiterhin zur Vorsicht: Hunde sollen angeleint und kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt nach draußen gelassen werden.

Damit liegen inzwischen praktisch alle Informationen vor.

Nur die entscheidende Schlussfolgerung fehlt.

Man sucht nach dem falschen Tier.

Mehrere Ratten sitzen vor einem Müllplatz, während ein Kater ihren Bau beobachtet, ein Beamter Formulare verteilt und im Hintergrund eine kleine Blaskapelle spielt.
Drohne, Wärmebild und Spürhund sind im Einsatz. Der Mantikor hinter den Beamten gilt weiterhin als nicht auffindbar. Immerhin scheint der Hund einige Fragen zu haben.

🦁 Ein Puma wäre längst gefunden worden

Pumas sind zweifellos geschickte Tiere. Sie können schleichen, sich verstecken und wesentlich unauffälliger bewegen als ein durchschnittlicher deutscher Skandinavien-Tourist in Funktionskleidung. Trotzdem besitzen sie einen erheblichen Nachteil:

Sie existieren messbar.

Ein Puma produziert Wärme. Er hinterlässt Spuren. Er frisst. Er bewegt Vegetation. Irgendwann tritt er auf irgendeiner Kamera als Puma und nicht als Hauskatze auf.

Beim Notzingermoos fehlt davon bislang erstaunlich viel. Für einen Puma ist das natürlich problematisch. Für einen Mantikor ist es hingegen praktisch die perfekte Stellenbeschreibung.

👁️ Mantikore besitzen Beobachtertarnung

Das wird in der aktuellen Berichterstattung auffällig selten erwähnt. Mantikore müssen gar nicht unsichtbar werden. Das wäre evolutionär viel zu aufwendig. Ihre Tarnung funktioniert wesentlich eleganter: Jeder Beobachter nimmt etwas anderes wahr.

Ein Jäger sieht eine ungewöhnlich große Katze.

Ein Zoologe erkennt vielleicht einen Puma.

Die Wärmebildkamera erkennt überhaupt nichts.

Eine Überwachungskamera meldet später wieder eine Großkatze, und als jemand genauer hinsieht, ist es plötzlich eine Hauskatze. Bei einem gewöhnlichen Raubtier wären solche widersprüchlichen Ergebnisse irritierend. Bei einem Mantikor sind sie … ja … Dienstag im Prinzip.

📸 Je besser die Kamera, desto schlechter ist das Tier erkennbar

Besonders berüchtigt ist der sogenannte fotografische Herunterstufungsreflex. Sobald ein Mantikor technisch dokumentiert wird, fällt seine erkennbare Gefahrenklasse automatisch.

Mit bloßem Auge: riesige Raubkatze.

Nachtsichtgerät: möglicherweise Puma.

Überwachungskamera: vielleicht Hauskatze.

Screenshot aus WhatsApp: schwarzer Fleck hinter einem Busch.

Nach dreimaligem Weiterleiten: Gartenstuhl.

Deshalb existieren von Mantikoren fast ausschließlich Bilder, auf denen später jemand einen roten Kreis einzeichnen muss.

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🌡️ Wärmebildkameras waren von Anfang an aussichtslos

Dass die nächtliche Suche mit Wärmebildtechnik keine neue Spur brachte, überrascht Fachleute der Zwischenreiche entsprechend wenig. Ein Mantikor erscheint auf Wärmebildern je nach Stimmung als Findling, mittelgroßer Heizkörper oder Lücke zwischen zwei Bäumen. Besonders erfahrene Tiere schaffen es sogar, dieselbe Temperatur wie der Beamte anzunehmen, der gerade auf den Bildschirm schaut.

Das führt gelegentlich dazu, dass Polizisten mehrere Minuten lang sich selbst verfolgen. Knattermoor hat deshalb Wärmebildtechnik bei Mantikoren bereits vor Jahrzehnten verboten. Nicht wegen der Tiere. Wegen des Wusts an Überstunden.

🐕 Jetzt kommen Hunde – und genau das macht uns misstrauisch

Inzwischen werden Hunde eingesetzt, um mögliche Spuren und Beutereste zu finden. Offiziell ist das natürlich ein völlig nachvollziehbarer Teil der Suche. In den Zwischenreichen weiß allerdings jedes Kind, warum man bei einem Mantikor irgendwann einen Hund braucht.

Hunde fallen auf die Beobachtertarnung nur teilweise herein.

Sie sehen zwar möglicherweise ebenfalls keinen Mantikor. Aber sie riechen sehr zuverlässig, dass der Busch vor ihnen vor fünf Minuten noch kein Löwenmaul besaß. Ein erfahrener Schäferhund bleibt dann stehen, legt den Kopf schief und denkt sich seinen Teil.

Ein unerfahrener Hund dagegen schnüffelt zehn Minuten daran und ist anschließend überzeugt, einen außergewöhnlich interessanten Komposthaufen gefunden zu haben.

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🛰️ Drohnen verschärfen die Lage

Auch der Einsatz von Drohnen ist bei Mantikoren umstritten. Die Tiere halten niedrig fliegende Exemplare häufig für knusprige Metallwespen. Das erklärt, warum manche Suchdrohnen plötzlich aus dem Bild verschwinden und wenig später nur noch Speicherkarte und Propeller gefunden werden. Bei größeren Polizeihubschraubern passiert das seltener. Mantikore wissen durchaus, was schwer zu schlucken ist.

✈️ Warum lebt das Ding ausgerechnet beim Flughafen?

Darüber wird nun selbstverständlich spekuliert werden. Vielleicht hat das Tier irgendetwas mit dem Flughafen zu tun. Vielleicht ist es irgendwo entlaufen. Vielleicht wurde es illegal gehalten. Oder ein Mantikor lebt einfach im Moor. Wir sollten nicht jede Tierart sofort nach ihrer verkehrspolitischen Motivation fragen.

Ein Fuchs muss schließlich auch nicht erklären, warum er in Erding wohnt. Spekulationen, Mantikore würden grundsätzlich Flughafennähe suchen, weist der Moosverhetzer deshalb zurück.

Flugzeuge interessieren sie kaum. Verlorene Koffer schon eher.

🥩 Was man bei der weiteren Suche vermeiden sollte

Fleischköder sind nach unseren Erkenntnissen wenig sinnvoll. Ein Mantikor, der mehrere Tage lang Polizei, Wärmebildtechnik, Drohnen und halb Bayern beschäftigt hat, wird kaum wegen eines Stücks Rindfleisch plötzlich die Deckung aufgeben.

Zuverlässiger reagieren die Tiere auf unbeaufsichtigte Picknickkörbe, offene Kühltaschen und Menschen, die am Waldrand laut sagen:

„Ach komm, hier ist doch überhaupt nichts.“

Bei diesem Satz soll die Trefferquote enorm sein.

Von Selbstversuchen wird ausdrücklich abgeraten.

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🔎 Der stärkste Beweis ist bislang das Fehlen von Beweisen

Natürlich ist weiterhin völlig offen, was tatsächlich im Notzingermoos gesehen wurde. Die Behörden haben die Tierart bislang nicht bestätigt, die Aufnahmen werden weiter geprüft und eine Herkunft des möglichen Tieres ist ebenfalls unbekannt. Gerade deshalb sind die offiziellen Warnhinweise ernst zu nehmen.

Der Arkane Moosverhetzer möchte sich deshalb ausdrücklich nicht an wilden Spekulationen beteiligen.

Es könnte selbstverständlich etwas völlig anderes sein.

Ein Greif beispielsweise.

Dafür fehlen bislang allerdings Federn.

Beim Mantikor fehlt gar nichts.

Und genau das ist das Problem.

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