Nutella nur auf Platz 3: Diese fünf Frühstückscremes schlagen einfach alles
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Es gibt Nachrichten, bei denen Deutschland kurz innehält. Zum Beispiel: Regierungskrise. Oder Gasspeicher. Auch Fußball-WM Sechzehntel-Finale gehört dazu. Und dann gibt es Nutella nur auf Platz drei. Das schlägt ein wie eine Zuckerrakete in die lokale Weight Watchers Filiale. Was ist also passiert?
Die Stiftung Warentest hat 18 Nuss-Nougat-Cremes untersucht, zwölf davon erhielten ein „gut“. Ganz vorne landeten gleichauf die dunkle Haselnusscreme Kräm – Herr Eichhorn pur aus Thüringen und Aldis Nusskati, beide mit der Gesamtnote 2,0. Nutella folgt mit 2,2 auf Rang drei; vor allem die Nährwerte kosteten Punkte. Bemerkenswert ist auch der Preisunterschied: Während Kräm mit 5,94 Euro je 100 Gramm antritt, kostet Nusskati laut Test nur schlappe 50 Cent.
Damit ist die Republik erneut mit einer Frage konfrontiert, die seit Jahrzehnten zuverlässig Familien, Frühstückstische und vermutlich einzelne Amtsgerichte beschäftigt: Was darf morgens aufs Brot?
In den Zwischenreichen verfolgt man die deutsche Debatte mit Verwunderung. Dort gilt Nutella als maximal unentschlossener Irgendwas-Fettcreme mit Haselnuss-Anmutung.

🥄 Ein Aufstrich muss schließlich etwas können
Haselnuss. Kakao. Zucker. Das ist nett. Aber wo ist da der Risiko-Kick am Morgen? Wo der Moment, in dem man nach dem Frühstück nicht genau weiß, ob man satt, verflucht oder neuer Eigentümer eines verlassenen Bergwerks ist?
Die Lebensmittelhersteller der Zwischenreiche haben deshalb schon vor Jahrhunderten beschlossen, dass ein guter Brotaufstrich mindestens eine Eigenschaft besitzen muss, die auf der Zutatenliste absichtlich sehr klein gedruckt wird.
Der Arkane Moosverhetzer hat fünf der beliebtesten Produkte probiert. Nicht freiwillig, versteht sich. Wir wurden gezwungen. Mit varanthianischen Gold-Dublonen. Wer kann dazu schon Nein sagen?
🏘️ Das sind die fünf Frühstücksfavoriten aus den Zwischenreichen
🟢 MORGÖNZ – Haselnuss & Naturschleim
Der Klassiker für alle, denen normale Nusscreme nicht lange genug am Messer hängen bleibt. MORGÖNZ besteht aus gerösteten Haselnüssen, Kakao, Rohrzucker und einem grünen Sekret, das Herstellerangaben zufolge „traditionell morgens gewonnen“ wird. Von wem, wird allerdings nicht gesagt.
Geschmacklich beginnt die Creme überraschend angenehm: nussig, süß, ein wenig malzig. Dann zieht sie Fäden. Sehr lange Fäden. Wer das Messer vom Brot zur Spülmaschine trägt, kann dabei unter ungünstigen Umständen die komplette Küche verspannen. Die Verbraucherberatung empfiehlt deshalb, das Glas nicht weiter als 80 Zentimeter vom Frühstücksteller entfernt zu öffnen.
Besonders beliebt ist MORGÖNZ bei Familien mit Kindern, weil ein 400-Gramm-Glas durchschnittlich bis zur Einschulung reicht. Nicht wegen der Ergiebigkeit Es lässt sich einfach nicht schließen.
⚰️ GRUFTELLA – Dunkler Kakao mit gereifter Graberde
GRUFTELLA richtet sich an Erwachsene, denen Bitterschokolade bislang nicht konsequent genug schmeckte. Die Creme wird mit stark geröstetem Kakao, schwarzen Nüssen und einer kleinen Menge zertifizierter Graberde hergestellt. Wichtig: nur aus Gräbern mit mindestens 80 Jahren Ruhezeit.
Jüngere Erde gilt als geschmacklich aufdringlich. Der Hersteller beschreibt das Aroma als „erdig, mineralisch, mit langem Nachhall“. Wir würden ergänzen: Keller. Sehr viel Keller. Dazu eine entfernte Note nasser Mantel.
GRUFTELLA wird traditionell auf Schwarzbrot gegessen. Heller Toast verliert in unmittelbarer Nähe innerhalb weniger Minuten sichtbar an Knusperwillen. Ein besonderer Qualitätsindikator ist der Deckel. Wenn er sich beim Frühstück von allein öffnet, ist die Creme perfekt gereift. Wenn er deinen Namen sagt: sofort wegstellen!
🔥 DRACHENBRAND – Feuer-Nougat extra scharf
Die einzige Frühstückscreme, bei der der Toaster ausdrücklich nicht benutzt werden soll. DRACHENBRAND verbindet Nussnougat mit geräucherten Mandeln, Vulkanhonig und 0,7 Prozent konzentriertem Drachenatem. 0,7 Prozent klingt jetzt zunächst wenig, ist es aber nicht.
Bereits beim Öffnen entsteht über dem Glas eine leichte Hitzeflimmerung. Das Brot wird durch bloßes Bestreichen goldbraun und muss anschließend nur noch kurz ausgeklopft werden. Geschmacklich beginnt DRACHENBRAND fantastisch.
Schokolade. Haselnuss. Karamell. Dann kommt der Drache. Laut Hersteller hält die Schärfe lediglich „wenige Augenblicke“ an. Diese Aussage wurde offenbar von Wesen verfasst, die Zeiträume anders wahrnehmen als wir. Das Produkt besitzt trotzdem eine erstaunlich loyale Fangemeinde. Vor allem Feuerwehrleute kaufen es regelmäßig. Beruflich natürlich.
🪱 SCHLICK & NUSS – Crunchy Sumpf Edition
Endlich ein Brotaufstrich für Menschen, die bei „Crunchy“ wissen möchten, was genau da eigentlich cruncht. SCHLICK & NUSS wird aus Haselnüssen, Moorbeeren, gesalzener Sumpfbutter und kleinen knusprigen Bestandteilen hergestellt, deren Herkunft laut Verpackung „jahreszeitlich schwanken kann“. Das sollte genügen.
Die Farbe bewegt sich zwischen Braun, Grün und einem Farbton, den unser Fotograf anschließend aus seiner Kamera gelöscht hat. Im Mund entwickelt die Creme zunächst eine erstaunlich feine Säure. Danach knackt etwas. Das ist ausdrücklich normal. Beim zweiten Knacken ebenfalls.
Beim dritten empfiehlt der Hersteller, langsam weiterzukauen und keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen. SCHLICK & NUSS ist übrigens ein lebendes Naturprodukt. Das Mindesthaltbarkeitsdatum befindet sich deshalb nicht auf dem Glas. Das Glas entscheidet darüber selbst.
🦴 KNOCHENKNACK – Mark, Kakao & 13 Nüsse
Der Proteinaufstrich für einen gelungenen Start in einen Tag, den man vermutlich auf einem Schlachtross verbringt. KNOCHENKNACK kombiniert dunklen Kakao mit Haselnüssen, Walnüssen, Mandeln und feinstem Knochenmark.
Welche Knochen? Der Hersteller beantwortet diese Frage seit 1734 mit: „Nur die guten.“
Die Konsistenz ist hervorragend. Cremig, glatt, streichfähig. Gelegentlich stößt man auf kleine helle Stückchen. Diese sollen laut Verpackung „den handwerklichen Charakter unterstreichen“.
Eine Portion liefert 38 Gramm Eiweiß, 46 Gramm Fett und den spontanen Wunsch, ein benachbartes Fürstentum zu erobern. KNOCHENKNACK wird deshalb nicht für Kinder unter zwölf Jahren empfohlen. Nicht aus ernährungsphysiologischen Gründen. Sie könnten seltsame Ideen bekommen.
🧪 Stiftung Warentest wäre dort vermutlich überfordert
Schon bei den realen Nuss-Nougat-Cremes zeigt sich, dass Genuss und Ernährungsphysiologie nicht zwingend dieselbe Sprache sprechen: Für die ernährungsphysiologische Qualität erreichte im aktuellen Test kein Produkt mehr als „befriedigend“. Bewertet wurden unter anderem Energiegehalt, Zucker, Fett, Eiweiß und Fettsäureverteilung; auch Mineralölbestandteile, unklare Aromastoffe oder fehlerhafte Angaben konnten die Note drücken.
Ein entsprechender Test in den Zwischenreichen müsste zusätzliche Kategorien einführen.
Streichfähigkeit: gut.
Zuckergehalt: erhöht.
Geschmack: ungewöhnlich.
Besessenheitsgrad nach Verzehr: noch vertretbar.
Anzahl der beim Öffnen entwichenen Kreaturen: zwei.
Und bei SCHLICK & NUSS:
Packung war bei Testende nicht mehr auffindbar.
🍞 Vielleicht sollten wir Nutella einfach dankbarer sein
Nutella landet also nur auf Platz drei. Das mag schmerzen, aber vielleicht ist Platz drei gar nicht so schlecht.
Es steht morgens friedlich im Glas. Es verlangt nichts. Es bewegt sich nicht. Es flüstert nicht deinen Namen. Und wenn man den Deckel abschraubt, kommt normalerweise nichts heraus, das zuerst wissen möchte, wer das Haus geerbt hat.
Manchmal erkennt man Qualität eben erst, wenn man weiß, welche Alternativen existieren. Also Kopf hoch, Nutella. Deutschland steht weiterhin hinter dir.
Zumindest so lange, bis KNOCHENKNACK Crunchy bei Aldi im Aktionsregal liegt.
Dann reden wir noch mal.





