Amon Amarth – The Allfather Awakens (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Amon Amarth – The Allfather Awakens

🧿 Kurzfazit
Amon Amarth erfinden auf The Allfather Awakens weder sich noch den Wikinger neu. Müssen sie auch nicht. Zehn druckvolle Songs, starke Melodien, ein überraschender Akustikausflug und genug Riffmaterial sorgen für ein sehr solides Spätwerk. Nur das viele gemütliche Midtempo zeigt gelegentlich, dass selbst Odin inzwischen einen Lieblingssessel besitzt.

🧭 Für wen & vergleichbar mit
Für alle, die ihren Melodic Death Metal mit schweren Gitarren, sofort erkennbaren Hooks und genügend Pathos für eine komplette Festivalwiese mögen. Amon Amarth bleiben dabei ohnehin ihre beste Vergleichsgröße; daneben führen Linien zu Unleashed, Hypocrisy, Arch Enemy und melodischeren Bolt Thrower-Momenten. Wer schon bei den letzten Platten glücklich mitgerudert ist, muss den Kurs nicht ändern.

🎼 Highlights
Gjallarhorn, Upphaf, Die With a War Cry, Ascending Like an Eagle

⛔ Für wen eher weniger geeignet?
Wer von einer Band nach drei Jahrzehnten zwingend Neuerfindung verlangt, darf seinen Helm gleich an der Garderobe lassen. The Allfather Awakens erweitert die bekannte Formel nur punktuell, und gerade im Mittelteil macht es sich das Album mehrfach im bewährten Midtempo bequem. Wer dagegen exakt diesen Sound liebt, wird das vermutlich eher als Serviceleistung betrachten.

Albumcover von Amon Amarth – The Allfather Awakens: Odin blickt frontal aus schwarzem Hintergrund hervor. Er trägt einen verzierten Helm, sein rechtes Auge ist blutig verletzt. In einer Hand hält er ein reich dekoriertes Trinkhorn, in der anderen ein blutverschmiertes Messer. Über ihm steht das Bandlogo, darunter der Albumtitel.

👁️ Amon Amarth – The Allfather Awakens: Wenn Odin in der Komfortzone chillt

Es gibt ja Bands, die suchen gefühlt mit jedem Album nach sich selbst. Amon Amarth haben dieses Problem seit ungefähr zwei Jahrzehnten gelöst und vermutlich inzwischen durch einen sorgfältig laminierten Asgard-Lageplan ersetzt.

Klar, man erkennt diese Band nach wenigen Sekunden. Die Gitarren ziehen ihre breiten melodischen Schneisen, Johan Hegg steht stimmlich irgendwo zwischen Feldherr, sehr schlecht gelauntem Geschichtslehrer und Mensch gewordener Bassfrequenz, und bevor der erste Refrain vorbei ist, kramen weltweit mindestens zwei Millionen ehemalige Konzertbesucher nach ihren Trinkhörnern. Der Markenkern von Amon Amarth ist inzwischen derart stabil, dass man ihn wahrscheinlich als tragendes Bauteil im Bereich Wikinger, die mit Gitarren kommen zulassen könnte.

Das schafft andererseits auch ein komfortables Problem. Niemand erwartet vom 13. Studioalbum plötzlich Trip-Hop, Free Jazz oder Johan Hegg am Vibraphon. Wer The Allfather Awakens auflegt, möchte Amon Amarth hören. Die eigentliche Frage lautet deshalb längst nicht mehr, ob die Schweden ihre Sache beherrschen. Sie lautet: Passiert innerhalb dieses sturmfesten Klang-Langhauses noch etwas Interessantes oder glotzt man lieber durch ein anderes Fenster?

Erstaunlicherweise lautet die Antwort diesmal ziemlich häufig: Ja, schon. Denn zwischen all den Raben, Göttern, Kriegsschreien und erwartbaren Breitwandmelodien steht plötzlich Upphaf, der erste vollständig akustische Song der Bandgeschichte. Gjallarhorn erzählt lieber vom Preis der Weisheit als vom nächsten Schädelhaufen. Der fast siebenminütige Abschluss Ascending Like an Eagle gönnt sich mehr Raum als die üblichen Festivalgeschosse. Und selbst dort, wo Amon Amarth exakt das tun, was Amon Amarth seit Jahren tun, haben sie einige verdammt gute Riffs eingepackt.

Der Allvater ist also tatsächlich wach. Die Fellstiefel stehen allerdings noch ziemlich genau dort, wo er sie am Abend zuvor hingestellt hat. Wir gehen einfach mal rein und schauen uns das genauer an.

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Melodic Death Metal, Death Metal, Heavy Metal

Musikalische Einordnung: Amon Amarth besitzen inzwischen eine eigene musikalische Grammatik. Ein melodisches Gitarrenmotiv darf möglichst schnell Wiedererkennungswert entwickeln, darunter arbeitet eine Rhythmussektion mit der Beharrlichkeit eines sehr großen Motors, und irgendwann kommt Johan Hegg herein und klingt, als hätte jemand einen Findling zum Singen gebracht.

Und ja, The Allfather Awakens hält sich grundsätzlich an all diese Regeln. Gjallarhorn eröffnet breit und kräftig, schiebt eine typische Doppelgitarrenmelodie nach vorne und zeigt sofort, weshalb diese Formel nach all den Jahren weiterhin funktioniert. Die Band versteht schlicht, wie man melodische Riffs schreibt, die bereits beim zweiten Durchlauf aussehen, als hätten sie seit Jahren dort gestanden. Dazu kommt jener massive Groove, mit dem Amon Amarth inzwischen ganze Hallen kollektiv zum imaginären Rudern gebracht haben.

Eight Legs of Thunder ist fast noch deutlicher auf unmittelbare Wirkung gebaut. Sleipnir bekommt seinen eigenen Galopp, der Refrain lässt sich nach kurzer Einweisung problemlos von einigen Tausend Menschen gleichzeitig grölen, und irgendwo hat vermutlich bereits jemand die passende Festivalchoreografie auf einen Bierdeckel gezeichnet.

Das klingt vermutlich spöttischer, als es gemeint ist. Denn genau solche Songs muss man erst mal schreiben können. Spannender wird das Album immer dann, wenn die Band ihre vertrauten Bewegungen leicht verschiebt. Die With a War Cry zieht die Zügel enger und entwickelt mehr aggressive Dringlichkeit. Raven God arbeitet stärker mit düsterer Atmosphäre. Und Ascending Like an Eagle lässt sich zum Schluss fast sieben Minuten Zeit, statt nach dem üblichen Vier-Minuten-Schlagabtausch die Waffen einzusammeln.

Wie zu erwarten war: Die große Revolution bleibt aus. Einige Türen stehen diesmal immerhin einen ordentlich Spalt breit offen.

Klangbild: Jacob Hansen sorgt erneut dafür, dass hier nichts versehentlich klein klingt. Die Gitarren besitzen Gewicht und klare Konturen, Jocke Wallgrens Schlagzeug drückt mächtig durch den Unterbau, und Johan Hegg bekommt genau den Raum, den eine Stimme braucht, die vermutlich auch ohne Mikrofon kleinere Bauarbeiten übertönen könnte.

Das Album klingt sauber, massiv und zeitgemäß. Seine Melodien bleiben deutlich genug voneinander getrennt, der Bass sitzt kräftig unter den Gitarren, und selbst bei dichterer Instrumentierung bleibt die Architektur transparent. Gerade diese Perfektion besitzt allerdings eine Kehrseite. Amon Amarth klingen inzwischen so kontrolliert, dass man gelegentlich etwas mehr Schmutz, Gefahr oder schlicht einen unerwarteten Unfall vermisst. Alles steht fest. Alles sitzt. Der Helm verrutscht hier höchstens nach vorheriger Terminvereinbarung. Und dann auch nur knapp übers Öhrchen.

🎬 Offizielles Musikvideo

Offizielles Musikvideo zu Upphaf von Amon Amarth – der erste vollständig akustische Song der Bandgeschichte und damit ausgerechnet jener Moment auf The Allfather Awakens, an dem die gewohnte Rüstung einmal im Flur hängen bleibt:

📖 Vier Stellen, an denen der Allvadder mal genauer hinsieht

Gjallarhorn

Los geht es mit einer Geschichte über Erkenntnis, Opfer und die eher unangenehme Einsicht, dass Weisheit in der nordischen Mythologie offenbar keine besonders attraktiven Einkaufskonditionen bekommt. Also: Odin möchte aus Mímirs Brunnen trinken. Kostenpunkt: ein Auge. Andere Anbieter hätten dafür vermutlich wenigstens ein Bonusprogramm. Musikalisch ist Gjallarhorn allerdings ein hervorragender Einstieg. Das zentrale Motiv besitzt diesen typischen Amon-Amarth-Zug zwischen Melancholie und martialischer Größe, Hegg steht monumental davor, und die Band baut genügend Bewegung ein, damit der Song über seine gut fünf Minuten trägt.

Besonders schön funktioniert die Verbindung zwischen Text und Musik. Der Track klingt groß, ohne bloß wie üblich nach Schlacht zu riechen. Hier geht es um den Preis von Wissen, und dadurch bekommt die bekannte Monumentalität dann doch einen etwas anderen Farbton.

Eight Legs of Thunder

Wer wusste es nicht? Klar, der olle Sleipnir hat acht Beine. Logisch. Man muss es sich nur kurz klarmachen. Vier Beine verursachen bei handelsüblichen Pferden bereits beträchtlichen organisatorischen Aufwand. Odin entscheidet sich offenbar für die Premiumversion.

Amon Amarth machen daraus konsequenterweise einen galoppierenden Metal-Song. Das Hauptriff bewegt sich entsprechend vorwärts, der Refrain ist groß genug für ein Stadion und die komplette Nummer wirkt, als hätte jemand eine Pferdestärke falsch interpretiert und daraufhin die Gitarren lauter gemacht. Subtil ist daran wenig. Spaß macht dieser Achter-Galopp dann aber trotzdem.

Die With a War Cry

Hier wacht das Album wieder richtig auf. Die With a War Cry besitzt mehr Zug, mehr Aggression und eine kompaktere Schlagkraft als einige der gemütlicher marschierenden Stücke davor. Gerade diese erhöhte Dringlichkeit tut The Allfather Awakens gut, weil sie zeigt, wie wirkungsvoll Amon Amarth werden, sobald sie ihr bevorzugtes Midtempo für ein paar Minuten aus dem Haus schicken.

Der Song braucht keine ausgefallene Struktur. Das Tempo erledigt bereits einen Teil der Arbeit, die Gitarren schneiden schärfer, und Hegg bekommt endlich Gelegenheit, wieder so zu klingen, als läge zwischen ihm und dem Mikrofon ein persönliches Problem. Davon hätte die Platte ruhig mehr vertragen.

Ascending Like an Eagle

Fast sieben Minuten sind für Amon Amarth inzwischen schon fast eine kleine Grundstückserweiterung. Der Abschluss nutzt diesen zusätzlichen Platz sinnvoll. Die Gitarren dürfen größere Bögen ziehen, die Atmosphäre wird breiter, und das Stück besitzt das Gefühl eines echten Endpunkts. Nach mehreren kompakteren Nummern wirkt Ascending Like an Eagle deshalb beinahe luxuriös.

Hier zeigt sich auch eine Möglichkeit, wie die Band ihren Sound künftig weiterbewegen könnte, ohne irgendeinen Identitätswechsel zu veranstalten. Mehr Raum. Mehr Entwicklung. Weniger Pflicht, nach vier Minuten bereits den nächsten Refrain an die Rampe zu stellen. Nee, ach was, niemand verlangt hier Methorn-Synthpop. Ein etwas größerer musikalischer Grundriss würde manchmal schon reichen.

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🎨 Artwork

Ach du lieber Gott! Odin starrt uns an. Zumindest mit dem Auge, das ihm verblieben ist. In einer Hand hält er ein prächtig verziertes Trinkhorn, in der anderen ein blutiges Messer. Das Gesicht trägt Spuren einer offensichtlich wenig entspannten Nacht, der Bart sitzt erwartbar majestätisch, und über allem steht das Amon-Amarth-Logo wie ein Gütesiegel für zuverlässig nordische Produktqualität.

Das Cover funktioniert deshalb so gut, weil es keinerlei Rätsel aufgibt. Niemand wird dieses Bild im Plattenladen betrachten und vermuten, dass hier möglicherweise slowenischer Dream Pop wartet. Der Allpapa steht frontal im Zentrum und macht die gesamte Markenbotschaft selbst. Blut, Mythologie, Metall, Trinkgefäß. Die wichtigsten Abteilungen sind sofort besetzt.

Dass das Motiv trotz seiner Vorhersehbarkeit Wirkung besitzt, liegt an der starken Konzentration auf die Figur. Kein Schlachtfeld mit 900 Statisten, keine brennenden Langschiffe, keine zehn Raben, die dramaturgisch irgendwo herumstehen müssen. Odin reicht vollkommen. Nach dreizehn Alben darf man Effizienz auch einfach mal anerkennen. Auf dein ganz Spezielles, Allvater.

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✨ Besondere Momente

🪵 Wenn plötzlich niemand mehr rudert

Upphaf ist vermutlich der mutigste Moment des Albums, gerade weil er so unspektakulär erscheint. Eine Band, deren Livepublikum kollektiv Trockenrudern betreibt, veröffentlicht nach drei Jahrzehnten ein vollständig akustisches Stück. Das ist fast schon ziviler Ungehorsam. Und es funktioniert. Die Reduktion legt etwas frei, das im massiven Bandsound häufig untergeht: Amon Amarth brauchen die Lautstärke nicht zwingend, um Atmosphäre zu erzeugen. Heggs Stimme, die alten Verse und die sparsame Begleitung tragen das Stück problemlos.

🛋️ Midtempo kann ja so gemütlich sein

Hier liegt gleichzeitig die größte Schwäche der Platte. Mehrere Songs bewegen sich in einem sehr ähnlichen Geschwindigkeitsbereich und setzen auf denselben schweren, breit marschierenden Grundimpuls. Einzelne Riffs sind gut, einzelne Refrains funktionieren, im Albumfluss verschwimmen diese Momente jedoch stärker miteinander, als es nötig wäre. Nach drei Jahrzehnten darf ein Krieger selbstverständlich sitzen. Er sollte nur nicht gleich vier Songs lang den Sessel blockieren.

🎯 Diese Marke funktioniert noch

Man kann über die Berechenbarkeit von Amon Amarth spotten, doch dahinter steckt eine Leistung, die leicht unterschätzt wird. Diese Band hat einen eigenen Sound geschaffen, ihn international etabliert und über Jahrzehnte so konsequent gepflegt, dass wenige Sekunden genügen, um ihn zu erkennen. Und trotzdem erscheinen immer wieder Songs, die innerhalb dieser engen Formel genug Eigenleben entwickeln. Und ja: Das ist Handwerk auf sehr hohem Niveau.

🦅 Mehr Platz ist hier die beste Idee

Gerade Ascending Like an Eagle zeigt, dass Amon Amarth immer dann besonders interessant werden, wenn sie ihre eigene Standardlänge verlassen. Längere Entwicklungen, atmosphärische Übergänge und weniger sofortige Refrainpflicht könnten künftig viel bewirken. Der Bandsound müsste dafür keinen Millimeter seiner Identität aufgeben. Odin darf schließlich auch spazieren gehen, ohne sofort ein neues Königreich zu erobern.

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📜 Hintergrund: Drei Jahrzehnte bis zur perfekten eigenen Schublade

Amon Amarth gehören längst zu jener kleinen Gruppe von Metalbands, deren Name zugleich eine ziemlich genaue musikalische Beschreibung geworden ist. Seit den frühen Neunzigern haben Johan Hegg und seine Mitstreiter melodischen Death Metal mit nordischer Mythologie so konsequent verbunden, dass beides in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch voneinander zu trennen ist.

Aus einer schwedischen Undergroundband wurde über die Jahre ein internationaler Festivalgigant. Dabei blieb die Grundidee erstaunlich stabil: starke Twin-Gitarrenmelodien, Heggs tiefes Growling, historische und mythologische Stoffe und genügend rhythmische Wucht, um auch große Bühnen zu füllen.

The Allfather Awakens ist nun das 13. Studioalbum. Produziert wurde erneut mit Jacob Hansen, dessen Handschrift hervorragend zum modernen Bandsound passt. Die Songs entstanden teilweise bereits während der laufenden Touraktivitäten und wurden in mehreren Arbeitsphasen entwickelt. Interessant ist dabei, dass die Band Material durchaus aussortierte, wenn es dem eigenen Anspruch nicht genügte.

Das klingt zunächst wie eine Selbstverständlichkeit. Nach dreißig Jahren und zwölf Vorgängern ist es vermutlich eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt. Denn genau das ist die eigentliche Herausforderung für Amon Amarth: sich nicht zu fragen, wer sie sind. Sondern zu verhindern, dass die Antwort darauf irgendwann einfach totlangweilig wird.

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👁️ Fazit: Der olle Allvater muss das Langhaus nicht neu bauen

The Allfather Awakens ist – wenig überraschend – eine sehr Amon-Amarth-hafte Platte. Klar, das klingt zunächst wie die denkbar bequemste Aussage, die man über dieses Album treffen könnte. Tatsächlich beschreibt sie aber ziemlich genau dessen Stärken und auch die vorhandenen Grenzen.

Die Band beherrscht diesen Sound inzwischen meisterhaft. Die Riffs besitzen Gewicht, die Melodien sitzen, Johan Hegg bleibt eine der unverwechselbarsten Stimmen des Genres, und Songs wie Gjallarhorn, Die With a War Cry oder Ascending Like an Eagle zeigen, weshalb die Schweden seit Jahren ganz oben stehen.

Gleichzeitig hört man, wie bequem man es sich in der eigenen Konstruktion gemacht hat. Zu viel Midtempo, zu wenige wirkliche Überraschungen und einige Songs, die eher routiniert funktionieren als nachhaltig überraschen. Das ist ein zwar möglicherweise ein Luxusproblem, aber es ist eben trotzdem ein Problem.

Umso wichtiger sind die Ausnahmen. Upphaf zeigt, dass diese Band sehr wohl bereit ist, einen Raum zu betreten, in dem nicht schon alles mit Äxten dekoriert wurde. Der XXL Abschluss zeigt, dass mehr dramaturgischer Platz den bekannten Melodien hervorragend steht. Und die stärkeren schnelleren Stücke erinnern daran, wie viel zusätzliche Energie entsteht, wenn die Rhythmusabteilung einmal wirklich losgelassen wird.

The Allfather Awakens ist deshalb kein neuer Anfang. Es ist ein ziemlich gutes Album einer Band, die ihren eigenen Platz längst gefunden hat und nun gelegentlich daran erinnert werden muss, auch einmal vor die Tür zu gehen. Odin kennt seine Komfortzone verdammt gut. Immerhin hat er sich dieses Mal entschlossen, hier und da ein Fenster zu öffnen.

Albumcover von Amon Amarth – The Allfather Awakens: Odin blickt frontal aus schwarzem Hintergrund hervor. Er trägt einen verzierten Helm, sein rechtes Auge ist blutig verletzt. In einer Hand hält er ein reich dekoriertes Trinkhorn, in der anderen ein blutverschmiertes Messer. Über ihm steht das Bandlogo, darunter der Albumtitel.

Künstler:

Amon Amarth

Albumtitel:

The Allfather Awakens

Erscheinungsdatum:

2. Oktober 2026

Genre:

Melodic Death Metal / Death Metal / Heavy Metal

Label:

Metal Blade Records

Spielzeit:

ca. 46 Minuten

🎼 Trackliste:

Gjallarhorn – 5:14
Eight Legs of Thunder – 4:20
Kvasir’s Blood – 4:26
We Rule the Waves – 3:50
Upphaf – 4:32
Die With a War Cry – 3:29
Raven God – 4:30
The Allfather Awakes – 4:36
Oden’s Hunt – 4:23
Ascending Like an Eagle – 6:44

👥 Besetzung:

Johan Hegg – Gesang
Olavi Mikkonen – Gitarre
Johan Söderberg – Gitarre
Ted Lundström – Bass
Jocke Wallgren – Schlagzeug

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