Exumer – Death Mask Messiah (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Exumer – Death Mask Messiah

🧿 Kurzfazit
Death Mask Messiah ist ein konzentriertes, aggressives und erfreulich gegenwärtiges Thrash-Album einer Band, die keinerlei Interesse daran zeigt, ihre eigenen Achtzigerjahre nachzustellen. Exumer erfinden das Genre nicht neu, spielen es aber mit enormer Energie, starken Riffs und einer neuen Rhythmussektion, die hörbar zusätzlichen Druck erzeugt. Nicht alle elf Stücke besitzen dasselbe Profil, doch die Treffer sitzen hart genug, um jede Veteranenbonus-Diskussion überflüssig zu machen.

🎯 Für wen?
Für Hörer von Exodus, Testament, Slayer, Kreator, Destruction, Sepultura und den härteren Seiten von Flotsam And Jetsam. Wer Thrash gern schnell und aggressiv, aber trotzdem mit klaren Hooks und nachvollziehbaren Songstrukturen hört, dürfte hier ziemlich schnell glücklich werden.

🎧 Vergleichbar mit
Der amerikanische Einschlag war bei Exumer schon immer stärker als bei vielen anderen deutschen Achtziger-Thrashern. Die Gitarren besitzen viel von der direkten Bay-Area-Schärfe von Exodus und Testament, während einzelne brutalere Passagen an Slayer oder Arise-Ära-Sepultura denken lassen. Gleichzeitig bleibt die deutsche Herkunft unüberhörbar: die kantige Direktheit von Kreator, die Riffbesessenheit von Destruction, dazu dieser leicht rohe Zug, der schon Possessed By Fire vom eleganteren US-Thrash unterschied.

🎼 Highlights
Death Mask Messiah, Eradication, Ravishing Waste

⛔ Für wen eher weniger geeignet?
Wenn du von einer Band nach vierzig Jahren zwingend stilistische Neuerfindung verlangst, wirst du hier keine Offenbarung erleben. Exumer wissen sehr genau, was Thrash Metal für sie bedeutet. Sie verändern eher die Schärfe der Klinge als die Art der Waffe.

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☠️ ExumerDeath Mask Messiah: Der Messias lügt, die Gitarren nicht

Ein falscher Prophet braucht keine Hörner. Meist reicht ihm schon ein Versprechen. Genau dort setzt Death Mask Messiah an. Exumer interessieren sich auf ihrem sechsten Studioalbum für Menschen, die Erlösung anbieten und Untergang liefern; für Manipulation, Desinformation, Gefolgschaft und jene nicht totzukriegende menschliche Bereitschaft, einem überzeugend auftretenden Irren bis an den Rand des Abgrunds zu folgen und sich anschließend noch zu fragen, ob der Weg nicht doch der richtige war.

Als historischer Fixpunkt dient Mem V. Stein unter anderem David Koresh und die Katastrophe von Waco 1993. Für ihn verkörpert Koresh den „Death Mask Messiah“: den falschen Erlöser, der seine Anhänger durch Manipulation letztlich in den Tod führte. Die Texte ziehen von dort aus Linien zu moderner gesellschaftlicher Spaltung und politischer Täuschung, ohne daraus ein enges Geschichtsalbum zu machen.

Das ist ein bemerkenswert ernstes Thema für eine Band, deren unmittelbarste Kommunikationsform nach wie vor ungefähr lautet: Riff. Noch ein Riff. Schlagzeug auf die zwölf. Mem V. Stein klingt, als hätte sich jemand gerade ein höchst persönliches Problem mit ihm geschaffen. Und vielleicht ist genau diese Direktheit auch der richtige Gegenentwurf zum falschen Messias.

Death Mask Messiah redet nicht um den heißen Brei herum. Es zündet ihn einfach an.

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Thrash Metal, Speed Metal, Old School Thrash Metal

Musikalische Einordnung: Death Mask Messiah steht deutlich härter und unmittelbarer da als Hostile Defiance. Die Songs sind kompakt, riffzentriert und besitzen eine aggressivere Vorwärtsbewegung, ohne in blindes Dauerfeuer zu kippen. Mem V. Stein selbst spricht von einer Rückkehr zu einem direkteren Ansatz, während die Band zugleich ihren seit Fire & Damnation verfolgten Weg fortsetzt: Achtzigergeist ja, Achtzigersimulation nein.

Das hört man hier sehr deutlich. Exumer greifen nicht auf künstlich gealterte Sounds zurück und komponieren auch keine verlorenen Possessed By Fire-Bonustracks. Vielmehr nehmen sie das alte Vokabular – schnelle Downstrokes, aggressive Rhythmusgitarren, melodische Leads, kurze Breaks, bissige Refrains und spielen es mit heutiger Präzision.

Besonders die neue Rhythmussektion verändert den Unterbau. Jerome Reil spielt beweglich und schnell, ohne aus jedem Song eine Blastbeat-Vorführung zu machen, während Alex Voss den Bass deutlich an die Grooves bindet. Gitarrist Marc Bräutigam beschrieb die beiden einmal passend als jene Verbindung, die aus den vorhandenen musikalischen Punkten überhaupt erst eine Linie macht.

Das Resultat klingt traditionell. Aber keineswegs museal.

Klangbild: Produzent Dominic Paraskevopoulos hat Death Mask Messiah gemeinsam mit Exumer im Level 3 Entertainment Studio in Essen aufgenommen. Arthur Rizk übernahm Mix und Mastering. Die Band legte die Grundgerüste der Songs bewusst gemeinsam im Proberaum an und arbeitete erst anschließend digital an Details weiter. Genau dieses Bandgefühl trägt die Produktion.

Die Rhythmusgitarren sind hart und trocken genug, um jeden Anschlag klar hörbar zu machen. Leads schneiden durch den Mix, ohne plötzlich in eine andere Klangwelt zu wechseln. Das Schlagzeug besitzt erheblichen Punch und ausreichend natürliche Bewegung, während der Bass nicht lediglich irgendwo unterhalb der Gitarren vermutet werden muss.

Mem V. Steins Stimme bleibt ein entscheidendes Erkennungsmerkmal. Sein Gesang ist rau, gepresst und aggressiv, besitzt aber genügend rhythmische Präzision, um Hooks tatsächlich zu Hooks werden zu lassen. Er klingt nicht „schön“ und soll es offensichtlich auch nicht. Gerade diese Mischung aus Gebell, Schärfe und kontrollierter Artikulation passt zu Exumer. Die Produktion modernisiert das Material, ohne es zu entschärfen, was hier genau die richtige Entscheidung war.

🎬 Offizielles Video

Das offizielle Video zu Death Mask Messiah bringt den Kern des neuen Exumer-Albums ziemlich präzise auf den Punkt: falsche Erlöser, schneidende Riffs und Thrash Metal, der lieber zuschlägt als nostalgisch zurückblickt.

⚔️ Drei Predigten, bei denen die Gemeinde besser Abstand hält

Death Mask Messiah

Der Titeltrack eröffnet die Platte und braucht keine Aufwärmphase. Ein scharf geschnittener Hauptriff gibt sofort die Richtung vor, die Rhythmusgruppe drückt nach vorn, und Stein behandelt jede Silbe, als müsse sie sich erst gegen Widerstand durchsetzen. Dabei gelingt Exumer etwas, das bei kompromisslosem Thrash gern unterschätzt wird: Der Song bleibt hängen.

Der Refrain ist kein melodischer Fremdkörper, sondern entsteht aus dem Rhythmus selbst. Dadurch funktioniert Death Mask Messiah gleichzeitig als Abrissbirne und als eigentlicher programmatischer Song der Platte. Auch textlich steht hier das Fundament. Der falsche Prophet wird nicht als übernatürlicher Dämon behandelt. Er ist ein Mensch, der verstanden hat, wie bereitwillig andere Menschen ihm Macht verleihen.

Das macht die Figur unangenehmer. Dämonen muss man mühsam beschwören. Demagogen hingegen wählen ihre Anhänger häufig per Kopfnicken.

Eradication

Bei Eradication fallen Erklärungen zunächst weitgehend aus. Das Ding rennt. Der Song gehört zu den reinsten Thrash-Momenten des Albums und zeigt, wie viel zusätzliche Beweglichkeit Jerome Reil in die Band bringt. Das Schlagzeug schiebt nicht bloß unter den Gitarren entlang, sondern verändert die Spannung des Riffs durch Akzente und kleine rhythmische Verschiebungen.

Dazu kommt eine Gitarrenarbeit, die Geschwindigkeit nicht mit Beliebigkeit verwechselt. Die Riffs sind schnell, aber klar unterscheidbar, und gerade dadurch entsteht diese alte Thrash-Wirkung: Man hört die Bewegung nicht nur. Man möchte sie körperlich beantworten. Ein paar Nackenwirbel werden vermutlich Einspruch einlegen. Sie werden jedoch klar überstimmt.

Ravishing Waste

Ravishing Waste ist noch aus einem anderen Grund interessant. Marc Bräutigam ist seit 2013 Teil von Exumer und hat die Musik längst mitgeprägt. Auf Death Mask Messiah tritt er mit Ravishing Waste und Frozen Ground erstmals als Hauptkomponist eigener Exumer-Songs hervor. Das hört man nicht als Stilbruch.

Im Gegenteil: Ravishing Waste sitzt vollkommen selbstverständlich im Album, wirkt aber in seinen Gitarrenbewegungen etwas freier. Der Song verbindet Tempo und Gewicht geschickt, setzt auf einen markanten Riffkern und gewinnt im Verlauf zunehmend Kontur. Gerade damit zeigt sich eine wichtige Qualität der aktuellen Besetzung.

Exumer besitzen zwar eine klar umrissene Identität. Aber diese Identität ist offenbar groß genug, damit jemand Neues darin eigene Räume bauen kann.


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🎨 Artwork

Manchmal braucht Thrash Metal keine Symbolanalyse über sieben Seiten. Eine rostige Eisenmaske, drei massive Dornen, schwarzer Hintergrund, Stacheldraht um die Stirn und EXUMER in blutrot. Botschaft angekommen.

Trotzdem steckt in Björn Gooßes’ Cover mehr als bloß metallische Einschüchterungsarchitektur. Die Maske verbindet Hinrichtung, Krieg und völlige Entmenschlichung. Hinter den Augenöffnungen befindet sich nichts. Kein Gesicht, keine Person, keine erkennbare Identität. Besonders stark ist der Stacheldraht. Er liegt dort, wo christliche Ikonografie eine Dornenkrone erwarten lässt. Aus dem Zeichen des leidenden Erlösers wird damit etwas Industrielles, Brutales und Menschenfeindliches. Der „Messiah“ trägt seine Krone – nur verspricht diese keine Erlösung.

Sie verletzt bereits beim Ansehen. Die drei Spitzen der Maske verstärken diesen Widerspruch zwischen religiösem Symbol und Gewaltobjekt. Im Hintergrund verschwinden Kabel, Metallstreben und dunkle technische Strukturen fast vollständig im Schwarz. Das Cover sieht aus wie eine Heiligenfigur, die eine Fabrik gebaut hat. Und anschließend sämtliche Gläubigen darin eingeschlossen hat. Für Death Mask Messiah könnte das kaum besser passen.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🪦 Besondere Momente

Die neue Rhythmussektion verändert die Temperatur

Alex Voss und Jerome Reil geben auf Death Mask Messiah ihr Albumdebüt bei Exumer. Besonders Reils Name besitzt natürlich historische Ironie: Sein Vater Jürgen „Ventor“ Reil trommelt seit den frühen Achtzigern bei Kreator. Nun sitzt die nächste Generation hinter dem Schlagzeug einer anderen Band aus der ersten deutschen Thrash-Welle.

Schöner kann sich eine Szene kaum selbst fortschreiben. Wichtiger ist allerdings: Die beiden funktionieren musikalisch. Die Band klingt nicht deshalb lebendig, weil junge Musiker im Booklet stehen, sondern weil Bass und Drums hörbar mehr Beweglichkeit in die Arrangements bringen.

Exumer schreiben noch immer im Proberaum

In Zeiten, in denen internationale Bands komplette Alben aus Dateien zusammensetzen können, besteht Stein darauf, die Grundstruktur jedes Songs gemeinsam im Proberaum zu entwickeln. Erst danach werden Details online ausgearbeitet.

Das klingt banal. Ist es aber nicht. Thrash Metal lebt enorm von körperlicher Reaktion: davon, ob ein Riff mit einem echten Schlagzeuger funktioniert, ob ein Break gemeinsam atmet, ob das Tempo die Band zieht oder nur der Klicktrack. Death Mask Messiah profitiert davon deutlich.

Und 1988 fährt am Ende doch noch mal vorbei

Mit Unchained Angel endet das Album nicht mit einer Eigenkomposition, sondern mit einem Cover von Nasty Savage. Das ist keine zufällig aus der Kuttenkiste gezogene Achtzigerreferenz. Exumer und Nasty Savage waren bereits 1988 gemeinsam auf Tour, und für die neue Version übernimmt Nasty Ronnie selbst Gastgesang. Damit wird aus dem Cover kein Nostalgieanhängsel, sondern ein kleiner Kreis, der sich nach fast vier Jahrzehnten schließt.

Winter 1985 trifft Winter 2025

Die Aufnahmen fanden im Winter in Essen statt. Stein erinnerte das an die Aufnahme des ersten Exumer-Demos A Mortal In Black: ebenfalls Winter, ebenfalls Schnee – damals allerdings alles in einer einzigen Nacht. Vierzig Jahre später braucht man etwas länger. Die Riffs offenbar nicht.


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📜 Hintergrund: Pizza für Metallica, Feuer für Frankfurt

Exumer entstanden 1985 in Frankfurt, mitten in jener Phase, in der deutscher Thrash Metal begann, international eine eigene Identität zu entwickeln. Mem V. Stein und Ray Mensh hatten sich bereits 1983 auf dem Weg zum Monsters Of Rock in Kaiserslautern kennengelernt. Zwei Jahre später trafen sie sich bei der Frankfurter Station von Slayers Hell Awaits-Tour wieder, wo beide zur örtlichen Roadcrew gehörten. Aus einem gemeinsamen Jam auf dem Schrottplatz von Steins Vater entstand schließlich Exumer.

Die beiden waren damals tief in der gerade entstehenden Thrash-Szene verwurzelt. Ein herrliches Detail aus dieser Zeit: Bei Metallicas erster Deutschlandtour holten Stein und Mensh die Band vom Flughafen ab und besorgten ihr Pizza. Andere Menschen schreiben später Memoiren über solche Begegnungen. Exumer gründeten lieber selbst eine Thrash-Band.

1985 erschien das Demo A Mortal In Black, 1986 folgte Possessed By Fire. Das Debüt entwickelte sich zu einem Klassiker der ersten deutschen Thrash-Welle und verband rohe Geschwindigkeit mit einem überraschend ausgeprägten Gefühl für Melodie. Neben Kreator, Sodom, Destruction, Tankard, Holy Moses und anderen gehörten Exumer damit zu jener Generation, die dem amerikanischen Thrash eine deutlich rauere deutsche Variante gegenüberstellte.

Stein verließ die Band allerdings kurz nach dem Debüt. Auf Rising From The Sea von 1987 übernahm Paul Arakaki den Gesang. Weitere Umbesetzungen folgten, bevor Exumer Anfang der Neunziger verschwanden. 2001 gab es einen einzelnen Wacken-Auftritt, die eigentliche Wiedervereinigung erfolgte 2008. Und genau an diesem Punkt traf die Band eine wichtige Entscheidung: Exumer sollten keine nostalgische Wiederaufführung ihrer selbst werden.

Stein formuliert die Idee bis heute ziemlich kompromisslos. Die Achtziger sollten Geist und Herkunft liefern, aber nicht als Kostüm dienen. Deshalb erschienen mit Fire & Damnation 2012, The Raging Tides 2016 und Hostile Defiance 2019 drei neue Alben, die den klassischen Exumer-Ansatz bewusst in die jeweilige Gegenwart überführten. Death Mask Messiah folgt sieben Jahre nach dem Vorgänger und setzt genau diese Haltung fort.

Keine Kuttenpflicht. Keine 1986-Gedenkveranstaltung. Einfach fucking Exumer im Jahr 2026.

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🌳 Fazit: Der Prophet fällt, das Thrash-Fundament hat keinen Kratzer

Die einfachste Kritik an Death Mask Messiah wäre gleichzeitig die bescheuertste: Nein, dieses Album erfindet Thrash Metal nicht neu. Wie auch? Nach über vierzig Jahren Genregeschichte wäre es vermutlich etwas vermessen, von Exumer ausgerechnet jetzt die Entdeckung eines bislang unbekannten drölften Riffs zu verlangen.

Die sinnvollere Frage lautet, ob eine Band innerhalb einer so vertrauten Sprache noch etwas Dringliches zu sagen hat. Hier lautet die Antwort ziemlich eindeutig: Ja, Mann! Death Mask Messiah lebt von seiner Energie, aber nicht nur davon. Die neue Rhythmussektion bringt Bewegung hinein. Marc Bräutigam übernimmt mehr kompositorische Verantwortung. Die Produktion findet die richtige Balance zwischen moderner Durchschlagskraft und organischem Bandgefühl. Und Mem V. Stein besitzt mit dem falschen Messias ein Thema, das dem Album eine erkennbare inhaltliche Klammer gibt.

Am stärksten ist die Platte für uns dort, wo all diese Elemente gleichzeitig greifen: im Titelstück, im enorm direkten Eradication, in Ravishing Waste oder auch im aggressiven Allocated Savagery. Nein, nicht jedes Stück erreicht diese Klasse. Gerade im späteren Albumverlauf verschwimmen einzelne Riffideen stärker miteinander. Serpent, Scorcher oder Frozen Ground sind keineswegs schwach, aber Death Mask Messiah besitzt eben einige Stücke, die deutlich aggressiver aus der Masse springen. Genau dort merkt man, dass routiniertes Thrash-Handwerk und außergewöhnlicher Song eben doch zwei verschiedene Dinge sind.

Das beschädigt das Album aber kaum. 41:49 Minuten sind knapp genug, um keinen ernsthaften Leerlauf entstehen zu lassen. Und bevor sich irgendeine Altersmüdigkeit breitmachen könnte, steht mit Unchained Angel ohnehin noch Nasty Ronnie vor der Tür. Vielleicht ist das letztlich die bemerkenswerteste Leistung dieser Band. Exumer müssen ihre Vergangenheit weder verleugnen noch ständig vor sich hertragen.

Possessed By Fire ist 40 Jahre alt. Die Musiker wissen das nur zu gut. Wir wissen das auch.

Ok, und jetzt können wir wieder über die neue Platte reden.

Und Death Mask Messiah liefert verdammt gute Gründe dafür.

Falsche Propheten gibt es nämlich reichlich. Aktuell auch hierzulande.

Bei echten Riffs ist das Angebot deutlich begrenzter.

Exumer haben glücklicherweise noch einige davon auf Lager.

Albumcover von Exumer – Death Mask Messiah: Eine schwere, rostige Metallmaske mit drei langen Spitzen steht frontal vor einer dunklen industriellen Konstruktion. Um die Stirn der leeren Maske ist mehrfach Stacheldraht wie eine brutale Dornenkrone gewickelt. Über dem Motiv steht der rote, rissige Schriftzug EXUMER, darunter der Albumtitel.
Künstler:Exumer
Albumtitel:Death Mask Messiah
Erscheinungsdatum:28. August 2026
Genre:Thrash Metal / Speed Metal
Label:Metal Blade Records
Spielzeit:ca. 42 Minuten

🎼 Trackliste:

Death Mask Messiah – 3:46
Blinding Skies – 4:01
Sin Bleeder – 3:09
Eradication – 3:19
Ravishing Waste – 3:54
Allocated Savagery – 3:25
Serpent – 4:20
Fratricide – 3:42
Scorcher – 4:07
Frozen Ground – 4:35
Unchained Angel – 3:31 – Nasty Savage-Cover

👥 Besetzung:

Mem V. Stein – Gesang
Ray Mensh – Gitarre
Marc Bräutigam – Gitarre
Alex Voss – Bass
Jerome Reil – Schlagzeug

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