Hansen – Born With A Hammer (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Hansen – Born With A Hammer

🧿 Kurzfazit
Born With A Hammer ist ein bewusst buntes, gelegentlich übermütiges und nicht durchgehend treffsicheres Soloalbum. Kai Hansen nutzt seine Freiheiten, um Heavy Metal mit Punk, Hard Rock, Rock’n’Roll, Funk, Reggae und elektronischen Farben zu vermischen. Die stärksten Stücke besitzen Energie, Humor und typische Hansen-Melodik; schwächere Momente leiden unter einer sehr sauberen Produktion und Ideen, die interessanter gedacht als umgesetzt wirken. Eine langweilige Selbstkopie ist das jedenfalls nicht.

🧭 Für wen & vergleichbar mit
Wer Gamma Ray und die Hansen-geprägten Helloween-Jahre liebt, aber auch dessen Hang zu Queen, klassischem Hard Rock, Punk und ungewöhnlichen Seitensprüngen akzeptiert, findet hier reichlich vertrautes Material in ungewohnter Umgebung. Einzelne Passagen erinnern an The Kinks, an Siebziger-Hard-Rock, an Eighties-Elektronik oder schlicht an Hansen, wenn ihm niemand sagt, dass ein Reggae-Mittelteil in einem Heavy-Metal-Song vielleicht erklärungsbedürftig wäre. Genau das ist hier der Reiz.

🎼 Highlights
Feeding The Beast, Welcome To Life, I.D.G.A.F.

⛔ Für wen eher weniger geeignet?
Wer ausschließlich die nächste Portion Land Of The Free oder Keeper erwartet, dürfte mit dem stilistischen Herumstreunen wenig Freude haben. Ebenso könnten Hörer, die rauen, organischen Metal-Sound bevorzugen, an der sehr kontrollierten Produktion hängenbleiben. Nicht jede Abzweigung dieser Platte führt zu einem Ort, an den man unbedingt ein zweites Mal reisen muss.

Albumcover von Kai Hansen – Born With A Hammer: Cartoonhafte Heavy-Metal-Szene mit einem grinsenden roten Teufel vor Feuer und Blitzen. Der Teufel zeigt die Pommesgabel und steht neben einer großen roten Flying-V-Gitarre mit metallisch verstärktem Korpus. Über der Szene steht der goldene Schriftzug HANSEN, unten der Albumtitel Born With A Hammer.

🔨 Hansen – Born With A Hammer: Wenn vor den Hammer nichts mehr sicher ist

Auf dem Cover grinst ein kleiner roter Teufel vor einer Wand aus Feuer, hält die Pommesgabel hoch und lehnt sich an eine überdimensionierte Flying-V-Gitarre, deren Korpus aussieht, als hätte ein Metallbauer nach drei Energy-Drinks beschlossen, Instrumentenbau und Straßenbau zusammenzuführen. Darüber prangt HANSEN in riesigen goldenen Lettern. Das Ganze bewegt sich irgendwo zwischen Heavy-Metal-Kinderzimmer, Arcade-Automat, Jahrmarkt und jener Sorte Cover, bei der man reflexartig noch einmal prüft, ob irgendwo ein Augenzwinkern versteckt ist.

Das ist wahrscheinlich sogar beabsichtigt.

Denn Kai Hansen hat nie sonderlich viel Interesse daran gezeigt, Heavy Metal als akademische Hochkultur zu behandeln. Er nimmt die Musik ernst, sich selbst deutlich weniger. Genau dieses Prinzip bildet den Schlüssel zu Born With A Hammer, seinem ersten echten Soloalbum seit XXX – Three Decades In Metal. Zehn Stücke lang nutzt Hansen die Gelegenheit, Dinge auszuprobieren, die bei Helloween oder Gamma Ray vermutlich spätestens bei der zweiten Bandbesprechung fragende Gesichter ausgelöst hätten. Der Mann selbst beschreibt das Album als Rundfahrt durch seinen „bunten musikalischen Garten“ harter Musik – und betont ausdrücklich, dass ein Soloalbum für ihn wenig Sinn hätte, wenn es bloß nach seinen Hauptbands klänge.

Also gibt es Heavy Metal, logo.

Hard Rock.

Punk!

Rock’n’Roll.

Ein bisschen Funk. Ok?

Reggae, tatsächlich.

Sechziger-Gitarren sowieso.

Elektronische Spielereien, ist klar.

Und natürlich jene Hansen-Melodien, bei denen spätestens nach vier Takten irgendwo ein imaginärer Kürbis aus dem Gebüsch glotzt.

Das Ergebnis ist alles andere als homogen. Einige Stücke knallen erstaunlich gut, manche Ideen sind reizvoller als ihre endgültige Umsetzung, und ein paar Nummern wirken tatsächlich so, als hätte Hansen beim Herumprobieren vergessen, dass irgendwann auch jemand zuhören muss.

Gerade deshalb ist Born With A Hammer interessanter als ein weiteres solides Power-Metal-Album geworden. Der Hammer schlägt hier nur eben nicht immer auf denselben Amboss.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Heavy Metal, Hard Rock, Power Metal, Punk Rock, Rock’n’Roll

Musikalische Einordnung: Hansen hat Born With A Hammer ausdrücklich als Ort für Material verstanden, das sich nicht vollständig bei Helloween oder Gamma Ray unterbringen ließ. Die ersten Ideen entstanden bereits während der Pandemie, als er schlicht Zeit hatte und anfing, unterschiedliche Einfälle aufzunehmen. Irgendwann stellte er fest, dass genau diese stilistische Streuung das eigentliche Konzept sein könnte.

Das hört man dann auch tatsächlich. Feeding The Beast steht noch relativ fest auf klassischem Heavy-Metal-Boden: kräftiges Riff, großer Refrain, Gitarrenarbeit mit klarer Hansen-Handschrift. Schon Welcome To Life zieht den Rahmen weiter auf. Heavy Metal, Punk und Rock’n’Roll laufen ineinander, das Tempo verändert sich mehrfach, und mitten im Song taucht tatsächlich Reggae auf. Hansen erklärt diesen Einfall völlig unprätentiös mit seiner Vorliebe für Bob Marley und der Atmosphäre sonniger Orte wie Costa Rica. Er hatte Lust darauf, also machte er es.

Genau dieses „Warum eigentlich nicht?“ steckt überall in der Platte. I Don’t Care At All flirtet mit Funk und Disco, I.D.G.A.F. wirft Sechziger-Gitarrensprache und elektronische Farben zusammen, Wait And See bekommt härtere, kantigere Züge. Andere Stücke rücken wieder näher an traditionellen Heavy Metal und Hard Rock.

Das Problem dieser Freiheit liegt auf der Hand: Nicht jede Idee, die Spaß macht, ergibt automatisch einen großartigen Song. Born With A Hammer wirkt deshalb stellenweise eher wie ein musikalisches Skizzenbuch eines erfahrenen Musikers als wie ein bis ins letzte Detail geschlossenes Statement. Aber dieses Skizzenbuch besitzt auch durchaus seine eigene Persönlichkeit.

Klangbild: Produziert wurde das Album von Eike Freese, Kai Hansen und Alexander Dietz. Die Besetzung ist beachtlich: Freese und Dietz arbeiten an den Gitarren beziehungsweise am Bass, Dan Wilding von Carcass sitzt am Schlagzeug und Tim Hansen von Induction bringt eine weitere Gitarre sowie familiäre Verstärkung mit.

Klanglich ist das Ergebnis schön sauber und druckvoll. Gitarren stehen breit, das Schlagzeug besitzt Schub, Hansens Stimme sitzt deutlich über dem Instrumentarium. Gerade bei Feeding The Beast funktioniert diese Direktheit gut, weil der Song ohnehin frontal gebaut ist.

An anderer Stelle wünscht man sich allerdings mehr Schmutz. Denn wenn Musik bewusst nach Punk, Rock’n’Roll oder rebellischer Spontaneität greift, kann eine sehr glatte Oberfläche den Eindruck erzeugen, dass jemand den Dreck sorgfältig desinfiziert hat, bevor er ins Studio durfte. Die Platte klingt professionell, vielleicht manchmal sogar etwas zu professionell für ihre eigenen schiefen Ideen.

Das ist der eigentliche Widerspruch von Born With A Hammer: Die Kompositionen wollen gelegentlich ausbrechen. Der Sound hat vorher noch schnell die Versicherungspapiere ausgefüllt.

🎬 Offizielles Video

Offizielles Video zu Feeding The Beast – der geradlinigste Einstieg in Hansens Born With A Hammer: schweres Riff, großer Refrain und genau jene Gitarrenhandschrift, wegen der Generationen von Power-Metal-Bands überhaupt erst losgelegt haben.

🔥 Drei Hammerschläge aus Hansens Werkzeugkiste

Feeding The Beast

Der Auftakt macht zunächst gar nicht den Eindruck, als wolle hier jemand große Experimente veranstalten. Feeding The Beast kommt mit schwerem Gitarrenriff, ordentlich Druck und einem Refrain, den Hansen wahrscheinlich auch im Schlaf noch schreiben könnte.

Gerade darin liegt seine Stärke. Das Stück erinnert sofort daran, warum Hansens kompositorische Handschrift seit Jahrzehnten so leicht erkennbar ist. Die Melodien brauchen keine komplizierten Umwege, die Gitarren besitzen genug Bewegung, und über allem liegt diese leicht angeraute Stimme, die nie den klassischen Power-Metal-Schönklang gesucht hat.

Der Song verspricht zunächst eine härtere, unmittelbare Platte. Das ist allerdings nur die Eingangstür. Dahinter wird es dann schon deutlich seltsamer.

Welcome To Life

Spätestens hier erklärt Born With A Hammer seine eigentliche Absicht. Welcome To Life beginnt als energische Mischung aus Heavy Metal, Punk und Rock’n’Roll. Gitarren treiben, das Tempo verschiebt sich, der Refrain öffnet sich melodisch, und irgendwann steht da plötzlich Reggae. Kein ironisches Zwei-Sekunden-Zitat. Einfach Reggae.

Hansen selbst erklärt das vollkommen plausibel aus seiner eigenen musikalischen Lebenswelt: Wenn er an sonnigen Orten unterwegs ist, hört er gern Bob Marley, und beim Schreiben kam dieser Einfall einfach vorbei. Weil das Soloalbum genau der Ort sein sollte, an dem solche spontanen Ideen erlaubt sind, blieb er drin. Das ist wahrscheinlich die beste Beschreibung des gesamten Albums.

Welcome To Life funktioniert gerade deshalb, weil es seine Stilwechsel nicht entschuldigt. Die Nummer trägt diese leichte, lebensbejahende Haltung auch textlich und wirkt wie ein Musiker, der sich nach Jahrzehnten im Metal immer noch darüber freut, wenn plötzlich etwas Unerwartetes funktioniert. Man kann darüber die Stirn runzeln. Oder einfach mitfahren. Wir nehmen Variante zwei.

I.D.G.A.F.

Allein der Titel formuliert das Programm ausreichend deutlich. I.D.G.A.F. gehört zu den interessantesten Stücken der Platte, weil Hansen hier endgültig jede Verpflichtung gegenüber dem erwartbaren Power-Metal-Baukasten ablegt. Sechziger-Gitarrenfarben treffen auf elektronische Spielereien und eine ausgesprochen eigenwillige Grundstimmung.

Das ist nicht durchgehend elegant. Aber endlich passiert etwas, das man auf keinem regulären Helloween-Album in dieser Form erwarten würde. Genau dafür sollte ein Soloalbum da sein. Der Song besitzt diesen leicht schrägen Charakter, bei dem man sich während des ersten Durchlaufs noch fragt, ob alles wirklich zusammenpasst, und beim zweiten bereits auf bestimmte Wendungen wartet. Das ist allemal interessanter als ein routiniert heruntergeschriebener Doublebass-Refrain Nummer 347.

Der Banner für das Fantasykosmos Feuilleton mit lesendem Drachen hinter Zeitung.

🎨 Artwork

Ok klar, jetzt müssen wir über diesen kleinen roten Kerl reden. Das Cover von Born With A Hammer zeigt einen breit grinsenden Mini-Teufel zwischen Feuer, Lava und Blitzen. Neben ihm steckt eine gigantische Flying V im Boden, deren Korpus teilweise mit metallischen Platten und Nieten verstärkt ist. Der Teufel präsentiert stolz die Pommesgabel, während über der ganzen Szene der Name HANSEN in riesigen goldenen Buchstaben thront.

Das Artwork setzt vollständig auf Übertreibung. Rot, Orange, Gold, Feuer, Blitze, Dämon, Gitarre – wenn irgendwo noch Platz für einen Drachen gewesen wäre, hätte man den vermutlich ebenfalls untergebracht. Gerade dadurch passt es erstaunlich gut zu Hansens Haltung. Er sagt selbst, dass es ihm wichtig sei, sich persönlich nicht zu ernst zu nehmen, obwohl er seine Musik sehr wohl ernst nimmt. Das Cover folgt genau diesem Prinzip: maximale Metal-Symbolik, aber mit einem beinahe cartoonhaften Teufel im Zentrum.

Man kann das herrlich finden. Und man darf das definitiv ganz furchtbar finden. Aber unauffällig ist es garantiert nicht. Der kleine Teufel wirkt wie das Maskottchen eines Heavy-Metal-Freizeitparks, in dem die Achterbahn direkt durch einen Marshall-Stack führt und man beim Ausgang ein Flying-V-Plüschtier kaufen kann. Und irgendwie ist genau das sehr Kai Hansen.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🪦 Besondere Momente

🌴 Der Reggae kam einfach zur Tür herein

Metalmusiker reden gern darüber, wie lange sie an ungewöhnlichen Übergängen gefeilt haben. Hansen erzählt über den Reggae-Mittelteil von Welcome To Life sinngemäß: Er kam spontan, er mochte ihn, also blieb er. Seine Begeisterung für Bob Marley und sonnige Orte erledigte den Rest. Manchmal braucht künstlerische Freiheit kein Manifest. Nur Palmen und ein paar positive vibrations.

👨‍👦 Wenn der Sohn plötzlich mit am Verstärker steht

Mit Tim Hansen spielt Kais Sohn auf dem Album Gitarre. Der Kontakt ist musikalisch längst gewachsen, doch auf einem Soloalbum des Vaters bekommt diese Zusammenarbeit eine schöne zusätzliche Ebene. Hansen hebt selbst hervor, wie sehr er Tims Fähigkeiten schätzt und wie selbstverständlich die Beteiligung für ihn war. Der Familienbetrieb läuft also. Nur mit deutlich mehr Verzerrung als beim klassischen Mittelständler.

🥁 Carcass trifft Kürbiskopf – und keiner ruft die Polizei

Mit Dan Wilding sitzt ausgerechnet der Schlagzeuger von Carcass hinter dem Kit. Dazu kommen Eike Freese und Alexander Dietz, dessen Hauptband Heaven Shall Burn nun wirklich nicht für gemütlichen Power Metal bekannt ist. Diese Besetzung erklärt, warum selbst die bunteren Songs genug physisches Fundament besitzen. Auf dem Papier wirkt das Line-up fast wie jemandes sehr merkwürdige Festival-Playlist. Im Studio funktioniert es erstaunlich gut.

🧰 Soloalbum heißt: Niemand darf „Das passt nicht zu Gamma Ray“ sagen

Der vielleicht wichtigste Gedanke hinter Born With A Hammer ist Hansens eigene Definition eines Soloalbums. Wenn ein Solowerk genauso klingt wie die Hauptband, warum sollte man es überhaupt machen? Genau deshalb landeten hier Ideen, die weder zu Helloween noch vollständig zu Gamma Ray passten. Diese Haltung rettet die Platte vor dem größten möglichen Fehler. Sie versucht nicht, ihre berühmte Vergangenheit noch einmal nachzubauen.

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📜 Hintergrund: Der Mann, der Power Metal geprägt hat und das Etikett bis heute nicht braucht

Kai Hansen gehört zu den zentralen Figuren des europäischen Heavy Metal. Als Mitbegründer von Helloween prägte er in den Achtzigern entscheidend jene Mischung aus Geschwindigkeit, großen Melodien und hohen Stimmen, die später unter dem Begriff Power Metal weltweit Schule machte. Mit Gamma Ray führte er diesen Weg ab 1989 über Jahrzehnte weiter.

Hansen selbst sieht diese Kategorien deutlich lockerer. Für ihn ist das schlicht Heavy Metal: manchmal schnell, manchmal melodisch, gelegentlich langsamer oder rhythmischer. Seine eigene Musik ausschließlich auf Speed, Doublebass und hohe Stimmen zu reduzieren, hält er für zu eng.

Born With A Hammer entstand aus Ideen, die während der Pandemie anwuchsen und stilistisch irgendwann zu unterschiedlich wurden, um sinnvoll in seine anderen Bands gezwängt zu werden. Die Konsequenz war das zweite Soloalbum und ein bewusst offener Umgang mit allem, was Hansen in harter Musik Spaß macht. Release ist am 18. September 2026 über earMUSIC.

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🔨 Fazit: Wie hart trifft der Hammer denn am Ende wirklich?

Born With A Hammer ist nur dann schwer zu beurteilen, wenn man mit der falschen Erwartung hineingeht. Wer nach einem weiteren klassischen Kai-Hansen-Power-Metal-Werk sucht, wird hier wahrscheinlich irritiert aussteigen. Dafür springt die Platte zu oft aus ihrer Spur. Punk, Rock’n’Roll, Reggae, Funk, elektronische Ideen und diverse historische Rockfarben tauchen auf und verschwinden wieder.

Genau darin liegt aber ihr Sinn. Nicht alles funktioniert. Wait And See besitzt interessante härtere Ansätze, bleibt kompositorisch jedoch hinter seinen Möglichkeiten. Triple Trouble, Invaders und Wonderland haben einzelne gute Momente, ohne sich so tief festzusetzen wie die besten Stücke. Und die sehr saubere Produktion nimmt gerade den punkigeren oder ruppigeren Ideen gelegentlich etwas von der gewünschten Unberechenbarkeit.

Das Album wäre mit mehr Dreck vermutlich besser. Aber tot ist es keineswegs. Dafür steckt einfach zu viel Neugier darin. Feeding The Beast zeigt, dass Hansen weiterhin mühelos klassischen Heavy Metal schreiben kann. Welcome To Life beweist anschließend, dass er sich damit nicht zufriedengibt. I.D.G.A.F. geht noch weiter hinaus und macht aus diesem Soloprojekt tatsächlich einen Ort, an dem Dinge passieren dürfen, die anderswo keinen Platz finden.

Das ist manchmal großartig und manchmal ziemlich seltsam. An anderen Stellen ist einfach nur okay. Aber es ist immerhin niemals bloß Pflichtprogramm. Der Mann wurde also vielleicht tatsächlich mit einem Hammer in der Hand geboren. Nur benutzt er ihn diesmal nicht ausschließlich zum Schmieden. Gelegentlich hämmert er damit auch auf Dinge, bei denen man sich fragt, warum dort überhaupt ein Nagel reingehört.

Und gerade deshalb bleibt man bis zum Schluss dran.

Albumcover von Kai Hansen – Born With A Hammer: Cartoonhafte Heavy-Metal-Szene mit einem grinsenden roten Teufel vor Feuer und Blitzen. Der Teufel zeigt die Pommesgabel und steht neben einer großen roten Flying-V-Gitarre mit metallisch verstärktem Korpus. Über der Szene steht der goldene Schriftzug HANSEN, unten der Albumtitel Born With A Hammer.

Künstler:

Hansen

Albumtitel:

Born With A Hammer

Erscheinungsdatum:

18. September 2026

Genre:

Heavy Metal / Hard Rock / Power Metal

Label:

earMUSIC

Spielzeit:

ca. 46 Minuten

🎼 Trackliste:

Feeding The Beast
Welcome To Life
I Don’t Care At All
Wait And See
I.D.G.A.F.
Born With A Hammer
End Of The Road
Triple Trouble
Invaders
Wonderland

👥 Besetzung:

Kai Hansen – Gesang / Gitarre
Eike Freese – Gitarre
Alexander Dietz – Bass / Gitarre
Tim Hansen – Gitarre
Dan Wilding – Schlagzeug

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