🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

Wenn der Vorschlaghammer himmlisch glänzt
📰 Was ist los?
Granblue Fantasy: Relink – Endless Ragnarok hat eine große Entwickler-Einordnung bekommen. Die Erweiterung erscheint am 9. Juli 2026 für Steam, Nintendo Switch 2, PS4 und PS5 und bringt neue Koop-Inhalte, neue Bosse, Crossplay, Beschwörungen, Master Traits, das Solo-System The Conflux und weitere Umbauten am Kampfsystem.
🐛 Was denken wir?
Das klingt nach einer Erweiterung, die nicht nur ein paar neue Monster auf alte Arenen stellt, sondern wirklich am Fundament rüttelt. Wenn Cygames sagt, man habe zerbrochen, was zerbrochen werden musste, sehen wir keinen Patch vor uns, sondern einen Fantasy-Handwerker mit Sternenstaub auf der Schulter und einem Hammer, der wahrscheinlich eigene Trefferzahlen hat.
⚔️ Granblue Fantasy: Relink zerlegt sein eigenes Regelwerk und nennt es Endless Ragnarok
Wenn ein Entwickler über ein kommendes Action-RPG sagt, man habe zerbrochen, was zerbrochen werden musste, klingt das nicht nach klassischer Featurepflege. Es klingt nach einem arkanen Reparaturdienst, der mit Vorschlaghammer, Himmelsmagie und einem sehr nervösen Goblin im Werkzeugkasten anrückt.

Granblue Fantasy: Relink – Endless Ragnarok erscheint am 9. Juli 2026 und soll nicht bloß ein bisschen Zusatzfutter für ein ohnehin sehr großes Fantasy-Action-RPG liefern. Cygames spricht selbstbewusst von einer massiven Erweiterung – und diesmal wirkt das nicht nach Marketingrauch über einem leeren Beschwörungskreis.
Neue Koop-Quest-Stufen, zusätzliche Bosse, neue Charaktere, Beschwörungen, Master Traits, Crossplay und ein eigener Solo-Modus namens The Conflux: Endless Ragnarok sieht aus wie der Moment, in dem Relink nicht einfach fortgesetzt, sondern an mehreren Stellen aufgebrochen und neu zusammengesetzt wird.
🎬 Offizieller Strength-&-Darkness-Trailer
Der Trailer zu Granblue Fantasy: Relink – Endless Ragnarok zeigt neue Kämpfe, düstere Mächte, bekannte Helden und genau jene Sorte himmlisches Effektgewitter, bei der klassische Fantasy plötzlich sehr laut explodiert.
🐉 Klassische Fantasy, aber mit Rissen im Himmelsgewölbe
Granblue Fantasy: Relink war 2024 eine angenehm direkte Erinnerung daran, dass klassisches Fantasy-Pathos nicht automatisch altbacken sein muss. Fliegende Inseln, Himmelsschiffe, Drachen, Helden, alte Mächte, eine bunte Truppe und sehr viel Leuchten in sehr dramatischen Farben – das Spiel wusste ziemlich genau, welchen JRPG-Schrein es bedient.
Endless Ragnarok bleibt diesem Kern treu. Die Erweiterung führt zurück nach Zegagrande, wo neue apokalyptische Monster namens Ragnalia auftauchen und das Ende der Welt nicht als leise Möglichkeit, sondern als ziemlich handfestes Bossproblem ankündigen.
Das ist klassische Fantasy im besten Sinn: keine ironische Distanz, kein verzweifeltes Wegzwinkern der eigenen Motive, sondern Himmel, Chaos, Schicksal und ein Haufen Figuren, die mit Spezialangriffen gegen kosmische Zumutungen antreten.
Der interessante Punkt liegt aber darin, dass Cygames die alte Form nicht nur weiterpoliert. Endless Ragnarok wirkt wie der Versuch, die Stärken von Relink auszubauen und zugleich jene Stellen zu lockern, an denen das Grundspiel noch zu brav in seinem eigenen System stand.
🌀 Wenn selbst die Rezeptionistin beschworen werden darf
Das neue Beschwörungssystem ist dabei der vielleicht schönste Beweis, dass Granblue Fantasy seine eigene Würde nicht zu ernst nimmt. Spieler können nicht nur mächtige Figuren und Bestien rufen, sondern offenbar auch sehr viel absurdere Kandidaten. Genannt wurden unter anderem NPC-Dorfbewohner, Goblins, mystische Wesen, ein Wee Pincer, ein Roulette-Rad und sogar die Rezeptionistin.
Das ist großartig. Denn: Viele Fantasyspiele verstehen Beschwörungen als feierliche Angelegenheit. Man hebt die Hand, der Himmel reißt auf, ein uraltes Wesen erscheint, und irgendwo murmelt ein Chor mit zu viel Hall. Endless Ragnarok scheint dagegen zu sagen: Ja, natürlich, aber was wäre, wenn plötzlich auch jemand aus der Verwaltung in den Kampf stolpert?
Genau diese Mischung tut Granblue Fantasy gut. Das Universum ist groß, bunt, mythologisch aufgeladen und voller ernster Konflikte. Aber es war nie nur steife Heldenoper. Die Reihe hat immer auch diesen leicht überdrehten Charme besessen, bei dem man nie ganz sicher ist, ob gleich ein apokalyptischer Drache, ein süßer Wahnsinnscharakter oder ein Fisch mit Kampfauftrag auftaucht.
Endless Ragnarok scheint diesen Teil nicht nur zu akzeptieren, sondern genüsslich nach vorne zu schieben.
🗡️ Master Traits für alte Helden mit neuen Tricks
Neben dem Beschwörungssystem sollen die Master Traits dafür sorgen, dass auch bekannte Figuren wieder frischer wirken. Das ist wichtig, weil Relink stark davon lebte, dass jeder Charakter sich tatsächlich anders spielte. Nicht nur optisch, nicht nur über ein paar Zahlenwerte, sondern im Bewegungsgefühl, im Rhythmus, in der Art, wie Angriffe, Ausweichen und Spezialfähigkeiten ineinandergreifen.
Cygames will diese Eigenheiten nun weiter treiben. Neue Figuren dürfen stärker von alten Bewegungsmustern abweichen, alte Figuren erhalten neue Aktionen, und selbst Effekte wurden offenbar nachpoliert, damit das Gesamtbild stimmiger wirkt.
Das klingt trocken, ist aber für ein Action-RPG entscheidend. Granblue Fantasy: Relink funktioniert nicht, weil es einfach viele Figuren hat. Es funktioniert, weil Figuren wie Narmaya, Zeta, Siegfried, Cagliostro oder Vaseraga nicht wie austauschbare Skins über demselben Kampfskelett wirken.
Wenn Endless Ragnarok diese Idee vertieft, kann die Erweiterung mehr sein als nur eine neue Endgame-Treppe mit größeren Zahlen. Dann wird sie tatsächlich ein Umbau der Kampfidentität.
🌌 The Conflux: Solo-Endgame für Himmelswanderer
Besonders spannend ist The Conflux, ein neuer Solo-Modus mit Roguelite-Elementen. Spieler kämpfen sich durch Räume, sammeln Buffs, stapeln besondere Effekte und erhalten am Ende größere Mengen an Verbesserungsmaterialien.
Das ist eine sinnvolle Ergänzung, weil Relink im Endgame stark vom Koop-Farmen lebte. Das passte zum Spiel, konnte aber für Solo-Spieler irgendwann wirken, als läge der wahre Fortschritt hinter einer Multiplayer-Tür mit zu vielen blinkenden Anforderungen.
The Conflux soll genau diese Lücke schließen. Wer allein spielen möchte, bekommt einen Weg, Figuren und Waffen weiterzuentwickeln, ohne ständig in Gruppenläufe zu müssen. Gleichzeitig klingt der Modus nach einer Spielwiese für Kampfsystem-Experimente: Buffs stapeln, Builds testen, tiefer in den Abgrund gehen, schauen, wann die eigene Heldentruppe endgültig so viel Effektgewitter produziert, dass der Bildschirm kurz überlegt, ob er lieber kündigt.
Für Fantasykosmos ist das der stärkste Systempunkt der Erweiterung. Nicht weil Solo-Modi automatisch besser sind, sondern weil Endless Ragnarok offenbar verstanden hat, dass große Fantasy-Action verschiedene Spielertypen tragen muss. Der Koop-Spieler bekommt neue Quest-Stufen. Der Solo-Spieler bekommt seinen eigenen Abgrund. Ja, genau: So baut man Erweiterungen.
🧨 Assist-Steuerung gegen Entwickler-Ego
Eine erstaunlich ehrliche Änderung betrifft die Assist-Steuerung. Im Hauptspiel wurden Assist-Funktionen im späten Schwierigkeitsbereich eingeschränkt. Die Idee dahinter war vermutlich klassisch: Wer so weit kommt, soll jetzt bitte ohne Stützräder fahren.
Die Daten zeigten aber offenbar etwas anderes. Viele Spieler, die auf Assist angewiesen waren oder gerade deswegen weitergespielt hatten, stiegen an diesem Punkt aus und erreichten zentrale Inhalte gar nicht erst. Für Endless Ragnarok wurde diese Grenze deshalb verschoben. Assist soll bis zum Ende der Erweiterung verfügbar bleiben und nur im extremen Nach-Endgame wegfallen.
Das ist kein kleiner Punkt. Es ist ein Beispiel dafür, dass ein Studio nicht nur Balancing-Zahlen anschaut, sondern die eigene Haltung überprüft. Schwierigkeit ist in Action-RPGs wichtig. Aber Schwierigkeit ist kein heiliger Gral, wenn sie Spieler daran hindert, überhaupt die Geschichte und Systeme zu erleben, für die sie gekommen sind.








