67 Jahre Karriereplanung, dann sagt das Schicksal Nein: Barbie wird zur Fantasyheldin

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Selbst das Schicksal hat Barbie offenbar unterschätzt

📰 Was ist los?
Barbie: Dreamscape von Alex Aster ist international erschienen. Mattel bezeichnet das Buch als ersten originalen Barbie-YA-Roman. Darin wird Barbie an der Swancrest Academy als erste Fateless in der Geschichte Heartlands zurückgewiesen und beginnt anschließend eine Reise durch eine komplett neue magische Welt.

🐛 Was denken wir?
Auf dem Papier klingt „Barbie-YA-Fantasyroman“ zunächst wie eine Idee, die nach sechs Stunden Markenstrategie und einem sehr großen, rosafarbenen Whiteboard entstanden sein könnte. Die eigentliche Prämisse ist allerdings erstaunlich brauchbar: Eine Figur, die seit Jahrzehnten alles werden kann, bekommt plötzlich überhaupt kein vorherbestimmtes Schicksal. Das ist fast schon unverschämt passend.

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⚔️ 67 Jahre Karriereplanung, dann sagt das Schicksal Nein: Barbie wird zur Fantasyheldin

Barbie war Astronautin, Ärztin, Präsidentin, Pilotin, Ingenieurin, Tierärztin und ungefähr noch dreihundert weitere Dinge, für die normale Menschen erst einmal mehrere Leben und eine sehr belastbare Rentenversicherung bräuchten.

Jetzt hat ausgerechnet das Schicksal beschlossen, dass es für sie keinen Job gibt.

Barbie trägt eine glänzende rosafarbene Rüstung vor einem pinken Fantasyhintergrund mit Ranken, Fledermäusen, Kronen und magischen Symbolen; über ihr steht der Titel Barbie: Dreamscape.
Barbie in Rüstung, das Schicksal im Streik: Dreamscape schickt die bekannteste Berufswechslerin der Welt erstmals in einen eigenen YA-Fantasyroman. © Mattel / Mattel Press

In Barbie: Dreamscape von Alex Aster wird Barbie bei ihrem Abschluss an der magischen Swancrest Academy als Fateless eingestuft – als erste Person in der gesamten Geschichte von Heartland. Damit startet der erste originale Young-Adult-Roman des Barbie-Franchises erfreulich konsequent mit einer kosmischen Berufsberatungskatastrophe. Seit dem 18. August 2026 ist das Buch international erhältlich.

Mattel hätte Barbie natürlich auch einfach noch einen neuen Beruf geben können. Stattdessen gibt es jetzt offenbar Prophezeiungen, Magie und existenzielle Krisen.

Ist das nun ein Fortschritt?

🦢 Swancrest Academy verteilt das Leben gleich bei der Abschlussfeier

Heartland ist zunächst genau jene Welt, die man von Barbie erwarten könnte: rosafarben, geordnet und so perfekt organisiert, dass vermutlich selbst die Wolken einen Wochenplan besitzen.

Jeder Bewohner bekommt dort von geheimnisvollen, mächtigen Wesen eine Fate zugeteilt. Diese bestimmt, welche Rolle er im Leben einnehmen soll. Barbie hat deshalb jahrelang gelernt, jede Prüfung bestanden und sich selbstverständlich darauf vorbereitet, auch diese letzte kosmische Leistungsbewertung mit Bravour abzuschließen.

Dann passiert das Undenkbare.

Keine Fate.

Kein vorgesehener Lebensweg.

Barbie ist die erste Fateless überhaupt.

Für eine Figur, deren Markenkern seit Jahrzehnten ungefähr „Du kannst alles werden“ lautet, ist das eine erstaunlich hübsche Ausgangsidee. Barbie darf plötzlich feststellen, dass zwischen „alles werden können“ und „jemand anderes legt vorher fest, was du wirst“ ein gewisser philosophischer Unterschied besteht.

Der hätte allerdings schlecht auf eine Puppenschachtel gepasst.

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✨ Dann beginnt tatsächlich eine klassische Fantasyquest

Bei der existenziellen Ratlosigkeit bleibt es nicht. Eine geheimnisvolle Halskette beginnt magische Kräfte zu entwickeln und zieht Barbie schließlich über die schützenden Nebel von Heartland hinaus.

Dort wartet eine größere Welt mit sonnigen Küsten, ständig wechselnden Landschaften, dunklen Wäldern und verschiedenen magischen Reichen. Barbie macht sich auf die Suche nach jenen Wesen, die über die Schicksale der Menschen entscheiden – und nach einer Wahrheit, die Heartland offenbar lieber ordentlich unter dem rosa Teppich liegen gelassen hätte.

Das ist strukturell ziemlich klassisches YA-Fantasy-Material: abgeschottete perfekte Gesellschaft, geheime Weltordnung, besondere Außenseiterin, magisches Artefakt und eine Reise, bei der sich herausstellen dürfte, dass die Erwachsenen beziehungsweise gottähnlichen Institutionen vielleicht doch nicht alles vollkommen geregelt haben.

Man könnte fast meinen, die Swancrest Academy hätte bei Hogwarts und jeder zweiten Fantasyakademie der letzten zwanzig Jahre heimlich abgeschrieben. Immerhin vermutlich mit pinkem Textmarker.

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📚 Alex Aster durfte überraschend frei mit Barbie spielen

Für den Roman holte sich Mattel eine Autorin, die mit diesem Gebiet bereits ausreichend Erfahrung besitzt. Alex Aster wurde mit ihrer Lightlark-Reihe international bekannt und schreibt normalerweise Fantasy, Romantasy und Romance. Dreamscape ist ihr zehntes veröffentlichtes Buch und zugleich ihr erstes Projekt mit einer bereits bestehenden großen Marke.

Aster erzählte zum Release, sie habe zunächst befürchtet, eine weltbekannte Figur wie Barbie könne ihre Möglichkeiten stark einschränken. Nach eigenen Angaben trat das Gegenteil ein: Mattel ließ ihr große Freiheiten. Sie besuchte das Unternehmen, sah sich aktuelle Produkte an und griff außerdem auf Dinge zurück, die sie selbst als Kind geprägt hatten – alte Barbie-Spiele und Animationsfilme. Besonders Barbie as Rapunzel von 2002 nennt sie als wichtigen Einfluss auf ihre eigene Fantasie.

Einige der Welten in Dreamscape sollen sogar von neueren Barbie-Produkten inspiriert worden sein.

Das ist wahrscheinlich der einzige Fantasyroman des Jahres, bei dem „Merchandising-Abteilung“ als Teil der Weltrecherche durchgeht.

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💕 Barbie macht diesmal sogar Pause von der Romantasy

Wer bei Alex Aster sofort mit einem Love Triangle zwischen Barbie, einem verfluchten Schattenprinzen und einem moralisch fragwürdigen Mann mit schwarzen Flügeln gerechnet hat, muss seine Notizzettel zunächst wieder einpacken.

Aster beschreibt Dreamscape ausdrücklich als Geschichte über Selbstfindung, Abenteuer und die Frage, was passiert, wenn der vermeintlich perfekte Lebensplan plötzlich verschwindet. Sie wollte ein hoffnungsvolles Buch schreiben, das auch jüngere Leser ab zwölf Jahren erreichen kann.

Ganz ohne bekannte Gesichter kommt die Geschichte offenbar trotzdem nicht aus. Eine auf der offiziellen Simon-&-Schuster-Seite zitierte Besprechung erwähnt einen kurzen Auftritt von Ken.

Das dürfte für ihn reichen. Barbie hat gerade eine magische Weltordnung zu zerlegen.

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🌍 Der erste Barbie-YA-Roman startet gleich weltweit

Mattel hat für Dreamscape ungewöhnlich groß geplant. Der Roman soll über verschiedene Verlagspartner in 237 Ländern und Territorien erscheinen. Die Mattel-Press-Ausgabe startete am 18. August, ebenso die Hardie-Grant-Ausgabe. Penguin Random House UK veröffentlicht seine Ausgabe am heutigen 20. August.

Die amerikanische Hardcover-Ausgabe erscheint direkt bei Mattel Press, wird von Simon & Schuster vertrieben und umfasst 336 Seiten. Eine deutschsprachige Übersetzung ist in den von uns geprüften offiziellen Verlagsangaben derzeit nicht ausgewiesen; deutsche Händler führen allerdings die englische Ausgabe.

Damit besitzt Barbie nun also offiziell auch eine ausgewachsene YA-Fantasywelt. Nach Astronautin, Präsidentin und Ärztin war magisch vom Schicksal verstoßene Akademieabsolventin vermutlich einfach die letzte noch offene Stelle im Lebenslauf.

Und klar: Man hätte wohl damit rechnen müssen.

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