🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

Viel RPG, wenig Gewissheit
📰 Was ist los?
Warhorse Studios hat bestätigt, an einem neuen großen RPG zu arbeiten, bleibt beim Setting aber verdächtig still.
🐛 Was denken wir?
Ein Herr-der-Ringe-RPG von den Kingdom-Come-Leuten wäre eine spektakuläre Vorstellung – aber im Moment steht Mittelerde nur als sehr reizvoller Nebel über der Gerüchteküche.
🐎 Warhorse Studios arbeitet an neuem RPG – und Mittelerde bleibt im Nebel
Es gibt Studios, bei denen reicht ein einziges Wort, und die Rollenspielgemeinde stellt schon mal vorsorglich Brot, Käse und 80 Stunden Freizeit bereit. Warhorse Studios gehört inzwischen dazu. Wer Kingdom Come: Deliverance baut, landet automatisch in jener Kategorie Entwickler, bei der selbst ein vager Hinweis klingt wie eine handschriftliche Einladung in ein sehr großes Abenteuer.
Nun ist klar: Warhorse arbeitet an einem neuen RPG. Nicht an einem Basketballspiel, nicht an einem Kart-Racer mit Heinrich auf einem Esel, sondern wieder an dem, was das Studio am besten kann: großen, detailverliebten Rollenspielen. Was nicht klar ist: ob dieses RPG irgendetwas mit Der Herr der Ringe zu tun hat. Und genau da beginnt natürlich der Rätsel-Spaß.
🏰 Warum die Spekulation so verführerisch ist
Der Gedanke ist natürlich stark. Warhorse steht für Welten, die nicht nur Kulisse sind, sondern sich nach Alltag, Dreck, Regeln und heftigen Konsequenzen anfühlen. Kingdom Come war gerade deshalb spannend, weil es Mittelalter nicht als dekorierte Rüstungsschau inszenierte, sondern als widerspenstige, manchmal nervige, oft faszinierende Simulation.
Überträgt man dieses Prinzip gedanklich auf Mittelerde, wird es sofort gefährlich interessant. Nicht als bunte Lizenzrutsche mit Ork-Gemüse und Sammelmenü, sondern als langsames, schweres, erzählerisches RPG mit Reise, Handwerk, Politik, Angst, Legenden und echten Wegen zwischen echten Orten.
Ein Warhorse-Mittelerde wäre theoretisch genau das Gegenteil jener Fantasy-Spiele, die behaupten, eine Welt zu haben, aber eigentlich nur Markierungen auf einer Karte verteilen.
🧱 Das große Aber: Noch ist nichts bestätigt
Die wichtige Fußnote bleibt allerdings groß genug, um darauf ein Gasthaus zu bauen: Warhorse hat kein Herr-der-Ringe-Spiel angekündigt. Das Studio spricht von einem großen, immersiven RPG, aber nicht von Hobbits, Ringen, Gondor, Rohan oder einem sehr nervösen Mann mit Schmuckproblem.

Dass die Spekulation trotzdem lebt, ist verständlich. Warhorse gehört zu Embracer, und Embracer sitzt wiederum auf den Rechten an Der Herr der Ringe. Das macht die Idee nicht automatisch wahr, aber natürlich deutlich weniger abwegig als die Behauptung, Warhorse entwickle heimlich ein rhythmisches Tanzspiel über Steuerverwaltung in einer lilafarbenen Goblinwelt.
Trotzdem gilt: Bis zur offiziellen Enthüllung ist alles andere Wunschdenken mit hübschem Mantel.
⚔️ Kingdom Come 3 bleibt ebenfalls möglich
Genauso gut könnte Warhorse an einem weiteren Spiel im Geist von Kingdom Come arbeiten. Vielleicht nicht zwingend als direkte Fortsetzung, vielleicht mit neuer Region, neuer Zeit, neuem Konflikt. Das Studio hat sich mit historisch geerdeten Rollenspielen eine eigene Nische geschaffen, und es wäre durchaus logisch, diese Stärke weiter auszubauen.
Ein Wechsel nach Mittelerde wäre größer, riskanter und lizenzbedingt vermutlich deutlich komplizierter. Ein neues eigenes RPG wäre weniger spektakulär für Schlagzeilen, aber vielleicht naheliegender für ein Studio, das bisher vor allem dann stark war, wenn es seine Welt minutiös kontrollieren konnte.
Kurz gesagt: Der Ring glänzt. Aber der böhmische Schlamm klebt immer noch ziemlich hartnäckig an den Stiefeln.
🪓 Unser Fazit: Großes RPG ja, Ring noch nein
Warhorse Studios arbeitet an einem neuen RPG. Das ist die Nachricht. Alles andere ist im Moment ein sehr hübscher Schatten an der Wand.
Ein Herr-der-Ringe-Rollenspiel von Warhorse wäre allerdings eine dieser Ideen, bei denen man sofort versteht, warum das Internet unruhig wird. Detailtiefe, langsames Erzählen, schwere Entscheidungen, glaubwürdige Weltlogik – all das würde zu Mittelerde erstaunlich gut passen, wenn man es nicht in Lizenzglanz ertränkt.
Aber noch ist nichts offiziell. Kein Titel, kein Setting, kein Termin. Nur ein großes RPG im Nebel.
Und manchmal ist genau das genug, damit irgendwo in der Ferne ein Horn erklingt und die Kommentarspalten ihre Reitstiefel suchen.




