🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

Ein Halbling trägt gerade viel Plattform auf den Schultern
📰 Was ist los?
D&D Beyond plant neue DM-Notizen direkt in Maps, eigene Bild-Uploads, einen überarbeiteten Encounter Builder und eine neue mobile Spielerfahrung für voraussichtlich Anfang 2027. Im Hintergrund entsteht gleichzeitig eine neue datengetriebene Rules Engine, die inzwischen erstmals mit echten Charakterdaten getestet wird.
🐛 Was denken wir?
Die neuen Kartenfunktionen sind praktisch, der eigentliche Brocken steckt aber unter der Haube. Wenn Klassen, Gegenstände und Mechaniken künftig wirklich plattformweit aus derselben Regelgrundlage gespeist werden, könnte D&D Beyond viele seiner alten technischen Baustellen endlich systematisch angehen. Dass der erste Testcharakter Charlie heißt, erhöht zumindest unsere emotionale Beteiligung beträchtlich.
🎲 Ein Halbling namens Charlie testet die Zukunft: D&D Beyond wird bis 2027 grundlegend umgebaut
Die Zukunft von Dungeons & Dragons hängt derzeit offenbar an einem Halbling namens Charlie. Er ist Schurke, Hochstapler und vermutlich vollkommen ahnungslos darüber, dass D&D Beyond ihn intern als Versuchskaninchen für einen der größten technischen Umbauten seiner Geschichte benutzt.

In einem umfangreichen Entwicklungsupdate hat Wizards of the Coast erklärt, wie sich die zentrale digitale D&D-Plattform in den kommenden Monaten verändern soll. Sichtbar werden zunächst neue Werkzeuge für Dungeon Master, eigene Uploads und ein überarbeiteter Encounter Builder. Darunter entsteht allerdings etwas wesentlich Größeres: eine komplett neue datengetriebene Plattform, die Regeln, Klassen, Gegenstände und Spielmechaniken künftig nicht mehr für jede Funktion einzeln verdrahten soll.
Und Charlie muss jetzt herausfinden, ob das alles funktioniert.
🗺️ Die Notizzettel wandern direkt auf die Karte
Am unmittelbarsten dürfte sich Scene Prep bemerkbar machen. Dungeon Master können ihre Vorbereitungsnotizen künftig direkt mit Punkten auf einer Karte verbinden. Statt während einer Sitzung zwischen Dokumenten, Tabs und Regelbüchern zu springen, kann etwa der Eingang eines Tempels einen eigenen Hinweis bekommen, die Schatzkammer ihren vorbereiteten Text und der Raum mit dem verdächtig großen Blutkreis wahrscheinlich eine kurze Erinnerung daran, warum die Gruppe dort besser nicht alles gleichzeitig anfasst.
Dazu kommen Custom Uploads. Eigene Bilder lassen sich innerhalb von Maps beispielsweise als Sticker, verborgene Enthüllungen oder Ersatzgrafiken für Tokens einsetzen. Ein selbst gezeichnetes Schiff, ein geheimnisvolles Symbol oder unterschiedliche Porträts für zwanzig Dorfbewohner können damit direkt in die digitale Spielkarte wandern. Neben kurzfristigen Drag-and-drop-Elementen plant D&D Beyond auch eine dauerhafte Speicherung eigener Sticker und Reveals.
🎬 D&D Beyond zeigt, was als Nächstes kommt
Im offiziellen Roadmap-Deep-Dive zeigt Dungeons & Dragons die kommenden Werkzeuge und den größeren technischen Umbau von D&D Beyond:
Gleichzeitig sollen mehrere DM-Werkzeuge aus Maps herausgelöst werden. Wer mit echten Miniaturen, Papierkarten oder einem anderen VTT spielt, soll die digitalen Hilfen trotzdem nutzen können. Dazu gehört ausdrücklich auch eine Überarbeitung des Encounter Builders.
Man darf also bald wieder vollkommen analog würfeln und trotzdem drei digitale Geräte benötigen, um herauszufinden, wen man gerade erschlagen hat.
⚙️ Unter der Oberfläche wird D&D Beyond praktisch neu verkabelt
Der spannendere Teil ist allerdings kaum sichtbar. Seit dem vergangenen Jahr entwickelt das Team eine neue Game Platform & Rules Engine, mit der Regelbestandteile künftig als wiederverwendbare Daten behandelt werden.
Klassen, Talente, Gegenstände, Voraussetzungen und Effekte sollen dadurch nicht mehr für jede einzelne Anwendung separat fest programmiert werden. D&D Beyond setzt dafür auf eine angepasste Form der aus Videospielen bekannten Entity-Component-System-Architektur und verlagert diese Infrastruktur in die Cloud. Die Rules Engine bildet dabei nur einen Bestandteil einer größeren Plattform, an die auch zukünftige Anwendungen angeschlossen werden sollen.
Das klingt nach einer technischen Randnotiz, dürfte langfristig aber entscheidender sein als jede neue Schaltfläche. Neue Mechaniken könnten dadurch einmal definiert und anschließend über verschiedene Bereiche von D&D Beyond hinweg genutzt werden. Genau die bislang über Jahre gewachsene technische Zersplitterung soll damit offenbar verschwinden.
Noch steht das Projekt am Anfang. Inzwischen laufen aber erstmals Tests mit echten Spieldaten. Hauptdarsteller ist Charlie, ein Halbling-Schurke mit dem Hintergrund Charlatan. Wenn er funktioniert, sollen nach und nach weitere Charaktere und Inhaltstypen auf die neue Plattform übertragen werden.
Falls die Zukunft von Dungeons & Dragons also plötzlich sämtliche Goldstücke vermisst, wissen wir wenigstens, wer zuletzt getestet wurde.
🌍 Azeroth, Dark Sun und eine weit entfernte Galaxis müssen alle hinein
Warum dieser Aufwand nötig ist, zeigt D&D Beyond gleich mit einer ziemlich bemerkenswerten Aufzählung. Die neue technische Grundlage soll Inhalte unterstützen, die von Azeroth über Dark Sun, Dragonlance, den Underdark und Greyhawk bis zu Abenteuern in einer „galaxy far, far away“ reichen.
Azeroth ist dabei längst keine Andeutung mehr. D&D: World of Warcraft wurde bereits offiziell vorgestellt und bringt unter anderem eigene Klassenoptionen, Spezies, Zauber, Monster, Bosse und Dungeons auf D&D Beyond. Die neue Engine muss deshalb Regelmechaniken abbilden können, die weit über den klassischen Player’s-Handbook-Baukasten hinausgehen.
Bei der weit entfernten Galaxis verzichtet das Entwicklungsupdate zwar auf den ausgeschriebenen Markennamen, die Formulierung lässt wenig Interpretationsspielraum. D&D Beyond stellt die genannten Welten ausdrücklich in den Zusammenhang mit den Inhalten, für die die neue Plattform vorbereitet wird. Welche konkrete Form jedes dieser Projekte annimmt, erklärt der Roadmap-Beitrag allerdings noch nicht.
📱 Anfang 2027 soll das Charakterblatt endlich mobiler denken
Auch für Spieler wird die technische Neuordnung sichtbar. Eine neue mobile Spielerfahrung soll voraussichtlich Anfang 2027 starten und sich zunächst ausdrücklich auf Runden am echten Tisch konzentrieren.
Die App soll die wichtigsten Aktionen eines Charakters schnell zugänglich machen, Trefferpunkte und Zauberressourcen verwalten sowie Zustände wie Stunned oder Konzentration verfolgen. Würfe können digital erfolgen, müssen es aber nicht: Wer weiterhin echte Würfel verwenden möchte, trägt das Resultat anschließend selbst ein. Im weiteren Verlauf von 2027 soll die Anwendung zusätzliche Charaktere, Inhalte und Spielweisen unterstützen.
Außerdem wird die Seitensuche vollständig überarbeitet. Aus einem ursprünglich geplanten Rules Assistant entwickelte sich laut D&D Beyond inzwischen eine semantische Suche, die D&D-Abkürzungen, Schreibfehler und Zusammenhänge besser verstehen soll. Ergebnisse lassen sich künftig außerdem gezielt auf 5e, 5.5e oder beide Regelsätze beschränken.
Damit beschreibt Wizards keinen einzelnen Funktionspatch. D&D Beyond versucht gleichzeitig seine Kartenwerkzeuge, DM-Hilfen, Suche, mobilen Charakterbögen und vor allem die technische Grundlage darunter neu aufzubauen.
Ob das alles funktioniert, werden Millionen Spieler irgendwann feststellen.
Charlie weiß es vermutlich zuerst.





