Netflix gab auf, Disney öffnet die Pyramide: Die Kane-Chroniken sollen endlich zur Serie werden

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Die Pyramide bekommt einen neuen Streamingdienst

📰 Was ist los?
20th Television entwickelt für Disney+ eine Live-Action-Serie nach Rick Riordans The Kane Chronicles. Riordan und Angela Robinson schreiben und produzieren gemeinsam. Carter und Sadie Kane sollen darin ägyptische Magie erlernen und ihren verschwundenen Vater retten.

🐛 Was denken wir?
Der Wechsel vom geplanten Netflix-Film zur Disney+-Serie wirkt für diesen Stoff ziemlich sinnvoll. Riordans Geschichten brauchen Zeit für Mythologie, Figuren und Weltaufbau – und Disney hat mit Percy Jackson bereits die passende Infrastruktur dafür. Jetzt muss die Serie nur noch tatsächlich bestellt werden.

Manche Fantasyreihen müssen gegen Monster kämpfen. Andere gegen Götter. The Kane Chronicles hatte zusätzlich noch ein ziemlich langlebiges Problem mit Hollywood. Rick Riordans ägyptische Fantasy-Trilogie bekommt nun eine neue Chance. 20th Television entwickelt gemeinsam mit Disney+ eine Live-Action-Serie nach den Büchern. Riordan selbst arbeitet mit Angela Robinson an der Adaption und soll damit erneut deutlich näher an der Umsetzung seiner eigenen Vorlage beteiligt sein, als es bei vielen älteren Jugendbuchverfilmungen üblich war.

Zwei junge Geschwister stehen zwischen moderner Großstadt und einer magischen altägyptischen Tempelwelt mit leuchtenden Hieroglyphen.
Ägyptische Götter zurück in der modernen Welt: Die Kane-Chroniken bekommen nach dem gescheiterten Netflix-Projekt eine neue Chance bei Disney+.
© Fantasykosmos / eigene Illustration / manuell nachbearbeitet

Das Projekt kommt nicht aus dem Nichts. Netflix hatte die Kane-Chroniken bereits jahrelang als Filmreihe entwickelt, schaffte es aber nie bis zur Produktion. 2024 bestätigte Riordan schließlich, dass die Rechte an ihn zurückgefallen waren und er gemeinsam mit seiner Frau Becky nach einer neuen Lösung suchte. Zwei Jahre später führt der Weg nun ausgerechnet zu jenem Konzern, der mit Percy Jackson and the Olympians bereits bewiesen hat, dass Riordans Mythologiegeschichten als Serie funktionieren können.

🏺 Ägyptische Götter mitten in der modernen Welt

Die Kane-Chroniken tauschen griechische Halbgötter gegen ägyptische Magie. Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Carter und Sadie Kane, die nach dem Tod ihrer Mutter weitgehend getrennt aufgewachsen sind. Carter reist mit seinem Vater, dem Ägyptologen Dr. Julius Kane, durch die Welt, während Sadie bei den Großeltern in London lebt.

Bei einem vermeintlichen Forschungsprojekt im British Museum geht dann ungefähr alles schief, was bei einem Familienausflug schiefgehen kann. Julius Kane setzt den Gott Set frei, verschwindet selbst und zwingt Carter und Sadie dazu, sich plötzlich mit erwachenden ägyptischen Gottheiten, alter Magie und der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

Die neue Serienfassung greift genau diese Ausgangslage auf. Laut offizieller Logline müssen die entfremdeten Geschwister ihre geerbte ägyptische Magie beherrschen, Verbündete finden und ihren Vater retten, bevor ein Krieg der Götter die moderne Welt ins Chaos stürzt.

Damit besitzt der Stoff ein angenehm anderes Fundament als Percy Jackson. Keine Sommercamps, keine griechischen Halbgötter, keine olympischen Familienfeiern. Stattdessen Hieroglyphen, Magierhäuser, Pharaonen, beschworene Gottheiten und eine Familie, die ziemlich schnell feststellen muss, dass Ahnenforschung gelegentlich unerwünschte Nebenwirkungen hat.

🐍 Carter und Sadie gehören trotzdem zur selben Welt wie Percy

Literarisch existieren die Kane-Chroniken im selben größeren Universum wie Riordans andere Mythologie-Reihen. Das wird spätestens in Demigods & Magicians ausdrücklich sichtbar, wo Carter und Sadie auf Percy Jackson und Annabeth Chase treffen. Griechische und ägyptische Magie existieren dort also buchstäblich nebeneinander.

Das macht Disneys Entscheidung natürlich besonders interessant. Der Konzern besitzt mit Percy Jackson and the Olympians bereits eine etablierte Riordan-Serie. Eine erfolgreiche Kane-Adaption könnte langfristig ein größeres gemeinsames Serienuniversum ermöglichen.

Dafür gibt es derzeit allerdings keine offizielle Ankündigung. Die Kane-Serie befindet sich noch in Entwicklung, und niemand hat ein Crossover versprochen. Trotzdem liegt die Verbindung im Ausgangsmaterial bereits fertig auf dem Tisch. Disney müsste sie irgendwann nur noch aufheben.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

✍️ Rick Riordan schreibt diesmal selbst mit

Der vielleicht wichtigste Unterschied zum alten Netflix-Projekt ist die kreative Beteiligung. Rick Riordan soll die neue Serie gemeinsam mit Angela Robinson entwickeln und schreiben. Robinson war unter anderem an True Blood, How to Get Away With Murder und The L Word beteiligt und führte zuletzt auch bei Wednesday Regie.

Rebecca Riordan fungiert ebenfalls als Executive Producer, dazu kommen Ellen Goldsmith-Vein und Jeremy Bell für The Gotham Group. Das ist relevant, weil Riordan in den vergangenen Jahren immer wieder sehr deutlich gemacht hat, wie wichtig ihm die Kontrolle über seine Adaptionen geworden ist. Seine Produktionsfirma Mythomagic wurde genau mit dem Ziel gegründet, seine Stoffe gemeinsam mit Partnern möglichst eng zu begleiten.

Bei den Kane-Chroniken bekommt er nun offenbar wieder die Möglichkeit dazu. Nach Jahren in der Netflix-Drehbuchschleife dürfte allein das schon wie eine kleine Auferstehung wirken.

🎬 Netflix wollte Filme – Disney setzt auf Serie

Netflix hatte ursprünglich eine Reihe von Live-Action-Filmen geplant. Das erste Projekt sollte The Red Pyramid adaptieren. Über mehrere Jahre wurde an Drehbüchern gearbeitet, doch die Produktion kam nie zustande. Riordan beschrieb das Ende später erstaunlich nüchtern: Die Branche habe sich verändert, Streamingdienste seien vorsichtiger geworden, viele Projekte würden eingestellt. Die Rechte gingen schließlich zurück an ihn.

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Disney verfolgt jetzt einen anderen Ansatz. Statt die drei Bücher in Filme zu pressen, wird der Stoff für eine Fernsehserie entwickelt. Das klingt zunächst banal, könnte aber genau die sinnvollere Form sein. Riordans Geschichten leben stark von Nebenfiguren, mythologischen Erklärungen und längeren Reiseabschnitten. All das lässt sich in einer Serie deutlich leichter ausspielen als in einem Zwei-Stunden-Film, der irgendwann entscheiden muss, ob Bast, Anubis oder eine weitere Explosion aus dem Drehbuch fliegt. Gerade Percy Jackson hat Disney bereits gezeigt, dass diese Struktur für Riordans Geschichten gut funktionieren kann.

📚 Drei Bücher liefern reichlich Stoff

Die Kernreihe umfasst drei Romane: The Red Pyramid, The Throne of Fire und The Serpent’s Shadow. Dazu kommen Begleitbücher und die bereits erwähnten Crossover-Geschichten mit Percy Jackson und Annabeth. Damit besitzt Disney von Anfang an einen klaren erzählerischen Bogen. Carter und Sadie entwickeln sich über drei Bücher von ziemlich überforderten Geschwistern zu erfahrenen Magiern, während der Konflikt mit den ägyptischen Göttern immer größer wird.

Ob Disney tatsächlich drei Staffeln plant, ist derzeit nicht bekannt. Ebenso fehlen Besetzung, Episodenzahl, Regisseure und Starttermin. Das Projekt steht also noch ziemlich am Anfang. Aber diesmal immerhin an einem Anfang, an dem tatsächlich jemand die Tür geöffnet hat.

🐊 Die ägyptische Mythologie bekommt ihre zweite Chance

Gerade für Fantasyserien wäre die Kane-Reihe eine schöne Erweiterung des derzeitigen Angebots. Ägyptische Mythologie taucht in großen westlichen Fantasyproduktionen deutlich seltener auf als griechische, nordische oder klassische mittelalterliche Stoffe. Riordans Bücher werfen dagegen Set, Horus, Isis, Anubis, Bast, Thoth und weitere Gottheiten direkt in die moderne Welt.

Dazu kommen Magier, geheime Häuser, Hieroglyphenzauber und eine Familiengeschichte, die eng mit den alten Pharaonen verbunden ist. Wenn Disney daraus tatsächlich eine Serie macht, bekommt Percy Jackson also irgendwann Gesellschaft.

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