159 Steam-Reviews und Patch #143: Was steckt hinter Fantasy Online 2?

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Das kleine Pixelreich baut weiter

📰 Was ist los?
Der Entwickler von Fantasy Online 2 hat den Fantasykosmos auf sein Pixel-MMORPG aufmerksam gemacht. Das Spiel läuft seit Januar 2025 im Early Access und hat mit Patch #143 gerade seinen bisherigen Client durch die neue PxEngine ersetzt.

🐛 Was denken wir?
159 Steam-Reviews und ein Entwickler, der nach anderthalb Jahren immer noch tief am technischen Fundament arbeitet, reichen für einen genaueren Blick. Die Pixelwelt wirkt sympathisch; bei Battle Pass und einer Abo-Spitze von 120 Dollar behalten wir allerdings beide Augen geöffnet.

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,

🏰 159 Steam-Reviews und Patch #143: Was steckt hinter Fantasy Online 2?

Manche Spiele kündigen sich mit millionenschweren Trailern an. Andere schicken Drachen über den Times Square. Fantasy Online 2 kam erheblich unspektakulärer bei uns an: Der Entwickler schrieb Fantasykosmos eine Mail und fragte, ob wir uns sein kleines Pixel-MMORPG vielleicht einmal ansehen möchten.

Also haben wir natürlich nachgesehen.

Eine Spielfigur steht in Fantasy Online 2 vor dem verschlossenen Tor einer steinernen Festung, umgeben von grünen Flächen und pink blühenden Pixelbäumen.
Hinter dem Tor wächst das Pixelreich weiter: Fantasy Online 2 ist inzwischen bei Patch #143 angekommen und hat gerade seinen kompletten Client ausgetauscht. © Pixel Games LLC

Hinter der recht bescheidenen Anfrage steckt ein Online-Rollenspiel, das seit dem 6. Januar 2025 im Early Access läuft, inzwischen bei Patch #143 angekommen ist und auf Steam aktuell 83 Prozent Zustimmung aus 159 Nutzerrezensionen erreicht. Noch interessanter: Erst am 14. August wurde nach mehr als einem halben Jahr Entwicklungsarbeit der bisherige Client durch eine komplett neue technische Grundlage ersetzt.

Also: Ganz so klein ist dieses Pixelreich inzwischen also überhaupt nicht mehr.

⚙️ Patch #143 tauscht gleich den ganzen Unterbau aus

Die neue Technik hört auf den Namen PxEngine. Mit ihr möchte Pixel Games LLC schnelleres Laden, flüssigeres Spielen, geringeren Speicher- und Bandbreitenverbrauch und eine bessere Bedienung auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen erreichen.

Das klingt zunächst nach jenem Teil eines Updates, den normale Spieler überspringen, bis irgendwo ein Satz über neue Schwerter auftaucht. Für Fantasy Online 2 ist der Wechsel allerdings ziemlich grundlegend. Die Engine ersetzt den bisherigen Client auf allen unterstützten Plattformen und soll zugleich die Basis für kommende Inhalte bilden.

🕹️ Ein Blick ins kleine Pixelreich

Der offizielle Trailer zu Fantasy Online 2 zeigt die handgebauten Pixelwelten, Kämpfe, Charaktere und den klassischen MMO-Ansatz des Spiels. Wer wissen möchte, weshalb dieses kleine Projekt nach über einem Jahr noch immer wächst, bekommt hier den schnellsten Eindruck.

Der Einstieg auf Noob Island wurde passend dazu überarbeitet. NPCs wurden verschoben, Dialoge und erste Quests angepasst und der Weg durch die Anfangsregion soll Neueinsteiger verständlicher ins Spiel führen.

Nach Patch #143 sieht das Projekt damit weniger nach einem Early-Access-Spiel aus, das gelegentlich noch ein Monster bekommt, und mehr nach einem MMO, dessen Entwickler weiterhin sehr tief im Maschinenraum steckt. Irgendjemand muss schließlich auch bei Pixelgrafik mal den Keller aufräumen.

🏰 Klassische Fantasy in erstaunlich kleiner Verpackung

Spielerisch verkauft Fantasy Online 2 keine Revolution. Und genau darin liegt ein Teil seines Charmes. Man zieht durch handgebaute Pixelgebiete, erledigt Quests, kämpft gegen Monster und Bosse, sammelt seltene Gegenstände, fertigt Ausrüstung, handelt und entwickelt seinen Charakter über Fähigkeiten und verschiedene Builds weiter. Dazu kommen Gilden, Fraktionen und gemeinsame Unternehmungen mit anderen Spielern.

Optisch erinnert das an eine Ära, in der ein Baum noch aus überschaubar vielen Pixeln bestand und trotzdem vollkommen eindeutig ein Baum war. Der Aufwand steckt stattdessen in der Menge der kleinen Systeme und Inhalte.

Im Juli öffnete beispielsweise King’s Keep. Die Erweiterung brachte neue NPCs, Gegner, Beute, Quests, Crafting, Shops, Fähigkeiten und eine eigene Fraktion mit; zugleich stieg das Levelcap auf 104. Neue Gebiete werden also tatsächlich mit spielerischem Inhalt gefüllt und dienen nicht bloß als hübsch bepixelte Kulisse.

Und dann gibt es einen Punkt, der das Ausprobieren besonders leicht macht: Das Spiel läuft direkt im Browser. Zusätzlich gibt es Steam und Android, eine iOS-Fassung befindet sich weiterhin in Vorbereitung. Man muss für einen ersten Blick also noch nicht einmal ernsthaft die Festplatte bemühen.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

💰 Bei 120 Dollar im Monat schauen wir trotzdem zweimal hin

Ganz ohne hochgezogene Augenbraue kommt unsere erste Begegnung allerdings nicht aus. Fantasy Online 2 besitzt In-App-Käufe, Battle Passes und ein freiwilliges monatliches Abomodell. Für August werden vier Stufen angeboten: 10, 20, 40 und 120 Dollar.

Der Kontext gehört dazu. Die höheren Stufen liefern mehrere Exemplare des monatlichen kosmetischen Gegenstands und zusätzliche Gems. Beim August-Modell ist das ein Biplane-Mount: Die 10-Dollar-Stufe enthält eines davon und 100 Gems, während die 120-Dollar-Stufe zwölf Exemplare sowie 1.560 Gems umfasst.

Das macht aus Fantasy Online 2 kein MMO mit notwendiger 120-Dollar-Gebühr. Es macht 120 Dollar im Monat allerdings weiterhin zu 120 Dollar im Monat.

Genau dort endet deshalb auch unsere Vorstellung und es beginnt die Arbeit für einen späteren Spieleindruck. Ob die Kaufoptionen lediglich eine besonders enthusiastische Unterstützerschiene darstellen oder ob sie spürbar in Progression und Spielökonomie hineinreichen, lässt sich anhand einer Shopliste allein nicht seriös beurteilen.

Der Banner zum Schicksals-Wahl-O-Maten. Die Fantasy Wahl in den Zwischenreichen.

🕹️ Ein kleines MMO, das offenbar wirklich weitergebaut wird

Der interessanteste Eindruck entsteht deshalb momentan gar nicht aus irgendeinem einzelnen Feature. Es ist die Hartnäckigkeit des Projekts.

Fantasy Online 2 besitzt keine riesige Steam-Community. 159 Rezensionen sind überschaubar. Gleichzeitig reichen sie aus, um zu zeigen, dass dort tatsächlich Menschen spielen, bewerten und seit längerer Zeit ein MMO begleiten, das Monat für Monat weitergebaut wird.

Für den Early Access hat Pixel Games ohnehin einen langen Weg vorgesehen. Der Entwickler möchte die Vollversion erst erreichen, wenn genügend Inhalt für Ascended Level 120 vorhanden ist, und rechnete bereits zum Steam-Start mit mindestens zwei weiteren Entwicklungsjahren.

Wir werden uns deshalb auch selbst noch in den Browser begeben und herausfinden, wie viel MMO tatsächlich hinter den hübschen Pixeln steckt. Bis dahin bekommt Fantasy Online 2 schon einmal etwas, das deutlich schwerer zu programmieren ist als eine neue Engine: unsere Aufmerksamkeit.

Das Sterneorakel von Elyra sieht in deine Zukunft. DIe Sternengöttin vor blauem Hintergrund.