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🏛️ The Daily Meme #105 – Alben, die Fantasy-Geschichte machten – Blood Zeppelin II


Boneys musikgeschichtlicher Logbuch-Eintrag
Position: Flugfeld Blutacker-West, hinter dem alten Hangar der Königlichen Luftschiffverleihung, Abteilung „Bitte nicht rauchen, das Ding ist randvoll mit Gas und Gitarristen-Eitelkeit“.
Wetter: Tiefrot, schwer, aufgeblasen. Der Himmel sieht aus, als hätte jemand eine Oper angezündet und danach behauptet, es sei nur Bühnenlicht.
Lagebericht:
Es gibt Bands, die auf Tour gehen.
Und es gibt Blood Zeppelin: eine Truppe, bei der schon das Gruppenfoto aussieht wie der Moment vor einer kleineren Luftraumkatastrophe.
Das Cover von Blood Zeppelin II zeigt keine Musiker. Es zeigt ein fliegendes Risiko mit Begleitpersonal. Ein Ork-Kapitän, der jedes Schiff auch ohne Motor durch reine Missachtung der Schwerkraft steuern würde. Ein Zwerg, der vermutlich die Bordkanonen stimmt. Ein Elf, der so in die Ferne blickt, als höre er dort schon den nächsten Refrain auf ein Dorf fallen.
Dazu Goblins, Magier, Leder, Rauch, rote Wolken und ein Luftschiff, das nicht transportiert, sondern droht.
Blood Zeppelin II war der Moment, in dem aus Hard Rock im Zwischenreich endgültig Höhenrausch mit Trommelfellschaden wurde.
Studio-Trivia
Aufgenommen wurde das Album angeblich in zwölf Städten, drei Burgen, zwei Luftschiffbäuchen und einem Weinkeller, der später wegen struktureller Überforderung den Beruf wechselte.
Produzent war Graf Röhrwald von Pegelbruch, ein Mann, der jeden Mix mit geschlossenen Augen beurteilte und nur drei Sätze kannte:
„Mehr Druck.“
„Mehr Nebel.“
„Der Zwerg ist noch zu leise.“
Das berühmte Luftschiff auf dem Cover, die Blutgräfin II, wurde für das Shooting nur „kurz auf Schwebestand“ gebracht. Es blieb dann neun Stunden oben, weil niemand den Goblin fand, der den Anker bediente.
Trackliste
Whole Lotta Blood
What Is and What Should Never Bleed
The Leech Song
Tankard You
Helmbreaker
Living Loving Wraith (She’s Just a Goblin)
Ramble On, You Filthy Bard
Moby Drak
Bring It On Gnome
Boneys Urteil
Blood Zeppelin II ist kein Album, das man hört. Man wird davon überflogen.
Es hat Riffs wie Falltüren, Drums wie Belagerungsgeräte und Gesang, der klingt, als würde ein Elf auf einem brennenden Luftschiff gerade sehr schöne schlechte Entscheidungen treffen.
Kurz: Dieses Ding hebt nicht ab.
Es reißt den Boden unter sich weg und nennt das dann Intro.
Abschließende Notiz an euch feige Fallschirmknutscher
Wenn dir jemand erklärt, Rock müsse bodenständig sein, zeig dieses Cover.
Ein Luftschiff.
Ein Ork-Kapitän.
Ein Zwerg mit Lautstärkeproblem.
Ein paar Goblins, die vermutlich schon lange nicht mehr auf der Gehaltsliste stehen.
Mehr braucht es nicht, um aus Musik ein Sicherheitsrisiko zu machen.
Morgen wiederkommen.
Dann würdigen wir vielleicht „Appetite for Dungeonstruction“ – jenes Werk, bei dem selbst ein einfacher Willkommensgruß klingt, als hätte jemand die Tür zur Taverne mit einer Axt geöffnet.



