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🪨 Obelix als Waffenmarke? Hier heißen Raketen längst nach viel schlimmeren Leuten
Ein Rüstungsunternehmen wollte offenbar mit dem Namen „Obelix“ werben. Der Asterix-Verlag fand das erwartbar mittelwitzig, das EU-Gericht schickte die Sache zur erneuten Prüfung zurück, und irgendwo im Hintergrund fragt sich Europa, ob der nächste Panzer vielleicht „Idefix“ heißt und nur auf kleine Bäume zielt.
Offiziell geht es hier natürlich um Markenrecht.
Der Moosverhetzer erkennt darin ein viel größeres Problem:
Die irdische Rüstungsbranche hat bei der Namensgebung einfach noch keinen Stil.
Denn in den Zwischenreichen werden Waffensysteme seit Jahrhunderten nach berühmten Figuren, fragwürdigen Volkshelden und Prominenten benannt. Nur eben deutlich ehrlicher.

🧨 Wenn der Hinkelstein plötzlich ballistisch wird
Natürlich liegt der Gedanke nahe: Obelix steht für Kraft, Unbesiegbarkeit, Durchschlagswucht und die Fähigkeit, Dinge sehr nachhaltig durch die Gegend zu werfen. Also ja: Als Markenname für Waffen ist das nicht völlig aus der Luft gegriffen.
Aber genau darin liegt der ästhetische Unfall. Man kann nicht einfach eine liebenswerte Comicfigur nehmen und sie auf Munition kleben, nur weil beide mit Wucht zu tun haben. Das ist, als würde man einen Belagerungsturm „Biene Maja“ nennen, weil er auch irgendwie fliegt, wenn man ihn nur heftig genug kippt.
⚔️ Die Zwischenreiche machen das konsequenter
Dort tragen Waffen Namen, die ihre moralische Fragwürdigkeit nicht hinter Kindheitserinnerungen verstecken. Man weiß sofort, woran man ist.
Der Moosverhetzer präsentiert eine kleine Auswahl bewährter Zwischenreichs-Waffensysteme:
Der Gottschalk-Werfer
Feuert unaufhörlich bunte Leuchtraketen, redet währenddessen weiter und trifft selten den Punkt, aber immer die Quote.
Die Bohlen-Batterie
Ein akustisches Belagerungssystem. Richtet weniger Gebäudeschaden an, zerstört aber zuverlässig Selbstwertgefühl, Hoffnung und jede Form differenzierter Kritik.
Der Merz-Mörser
Schießt erst sehr spät, erklärt dann sehr lange, warum das genau richtig war, und trifft bevorzugt die untere Mitte.
Die Lauterbach-Lanze
Warnt den Gegner drei Wochen vor dem Einschlag, erklärt alle Nebenwirkungen und wird trotzdem unterschätzt.
Der Söder-Schildkrötenpanzer
Wechselt je nach Wetterlage die Tarnfarbe, rollt schwerfällig nach vorn und behauptet anschließend, schon immer dort gestanden zu haben. Nimmt häufig Unterstände mit Wurstwaren ins Visier.
Der Kerkeling-Katapulthase
Wirkt harmlos, kommt aber plötzlich von der Seite und ruft beim Einschlag: „Ich bin dann mal da.“
Der Lanz-Spieß
Unterbricht sein Ziel mehrfach, bevor er zusticht. Besonders gefürchtet in diplomatischen Nahkämpfen.
Die Wagenknecht-Wurfklinge
Kommt aus unerwarteter Richtung zurück, trifft gelegentlich die eigene Formation und erklärt danach, das sei strategisch gemeint gewesen.
Der Nuhr-Nebelwerfer
Produziert dichte Schwaden aus Halbwissen, Achselzucken und dem Satz: „Man wird ja wohl noch fragen dürfen.“
🧾 Markenrecht im Rüstungsnebel
Das eigentliche Problem ist nicht, dass Waffen Namen brauchen. Das Problem ist, dass die Namen oft so tun, als seien sie sauberer als der Gegenstand selbst.
„Obelix“ klingt nach Hinkelstein, Wildschwein und freundlichem Gallier mit gestreifter Hose.
Eine Waffe sollte schon irgendwie schädlicher klingen. Und irgendwo zwischen beidem entsteht dieser absurde moderne Moment, in dem ein Gericht prüfen muss, ob übermenschliche Comicstärke markenrechtlich auf Munition abstrahlen darf. Die Zwischenreiche würden das einfacher lösen. Dort müsste jedes Waffensystem so heißen, dass selbst der dümmste Rekrut sofort versteht, was es tut.
Also nicht „Obelix“.
Sondern:
„Großer Stein, fliegt, macht kaputt.“
🪓 Fazit: Nicht jeder starke Name gehört an ein schwaches Geschütz
Der Streit um „Obelix“ zeigt sehr schön, wie schnell Popkultur, Markenrecht und Rüstungslogik zu einem Brei werden, den niemand bestellt hat.
Natürlich kann man argumentieren, dass ein Name nur ein Name ist. Man kann aber auch sagen: Vielleicht muss man nicht alles, was Menschen mögen, sofort in eine Verkaufsfläche für Munition verwandeln.
Der Moosverhetzer hält fest:
Wenn schon Waffen nach bekannten Figuren benannt werden, dann bitte wenigstens mit maximaler Ehrlichkeit. Ein Hinkelstein bleibt ein Hinkelstein. Und manches sollte man lieber nicht werfen — nicht einmal markenrechtlich.
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