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Ausgerechnet Gaston: Braucht er wirklich ein Spin-off?
📰 Was ist los?
Disney entwickelt mit „Gaston“ einen neuen Live-Action-Fantasyfilm, der den Bösewicht aus Die Schöne und das Biest in den Mittelpunkt stellt. Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Dave Callaham (Shang-Chi, MonsterVerse) schreibt das Drehbuch auf Basis eines früheren Entwurfs von Kate Herron und Briony Redman, produziert wird von Michelle Rejwan (The Rise of Skywalker). Luke Evans, der Gaston 2017 spielte, ist Stand jetzt nicht mehr vorgesehen. Der Ton soll „swashbuckling“ sein, also Mantel-und-Degen-Abenteuer mit viel Charme und Krawall
🐛 Was denken wir?
Einerseits: Disney macht das, was Disney eben macht. Erfolgreiche Marke nehmen, Bösewicht umdrehen, Spin-off bauen. Andererseits ist Gaston vielleicht die denkbar schlechteste Figur für einen verständnisvollen Blick zurück. Wenn der Film wirklich den Mut hat, einen lauten, gefährlichen Egomanen im Zentrum zu lassen, könnte das spannend werden. Wenn wir am Ende aber erfahren, dass er nur wegen eines Kindheitstraumas zu toxischer Dorf-Männlichkeit wurde, gibt es hier im Fantasykosmos eine sehr lange, sehr spitze Kolumne.
🍷 Gaston bekommt seinen eigenen Film und Disney die nächste Bösewichts-OP
Disney kann es nicht lassen: Nach Maleficent und der Realfilm-Version von Die Schöne und das Biest soll jetzt Gaston selbst zum swashbuckelnden „Helden“ aufsteigen. Laut Deadline arbeitet das Studio an einem neuen Live-Action-Film, der den Schönling aus dem Dorf ins Zentrum rückt – losgelöst von der milliardenschweren Verfilmung von 2017 mit Emma Watson, die weltweit über 1,26 Milliarden US-Dollar eingespielt hat.
Der Arbeitstitel ist wenig subtil: „Gaston“. Inhaltlich soll das Ganze als großes Fantasy-Abenteuer mit Mantel-und-Degen-Vibes funktionieren. Fans reagieren bisher eher mit Augenrollen als mit Vorfreude.
🧛♂️ Vom Dorfschönling zum Swashbuckler
Die Idee folgt dem Maleficent-Prinzip: Nimm den Bösewicht, stell ihn ins Zentrum, gib ihm ein paar tragische Kanten und nenn das Ganze „neue Perspektive“. Beim Gaston-Film sitzt Dave Callaham am Drehbuch, der zuvor unter anderem an Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings, dem MonsterVerse rund um Godzilla und Kong sowie Wonder Woman 1984 beteiligt war. Produziert wird das Projekt von Michelle Rejwan, bekannt aus Disneys The Rise of Skywalker.
Die Devise aus den Branchenmeldungen: Gaston soll als „swashbuckling“ Figur funktionieren, also als draufgängerischer Haudegen, der elegant, laut und völlig überzeugt von sich selbst durch das Abenteuer stolpert. Im Grunde das, was er schon im Original ist, nur mit mehr Budget, mehr Laufzeit und vermutlich einer deutlich weichgespülteren Moral.
🎭 Neuer Gaston statt Luke Evans
Spannend (oder bezeichnend): Luke Evans, der in der Realverfilmung von 2017 einen ziemlich idealen Gaston hingelegt hat, ist nach aktuellem Stand nicht mehr an Bord
Der Film ist als eigenständiges Projekt gedacht, nicht als direkte Fortsetzung der Watson-Version. Die bereits geplante Disney-Plus-Prequelserie mit Evans und Josh Gad wurde zuvor wegen kreativer und terminlicher Probleme abgeblasen. Jetzt startet man mit neuer Besetzung, neuem Ansatz – und exakt demselben alten Bösewicht.
Regie ist noch offen, ein Starttermin ebenfalls. Im Moment existiert Gaston vor allem als Prioritätenliste im Disney-Boardroom und als Aufreger in den Kommentarspalten.
😬 Fanreaktionen zwischen „Cash Grab“ und „Niemand hat das bestellt“
Die Resonanz in Social Media fällt erwartbar giftig aus: „Literally no one asked for this“, „noch ein unnötiger Live-Action-Cash-Grab“ und die Frage, ob jetzt wirklich jeder Disney-Schurke einen „eigentlich ist er nur missverstanden“-Film braucht, ziehen sich durch die Feeds.
Gerade Gaston, der im Original sehr bewusst als narzisstischer, gewalttätiger Mob-Anführer angelegt ist, wirkt als Kandidat für eine nachträgliche Rehabilitierung… sagen wir: gewagt. Die große Frage wird sein, ob Disney den Mut hat, einen wirklich unsympathischen Protagonisten zu zeigen, oder ob wir am Ende bei der zehnten Variation von „tief im Inneren ist er gar nicht so schlimm“ landen.



