Epitaphe – III (Review)
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Epitaphe – III
🧿 Kurzfazit
III präsentiert sich mit progressivem und atmosphärischem Death Metal, der seine enorme Spielzeit durch echte Bewegung rechtfertigt. Epitaphe verbinden massive Tiefe, Doom, Dissonanz und extreme Vocals mit Akustikgitarren, Saxophon, Cleangesang, Ambient und Synthesizern. Entscheidend ist dabei nicht die Menge der Stilmittel, sondern wie organisch sie ineinander übergehen. Das Album fordert Zeit und Aufmerksamkeit, belohnt beides aber mit einer erstaunlich geschlossenen Reise.
🎯 Für wen?
Für Dunkelgemüter, die Death Metal eher als Ausgangspunkt statt als Begrenzung verstehen. Wer Esoteric, Incantation, Portal oder die schwereren Seiten experimenteller Death- und Doom-Musik schätzt und gleichzeitig keine Angst vor Akustik, Saxophon, Ambient und langen Spannungsbögen hat, bekommt hier ein äußerst ergiebiges Album.
🎧 Vergleichbar mit
Hm, ja …Esoteric bietet eine gute Orientierung für monumentale Doom-Schwere und ausgedehnte Kompositionsformen, Incantation für den cavernösen Death-Metal-Untergrund und Portal für jene Momente, in denen Musik eher wie ein fremdartiger Zustand als wie ein klassisches Riffgebäude wirkt. Dazu kommt inzwischen eine sehr eigene atmosphärische Sprache, die sich durch Saxophon, Fretless Bass, akustische Passagen, Cleangesang und Synthesizer deutlich von reinem Death Doom entfernt. Schon bei früheren Veröffentlichungen wurden genau diese düsteren, psychedelischen und experimentellen Einflüsse als Teil der Bandidentität beschrieben.
🎼 Highlights
Windswept, Spring Frost, Liminal
⛔ Für wen eher weniger geeignet?
Also, wer Death Metal möglichst kompakt, riffzentriert und ohne längere atmosphärische Wanderungen bevorzugt, wird hier garantiert schnell auf die Uhr schauen. III erwartet Aufmerksamkeit und hat keinerlei Interesse daran, seine Ideen auf Vier-Minuten-Formate herunterzubrechen. Auch das Saxophon gehört nicht dekorativ zur Ausstattung. Wer bereits bei dessen Erwähnung nervös wird, dem stehen auf dieser Reise einige Prüfungen bevor.

🎷 Epitaphe – III: Wenn der Death Metal plötzlich mit dem Träumen anfängt
Eine Landschaft verschwindet langsam im Blau. Unten hält sich noch ein Streifen brauner, beinahe herbstlicher Erde, darüber lösen sich Bäume, Sträucher und Horizont in Frost, Nebel und einer kalten Wand aus Farbe auf. Kein Monster springt aus dem Bild, keine Gruft öffnet sich, kein Totenschädel wartet pflichtbewusst in der Ecke. Das Cover von III wirkt wie ein Ort im Übergang, irgendwo zwischen Jahreszeiten, Zuständen und Wahrnehmungen. Genau dort scheint sich auch Epitaphe am wohlsten zu fühlen.
Das französische Trio veröffentlicht mit III sein drittes Album und braucht für fünf Stücke beinahe 55 Minuten. Drei davon überschreiten locker die Vierzehn-Minuten-Marke. Das kann im Progressive Death Metal schnell bedeuten, dass jemand aus vier guten Ideen erst einmal ein kleines Eigenheim mit Wintergarten baut. Epitaphe nutzen die Länge sinnvoller. Ihre Stücke bewegen sich tatsächlich. Sie verändern Aggregatzustände.
Aus tiefem, wuchtigem Death Metal wachsen akustische Gitarren. Zwischen gutturalen Stimmen taucht klarer Gesang auf. Saxophonlinien gleiten durch Passagen, die kurz zuvor noch wie der Einsturz eines Höhlensystems geklungen haben. Synthesizer öffnen Räume, Fretless Bass schiebt sich unter fragile Melodien, und manchmal zieht sich die Musik so weit zurück, dass vom Metal nur noch die Erinnerung übrig bleibt. Kurz darauf kommt er zurück und bringt Verstärkung mit.
III lebt genau von diesen Übergängen. Härte und Ruhe stehen hier nicht wie zwei getrennte Abteilungen nebeneinander. Epitaphe nehmen melodische Motive mit, verändern ihren Klang, drehen ihre Bedeutung und lassen sie später in völlig anderer Umgebung wiederauftauchen. Das macht aus fünf langen Kompositionen tatsächlich ein Album und keine Sammlung musikalischer Langstreckenprüfungen.
Und plötzlich beginnt Death Metal zu träumen. Nur sind seine Träume erwartungsgemäß nicht sonderlich erquickend.
🎧 Was erwartet dich?
Genre(s): Progressive Death Metal, Atmospheric Death Metal, Death Doom, Experimental Metal, Ambient
Musikalische Einordnung: Klare Sache. Das Fundament von III bleibt Death Metal. Wenn Epitaphe schwer werden, tun sie das mit enormer körperlicher Wirkung: tiefe Frequenzen, tremolierende Gitarren, massives Schlagzeug und gutturale Vocals erzeugen einen Sound, der eher aus einer geologischen Schicht zu kommen scheint als aus einem normalen Proberaum. Doch dieses Fundament ist inzwischen nur noch ein Teil der Sprache.
Die Band hat die atmosphärischen und nichtmetallischen Elemente deutlich erweitert. Akustikgitarren bekommen eigene, lange Passagen. Cleangesang trägt zentrale Momente. Synthesizer und Effekte schaffen Zwischenräume, während das Saxophon mal warm und fast sehnsüchtig klingt, später aber ebenso schrill und verstört reagieren kann wie die Gitarren. Epitaphe selbst sehen III als Weiterentwicklung ihrer bisherigen Alben und nennen ausdrücklich den Einfluss ihres experimentelleren Nebenprojekts Eventide auf diese stärkere Öffnung. Das Label beschreibt das Album ebenfalls als Vertiefung der bisherigen Death-Metal-Basis mit deutlich prominenteren akustischen und atmosphärischen Elementen.
Das Entscheidende ist hier aber die Kohärenz. Die langen Stücke springen nicht beliebig zwischen Stilrichtungen. Melodien wandern mit. Ein Motiv kann zunächst zerbrechlich erscheinen, später verzerrt zurückkehren und schließlich in einer völlig anderen Stimmung wieder auftauchen. Dadurch entsteht das Gefühl, dass die Songs weniger aus einzelnen Teilen zusammengesetzt wurden, sondern langsam ihre Gestalt verändern. Das ist definitiv ein sehr beeindruckender Prozess, dem man durchaus fasziniert zuhört.
Klangbild: Oh ja, III klingt groß, aber niemals aufgebläht. Die Death-Metal-Passagen besitzen enorme Tiefe, während die ruhigeren Abschnitte überraschend transparent bleiben. Gerade dieser Kontrast verhindert, dass die Platte in einer einzigen Wand aus Schwere verschwindet.
PBs gutturale Vocals sitzen tief im Klang, während sein Saxophon vollkommen andere Räume öffnet. Mal klingt es warm und beinahe jazzig, mal wie ein Instrument, das gerade selbst begriffen hat, dass die Umgebung keine besonders gute Idee war. AGs Schlagzeug ist entscheidend für die Bewegung der langen Kompositionen: schnelle, teilweise eruptive Phasen treffen auf ruhige, fast schwebende Momente, ohne dass der Spannungsbogen zusammenbricht.
LB übernimmt akustische und elektrische Gitarren, Fretless Bass, Keyboards und Effekte und liefert damit einen erheblichen Teil jener Farbpalette, die III von gewöhnlichem Progressive Death Metal entfernt. Der Fretless Bass taucht immer wieder als eigene melodische Stimme auf, während Gitarren und Synthesizer zwischen Gewicht und Weite wechseln.
Aufgenommen wurde das Album von James Leonard in den Mémoire Mécanique und Pentachrome Wave Studios; Leonard übernahm auch den Mix. Das Mastering stammt von Greg Chandler im Priory Recording Studio. Die Produktion gibt all diesen Ebenen genügend Platz und behält trotzdem die körperliche Wucht der härtesten Passagen.
🎧 Direkt bei Bandcamp anhören
Epitaphe – III
Das vollständige Album ist bereits auf der offiziellen Bandcamp-Seite verfügbar beziehungsweise zur Veröffentlichung angelegt. Gerade Windswept eignet sich hervorragend als Einstieg: Wer nach 16:08 Minuten noch behauptet, nicht zu wissen, worum es bei Epitaphe geht, hat vermutlich zwischendurch die Wohnung verlassen. Epitaphe – III bei Bandcamp
🌌 Drei Zustände eines Albums
Windswept
Nach dem nur 2:36 Minuten langen Half-Light öffnet Windswept die eigentliche Dimension des Albums. Mit 16:08 Minuten ist es der längste Song und zugleich eine ziemlich deutliche Absichtserklärung. Die ersten schweren Minuten wirken wie das gewaltsame Gegenbild zum Opener. Was dort noch glitzerte und tastete, wird hier von tiefen Frequenzen, tremolierenden Gitarren, hektischer Rhythmik und gutturalen Stimmen verschluckt. Doch schon bald beginnt das Stück, seine eigene Härte zu unterwandern. Der Bass tritt deutlicher hervor, Gitarren werden ruhiger, Saxophon und Cleangesang öffnen eine fast traumartige Passage.
Besonders stark ist, dass diese Ruhe nicht wie ein eingeschobener Fremdkörper wirkt. Die zuvor eingeführten melodischen Gedanken bleiben erhalten und verändern lediglich ihre Form. Wenn Windswept später wieder aggressiver wird, hat man deshalb nicht das Gefühl, ein neuer Song habe begonnen. Derselbe Gedanke ist nur in eine andere Temperatur geraten.
Das Saxophon spielt dabei eine entscheidende Rolle. Zunächst wirkt es beinahe warm und nachdenklich, später schärfer und dringlicher. So wird aus einem Instrument, das in Metal-Kontexten gern als exotischer Überraschungsgast behandelt wird, eine echte erzählerische Stimme. Nach sechzehn Minuten versteht man bereits sehr gut, weshalb diese Band ihre Songs so lang werden lässt. Sie müssen eben irgendwohin.
Spring Frost
Der Titel klingt zunächst beinahe freundlich. Frühling? ja, schon, aber dann kommt der Frost. Spring Frost nutzt seine 14:18 Minuten, um genau diese widersprüchliche Stimmung auszubreiten. Der Song beginnt vergleichsweise offen und atmosphärisch, doch unter der Oberfläche scheint von Anfang an etwas zu arbeiten. Die Musik verliert schrittweise ihre Sicherheit, Dissonanzen greifen stärker um sich, Rhythmen werden nervöser, und die scheinbare Öffnung kippt zunehmend in Kontrollverlust.
Gerade diese Entwicklung macht den Song so stark. Epitaphe brauchen keinen abrupten Schalter zwischen schön und brutal. Der Übergang vollzieht sich beinahe unmerklich. Erst im Rückblick merkt man, wie weit man sich bereits vom Ausgangspunkt entfernt hat. Das passt hervorragend zum Titel. Der Frühling ist gekommen.
Er hat nur vergessen, aufzutauen. Die härteren Passagen gehören zu den unruhigsten Momenten der Platte, doch auch dort bleibt die Musik sorgfältig gebaut. Dissonanz funktioniert nicht als Selbstzweck, sondern als emotionale Zuspitzung. Der Song wirkt zunehmend instabil, ohne seine innere Logik zu verlieren.
Liminal
Mit Liminal landet das Album schließlich genau dort, wo es eigentlich die ganze Zeit unterwegs war: an einer Schwelle. 14:41 Minuten lang bewegt sich das Stück zwischen Zuständen. Der Anfang wirkt fremdartig und beinahe körperlos, danach zieht die Musik immer tiefer in eine doomige, entleerte Schwere. Vocals, Gitarren und Saxophon beginnen zunehmend verstörter zu klingen, bis sich die Komposition schließlich in eine heftige, beinahe fiebrige Phase hineinsteigert.
Doch auch das bleibt nicht der Endzustand. Die Musik zieht sich wieder zurück. Gerade deshalb ist Liminal der richtige Abschluss. Ein konventionelles Finale mit maximaler Lautstärke hätte III beinahe zu deutlich abgeschlossen. Stattdessen lässt das Stück erneut Raum entstehen und führt zurück in jene Zwischenwelt, in der dieses Album seine stärksten Momente findet.
Man kommt am Ende nicht wirklich irgendwo an. Man steht nur auf einer anderen Seite derselben Schwelle.
🎨 Artwork
Das Cover zeigt Spring Frost, ein Gemälde des finnischen Künstlers Petri Ala-Maunus, dessen Arbeiten bereits die beiden vorherigen Epitaphe-Alben prägten. Damit entsteht über I, II und III hinweg eine eigene visuelle Linie. Das Bild selbst wirkt zunächst beinahe unspektakulär: eine menschenleere Landschaft, unten ein schmaler Streifen brauner und orangefarbener Erde, darüber Büsche, Bäume und Vegetation, die zunehmend in blauen und grauen Flächen verschwinden. Je länger man hinsieht, desto schwieriger wird es, klare Grenzen zu erkennen. Ist das Nebel? Frost? Schnee? Vegetation? Himmel?
Genau diese Uneindeutigkeit macht das Artwork so passend. Das Gemälde zeigt keinen dramatischen Einzelmoment, sondern einen Übergang. Wärme und Kälte liegen gleichzeitig im Bild. Erde bleibt sichtbar, während darüber bereits alles in frostiger Abstraktion verschwindet. Der Titel Spring Frost bringt diesen Widerspruch auf den Punkt: Aufbruch und Erstarrung existieren nebeneinander.
Damit spiegelt das Cover ziemlich genau die musikalische Sprache von III. Auch dort lösen sich klare Zustände ständig ineinander auf. Härte wird Atmosphäre, Atmosphäre kippt in Dissonanz, Schönheit trägt bereits etwas Unheilvolles in sich. Das Artwork muss nichts erklären. Es funktioniert wie die Musik: Je länger man darin bleibt, desto weniger eindeutig wird die Landschaft.
🪦 Besondere Momente
Ein Trio mit dem Instrumentarium einer kleinen musikalischen Expedition
Epitaphe bestehen auf III aus lediglich drei Musikern: PB übernimmt Gesang und Saxophon, AG Schlagzeug und Percussion, LB akustische und elektrische Gitarren, Fretless Bass, Keyboards und Effekte. Trotzdem wirkt das Album nie wie eine bewusst reduzierte Trioaufnahme. Seine Größe entsteht durch Instrumentierung, Schichtung und die Fähigkeit, Klangfarben sehr gezielt einzusetzen.
Das Saxophon besitzt eine echte Funktion
Viele extreme Metalbands setzen ungewöhnliche Instrumente ein, damit anschließend jeder erwähnen kann, dass ein ungewöhnliches Instrument vorkommt. Hier wäre das zu wenig. Das Saxophon verändert tatsächlich die emotionale Temperatur der Musik. Es kann Wärme schaffen, Melancholie verstärken und später genauso verstört klingen wie der restliche Klangkörper.
Eventide hinterlässt Spuren
Mit Eventide haben Mitglieder von Epitaphe bereits einen stärker experimentellen und ambienten Raum erkundet. Diese Erfahrung scheint auf III zurückzufließen. Die ruhigen Abschnitte wirken deshalb nicht wie Pflichtpausen zwischen Death-Metal-Passagen, sondern besitzen eine eigene musikalische Substanz. Genau das verhindert, dass die Platte nach dem bekannten Schema „laut – leise – laut“ funktioniert.
Die Länge ist Teil der Komposition
Knappe 55 Minuten bei lediglich fünf Tracks klingen zunächst nach erheblichem Vertrauen in die Geduld des Publikums. Doch die langen Laufzeiten sind hier kein Prestigeobjekt. Sie ermöglichen Entwicklungen, für die kürzere Songformen schlicht zu eng wären. Motive dürfen auftauchen, verschwinden, verändert zurückkehren und erst Minuten später ihre Funktion offenlegen.
📜 Hintergrund: Aus höchsten Höhen in immer tiefere Zwischenräume
Epitaphe stammen aus den französischen Alpen und beschreiben ihre Musik selbst als doomed and atmospheric death metal. Bereits auf I von 2019 verband die Band Death Metal, Doom, experimentelle Strukturen und psychedelische Elemente; II von 2022 führte diese Sprache weiter aus. Mit III wird sie nun deutlich stärker für akustische, ambientartige und progressive Elemente geöffnet.
Das Album erscheint am 11. September 2026 über Aesthetic Death auf CD und Doppel-LP; Gurgling Gore übernimmt die Kassettenausgabe. Aesthetic Death führt unter anderem eine auf 100 Exemplare begrenzte CD sowie verschiedene Vinylvarianten.
Dass alle drei bisherigen Albumcover von Petri Ala-Maunus stammen, verstärkt den Eindruck einer fortlaufenden künstlerischen Entwicklung. Die römischen Zahlen der Albumtitel werden immer schlichter, während die Musik dahinter immer komplexer wird. Das besitzt einen gewissen schrägen Humor.
🌒 Wie lang kann ein knappe Stunde Lebenszeit werden?
III verlangt viel Zeit und gibt erstaunlich wenig davon zurück, ohne etwas damit anzufangen.
Das ist vielleicht die größte Qualität dieses Albums.
Die langen Kompositionen funktionieren nicht deshalb, weil sie besonders viele Riffs enthalten. Sie funktionieren, weil Epitaphe musikalische Zustände entwickeln. Ein Motiv wird vorgestellt, verändert, beschädigt oder in einen anderen Klang übersetzt. Dadurch entsteht Bewegung, selbst wenn das Tempo sinkt oder minutenlang kaum etwas passiert, das sich klassisch als Death Metal beschreiben ließe.
Natürlich erfordert das Geduld. Man kann III nebenbei laufen lassen. Klar, und man kann dazu auch einen guten Roman als Türstopper benutzen. Der eigentliche Reiz entsteht erst, wenn man den Verbindungen folgt. Dann wird hörbar, wie sorgfältig Half-Light den Raum öffnet, in den Windswept später mit Gewalt einbricht. Wie Spring Frost aus vermeintlicher Ruhe immer tiefer in Dissonanz gleitet. Wie Transient einen fast vollständig metallfreien Traumzustand zulässt. Und wie Liminal am Ende sämtliche Gewissheiten wieder auflöst.
Dabei verliert die Band nie ihre Härte. Die Death-Metal-Passagen sind massiv, dunkel und körperlich. Doch III ist gerade deshalb so überzeugend, weil diese Brutalität nicht ständig präsent sein muss. Wenn sie zurückkehrt, besitzt sie Gewicht. Manches lässt sich sicherlich straffen. Vor allem bei fast einer Stunde Gesamtspielzeit gibt es Augenblicke, in denen die geduldige Entwicklung auch Geduld verlangt. Doch selbst diese Momente wirken selten beliebig. Die Platte hat eine Vorstellung davon, wohin sie will.
Oder zumindest davon, durch welche Zwischenräume sie vorher wandern möchte. III ist damit weniger ein Album über Gegensätze als eine Beschreibung der Übergänge dazwischen.
Zwischen Death Metal und Ambient.
Zwischen Gewalt und Schönheit.
Zwischen Frost und Frühling.
Zwischen Wachzustand und Traum.
Und irgendwo auf diesem Weg passiert das eigentlich Bemerkenswerte: Der Death Metal hört für einen Moment auf, nur zu zerstören und beginnt, sich zu erinnern.

|
Künstler: |
Epitaphe |
|
Albumtitel: |
III |
|
Erscheinungsdatum: |
11. September 2026 |
|
Genre: |
Progressive Death Metal / Atmospheric Death Metal / Death Doom / Experimental Metal |
|
Label: |
Aesthetic Death / Gurgling Gore |
|
Spielzeit: |
ca. 55 Minuten |
🎼 Trackliste:
Half-Light – 2:36
Windswept – 16:08
Spring Frost – 14:18
Transient – 6:43
Liminal – 14:41
👥 Besetzung:
PB – Gesang / Saxophon
AG – Schlagzeug / Percussion
LB – akustische und elektrische Gitarren / Fretless Bass / Keyboards / Effekte
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