IFA 2026: Packard Bell ist zurück – jetzt wurde offenbar der Markenfriedhof geöffnet

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Packard Bell lebt wieder.

Die Marke, bei der eine ganze Generation sofort an beige Computergehäuse, Röhrenmonitore und den Moment denkt, in dem Windows 95 beschloss, heute lieber nicht zu starten, bekommt auf der IFA 2026 ein Comeback. Acer bringt unter dem Namen unter anderem ein rotes Notebook namens DotBook, ein 4G-Handy, Kopfhörer, eine Audiobrille, einen Kofferplattenspieler sowie Tastatur und Maus auf den Markt. Das DotBook soll ab November 499 Euro kosten. Packard Bell selbst wird dieses Jahr passenderweise 100 Jahre alt: 1926 begann die Firma mit Radios, später kamen PCs, seit 2007 gehört die Marke Acer.

Auf einer modernen Technikmesse steigt ein rotes Notebook aus einem geöffneten steinernen Grab, während ein düsterer Magier und Messebesucher zwischen alten Computern und weiteren geöffneten Gräbern stehen.
Packard Bell ist zurück. Auf der IFA werden deshalb vorsorglich zusätzliche Steckdosen am Markenfriedhof verlegt. So sind die nächsten Techno-Schrott-Auferstehungen garantiert.

Hundert Jahre alt, einige davon praktisch tot und jetzt plötzlich wieder auf der IFA. Man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen: Da war Nekromantie im Spiel.

Nach Informationen des Arkanen Moosverhetzers arbeitet Acer seit Monaten mit Spezialisten aus der Nimmermark zusammen. Dort besitzt man erhebliche Erfahrung mit Dingen, die seit Jahrzehnten verschwunden sind, deren Besitzverhältnisse niemand mehr versteht und die eines Morgens trotzdem wieder vor der Tür stehen.

Früher waren das Könige. Heute sind es Markenrechte.

⚰️ Die wirtschaftlich sinnvollste Form der Wiederbelebung

Das Verfahren gilt als erstaunlich zuverlässig. Man zeichnet einen Kreis auf den Boden, legt drei alte Computerzeitschriften hinein, entzündet eine Windows-95-CD und spricht siebenmal den Namen einer vergessenen Marke.

Wenn anschließend ein beiger Tower hustet, hat es funktioniert. Packard Bell zeigt allerdings, dass eine wiederbelebte Marke gar nicht mehr das herstellen muss, wofür man sie einmal kannte. Ein Notebook, ein Handy, Kopfhörer, eine Audiobrille und ein Plattenspieler reichen völlig. Hauptsache, irgendwo passt der Name drauf.

Der Plattenspieler heißt übrigens DotLoop, das Notebook DotBook, das Handy DotLine, die Kopfhörer DotBass und die Audiobrille DotLook.

Das eröffnet enorme Möglichkeiten. Wir rechnen spätestens Weihnachten mit DotToast, DotKlo und dem vernetzten Eierkocher DotEi Pro Max. Die Retro-Technilexperten aus der Nimmermark bestätigen derweil, dass Packard Bell lediglich der Anfang sei.

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🪦 Fünf weitere Marken, deren Gräber bereits auffällig offenstehen

💻 Vobis – Highscreen KI 486 Turbo

Vobis kehrt mit dem ersten konsequent nostalgischen KI-PC zurück. Der Highscreen KI 486 Turbo wiegt 18 Kilogramm, ist beige und besitzt vorne einen echten Turbo-Knopf. Ohne Turbo beantwortet die künstliche Intelligenz eine Frage in 47 Minuten. Mit Turbo in 43.

Die Antwort wird anschließend auf Endlospapier ausgedruckt. Als Datenschutzfunktion vergisst der Rechner nach jedem Neustart sämtliche persönlichen Informationen sowie leider auch das Betriebssystem.

Zum Lieferumfang gehören Maus, Diskettenlaufwerk und ein Mann, der irgendwann sagt: »Da müssen wir wohl die CONFIG.SYS ändern.« Niemand weiß mehr, was das bedeutet. Das macht es besonders sicher.

📞 AOL – Glasfaser 56K

AOL bringt das Internetgefühl der späten Neunziger endlich auf moderne Anschlüsse. Der neue Tarif AOL Glasfaser 56K Nostalgia Premium liefert Gigabit bis zum Router und drosselt dort freiwillig auf 56 Kilobit.

Bevor eine Webseite erscheint, schreit das Modem 26 Sekunden lang ein Geräusch durchs Haus, das klingt, als würde ein Faxgerät während des Betriebs geschreddert.

Danach ertönt: „Sie haben Post.“ Du hast zwar gar keine Post, aber für einen kurzen Moment war wieder alles gut. Besonders praktisch: Sobald jemand im Haushalt telefoniert, verschwindet das Internet.

Technisch völlig unnötig. Emotional unbezahlbar.

📖 Quelle – der Smartkatalog 8K

Quelle kehrt zurück und beendet damit endlich das größte Problem des modernen Onlinehandels: Er ist zu schnell.

Der neue Quelle Smartkatalog besteht aus 2.800 Seiten Papier, wiegt 6,4 Kilogramm und benötigt keinen Akku. Bestellt wird durch Eingabe einer siebenstelligen Artikelnummer auf einem separaten Gerät, das ungefähr die Größe eines Brotkastens besitzt.

Die Ware kommt in sechs bis acht Wochen. Vielleicht. Der revolutionäre Empfehlungsalgorithmus funktioniert ohne KI. Er besteht aus deiner Mutter, die über die Schulter schaut und sagt: »Das sieht doch günstig aus.«

Für 29,90 Euro Aufpreis gibt es die Premiumfunktion Umtausch. Dafür muss lediglich ein Formular ausgeschnitten, ausgefüllt, in einen Karton gelegt und irgendwo abgegeben werden, wo seit 2009 niemand mehr arbeitet.

🧴 Schlecker – SmartDrogerie Home

Schlecker möchte die Drogerie ins 21. Jahrhundert führen und stellt dafür einen intelligenten Verkaufsschrank direkt in deutsche Vorgärten. Der SmartSchlecker enthält Shampoo, Waschmittel, Hundefutter, Batterien und genau das eine Produkt, das du brauchst, grundsätzlich nicht.

Eine künstliche Intelligenz erkennt Stammkunden automatisch und begrüßt sie mit: »Payback haben wir nicht.« Bezahlt wird kontaktlos. Die Tür klemmt trotzdem. Besonders innovativ ist der autonome Personalmodus. Wenn im Laden mehr als drei Kunden gleichzeitig auftauchen, schaltet das System das Licht aus und tut so, als sei geschlossen. Historische Authentizität war den Entwicklern wichtig.

🌐 Netscape – Navigator fürs Auto

Der berühmte Browser kehrt als Navigationsgerät zurück. Der Netscape Navigator Road Edition benötigt für die Berechnung der Strecke Duisburg–Essen knapp elf Minuten und zeigt währenddessen eine animierte Sanduhr.

Autobahnen heißen wieder Datenautobahnen. Bei jedem Kreisverkehr fragt das Gerät, ob du wirklich fortfahren möchtest. Wer ein Ziel außerhalb Deutschlands eingibt, muss zunächst RealPlayer installieren.

Nach 200 Kilometern erscheint eine Meldung: „Diese Route wird in Ihrem Browser möglicherweise nicht korrekt dargestellt.“ Dann fährt man nach Belgien. Auch wenn man nach Hamburg wollte.

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🧟 Alte Marken sterben offenbar nur noch vorübergehend

Das eigentlich Interessante an Packard Bell ist deshalb weniger das rote DotBook als die Idee dahinter. Marken verschwinden heute offenbar nicht mehr endgültig. Sie liegen irgendwo in einem Konzernkeller, bis jemand feststellt, dass Menschen über 40 beim Namen noch kurz etwas fühlen.

Dann wird Staub abgeblasen, Bluetooth eingebaut und schon besitzt Nostalgie wieder eine unverbindliche Preisempfehlung.

Das funktioniert wahrscheinlich hervorragend. Denn sobald auf einem Produkt ein Name aus der eigenen Jugend steht, kauft man keinen Plattenspieler mehr.

Man kauft das Jahr 1997 zurück. Mit Bluetooth.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🪦 Bitte die Gräber geschlossen halten

Acer bringt die neuen Packard-Bell-Geräte ab November auf den Markt. Ob ausgerechnet ein Featurephone, eine Audiobrille und ein sprachgesteuerter Kofferplattenspieler der Marke zu einer zweiten großen Karriere verhelfen, wird sich zeigen.

In der Nimmermark laufen unterdessen bereits weitere Beschwörungen.

Bei Vobis wurde Licht gesehen. Bei Quelle bewegt sich etwas. Und auf einem verlassenen Friedhof soll gestern Nacht aus einem Grab ganz leise ein Modem gepfiffen haben.

Und falls jemand dreimal „Sie haben Post“ hört:

Nicht antworten.

Sonst haben wir auch noch AOL wieder.

Boney Jones präsentiert die besten Memes der Fantasygeschichte. Boney der Skelett-Pirat.