🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

Nexon stellt Project EL ein
📰 Was ist los?
Berichten zufolge war Project EL als Fantasy-Open-World mit GTA-artigen Freiheiten angelegt und stand unter der Leitung von Shim Ki-hoon. Die Entwicklung soll etwa zwei Jahre gelaufen sein, ehe Nexon das Projekt stoppte; eine offizielle Stellungnahme des Publishers liegt bislang nicht vor.
🐛 Was denken wir?
Der Verlust wiegt hier schwerer als der Bekanntheitsgrad des Projekts. Gerade weil kaum etwas öffentlich war, bleibt vor allem die Idee zurück: ein großes Fantasy-Spiel, das nicht bloß Questmarker abarbeitet, sondern offenbar auf systemische Open-World-Freiheit zielte. Solche Ansätze sieht man im Genre deutlich seltener, als man eigentlich sollte.
🗡️ Tod im Konferenzraum: Nexon streicht Project EL
Manche Spiele verschwinden, bevor sie überhaupt eine faire Chance bekommen, schlecht zu werden. Project EL gehört offenbar in genau diese traurige Kategorie. Laut Berichten aus Korea hat Nexon das intern entwickelte Fantasy-Open-World-Projekt nach rund zwei Jahren Arbeit eingestellt. Offiziell bestätigt ist der Schritt bisher nicht, aber mehrere Branchenseiten führen die Meldung inzwischen übereinstimmend auf den Bericht des Wirtschaftsmediums MTN zurück.
🏰 Eine gute Prämisse, leise beerdigt
Das Bittere an dieser Meldung ist nicht nur die Einstellung selbst, sondern die Art von Spiel, die hier womöglich verlorenging. Ein Open-World-Fantasyprojekt mit dem Versprechen von urbaner Freiheit, Reibung und Spielsystemen jenseits der üblichen Themenparkstruktur hätte im Markt zumindest eine echte Lücke besetzt. Gerade große Fantasyspiele sind oft erstaunlich brav, sobald man ihnen die hübsche Kulisse abzieht. Project EL klang dagegen nach einem Versuch, etwas unordentlicher, wilder und vielleicht auch interessanter zu werden.
Viel mehr als diese grobe Richtung ist bislang nicht belastbar bekannt. Deshalb wäre alles Weitere Spekulation mit Umhang. Sicher ist nur: Das Projekt war intern offenbar weit genug gediehen, dass nun über Umverteilungen im Team gesprochen wird. Auch das passt zu einer Firma, die ihren Projektkatalog derzeit sichtbar neu ordnet und schärfer nach Geschäftssinn sortiert.

⚙️ Nexon sortiert gerade härter aus
Der Zeitpunkt der Einstellung fällt in eine Phase, in der Nexon seine Prioritäten sichtbar neu ordnet. Ende Februar berief das Unternehmen Patrick Söderlund zum Executive Chairman und gab ihm weitreichende Verantwortung für Strategie, kreative Ausrichtung und die nächste Wachstumsphase. Wenige Wochen später legte Nexon auf seinem Capital Markets Briefing nach und sprach offen über Kostenkontrolle, Portfolio-Management und eine straffere Ausrichtung der Entwicklung.
Genau deshalb wirkt Project EL weniger wie ein bedauerlicher Ausrutscher, sondern wie ein typischer Fall dieser neuen Linie. Wenn ein Konzern öffentlich von Disziplin, Fokussierung und klareren Geschäftsgrundlagen spricht, geraten Projekte mit unklarem Ertrag zwangsläufig unter Druck, selbst dann, wenn ihre Prämisse deutlich interessanter klingt als vieles, was es später tatsächlich in den Markt schafft. Für das Unternehmen mag das rational sein. Für Fantasy-Fans bleibt es vor allem frustrierend, weil hier womöglich einer der selteneren Genre-Ansätze schon vor seinem ersten echten Auftritt verschwindet.
👑 Unser Fazit: Eine Idee mit mehr Risiko und mehr Reiz
Project EL war am Ende nur ein Codename, ein Gerücht mit etwas Kontur und eine Prämisse, die sofort hängen blieb. Aber manchmal reicht genau das, um einen Verlust spürbar zu machen. Eine offene Fantasy-Welt mit stärker systemischer Freiheit hätte dem Genre zumindest eine andere Richtung anbieten können als den ewigen Wechsel aus Marker-Abklappern, Pathos und dekorativer Weitläufigkeit. Dass ausgerechnet so ein Projekt still aus dem Katalog fällt, passt leider zu einer Branche, die lieber berechenbar als kühn plant. Und genau deshalb bleibt von Project EL vor allem der Eindruck eines Spiels, das schon als Möglichkeit interessanter war als mancher fertige Konkurrent.



