Asterfel übt sich am alten RPG-Zauber

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Asterfel: Ab ins RPG-Testlabor

📰 Was ist los?
Mysteria Studio startet am 17. April 2026 den ersten offenen Steam-Playtest zu Asterfel. Die Anmeldung läuft bereits, und das Probespiel begleitet anschließend das Steam Medieval Fest vom 20. bis 27. April.

🐛 Was denken wir?
Der eigentliche Reiz liegt nicht bloß im Termin, sondern im Versprechen dahinter: Asterfel verkauft sich nicht als hypermodernes Systemmonster, sondern als Action-RPG, das wieder mehr nach Entdeckung, Reibung und eigener Wegfindung klingen will. Wenn das klappt, könnte hier ein Spiel auftauchen, das nicht ständig so tut, als müsse es seinem Publikum alle drei Schritte erklären.

⚔️ Asterfel übt sich am alten RPG-Zauber

Es gibt Ankündigungen, die klingen nach einem weiteren Fantasy-Projekt aus dem Schrank der bekannten Versprechen. Asterfel ist im ersten Moment ebenfalls so ein Fall: dunkle Insel, Fraktionen, alter Gott, Stahl, Magie. Interessant wird die Sache aber dort, wo das Spiel ausdrücklich den Geist der frühen 2000er-Rollenspiele beschwört und seinen offenen Playtest schon am 17. April startet, noch bevor das Steam Medieval Fest überhaupt richtig losgeht. Das ist kein Weltereignis. Aber es ist genau die Art kleinerer Meldung, bei der man hellhörig werden darf.

🏝️ Eine Insel, die an ihrer eigenen Gier krankt

Inhaltlich setzt Asterfel auf eine Inselnation, die von Ehrgeiz, Konflikten und etwas sehr viel Älterem unter der Oberfläche gezeichnet ist. Die magischen Minen des Königs haben mutierte Schrecken hervorgebracht und einen uralten Gott geweckt, während Natur, Magie und selbst die Toten anfangen, sich gegen das Land zu stellen. Das ist natürlich kein Stoff, der das Fantasy-Rad neu erfindet. Aber er besitzt wenigstens eine brauchbare politische Grundspannung: Ausbeutung, Fraktionskampf und ein Reich, das sich selbst vergiftet hat.

Dazu kommen drei Fraktionen, die nicht bloß dekorative Lagerfeuerkulissen sein sollen: die Crown Wardens, die Kindred und die Scholars. Laut Steam darf man sich einer Seite annähern oder das eigene Schwert opportunistisch mehreren Parteien zugleich leihen. Genau an solchen Stellen entscheidet sich später, ob ein Spiel wirklich Rollenspiel sein will oder nur drei Wappen auf die Karte klebt und das bereits für moralische Tiefe hält.

🗡️ Stahl, Bogen, Runen und hoffentlich ein eigener Wille

Spielerisch verspricht Asterfel ein Third-Person-Action-RPG mit Schwertern, Bögen, Runenmagie, Crafting, offener Welt und freierer Charakterentwicklung. Besonders bemerkenswert ist dabei weniger die Zutatenliste als der Ton, in dem sie präsentiert wird: Die Welt soll dem Spieler keine Richtung aufzwingen, Erkundung soll im eigenen Tempo stattfinden, und der Weg vom gestrandeten Außenseiter zur prägenden Figur der Insel wird ausdrücklich als offene Entwicklung beschrieben. In einem Genre, das sich gern zwischen Komfortsystem und Überinszenierung zerreibt, ist das zumindest eine erfreulich altmodische Ansage.

Das heißt natürlich noch nicht, dass der große Rückgriff auf frühe 2000er-RPGs auch wirklich trägt. Solche Versprechen sind schnell ausgesprochen, besonders wenn Begriffe wie Fraktionen, Entscheidungen und offene Welt im selben Absatz aufmarschieren. Aber ein offener Playtest ist immerhin der richtige Moment, um genau das zu prüfen: Fühlt sich Asterfel wirklich nach einem eigenen Abenteuer an oder nur nach einer Playlist aus vertrauten Genre-Sehnsüchten. Dass Mysteria Studio den Testlauf explizit auch zur Sammlung von Feedback nutzt, spricht immerhin dafür, dass man das Spiel noch formen will und nicht bloß bereits fertige PR-Sätze poliert.

🌿 Die bessere Nachricht steckt im Maßstab

Vielleicht ist genau das der sympathischste Punkt an dieser Meldung: Asterfel wirkt nicht wie ein Projekt, das mit Gewalt als nächstes Großereignis verkauft werden soll. Es wirkt eher wie ein Spiel, das sich bewusst kleiner, bodennäher und eigensinniger positionieren will. Dschungel, Wüsten, Ruinen, ein Schiffbrüchiger ohne Sonderstatus und eine Insel, die eher zurückschlägt als bewundert werden möchte: Das alles hat mehr Charme als der nächste Standard-Fantasyprospekt mit Schicksalslicht am Horizont.

🎬 Offizieller Trailer

Der offizielle Playtest-Trailer zu Asterfel – dem kommenden Dark-Fantasy-ARPG von Mysteria Studio. Bereitgestellt vom offiziellen Mysteria Studio-Channel auf YouTube:

👑 Unser Fazit: Kein Paukenschlag, aber ein ernstzunehmender Termin

Asterfel ist vorerst keine Sensation, sondern ein Versprechen auf Probe. Doch gerade darin liegt seine Stärke. Während viele Genreprojekte schon beim ersten Auftritt nach Monument und Mythos greifen, setzt dieses Spiel auf etwas fast schon Vergessenes: die Hoffnung, dass eine glaubwürdige Welt, ein paar widersprüchliche Fraktionen und ein Spieler ohne goldenen Stammbaum genügen könnten, um echtes Rollenspielgefühl zu erzeugen. Der 17. April ist deshalb kein Datum für große Trommeln. Aber durchaus eines, das man sich als Freund rauerer Fantasy vormerken darf.

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