27 Jahre später öffnen sich Erathias Tore erneut: Heroes of Might and Magic III wird komplett neu erschaffen
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Erathia entsteht ein zweites Mal
📰 Was ist los?
Ubisoft und Unfrozen bringen Heroes of Might and Magic III Remake 2027 auf PS5, Xbox Series X|S und PC. Das Remake entsteht komplett in 3D mit Snowdrop, enthält Hauptspiel und beide Erweiterungen und ergänzt neue Kampagnenelemente, Multiplayer-Funktionen sowie modernisierte Editorwerkzeuge.
🐛 Was denken wir?
Der entscheidende Punkt ist die Tiefe der Überarbeitung. Freie 3D-Kamera, Wetter, zusammengeführte Kampagnen und simultaner Multiplayer wären schon genug – dass zusätzlich jahrzehntelang entstandene Community-Karten erhalten bleiben sollen, zeigt aber, dass Ubisoft den historischen Wert des Spiels zumindest an der richtigen Stelle erkannt hat.
🐉 27 Jahre später öffnen sich Erathias Tore erneut: Heroes of Might and Magic III wird komplett neu erschaffen
Manche Klassiker werden remastered, bekommen höhere Auflösungen und dürfen anschließend noch einmal beweisen, dass ihre Pixel erstaunlich gut gealtert sind. Bei Heroes of Might and Magic III hat Ubisoft offenbar beschlossen, dass ein paar schärfere Burgtürme nicht ausreichen.
Heroes of Might and Magic III Remake bringt den Strategieklassiker von 1999 im Jahr 2027 auf PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC zurück. Entwickelt wird die neue Fassung von Unfrozen, und diesmal ist „Remake“ tatsächlich wörtlich gemeint: Erathia entsteht in Ubisofts Snowdrop Engine vollständig neu, während das rundenbasierte Strategie- und Rollenspielgerüst des Originals erhalten bleiben soll.

Die alte isometrische 2D-Perspektive wird dabei nicht einfach hochgerechnet. Das Remake verwandelt die Welt in vollständiges 3D und gibt dem Spieler eine frei bewegliche Kamera. Gleichzeitig kommen 4K-Grafik, dynamische Beleuchtung, Wetterwechsel und Jahreszeiten hinzu. Der Blick auf die Karte verändert sich damit grundlegend – die Frage, ob hinter dem nächsten Gebirge irgendein gegnerischer Held gerade sämtliche unbewachten Minen einsammelt, bleibt erfreulicherweise dieselbe.
🏰 Erathia bleibt Erathia – nur diesmal in vollständigem 3D
Am Kern des Spiels will Ubisoft ausdrücklich festhalten. Weiterhin ziehen Helden über die Weltkarte, sammeln Ressourcen und Artefakte, bauen Städte aus, rekrutieren Kreaturen und treten in taktischen Rasterkämpfen gegeneinander an. Gerade diese Mischung aus Erkundung, Aufbau, RPG-Fortschritt und rundenbasierter Taktik machte Heroes III zu jenem Spiel, das aus einem geplanten kurzen Zug erstaunlich zuverlässig einen verschwundenen Abend machen konnte.
Auch die neun bekannten Fraktionen kehren vollständig zurück: Castle, Rampart, Tower, Inferno, Necropolis, Dungeon, Stronghold, Fortress und Conflux. Damit ist gleichzeitig klar, dass das Remake nicht nur die ursprüngliche Veröffentlichung rekonstruiert. Armageddon’s Blade und The Shadow of Death gehören ebenfalls zum Paket und bringen den später ergänzten Teil des klassischen Inhalts direkt mit.
Optisch bekommt jede dieser Welten erheblich mehr Bewegung. Neben den komplett neu modellierten Umgebungen sollen dynamisches Wetter und wechselnde Jahreszeiten dafür sorgen, dass Erathia nicht mehr wie eine wunderschöne, aber statische Spielkarte wirkt. Das ist eine tiefere Veränderung, als sie die 2015 veröffentlichte HD Edition je leisten konnte.
🎬 Erathia öffnet wieder seine Tore
Der Reveal-Trailer zeigt den Sprung vom isometrischen Klassiker zur vollständig dreidimensionalen Neuauflage von Heroes of Might and Magic III.
👑 Aus einzelnen Kampagnen wird eine große Saga
Auch erzählerisch will Unfrozen nicht einfach sämtliche alten Kampagnen nacheinander in ein Menü legen. Ubisoft verbindet sie zu einer durchgehenden Geschichte rund um Erathia und Queen Catherine.
Das Remake ergänzt dafür einen neuen Prolog und Epilog sowie vollständig produzierte neue Zwischensequenzen. Gerade der Prolog soll neuen Spielern den Einstieg in Welt und Mechaniken erleichtern, während die alten Kampagnen selbst erhalten bleiben.
Das ist eine interessante Gratwanderung. Heroes III lebt für viele Spieler weniger von filmischer Inszenierung als von seinen Karten, Helden und kleinen Geschichten, die sich während einer Partie ganz von selbst ergeben. Eine stärker zusammenhängende Kampagne kann dem alten Stoff dennoch guttun, solange sie diesen offenen Charakter nicht unter einer zu dicken Schicht moderner Erzähltechnik begräbt.
⚔️ Acht Spieler – und Hot Seat bleibt tatsächlich sitzen
Beim Mehrspieler nimmt sich Ubisoft ebenfalls einiges vor. Onlinepartien unterstützen bis zu acht Spieler, das Matchmaking wird überarbeitet und ein System für simultane Züge soll lange Wartezeiten reduzieren. Gleichzeitig bleibt der klassische Hot-Seat-Modus erhalten.
Gerade letzteres dürfte für alte Spieler beinahe symbolischen Wert besitzen. Heroes III gehört zu jener Generation von PC-Spielen, bei denen mehrere Menschen tatsächlich vor demselben Rechner sitzen konnten, einer seinen Zug machte und alle anderen plötzlich ausgesprochen interessiert an der Zimmerdecke waren, damit niemand sah, wohin der gegnerische Held gerade unterwegs war.
Das Remake modernisiert also genau dort, wo modernes Online-Spiel es verlangt, ohne eine der charakteristischsten Mehrspielerformen des Originals zu entsorgen.
🗺️ Tausende alte Karten sollen weiterleben
Die wahrscheinlich stärkste Ankündigung richtet sich allerdings an die Community. Ubisoft möchte die über mehr als 25 Jahre entstandenen Karten und Kampagnen kompatibel halten, sodass vorhandene Community-Inhalte vom ersten Tag an genutzt werden können. Dazu kommen modernisierte Werkzeuge zum Erstellen eigener Karten und Kampagnen sowie ein integrierter UGC-Hub zum Finden, Herunterladen und Teilen neuer Inhalte.
Das ist für Heroes III wichtiger, als es bei vielen anderen Remakes wäre. Ein erheblicher Teil der Langlebigkeit des Spiels stammt aus seiner Karten- und Modding-Szene. Würde ein modernes Remake diese Geschichte einfach abschneiden, wäre zwar Erathia schöner – aber ein beträchtlicher Teil dessen, was das Spiel über Jahrzehnte am Leben gehalten hat, bliebe vor den Toren stehen.
Dass Ubisoft diese Inhalte stattdessen ausdrücklich mitnehmen will, deutet darauf hin, dass man verstanden hat, warum Heroes III nach 27 Jahren überhaupt noch groß genug für ein solches Remake ist.
🎼 Auch Erathia soll anders klingen
Die Audioseite wird ebenfalls vollständig modernisiert. Geplant sind neue Sprachaufnahmen, stärker geschichtete Musik, räumlichere Umgebungsgeräusche und zusätzliche akustische Hinweise für Aktionen wie Zauber, Kämpfe oder Moralveränderungen.
Gerade beim Soundtrack ist Fingerspitzengefühl gefragt. Die Musik der alten Städte gehört zu den Teilen von Heroes III, die sich bei Veteranen ziemlich tief eingebrannt haben. Eine modernere technische Produktion ist willkommen; ein vollständiger Verlust des alten musikalischen Charakters wäre dagegen vermutlich der schnellste Weg, eine ansonsten friedliche Strategie-Community geschlossen in den Inferno-Modus zu schicken. Wie Unfrozen diesen Spagat löst, dürfte deshalb fast ebenso spannend werden wie die neue Grafik.
💿 Und das Original ist plötzlich ebenfalls wieder da
Fast nebenbei hat Ubisoft gestern noch eine bemerkenswerte Lücke geschlossen. Die klassische Heroes of Might and Magic III Complete Edition ist erstmals vollständig auf Steam erschienen. Damit steht dort nun tatsächlich die Originalfassung inklusive beider Erweiterungen zur Verfügung.
Das schafft eine ungewöhnlich faire Ausgangslage für die kommenden Monate. Wer sehen möchte, wie radikal sich das Remake verändert, kann das Original unmittelbar danebenstellen. Und wer nach dem Reveal plötzlich wieder Lust auf Erathia bekommen hat, muss nicht bis 2027 warten.
Einen konkreten Veröffentlichungstag für Heroes of Might and Magic III Remake gibt es noch nicht. Sicher sind bislang 2027, PS5, Xbox Series X|S und PC sowie die Aussicht auf eine Rückkehr, die erheblich weiter geht als eine weitere HD Edition.
Erathia wird also tatsächlich neu gebaut. Hoffentlich erinnert sich noch jemand, wo die ganzen Sägewerke hingehören.







